Ausgabe 
3.11.1881
 
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188J

Donnerstag den 3. November

Nr. 2Stt

Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS.

Bureau: Echulftraße B. 18.

Aeutschland.

Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.

3 Als huschutzbedarf des Staates für die Gymnasien des Landes erscheint tm neuen Staatsbudget die jährliche Summe von 128,260 JA, mithin B,9büa mehr als m der laufenden Finanzp.node. Auf die einzelnen Gymnasien entfallen hiervon die folgenden Beträge: Darmstadt 47,300 JA (+ 1,500 JA),, ®en$&eim 10,000 JA, ließen 29,000 JA (+ 1,300 JA), Büdingen 22.900 JA (4- 3,600 JA) und Worms (Realschule und Gymnasium) 18,960 JA (+ 2,560 JA).

Aus D armstabt roiro denBert. Poltt. Nachr. untern: 30. Okto­ber geschrieben: Seit dem Bestehen des deutschen Reichs .st tm Großherzog- thum Hesien noch nicht so radikal gewählt worden, tote gelegentlich der letzt- stattgebabten Reichstagswahl. Während im letzten Reichstag 1 Freiconservattver, 9 Nattonalliberale, 1 Fortschrittler und 1 Ultramontan^r das Großherzogthum ru vertreten hatten, find heute 2 Secesstonisten und 1 sortschrittlicher Liberaler d finitiv gewählt und sechs Stichwahlen haben stattzufin- den. Unter solchen Verhältnissen dürste der von unserer hessischen Stände, kammer demnächst zu discutirende, von mehreren ultramo-..tonen Abg ordneten einaebrachte Antrag auf Einführung dtrecter Wahlen auch sür den Landtag noch weniger Auesichl aus das E. tgegenkommen d.s Staatsministeriums und auf die Unterstützung der dem Ministerium freundlichen Kommer-Majoritüt von gemäßigt-liberaler Observanz haben, als schon vor dem Bekanntwerden der Re'chSt-rgs-Wahlresultate dafür vorhanden war.

Berlin, 31. Oktober- Im Reichscmt des Jnrern ist man beute noch mit der Zuiammenftellung des ossiclellen Wahlresultais beschäftigt. D^ir sehr cowplic'rte Arbe.t der übersichtlichen Gestaltung deS riesigen Materials nimmt viel Mühe i nd Zett in Anspruch. Wie wir hören, wird die amtliche Publl. rOHOn deo Wahlresultats morgen, am 1. November, durch denReichS'Anz ' erfolgen. Bis heute Mittag ergobt sich nach provisorischer Zusammenstellung, daß 371 Wahlen bekannt find; davon ergaben 93 kein definitives Resultat, sondern eS find erst Stichwahlen nothwendig, wobei nicht weniger als 23 So- cialisten zur Wahl steben. Gewählt sind bisher 42 Conservanve, welche im letzten Reichstage 58 Mann stark waren, 21 Freiconservative, die in der letzten Session über 42 Stimmen verfügten, 98 Uttramontat.e, deren Stärke zuletzt tncl. der 9 Hospitanten 101 betrug, 30 National! berale an Stelle von 68, 24 Sccessionisien anstatt 19, 34 Fortschrittler anstatt 24, 15 Polen anstatt 14, 1 Socialrst an Stelle von 9, 3 VolkSparteiler anstatt 2 und endlich 13 Protestler und Partikularsten. Im Allgemeinen wird angenommen, daß be-. den Stichwahlen vo-zugsweise die weiter links stehenden Gruppen die mei-

lich leicht in der Folge noch höher stellen würde. Finden die Anträge der Regierung beiüalicb Aoersiomrung der Gemeinden Friedberg und Bingen die Billigung der Stande, dann bleiben von bm kleineren Städten, in denen sich Realschulen -weiter Ordnung befinden noch die Städte Groß-Umstadt und Oppenheim übrig, bei welchen die all­gemeinen Normen bezüglich der Beitragspflicht in Anwendung kommen. Bei der kurzen Dauer des Bestandes der Realschulen in diesen beiden Gemeinden erscheint es der Regierung angezeigt, zunächst noch die weitere Entwickelung der betreffenden Schulen abzuwarten, ehe der Frage der Aversionirung der betreffenden Gemeinde^ naher

sten Candidaten durchbringen werden.

Dem BundeSrathe gehen noch immer Petitionen zu, in welchen die Vertreter einzelner I dustriezwetge um weitere Zollerhöhungen bitten, neuer- bitiflg Rnb <8 bk 8.ber|a6nfanten, welche eine sehr bebeuter.be Erhöhung v-r- lonaen Im RoDtaitf von 1879 würben bekanmlich zwei Positionen für Leber geschaffen, bie ernt 21a setzte ben Zoll für Sohlleber, Korbuon, Sasfian, dänisches Hanrschuhleber u. auf 36 dt, bie anbete 21b für Oberleber, Masch.nenriemrnltder, Geschtrrleder und ltalbleder auf 18 \JL fest. Die zwei­jährige Pr xiS soll nun ergeben haben, daß ^ehr häufig die mit dem böheren Zollsatz belegten Letersorten zum geringeren Satze nach Deutschland gelangen, weil bte Untetscheibung für bie Beamten sehr schwierig ist; auch sollen bie Sabntanien ron Leb.rsrrten wie sie unter Nr. 21b aufgeführt finb, bei einem ftotte von 18 X. noch nicht gegen bie ausländische Eoncurrenz auskommen können. Es wird'deshalb an ben Bunbesrath bie Bitte gerichtet, an Stelle b« Heiden Positionen eine zu ichaffen unb bte neue Position lauten zu laffen: sür Leber aller Art 36 X Es verlautet, bie württembergische Regie- tun« habe ihren Vertreter beim Bunbesrathe angewiesen, einen Einheitssatz für alle L-dersviten in bet Höhe von 30 X in Vorschlag zu bringen, fall« aber bie Anregung sür ben Satz von 36 X von anbetet Seite kommen sollte, füt biefe Erhöhung zu stimmen. .

Auw bie Papietfabnkanten bereiten, tote tott Horen, eine Petition an ben Bunbesrath vor, welche bahin geht, es möge bie Reichsregierung bei allen Submissionen unb sonstigen Bezügen bie Bogenzahl bes Ries Papier einhe tlich sesthalten. Di- P piersabrikanten finb sich zur Zeit selbst noch nicht klar, wie dies zu geschehen habe und es werden eben fanbl zur Beantwortung, ob gerechnet werden soll: 1 Rtes zu 500 Bogen, ober 1 Neuri's zu 1000 Bogen unb 1 Haibries zu 500 Bogen, oder 1 Ries iu 500 Bogen unb 1 Doppelries zu 1000 Bogen. Je nach Ausfall bet Antworten soll bann bem Bunbesrathe bte Einheirsbezetchnung vorgeschlagen Wer ml_ Wie aus Baben geschrieben wirb, finb bort bie Wahlen unter ge- ringerer Betheiligung, alS im Jahre 1878 verlausen. Die Liberalen haben größere Erfolge erzielt, als fie erwarteten; wShrenb fie tm Jahre 1878 nur 8 Abzeortne-e nach bem Reichstage fanbten, werben fie biesmal wohl burch . 10et'^an'^teibt benBeil. Polit. Nachr." aus Paris: Nachbern bet InsMgsi.Jtglizvs,M,OMer^eich. bew- ,an Deutichl^ ^tH..hen.Rekizchber

Mbe mit fifllfe eines afftfienten, welcher Bleid>faUs ein ausgebildeter Geologe fern ! Se unb Wit ben, «Mitteln welche ihm hier in Darmstadt durch die Bibliothek

<TTiiilelibeiniid)er aeolon'.iden SitetiK-, bie Hosbiblioth.k, bas Mmeum, bie In- j ü tutTunb ba« chemische Vaboratoiium b.r ted>ntf*en Soäfcbule zu Gebote stehen, b e g ologischen Ausnahmen ,m Großh-rzogtbum allmahlig durchsuhren mit en em iahr- 1 ch-n «ost nauswand von 7U00 X- Als Voraussetzungen der Berechnung wnb an- nrnnmmen bafo für Arbetltzräume und Sammlungen eme kostenfreie Unterfunft aus- üidi^emacktwird daß die cbemiscbcn Analysen der Gesteine im ckemucken Laboratorium

S gegen Vergütung der verbiauckten Gegenstände urb 9?^

Ebem.kers ausaesübrt werden daß bte Bibliothek bes ^ttelrbeinifdjcn geologischen Vereins in das E gentbum der geolog.schen Landesanftalt übergeht daß wie b.sber bie Steine zur Generalstabskarte als'ttpogrophische Grundlage Mr die geologische Colorirung benutzt werben können und dotz nur olle -wer Jahre em Blatt der geologischen Karte gedruckt wird.

m Darmstadt, 1. November. Der jährliche Zuschußbedarf des Staates »u den Realien des Landes beziffert sich noch dem Staatsbudget sur die Frnanz- neriade 1W2-85 auf 142,725 JA also um 18,735 JA höher als m der vorigen r5lnanz-

Auf die einzelnen Realschulen entfallen hiervon die folgenden Beträge: t'abt 2M40 (+ "150 .*), Offenbach 17.255 (+ 535 x), Groß-Umstad,

f+ 510 X) ffi>toelflabt 16,120 (+ 2820 .*). Gietz-n 14,140 X, Alsfeld

13 930*^ (+ 3 630 X\ driebberg 12,600 X (+ 4.040 X\ Alz-p 16,220 X 1 070 JA) öinflen 8760 .#A (4- 2,680 JA) und Oppenheim 7700 JA. Zn dem 9itd)hoß z^b'-m Hauptooran'chlag für die Jahre 1873-75 sind befthnmte Noimen ausgestellt worden, nach benen bie Kosten der Realschulen von dem Staate unb der betreffenden Stabt angebracht werben sollen. Hiernach hat die Kosten ba Realfchulln -abgesehen von ben Gehalten ber Direetoren unb Lehrer, also namentlich die Kosten sür Herrichtung ber Locale, bie Kosten b-r Heizung Beleuchtung, bei Anicharrung ber «ehmittel u s w. soweit nicht ein hisonberer Fonb hierfür vorhanben i|t, bie be- tTifferbe Gemeinde zu tragen. Die dmch die Gehalte unbJRemunerirung da Lehrer mb des fonftiaen Personals entstehenden Kosten sind zunachn durch bte grträgnifie de« Schulae des zu d-cken, der Rest wird zu gleichen Th-,len von dem Staat und ba Stadt bezahlt. --vgl-'ch würbe vorg-s-h-n, daß, wenn eine Gemeinde durch diesen Mabttab >u s-hr belastet werden würde, mit Zustimmung da Stande auch ein höherer Setroa auf die Staatskasse übernommen werden könnte, so namentlich, wenn sich bei unvermögenden Gemeinden der Betrag aus 1 fl. und mehr auf den Kops ber Be­völkerung berechnen würde. In Slusführung diesa letzteren Bestimmung sind denn wch bÄa schon ben Gemeinden Michelstadt Alsfeld und Alzey gaingae B-ttäg- ,ur La» aesetzt worden. Don Seiten des Stadtvorstandes zu Friedberg i,r das G-lich a-»ellt worden es möchte der von der Stadt Friedberg zu leistende Zuschuß auf eigen §»armalbehaß, da bem bisher geleisteten Zuschuß entspreche, b-schrZnkt werderr Die D-rdöltniise da Stadt Friedberg ließen nach den Erläuterungen zum Budget biete« Ge uch ger chMrtigt erscheinen und ist deßhalb als Beitrag da Stadt Fr,eb , feie Summe® non 10 600 M vorgesehen, wahrend sich nach den zuerst angezührten mm der Beitrag bet'Stabt auf 13,080 stellen würbe. In gleicher Wetse ift au be^ sallsige« Gesuch bes Gemeindevorstandes von Bmgen und mit Rücksicht aus du. t irch den Umbau des R-alschMgebäudes der Stadt erwachsenen bedeutend-.r Kostenal« Beitrag der Stadt Bingen der fix-Bettag ron SE^ m Aussicht genommen, wShrepd srcki derselbe na<6 d-n seitherigen Normen auf 9830 M berechnen unbUi vorausilü t-

m Darmstadt, 31. Oktober. Eine sehr ersreutiche Pflege und Unterstützung von Seiten da Großh. Regie,ung hatte sich von jeher das Gewerbewesen des Lande« zu erfreuen unb au* da« Staatsbudget sür die F,nan,Periode 1882 85, welches g.nenwSrtig den Ständen zur B-rathung vorl'-gt. gibt e.nen neuen «eweiS dafür, "im SlaatSdudget für Die F nanzpaiode 1879,-62 war für die Landes-Baugewakschule zu Darmstadt und bie erweiterten Handwerkerschulen bes Großhttzoglhum« em fahr- li*er Slaatsbeittag von 20,000 JL vawilligt. Aus demselben wurden für die LandeS- Bauaewriktchule zu Darmstadt 4800 je. für die vereinigte Kunstindustrie- und Hand- wakastoule zu Dffenba* 3500 X, für die erweiterte Handwakerfchule zu Mainz 3500 M- für diejenige zu Gießen 2700 X, für diejenige zu Worms 2800 X, für bie: iemae ju Erba* 700 X, für diejenige zu Büdingen 700 X unb für weitere Unter: flützliiigen anberer Handwerkerschulen 1300 X verausgabe Gewerbe und Industrie n+m au« bl.s-n Unteislützungen der Haudweiker- unb Kunstinbuftrietchulen großen Rutz n gezogen' Em! ausführliche Darlegung ber D.ihältnisje der oben genannten Untlirichlsanstalten in den Erläuterungen zum Hauptvoranichlag ergibt aber, daß der Bestand und di-Fortentwickelung dieser segensreichen Anstalten nur gesichert .st, wenn beni-lben weitere Slaaisunterslützungcn auger den bisherigen gegeben werden. Die llltitiel de« Landesgewerbevereins werden durch hie pecuniare Beidulse, welche derselbe bin übrigen 45 Hanbiverkerjchulen IM jährlichen Betrage von über 4000 X, foroie durch bie Beschaffung von Unterrichtsmaterial, von Vorlagewerken von Modellen ver- lchieden'r Art angedeihen läßt, in einer Weise erschopst baß ihm sür bie oben bemerkten Bedürfnisse der erörterten Handwerkei schulen und der Landesbaugewnkschule zu Darm­stadt Nich 4 übrig bleibt. Diese Bedürfnisse können daher, da eine Erhöhung der Ser: träne welche Gemeinden und Sparkassen leisten, Nicht zu erwarten steht Wie d, Er- äu rungen aus'ühren, nur durch Slaatsbülfe und zwar durch Erhöhung des fahrlichen Stäntshmrag« von 20,000 x auf 40.000 je. b.jri-digt meiden Der G-fammtbettag »on 40 (KO X welcher in Ausgabe eingestellt ist, toll dem Landesgewerbeverein zur Der- w-ntung sür 'btt em,-inen Un.-irichtSan,lalteii und B.bürMisie ub-rwi-s-n werben. Neu >st in dein Voranschlag der Staatsauogaben das Kapitelfür JJamf feffel- Drüfunaen. ES sind an persönlichen Ausgaben sür Diäten und Reisekosteni bes Dan oikcssel-Prüfiingskommisiäis 5000 X vorgesehen, mobil besten pensionstahtger ('»halt zu 2500 x angenommen ist; an sachlichen Ausgaben sinh 500 X etngeftiUt- Da d e von ben Kesselbesitz, rn zu bejablenbm Gebühren für innere und außer- Revisionen Vornahme der Druckproben unb die Kosten für Abgabe von R-oifions- i.g*ern na* dem Durchschnitt ber letzten Jahre o500 X betragen fonnen, so enthalt busis Kapittl war keine Ausgabe für d-«'Budget, soll ahn die Möglichkeit schaffen, d m staatlichen PrüiungSing.nieiir einen p.nsionssahig-n Gehatt bewilligen zu können. _ r Afoloatfie Zwecke war tm vor pcn Budget der Betrag von 800 JA ein- aefteUt her neue Hauptvoi-.uschlag sordeit für die Errichlung erner g - ° log.sch - n 91 ü ft alt iäbrli* 7000 X. Di-Erläuterungen Heden den großen Nutzen der geo ogi chen llnt fuchungen und Karten h-rvo, und führen aus baß ,n H-ffeN d,e geologifchen tinrt n blähet von den Mitgliedern des Milttlrhemifchen geologifchen Vereins aus. 5nnmmen wurden währind dieselben in allen anderen Staaten durch Staatsbeamte h«a.^ll» we'd-n. ' Nachdem nun der geologische Verein durch Absterbcn und Austritt Ietter Mitglieder fo zu sagen ausgeiöst fei, muff- auch in H-flcn d e geologische Landes- /mnnbme von Staatswegen orgaii siil werden Wen,, em sachwistenschastli* gebildeter tAeoloa^ mst dtt Unte^uchnng und Ausnahme de« Landes beiraut roerbe, so könne der- Geologe MU o^r i « mru.r ein autzaebildeter Geo ooe feir

Kießcner ^<Mger

Anirigc- unb Amtsblatt für ben Kreis Gießen.