Ausgabe 
3.8.1881
 
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177. Mittwoch den 3 August L88I.

Anxeigk- nub Imtoblatl für ben Kreis Gießen.

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Durch bie Polt bezogen vrerteljährlich 2 Aart 50 Pt

Amtlicher H h e i t.

Betreffend: Die BelegungSfäh'gkett der einzelnen Ortschaften im Großberzogthum. Gießen, am 1. August 1881.

Das Großherzogliche Kreisamt Gießen

an die Großberzoglicden Bürgermeistereien des Kreises.

Wie wir Ihnen bereits durch unsere Verfügung vom 25. v. Mts., die Herbstübungen iu 1881 betr. (Anzeiger Nr. 172), mitgetheilt haben. werden in diesem Jahre während der Herbstübungen die mit Einquartierung zu belegenden Ortschaften de- GroßherzogtbumS an Mannschaften um 50% döher belegt werden, wie dteß bisher geschehen ist, wogegen aber nicht die vollen Anforderungen an Unterkunft-raum gestellt werden, welche tm Qunrtierleistung-gesep vorgesehen find.

In auftrog Großher,-glich-n Mmistrriums be« Jnnrrn unb ber Justiz «reifen wir Sie an, mit btm Sliesten Osficier bei Gantonnementt flch von der Art ber Unterbringung ber Truppen zu Überzeugen unb ble eorgefunbenen MlßstLnbe uns anzu,eigen. Den deßfallfigen Berichten sehen wir bis zum 15. September entgegen.

____________ vr. Boek mann.

Nr. 21 deS Reichs-Gesetzblatt-, auögegeben den 28. l. M., enthält:

(Nr. 1443.) Bekanntmachung, betreffend eine Abänderung deS VerzeichniffeS der gewerblichen Anlagen, welche einer besonderen Genehmigung bedürfen. Vom 26. Juli 1881.

Tießen, am 1. August 1881. * Großherzogliche- KreiSamt Gießen.

Ur. B o e k m a n n.

Internationale Verträge.

Tie letztvergangenen Jahre haben eine Reihe von internationalen Staats- acttonen zu Tage gefördert, welche beze chnend sein dürsten für die Richtung, welche die internationale DeitragSpolitik der Zukunft immer mehr einfchtagen wird. Während früher fast nur Gegenstände der sogenanntenhohen Politik" und im letzten Falle Fragen eir.eS humaneren KriegSrcchis den Inhalt der Erörterungen ron Derfammlungen staatlicher Delegirten bildeten und zu Der« trägen führten, ist kürzlich über den Schutz de- Eigen«humS an Erfindungen, Mustern u. dgl. durch Vertreter fast aller europäischen und außereuropäischen Culivru ächte Deutschland allein auSgri ommen berathen und beschlossen worden, har jüngst eine officielle Eonserenz über eine einheitliche Regelung des Währung-Wesen- d'sputirt und wurde zuletzt endlich von dem BundeSrathe der helvetischen Republiken die Inangriffnahme der internationalen Arbeiter» gesetzgebung angeregt. Die Solidarität der wirthschaftlichen Jntereffen wacht sich überall fühlbar und zwingt mehr und mehr von der Politik der Jsolirung im Wirthschaftt wesen abzulaffen und zu einer internationalen Vertrag-Politik aus diesem Gebiete überzugehen.

DaS Zeitalter der die Völkergrenzen überschreitenden Eisenbahnen, für welche die unwegsamsten Gebirge kein Hemmi. mehr bilden, da- Zeitalter eine« die ganze Erde umfaffenden Wirthschaftöbetriebes, eine- in steter, regster Fluktuation begriffenen Verkehr- duldet keine Absperrung und erzwingt sich mit naturgesetzlicher Sicherheit auch jene Einheit der W.rlhschaftS- und Der- kehrsbedingurgen, welche die entwickelte Weltwirthschast al- Grundlage fordert. Die Verschiedenheiten des Reckte- und der E nrichtungen in Gewerbe, Handel und Verkehr erschweren die Tauschbeziehurgeu der Völker, und weil diese durch die ArbeiiSiheilung zur unerläßlichen Nothwendigkeit geworden find, so ist die Ausgleichung jener Verschiedenheiten ein wese tlicher Theil der internationalen Politik geworden und wird eS mit jedem Iahte mehr.

Für die Herstellung eine- internationalen ArbetterrechtS bestimmend ist die mehr und mehr zur Erkenntniß der Staatsleitung gelargende Thatsache, daß im uneingeschränkten indupric-listischen System die breiten unteren Doiks- Mafien in ungesunde Lebenslage versetzt werden und dadurch den inneren Frieden und die Sicherheit der Staaten tesährden. Die sociale Hebung de- Arbeiterstar.deS hat aber Lasten für die Industrie zur Folge, die ohne Schädig­ung der Industrie einzelner Völker nur dann getrogen wnden können, wenn sie den Industrien oller Staaten auferlezt werden. Je mehr die Zerrüttung der Eecialveihältnifie zur Einführung humaner Beschrät kungen der Industrie zwingt, umsomehr wird auch die internationale Feststellung dieser Beschränkungen nothwendig.

Das Vorgehen der Schweiz im Sinne einer internationalen Fabrik- Gesetzgebung war so nur die Consequenz der Ausbildung der schweizerischen Arbeitergesitzgebung und jetzt oder später muß es zum erstrebten Ziele führen. Es ist durchaus wahrscheinlich, was die Blätter melden, daß die deutsche Regierung, welche gegenwärtig am eifrigsten mit der socialen Frage fich be­schäftigt, die diplomatische Motion deS Berner DundesrathS im Principe sympathisch aufgu omwen habe. Ter Einwand bezüglich der Form der inter­natonalen Fabrikgesetzgebung, daß die letztere wegen der Verschiedenheit der Verhältn.fie in den verschiedenen Staaten nicht eine starre, gleichmäßige sein könne, sondern der Verschiedenheit jener Verhältniffe Rechnung tragen müffe, hat ja seine Berechtigung und schließt die Zustimmung zur principiellen Fest­stellung ü tcinationalcr Arbeitsbestcmmungen nicht aus. Mit der Hülfe der machtvollen Regierung des deutschen Reiches wird aber auch die Frage der internationalen Fabrikgesetzgebung ihrer Lösung rasch entgegen geführt werden können und die Reihe der internationalen Verträge wäre dann um einen reicher, welcher die sicherste Grundlage abgebm kann für die Gesundung ter Socialverhältniffe der Staaten und Völker.

Deutschland.

Au- dem (yroßherzogthum Hessen. ES darf jetzt al- fest, stehend angesehen werden, daß in dem ReichStags-Wahlkrei- Darmstadt Groß- Gerau nicht weniger al- fünf Candidaten in die Wahl kommen werden Daß man von mehr nach rechts stehender Sette den Oberconfistorial-Präsidenten Dr. Goldmann von Darmstadt, national-liberalerseits den Profefior an der rechn >eu Hochschule, Dr. Karl Thiel daselbst, ausgestellt hat, wurde schon be­richtet. Inzwischen bat auch die deutsche Fortschrittspartei thre Versammlung abgedalten und dabei ihren früheren Candidaten, den bisherigen Re'chStags. Abgeordneten. Fabrikanten Büchner von Pfungstadt, auch für diesmal auf. gestellt, worauf dieser denn in längerer Rede sein Programm für den kommen­den Reichstag entwickelte. Und weiter ist, wie daSMainzer Journal" bestättat. in einer kürzlich in Darmstadt stattgehobten Versammlung von Vertrauen-- männern der Cei trumspartei der Beschluß gefaßt worden, im ersten Wahlgang unter allen Umständen und trotz der Aussichtslosigkeit in Bezug auf den Erfolg einen Candidaten der Partei selbst aufzustellen. Da nun die Socialdemokraten, nach ihrer bi- dahin stet- gepflogenen Ucbung, gleichfalls für den ersten Wadl- gang einen eigenen Candidaten aufstellen, so ergibt fich die Fünftahl, die unS zweifelsohne eine Stichwahl bescheeren wird, deren Au-gang auch nicht entfernt vorhergesagt werden kann.

Außland.

Petersburg, 31. Juli. Der Forst-Student, welcher im PiSkijstadtthett einen Selbstmord versuchte, lebte noch anderthalb Tage. Er gestand, daß ihn daS Loos bestimmt habe, den Kaiser am Peter- und PaulS-Tage zu ermorden. Die Zeitungen wurden von Neuem verwarnt, über die Kaiser-Reise nach MoSkau n'chts zu schreiben, weder den Zweck und die Disposition derselben, noch daS Thun und Treiben deS Monarchen zu besprechen. Auffallend bibti ist. daß die MoSkiuer Blätter vom Donnerstag über daS EmpfangS-Cere- montel berichten. Die Ober - Preßverwaltung verordnet, daß Nachrichten über den Kaiser nur aus dem ^Regierung- - Anzeiger" veröffentlicht werde, dürfen. DieAgence Generale Rvffe" habe weder officiösen noch officiellen Character. (Fr. Ztg.)

Moskau, 24. Juli AuS TifliS wird mitgetheilt, daß die Arbeiten auf der transkaukasischen Eiserbahn, 89 km von T'fliS, infolge wiederholter Angriffe der Tartaren auf die persischen Arbeiter, wobei eS zu blutigen Kämpfen gekommen, eingestellt worden. Der Haß der Tartaren als Suniten gegen die Perser als Schiiten und der Tod zweier Tartaren, welche bei dem ersten An- griff gefallen waren, machte den Kampf zu einem allgemeinen; man zählt von beiden Seiten 17 Tvdte. Die Arbeiten können ohne mUitärische Bedeckung nicht fortgesetzt werden. Aehrliche Zusammenstöße haben auf derselben Bohn auch auf der Batamschen Section ftattgefunden. Gegenwärtig, wo die nomadifirenden Kirgisen au- den Uralsteppen deS Tauschhandel- wegen nach Orenburg zu kommen pflegen, kann man fast keinen Schritt thun, ohne aus einen von Elend und Krankbeit abgezehrten, hohläugigen Kirgisen zu stoßen, welcher einem schüchtern die Hand entgegenstreckt und bettelt. Diese Thatsache allein ist ein Beweis von dem tiefen Sinken de- ganzen VolkSstammes, wo das Betteln bisher für die höchste Schande gehalten wurde.

sseltgraphischr Sepescheu.

Wolff'- telegr. <#rtefptebteplBroau.

Gastein, 1. August. Se. Majestät der Kaiser badete heute ftüh und machte sodann mtt der Fürstin Reuß eine Promenade in dm Schwarzerbevq- Anlagm. Am Sonnabend birirte der Kaiser in der Schweizerhütte im Gasteiner Thal. Der Polizeipräfidert ». Madai ist gestern hier angenommen.