Ausgabe 
3.7.1881
 
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unendlich schwer, besonders wo die Einnahmen gering und die Bedürfnisse oder die Verlockung zum Vergnügen groß sind

Namentlich den jungen Männern muh deßbalb der erste Entschluß zum Sparen crleidbtert werden durch möglichst bequeme (Gelegenheit, non dem erhaltenen Arbeits­lohn. »ogleich etwas der sicheren Sparkasse anzuvertrauen.

In d>e hiesige Spar- und Lcihkasse kann als kleinste Einlage Eine Mark und 70 Pf. eingelegt werden; bei geringen Einnahmen kann aber datz Sparen mfistens nicht mit Mark, es muh mit Pfennigen angesange« werden

Der erste Entschluß zum Sparen mutz also weiter erleichtert werden durch Ein­richtung von Sparkassen für kleinste Beträge.

Wir wollen deßhalb an verschiedenen Punkten der Stadt Pfennig-Sparkassen errichten, in welche an jedem Samstag Abend, und zwar von 6 dis 8 Uhr in der Zeit vom 1. April bis 1. October, und von 5 bis 7 Uhr in der Zeit vom 1. October diS 1. April, (Erwachsene sowohl als Kinder Ersparnisse von 5 Pfennigen an

Wöchentliche Einlagen betragen mit den erwachsenden Zinsen,

daS Jahr nur

in 10 Jahren:

M. 28.92

58.16

116.58

292.76

in 14 Jahren: M. 48.18 97.- 194.43 488.24

«tnlegen können.

Wie sich die Sparpfennige vermehren, ergibt folgende summarische Berechnung.

in 20 Jahren: M. 71.68, 144.20, 289.16, 726.08.

zu 48 Wocheneinlagen gerechnet: in Ä Jahren:

von 4 Pfennigen: M 13.06

10 26 24

20 5261

30 , 132.08

Wir sehen hieraus, wie rasch mit den Zinsen die Ersparnisse wachsen, und wie leicht eS ist. für die eigene Zukunft, für Nothfällc und für Eonsirmation, Lehrzeit und Ausstattung der Kinder durch kleine wöchentliche Ersparnisse vorzusorgen.

De Pfennig-Sparkassen nehmen Einlagen in beliebigen, von 5 zu 5 Pfennigen aufsteigenden Betragen bis zu 95 Pfennigen an, ertheilen darüber unentgeltlich Qun- tungsbüchlein und schreiben bic Einlagen in ein Tagebuch.

Die Gesammteinnahme jedes Zahltages wird im Tagebuch addirt, von dem Beamten der Pfennig-Sparkasse unterschrieben, der Betrag an die hiesige Spar- und Leihkasse als Einlage der bete Sparstation eingezahlt und dort quittirt. Baare Rück­zahlungen können die Pfennigsparstationen von der Spar- und Leihkasse nicht ver­

langen.

Sobald die Einlage eines Psenniasparbuchleins 1 Mark und 70 Pf. erreicht, wird sie in der Spar - und Leihkasse aus den Ramen des Einlegers eingetragen und verzinst. Ein Schuldschein der Spar- und Leihkasse w>rd durch Vermittlung der be­treffenden Psennigsparstation dem Einleger behändigt, welcher also in den Stand gesetzt wird, feine Einlagen stets selbst zu überwachen.

Die Pfennig-Sparkassen leisten keine Rückzahlungen, wohl aber die Spar- und Leihkasse; soll also eine Psennigeinlage zurückgcnommen werden, so hat der Einleger oder dessen Erben die Einlage bis zu 1 Mark und 70 Pf. zu vervollständigen, dann wird sie »n die Spar- und Leiykasse eingelegt und kann von dort zurückgenommen werden.

Ein Kuratorium von fünf Personen, deren eine Mitglied des Vorstandes der Spar» und Leihkassc sein soll, wird mit der Oberleitung der Pfennigsparkassen betraut.

Alle Stellen der Beamten der Pfennigsparkassen sind Ehrenämter, und wir dürscn eS für einen wichtigen Fortschritt, für einen werthoollen Gewinn der Menschen­liebe halten, daß eine stets wachsende Zahl der besten Einwohner unserer Siadt ver­anlaßt wird, sich mit persönlicher Arbeit um die Verbesserung der Lage ihrer Mit­bürger zu bemühen.

Der Geschäftsbetrieb der Pfcnuigsparkaffen wird am Samstag den 2. Juli L I. eröffnet und ffnd vorläufig bei den nachstehenden Herren Pfennigsparstationen errichtet:

Station L Herr Kaufmann Schopbach, Reue-Bäue Nr. 80.

2. Fischbach, Seltersweg Nr. 183.

3. Kurz, Neustadt Nr. 191.

4. H Schreiber & E Sack, in Firma: Carl Hensel,

Wallthorstraße Nr. 228.

So wollen wir denn hoffen, daß unsere Mitbürger von diesen neuen Einrich­tungen recht eifrigen Gebrauch machen. Wir sind überzeugt, daß die Pfennig-Spar­kassen den Zweck erfüllen, wozu sie errichtet werden: recht Vielen die Bahn zum Vor- wärtskommen im Leben, zu Wohlhabenheit und Zufriedenbeit zu eröffnen, recht Viele durch kleinen Anfang zu Menschen zu machen, welche sich selbst beherrschen können und dadurch wahrhaft selbstständig, frei und glücklich werden.

Dogt, Stadtverordneter.

Fresenius, Polizei-Commissär.

Lhncker, Rentamtmann.

Schlosser, Pfarrer.

Schmidt, Universitätsrentawtmann.

Handel und Scrfrbt.

Gießen, 2 Juli. Auf rem heutigen Wockenmattle kostete Autt»r per Psi. 80 bi6 0 90. Hühnereier 1 Stück 0 H 2 St. 11 4h, Enteneier per 1 Stück 6H, Gänseeier 1 etücf OtiO 4- käse per Stück 511 Käsematte per Stück 3- 0 L». Eroten 1 Liter 20 4» Linsen 1 9ttr* 24 Tauben Pn 0.700 80, Hühner p. St. JL 1.001 50, Habnen p. St. JL 0.75-1.30, Enten per Stück JC 1 50 2.00 OäienfeOd. 66-00 L, per Pfd. ?ub. ur.r Rindfieisck 48 -50 Kalbfleisck 40 44 4h Hammelfleisch 66 -70 Sckweineflellck 6466 Kartoffeln per 100 Kilo 5 50 0.00. Zwiebeln p. Etr. X 22 bi« JL 24, Mllch per Liter 16 und 18 4, Kirschen da« Pfund 20-30

Aus;ug aus den Standesamtsreaistern des Standesamts Gießen.

Vom 25. Juni bis 2. Juli 1881.

Eheschließungen.

29. Juni. Maschinenmeister Alwin Andreas von Leipzig mit Marie Margarethe Elise Katharine MuSkulu«, Tochter des verstorbenen FuhrmannS Georg MuskuluS von Gießen. 29. Eckneider Johann Georg Römer von Krofdorf mit Anna Marie Brück, Tochter dc« Land­manns Peter Brück von Erda.

(R r b o r e n f.

19. Juni. Dem Professor Dr. Emil Schürer ein Sohn, Johanne« Friedrich 22. Dem Taglöhner Hemrick Monnberger ein Sobn, Heinrich 23. Em Sohn von hier- 23. Dem Kaufmann Robert Hecker eine Tochter, Johanna Louise. 24 Ein Sohn von auswärts, Heinrich 21. Dem Metzgermeifter Georg Möhl ein Sohn 25 Eine Tochter von bier' 27. Ein Sobn von auSmärt«. 27. Dem Holzrvaarenhändler Martin Weißbäcker Zwillmgssöhne.

Gestorbene.

25. Juni. Maurer Heinrich Gerßler III., 58 Jahre alt, von Staufenberg 25. Wiege meister Heinrich Kloo«, 77 Jahre alt. 26. Johann Karl Heinrich, 3 Monat alt, Sohn de« Bäckermeister« Gustav Eqer. 26. Lobndiener Christian Wilhelm Henkel, 45 Jahr alt. 27. Elisa- bethe, 1 Jahr all, Tochter de« Heizer« Johanne« Schaum. 27. Taglöhner Georg Stohr, 52 Jabre alt. 28. Taglöbnerin Cbristiane Scklauderaff, 50 Jahre alt, von Königsberg. 29. Johann Wilhelm Fritz, 2 Jahr alt, Sohn de« Technikers Fritz Grell von Wetzl«.

Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde.

Getraute.

Den 29. Juni. Alwin Andreas, Buchdrucker zu Gießen und Marie Margarethe Elise Katharine Mußkulu«, ledige Tockter de« verstorbenen Fuhrmann« Georg Mu«kulu« zu Gießen. Getaufte.

Den 26. Juni. Dem Gelbgießermeister Heinrich Schwan eine Tochter, Johanna Christiane, geboren den 10. Mai.

Denselben. Dem Schubmacker Konrad Häuser eine Tochter, Emilie Anna Elisabetbe Juliane, Karoline, geboren den 5. Mai.

Denselben. Dem Müller Philipp DebuS ein Sohn, Wilhelm Albert, geboren den

3. Ma».

Beerdigte.

Den 25. Juni Freifrau Antonie von Heimrod, geb. Setjel, Wtttwe de« Großherzogl.

Hessischen Majors a. D. Carl Freiherrn von Heimrod, alt 58 Jahr, gestorben den 24. Juni.

Den 27. Juni. Heinrich Klo«, Wiegemeister, ein Wittwer, alt 77 Jahre, gestorben den 25 Juni.

Den 28. Juni. Christian Wilhelm Ludwig Emil Henkel, Lohndiener, alt 45 Jahre gestorben den 26. Juni.

Kirchliche Anzeigen.

Sonntag den 3. Juli.

Berichtigung.

Die KalechlSmuslehre findet mit der confirmirten männlichen Jugend statt.

Sonntag den 3. Juli

findet um 9 Uhr in der Hospttalkirche

altkatholischer Gottesdienst

statt.

Brodpreise

vorn 3. bis 17. Juli 1881.

der Bäcker

1 Kgr. (2 Pfd.) Weißbrod 2 (4 ) ....

1 (2 ) Schwarzbrot) I. Sorte

2 (4 ) M

1 (2 ) II. Sorte

2 (4 )

bei Konrad Rinn III 3 (6 Pfd.) Schwarzbrot) II.Sorte

bei K. Wallenfels und K-Haas . F. W. Hartmann H. Kuhn L- Kroneberg, D- Rühl Wwe., Ehr. Faß, M. Lenz, E. Wallen­fels und L- Keil

NB. Schwarzbrot) II. Sorte wird von W. Lange und Aug. Noll nicht ver­kauft.

32 64

29

26

52

54

73

76

der Brodverkäufer

1 Kgr. (2 Pfd.) Weißbrod

2 1

2

(4 ) - - - .

(2 ) Schwarzbrot) I Sötte (4 )

3 (6 ) bei W. Seulina und Ph. Bob -

1 Kgr. (2 Pfd.) Schwarzbrod II. Sötte

2 (4 )

3 (6 2 bei Emil Sauer .

I Thomas

78

35

26

7 8

Gießen, den 2. Juli 1881.

Großherzogltche Polizei-Verwaltung Gießen. Fresenius.

Hcugras -- Versteigerung

zu Allendorf a. Lda.

Donnerstag den 7. Juli l. I., Lormiltags 7 Uhr ansangend, soll daS Heugros von den städtischen Wiesen, ca. 50 Morgen, öffentlich versteigert werden.

Die Zusammenkunft ist in Aliendorf selbst am Unterthor.

Allendorf a. Lda., 30. Juni 1881. Gr. Bürgermeisterei Allendorf a. Lda. 4432) Bieber._______

Zwei Eichenstämme, lagernd im Wismarer Gemeinde-Wald, Distr. Kennelsheck, ä 11 M. lang, 59 u. 60 Ctm- stark3,01 u.3,11 Fstm. hallend, sollen Donnerstag den 7. d. M., um 11 Uhr, im Geschäftszimmer des Unter­zeichneten versteigert werden.

Crofdorf, den 1. Juli 1881.

Der Bürgermeister

Allgemeiner

Anzeiger.

Tapeten*

4452) Durch die Ukber.iahme eines großen Lazerbestandes habe ich viele Muster zurückgesetzt und verkaufe solche als Reste (für einige hundert Zimmer in allen Größen bis zu 25 Rollen) bedeutend unter dem früheren Preis.

Die Muster sind durchaus geschmackvoll und nur in guter Waare, und werden Glanz- und Goldtaptten von 40 Pfg. an und Naturelltapeten von 15 Pfg. an per Rolle abgegeben.

Bei größerem Bedarf, wie Neubauten rc., bietet diese Gelegenheit außer­ordentliche Vortheile, worauf ich ganz besonders aufmerksam zu machen mir erhübe.

Heinrich Hochstätter.

Borsdorfer Apfelwein in vorzüglicher Güte empfiehlt (4448 C. G. Hleiuhenn, Seltersweg C. 21.

Gebackene Fische

la. hochfeinen Schweizerkäse, sowie la. feinschmeckenken Rahmkäse in anerkannt seiner Qualität, empfiehlt

C. G. filetnbenn,

4447) Seltersweg C 21.

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Gießen, den 27. Juni 1881.

4343) M. Pilger.

Tapeten neueste Muster, unglaub­lich billig; Musterkatten versenden auf Wunsch franco und umsonst; aber nicht an Tapezierer, nicht an Tapeten­händler, nicht an Wiederoerkäuser, sondern nur an Privatleute, da es uns absolut nicht möglich, auf diese un­glaublich billigen Pre se und ausgezeichntt schöne Waare noch Rabatt bewilligen^u