Ausgabe 
3.2.1881
 
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vorige Woche starb tn Pari- im Alter von 1<»3 Jahren ein Irrsinniger Namens Indisfier, bekannt unter r<m tarnender Main von Glas", ter ,m Jahre 1797 nach Btcetre gebracht wf den war, tat er nie mehr verlosten bat. Im Atter von 1K Jahren wurde In- Mifirr durch einen Pflasterstein ichwer am Kopfe verwundet und dir Verletzung des Gehirns war derart, daß der Patient nit mehr rum Gebrauch der Vernunft kam und feine Ueberführung in dos Irrenhaus von Bicetre nothwendig wurde. Inbt'st.r halte die si;e Idee, daß er auS Glas fei und aus Furcht, sicb zu zerbrechen, blieb er unbeweglich und fchweigiorn Dremndx achtzig Jahre b'ndurch bat er kaum ein Wort gesprochen. Während der legten Belagerung voi Paris schien es kurte Zeir. als ob der Donner der Äon;neu die verschwundene Intelligent des Unglücklichen wieder »um Leden erwecken sollte. Er raffte sich plötzlich aus seiner Letbargie aur, schritt Stage lang in fieberhafter Erregung auf und ab und murmelte unzusammenhängende Worte vor sich bin Dieses lufflacfnrn währte jedoch nicht lange; bald versank Inbtssier wieder in sein früheres dumpfes Stillschweigen und blieb diS zu seinem vor einigen Logen er­folgten Lode unbeweglich auf seinem Plage

Literarische-.

Ludwig Galowon's Geschichte der deutschen Stationalliteratur des neunzehn­ten Jahrhunderts. Achte Lieferung mit zwei großen Porträts auf Kupferdruck- papier: Anastasius (Brün, Rudolph Kottschall. In 9« 2 Lieferungen k 1. - mit 24 Porträts. Verlag von Levy &. Müller in Stuttgart.

DaS eine schon lang empfundene Lücke in unserer deutschen Literatur auSfullende Werk ist nunmehr bis zur vorletzten Lieferung gediehen. Da wir schon mebrmalS Anlaß ge­nommen haben, dastelbe unserenLesern aufs Wärmste zu empfehlen, so machen wir eS uns heute weniger zur Aufgabe'eine Kritik des trefflichen Werkes zu liefern, olS vielmehr die hohe Be­deutung destelben für das geistige Leben unserer Ratton gebührend inS Licht zu stellen. Wäh­rend der Franzose seinen Dalzae und Vdranger, Alfred de Muffet und Bieter Hugo feiert wie seine Nationaldelden, während der Engländer feinen Scott, Byron, DickenS und Tennyson nur mit hober Verehrung nennt, verhält sich der Deutsche seinen Dichtern und Denkern der ®egen< wort gegenüber leider Immer noch viel zu theilnobrnlos, bleibt er den neuen Schöpfungen meist noch viel zu lange fern Eine Wendung zum Bessern einzuleiten ist der Zweck dieses BucheS. Es ist bestimmt nicht nur für die Hmd des Gelehrten sondern auch für den Familien- tisch, den Kaufmann und Beamten, den Lehrer und Stndirenden, den Bürger und Militär, aus daß sich dieser nach des Tages Last erquicke an dem Born deutscher Dichtung und indem er sich einführen läßt in die reichen Schätze unserer Literatur seit Goethe s und Schiller s Tagen erkenne, daß er die Bestrebungen, Wünsche und Forderungen der Gegenwart nur dann ganz und voll zu verstehen vermag, wenn er sich auch mit den Kämpfen und Zielen der letzten siebzig Jahre bekannt gemacht bat. Ein Buch, das einen solchen Zweck verfolgt, ist zur Zeit noch nicht vorhanden und die so oft mißbrauchte Redewendung, die wir an die Spitze unserer Erörterung gestellt, bat daher in diesem Falle ihre Berechtigung. Daß das Salomon sche Werk feinen Zweck zu erfüllen vollauf geeignet erscheint, wurde nicht nur von un8, sondern mit bernerkensweriber Einmüthigkeit von der gefammten, auch der strengsten Kritik des öftnn hervorgeboben. Hauptsächlich gerühmt werden die ab'vlute Objektivität, mit welcher der Ver­fasser xu Werke geht und die sonst in Literaturgeschichten selten zu finden ist, die originelle und übersichtliche Grupvirung, der glänzende Stil und die fließende stet« leicht verständliche Dar­stellung, welche Eigenschaften in ibret harmonischen Zusammenwirkung den woblthuenbsten Eindruck aus den Leser hervorbringen. Unter den vielen Lieferungswerken, die gegenwärtig producirt werden, sollte die Salomon'sche Literaturgeschichte billig eine ganz vorzugsweise Beachtung finden, denn wer unter uns. der überhaupt Bück-r liest und in literarischen Dingen mttreben will, hätte nicht vor allem nöthig, einen Ueberblick über unsere nationale Literatur zu

gewinnen und sich von berufener Hand in dieselbe ei-sühren zu lassen? Und dafür daß da« Wnk die ihm zukammende Verbreitung auch wirklich finden werd, bürgt neben feinem inneren Gehalt und seiner Bedeutung für das geistige Leben unserer Generation noch ferner der bei glanzender Ausstattung als ungemein billig zu bezeichnende Preis (9", Lleferungen k JL t _) der dasselbe allen Kreisen zugänglich macht.

rJ*<?'Ur*b,:rleh* WWWlt »" Dm »gentee M norbbturi» «!»*>, O Dietz in Gießen.

Bremen, 1 Februar. sPer transatlantischen Telegraph! Der Postdampfer Donau. Lapitan R. öusfius, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 17. Januar von Bremen und am 2(f. von Southampton abgegangen war, ist gestern 10 Uhr wvhidehaltm

in Rewvork angekommen.

Verzeichnis

der Mittelprcise der ssewöhnlichsteuBerbrauchsgegenftände in der Stadt Ziehen

vom Monat Januar 1881.

Je 5o Kilogramm kosten Mark und Pfennige.

11

,75

3 75

25

S>

28

io; 75 95

e

% o

JL3)

13 50

1150

K

JL.

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3 60

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4L^

*L 5»

9 50

14 50 15 251

Je ', Kilogramm kostet Mark und Pfennige.

s

Briefkasten.

Herrn W. hier. IhrEingesandt" eignet sich nicht für den Anzeiger. Der von Ihnen Beurtheilte möge sich mit seinem Gewissen abfinden, vielleicht schlägt es ihm einmal. Gruß.

Holzversteigerung im Gießener Ltadtwalde. Montag den 7. Ftbr. 1881, von Vormittag- 9 Uhr an, soll im Gießener Stadtwalde in dem District Wald-Hut nachverzeichnete- Holz versteigert werden:

A. Brennholz:

Scheith. Prügelh. Stockh. ReiSH. Raummeter. Wellen.

Eichen 30,8 9 1100

Küferbolz

Mdel 3 291 26 5630

B. Bau-, Werk- u. Nutzholz: 25 Eicken-Stämme mit 9 49 fm, d06 MchteN'Stämme mit 45 fm, 126 Fichkenstangen mit 3,27 fm,

Die Zusammenkunft ist an der 1. Schneise auf der Straße nach Lich.

Gießen, den 31. Januar 1881. Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen. 715) A Bramm.

Donnerstag, den 3. Februar,

werden gegen Baarzahlung versteigert:

Vormittags 11 Uhr auf meiner Se- schäft-stube:

5 Petroleum Kochheerdc und 2 große Renckoffer;

Nachmittags 2 Uhr in der Flctt'schcn

Hofraitbe (Walltbor):

Ein Pferd und ein Wagen.

Gießen, den 1. Februar 1881

741) Geißler, Gerichtsvollzieher.

Bekanntmachung.

Donnerstag den 10. Februar,

Vormltags 10 Uhr anfangend, läßt Unterzeichneter dahier nachfolgend verzeichnete Gegenstände, alS:

3 Berner zur Zucht taugliche Bullen, 4 Fahrochsen, 5 trächtige Hühe, 1 trächtiges Rind, 3 jährige Rinder, 2 Stiere, 1 Race-Fohlen, eine An­zahl Hühner und Tauben, sowie circa 300 Ctr. Kartoffeln und 100 Ctr. Dickwurzeln

abzugshalber versteigern.

Henriettenhof bei Laubach.

den 2. Februar 1881.

757) W. Iutzi.

Allgemeiner Anzeiger.

Donnerstag, heu 3. Februar,

Nachmittags 1 Uhr,

werden in der Wirthschaft de« H. Müller, dahier (Ecke des Astcrwegs) nachstehende Gegenstände gegen Baarzahlung versteigert :

1 Büffet mit Apparat, 7 WirthStffche, 1 Real. 4 große Hängelampen, 24 Stühle, 4 Bänke. 24 Untersätze für Biergläser, eine Anzahl Bier- u Wein­gläser, 1 ledernes Sofa, 1 eiserner Küchenheerd, 1 Petrolcumheerd, Würfel« becher re. rc.

Die Versteigerung findet bestimmt statt. Gießen, 1. Februar 1881.

748) Bauer, Gerichtsvollzieher.

Aeisgeöotenes.

620) Wegen vorgerückter Zeit ver­kaufe meine noch vorrätbigen Holzschuhe

zu benfcgeffhten Preisen.

Louis Louv, Holzwaarengeschäft.

Offenbacher Würstchen

empsteblt (753

3of- Ttein Ww., Wktzsteinsgast'e.

Frische Schellfische

treffen heute ein. (760

Z. A. Busch Söhne.

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Krepp el, gefüllt und ungefüllt, bei (341 Fr. Hennings, Seltersweg.

Rur echt, wenn die vorgedruckte Schutz- marke auf den Etiquetten steht.

Huste-Nicht

Mals-Ertruct u. (Earamellen höchst wohlschmeckende Geuußmittel von

L. H. Pietsch & Co. Breslau*)

Madrid und pharmareul. Laboralorium.

Jeder

Husten kann höchst gefährlich wer­den. Kein. Hustender darf deshalb ganz sorglos sein und den Husten für riticht^ achten. Der

Gebrauch desHuste-Nicht ist in besseren Kreisen allgemein und beliebt

Herren L H Pietsch &. Co.: Bei Anwendung Ihrer

Caramelleu bin ich von meinem mebrwöch ntlichen Husten und Heiserkeit wieder vollständig befreit und kann daher nicht unter­lassen, dies zu veröffentlichen.

Ottritz, 10. Januar 1S81. Schwandt, Fabrikant.

Tausende können es uns bezeugen, schon nach kurzem Gebrauch wird Jeder die vorzugl'.chften Wirkungen an sich wahr- nehmen.

Wir besitzen zahlreiche Anerkennungen und auch ein

Segen spendende-

Dankschreiben

Sr. Heiligkeit Papst

Leo XIII.

*) Zu haben. 6rtract k Flasche 2.50 vM, 1,75 JL und 1 JL Caramelleu ä Beutel 50 und 30 H in Gießen bei 769) Gg. Wllh. Weitllg.

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Wut gewasserter

Stockfisch

einaetroffen. (760

J. A, Busch Söhne,

423) vorgerückter Saison halber verkaufe ich eine Parthie wall. Strickgarne

und Strümpfe

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