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Kichener Anzeiger
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Deutschland.
Darmstadt, 30. November. Se. König!. Hoheit der Großherzog nahmen heute Ldludrifie Meldungen entgegen unb empfingen den Pfarrer Heinze von Lißberg, den Apotbik r Mangold, den Oebetwerath Walther; zum Vor- trag den StaatSmintfter Frhrn. v. Starck und den Oberconfistonal-Präfidenten (Bolt mann.
— Die Großh. Handelskammer hier hat an daS Großh. Ministerium dkS Innern und der Justiz eine Eingabe gerichtet, in welcher mit Rücksicht auf die Bedeutung der technischen Hochschule für Handel und Gewerbe überhaupt und aus die Interesien der Stadt Darmstadt gebeten wird, das Mini« sterium möge mit allen Mitteln der geplanten Aufhebung der hiesigen technischen Hochschule entgegentreten.
21116 dem Grostherzogthum Hessen, 28. Novbr. Die Frage der Erbauung von Secundärbahnen, welche auf dem vorigen Landtag durch e re Reihe von Anträgen aus den drei Provinzen angeregt worden ist, bildet seitdem unausgesetzt bet der Reqsirung den Gegenstand eingehendster Prüfung und wird in nicht ferner Zett zu einer an die Stände gilangendin Vorlage führen. Wie wir hören, soll dabei zunächst nur versuchsweise, d. h. In dem Sinne vorgegangen werten, daß für jede der Provinzen vorerst nur eine Lime, welche vorher rückstchtlich ihrer Rentabilität eirer genauer» Berechnung unter- worftn worden ist. zur Ausführung vorgeschlagen w'.rd. Die Beschlußfassung bezüglich demnächst weiter auSzuführender Linien bleibt der Zukunft Vorbehalten. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird die Regierung 6e< den eben erwähn- ten Versuchsbahnen d«n Bau auf Staatskosten empfehl n, un da^ die deöfall- sigen Kosten nicht unerheblich nnb ans den bereiten Mtuln des Staates nicht zu bestreue» sind, so sollen die veranschlagten Summen durch Benutzung des Staakscred ts anigebrachl werd n. (Köln. Ztg.)
Berlin, 29. Novbr. In Re chttagskre sen gübt mtv der Mitthetlung, daß Feldmarschall Gras Moltke als Ebes des zroßeli Gci.erUstabs jetzt einen Nachfolger im Grafen Waldertee erhaiten solle, die Deutung, daß auf Wunsch deS greisen FeldmarschallS ihm em Adlatus beigegeben wird, welchen er selbst vorgeschlagen hat. Graf Moltke wird aber nach wie vor an der Spitze deS Generalstabs in Thätigk'ir bleiben.
— Der Ausschuß des Eentral-Perbar.d's deutscher Industrieller tritt am 7. Decewber in Berlin zu einer Sitzung zusamm-n, in welcher folgende auch für weitere Kreise, namentlich ober 'ür di. Mitgl eder deS zu dieser Zeit hier versammelten deutsche» HandelStages inhnfiinie Punkte zur Berathung gelan- gen werden i „DaS ReiLSstev pelgesetz". Referent Bürgermeister Rusiell ; .die Eisenbabnfracht - Frage und die beim. StaatSb hn - Betriebe heroorgetrelenen Mäi gel* Reserei t Dr. Rertzsch und enN.ck die Frage der Zollrestitution-^
I» Bezug auf de» letztgenannten Punkt erfahren wir, daß es speciell die sächsische Regierung ist, welche sich für diese Frage ü.tmffht, und welche wchl in erster Reihe die Veranlassuna ist. daß ter Ce tral-Verband der Jndu- stnelle» sich damit beschäftigt. Im Allgemeinen findet die Rückvergütung der Zölle keine Gegner, wenn andere Garantie», - aß daraus fei e Exportprämie» sich bilden und auch Sicherheiten über die Feststellung der Ident rät gesunden würden.
— (Billige Häuser für Beamten). Der Verein für Beschaffung billiger Wohnhäuser hält am 10. Decembrr, Abends 6i/z Uhr, t.r der Victoria- Brauerei (Lützowstraße) seine erste Generalvers-mmlung ab, in welcher über die Wahl der angebotenen z-hlnicken Terrains, sowie der dem Vorstände vorgelegten Banprojecte Beschluß gefaßt treten soll. Angeboten sind Biw stellen 'N Wiln erSdorf, Friedenau. Steglitz, Lichterfelde und Süderde, deren Preise selbst eistän.dlick sehr verscksiden sind. Die Voranschläge für die Dau- vrojecte aber bewegen sich in de» G'enzin zwischen 8- biS 10,000 JL bei 5 b s 6 Wohnräume» nebst Zubehör. Die Geldbeschaffung erfolgt in der Weise, daß drei Viertel der Gesammtkosten für die Terrains und Häuser von einer Hypothekenbank unkündbar dargelteben werden, während das letzte Werte! dem Bauunternehmer in zwanzig vierteljährlichen Raten abbezablt wird. Nick Abzahlung dieses Vierte« hat d.r Besitzer deS HauseS für Wohnung nur uock 4- bis 500 JL an Z nsen des Hypoiheken-Darlehns auszuwenden.
Außland.
Petersburg, 29. November. Dreißig Personen wurden ve-hastet, darunter 27 Männer; außerdem ein Zögling.der M litär-Seeschule und zwei andere aus Militär-Lehranstalten in Kiew und Charkow. Unter jenen dreißig befindet fick der Neffe eines bekannten Generals, ein anderer N-ffe desselben wurde bereits früher verschickt. (Frkftr. Ztg«)
Türkei.
Konstantinopel, 29. Novbr. Der italienische Botschafter, Graf Corti, überreichte heute dem Sultan das Collier des Annunciaten-Ordens. — Eine amtliche Depesche erklärt die Nachricht von dem Austrete» der Pest in der Umgegend von Erzerum für unbearündet. — Der österreichische Lloyd- Postdampfer „Danae" stieß beim Derlaffen des Halens zur Fahrt nach Varna auf den Ball ist führenden Anglodawpfer „Romuius", welcher scheiterte. Die „Danae" ist leicht beschädigt, Menschenverluste find nicht zu beklagen.
Deutscher Reichstag.
6 Sitzung v o in 30. November.
Am BundeSratbStische: »lürft o. Bismarck, der schon vor Anfang der Sitzung in den Saal getreten war, v Bötticher, Bitter, Fneddera und (Kommissare.
Präsident v. Veoefcow eröffnet die Sitzung um 12*/< Uhr.
Nachdem an Stelle des Schriftführern Grafen v. Kleist, welcher fein Amt nieder- aelegt hat, der Abg. W'chmann durch Acclamation gewählt ist, wirb die Denkschrift über die Ausführung der ?lnleihegefetze ohne Debaite erledigt.
Es folgt hierauf die Fortsetzung der zweiten Berathung des Etat-, wrlche bei der Berathung der Ausgaben detz auswärtigen Amtes zu einer Dtsculfion Bcranlaffung gab, die zu einem Resultate führte, das nach den verschiedensten Seiten hin durch die Besprechung unserer kirchenpolitischen Verhältnisse Befriedigung gewährte.
Der Abg. Virchow interpellirte nämlich den Reichskanzler über den Stand der Verhandlungen mit Rom; es läge im eigmen Interesse deS Kanzlers, dem Lande Auf- fiSrung zu gewähren.
Reichskanzler Fürst BiSmarck entgegnet, eS fänden keine Verhandlungen zwischen dem Reiche unh der Gurte statt- Die preußische Reaieruna habe es, nachdem gegenüber dem Ode, Haupte der katholischen Kirche die früheren Momente der Verstimmung fortgefallen waren, für nöthig befunden, eine Position in daS Budget einzustellen zur Herstellung der directen Beziehungen zum Oberhaupte der katholischen Kirche, um personelle und sachliche Fragen zu entscheiden und im Inteiesse der katholischen Unter- thanen des Königs einen modue vivendi zu finden, welcher verträglich fei mit der traditionellen Unabhängigkeit des Staats Wenn äußere Zustände e« erfordern, daß sofort eine (Mefammtrepräfentation deS Reiches bei der ilu"e eintrete, so werde doch den anderen Staaten in der Wahrnehmung ihrer Interessen nichts im Wege stehen. (Lebhafter Beifall)
Abg. W'ndtborst ist befriedigt, daß die Angelegenhe-t der Gesandtschaft bei der Curie in gute Bahnen geleitet sei. Die Gegner un Lager der L beraten frage er, w e lange die Intoleranz weiter fortgesetzt werden solle. Der Aufruf Hänel's könne allenfalls bet den „Prot stantenvereinlern" Anklang finden Die Katholiken nehmen für ihre Kirche in Anspruch, was den Protestanten gewährt ist. Wem das Heil des Reichs am Herzen liege der solle beantragen such n zum kirchlichen Frieden.
Abg. Virchow führte aus, daß im Augenblicke, wo oic kirchliche Coalstion der Rechten und des E>ntrums mehr zu Tage tritt, man Alles gefährde, was von Eultur aus dem vorigen Jahrhundert herübergenommen ist. Ter Fortschritt sei mwt oerani- wartlich für die Form des Eulturkampsetz Die Liberalen seien der Meinung, daß es niif t gut lei, wenn Preußen für sich allein im Vatikan und nicht auch für das Re ch dcitreten werden sollte. Unheimlich werte eS, wenn man hö e, daß sogar der Papst in unser Land kommen solle
Reichskanzler Fürst Bismarck setzt die Beweggründe deS Kampfes gegen d'e Curie auseinander, weist darauf hin, daß es seine Pfiicht sei, wenn der Fncoe zu v-- langen se«, rr auch ihn anzustreben habe. Wenn er jetzt von den Bundesgenossen im Kampfe verlassen werde, so müsse er ja um so mehr zum »Frieden genügt fern Im llebrigen wolle rr bemerken, das Centrum könne wohl der Regierung sehr unbequem fein, allein so gefährlich wie der Fortschritt sei eS nicht. Die Situation sei jetzt oer- änbert; um so mehr sei es seine Pflicht, baS Verfahren einzuschlagen, das jetzt cin- geschlagen worben. (Beifall.)
Abg. Reichensperger weiß ganz genau, baß bie sogenannten Denker, welche bad Gewissen nur eine physische Function nennen, immer mehr unb mehr sich vom pofitioen Christentbum entfernten. iWiberspruch.) Er wisse ganz genau, baß selbst Sozial- bemofraten vom Ehr stentbum gesprochen hätten, aber bas sei boch fein Christentbum. Rur pdysische Macht ließen diese vorher bezeichneten Herren g Itei, aber Gott sei Dank, es gäbe noch eine moral'sche Macht und diese vertrete b*r Papst.
Abg. Dr. Hönel.' Der Kernpunkt der Debatte sei bereits vom Kanzler ausgesprochen worden, er bäte beßbald nur einige Nebenpunkte ui erwähnen Se't einem Jahre wußte man. daß dem Kanzler das Centtum lieber wäre, als der Fortschritt. Das sei nur eine (ionftatirung deren Consequenzen sich jeder wahre, liberale Mann er.fgt gen ft a en nerbe. Herrn Reichensperger gegenüber leugne er daß d'e gläubigen oder ungläubigen Ansichten der verschiedentlichsten Professoren in's politische Leden binübedpiclten. Er selbst müsse conftatiren, daß er niemals in feinem öffentlichen Leden gegen das positive Christentbum gesprochen habe.
Iurst Bismarck ermnert daran, daß er die Fortschrittspartei rie auf seiner Seite als Bundesgenossen gehabt habe. Es sei seine Pflicht, jede Urterstützung von jeder Partei anzunthmen. Als die Liberalen bei dem Zolltar.r um Unterstützung ange- gangen worben, hatten sie Bedingungen gestellt, die er nicht erfüllen konnte, während das Centrum aus rein sachlichen Gründen dem Zolltarif Unterstützung verliehen habe. Er werbe sich nie der Majorität beugen, wenn er anderer Ueberzeuqung sei. DK Sach- l'chkeit der Debatte höre auf, weit bei jeder Gelegenheit, wie heute wieder, auf ihn losge'chlaaen werbe; er schlage wieber, wehre sich, soweit sone Kräfte es zulteßen, und werde dies auch in der Folge tbun.
Abg v Kl.ist Retzow oerftebt es sehr gut. wenn bie Debatte, welche burch Herrn Virchow angeregt worben sei, ber Fortschnttsvartei unbequem werde. Bei bies-r Gelegenhett, bei ber man nicht fachliche Angelegenbeiten von linker Seile nur allein un* sprach- br nge, wolle er bie Herren Hänel unb Virchow wie geroufe Tdiere an bas Scheunentbor nageln. (Cbo! Tumult links Rufe links: Zur Crbnung!;
Präsident v. Levetzow: Ich rufe ben Rebner wegen bes letzten Ausbrucks zur Ordnung. (Beifall links)
Die Herren von der Linken feien diejenigen gewesen, welche den Kanzler gezwungen hätten, im Kulturkämpfe so weit vorzugehen, wie er vorgegangen ist bis zur Civilebe. (Gelacht r links.)
Fürst Bismarck konstatirt, es sei ein Irrthum, wenn Vorredner glaubt, die Liberalen hätten ihm zum Gesetze über die Civilebe bewogen. Veranlaßt sei er durch seine damaligen Kollegen im Ministerium hierzu geworden, bie ihm ihre Unterstützung versagten wenn er das Gesetz nicht einbringe.
Abg Dr Virchow: Ter Reichskanzler fei auch barür verantwortlich, was er mit W'berstreben gethan habe. E'n freies Entgegenkommen j>er Fortschrittspartei habe von Seiten bes Kanzlers boch manchmal ftattgefunben, so beim Schulaumchtsgesetz Was den Kulturkampf betreffe, so scheine es ihm, daß ber Kanzler sich hierin fein hohes Ziel gesteckt habe. . L
Abg. Minnfgerobe steht auf dem Stanbpunkt, daß bie loyalen Zustande auf dem Boden des Christenthuius reformirt werden müßten.
Rach persönlichen Bemerkungen ber Abg. Richter (Hagen) und v. Mmnigerode werden die Ausgaben des auswärtigen Amtes bis Xitel 29 bewilligt. Bei den Ausgaben für bie Konsulate ergreift das Wort ber .
Abg. Dr. Kapp um sich über die weniger weitgehenden Amprüche, welche an bie Cualificahon der Konsuln gestellt würden, zu beschweren und bie Reichsregierung zu bitten, daß biefe abgeschafft würden. Auch müßten mehr Berufskonsuln angeftellt werden.


