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Nr. 228. Samstag den 1. Oktober 1881.
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Ameige- unb Amtsblatt für den Kreis Gießen.
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k^vreau t Schulftraf»e B. 18. Erscheint täglich mtt RuSnabme tv-3 Montag». Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.
Crnfllifcbc Sorgen.
Viele tubiflt Stunden genießt eine rngltschr Regierung eigentlich niemals, die In allen Weltteilen zerstreu! liegrnken englischen Destßungen schaffen mehr Sorgen, al- sie oft werth sind. Besonders dir jetzige Regierung Gladstom'S tst so reichlich mit Mühsalen aller Art überhäult gewesen, hat so viele unendliche Schwierigkeiten zu überwinden gehabt, daß man nicht weiß, waS man eigentlich mehr bewundern soll, die Staalkklugheit Eladstone's und sein Glück, oder aber die Ungeschieklichkeit seiner Gegner. EiwaS trostlos klingt eS nun freilich, wenn man sieht, daß sich auf allen Seiten neue Gefahren austhürmen, weniger zwar für den Staat, al- für des Cabinet Gladstone Unheil bringend. Gladstone hat mit großer Grschästsikeit die auswärtigen Wirren, welche ihm sein Vorgänger Beacoi.Sfiklb in Asten, Afrika und in der Türket hinterlaffen hatte, zu läsen gesucht, ober recht gelungen ist ihm so eigentlich nicht-. Im Orient, wo Lord Beaconsfield fich zur leitenden Macht aufgeworfen hatte, bat Gladstone sich erst von Frankreich, halb genöthigt durch den zu Anfang diese- Jahre- herrschenden irischen Ausstand verdrängen lasten, und dann zusehen müsten, wie schließlich von deutscher Seite, nachdem auch Frankreich mit seinem Schiedgruchi-vorschlag nicht- auertchien konnte, dir enkgiltige Regelung de- griechischen Grenzstreite- durchgrsetzt wurde. England begi,üzte sich „Ja" zu sagen, weil es nicht ander- konnte, sein Verdienst an der Pacificirung des Orient- ist mithin sehr gering. Ernstlicher, da unmittelbar Staatsinteresten dadurch in Mitleidenschaft gceogen wurd<n, halte Gladstone sich der Angelegrn. heilen in Süd-Afriku und in Afghanistan angenommen, und auch für einen Moment »in« Regelung zu Stande gebracht, um leider an seiner politischin Wei-Heit rin vollständiges Fia-co zu rrleb.n- Unter der Regierung Beaconsfield'- und während des rusfisch > türk schen Krieges wurde bekanntlich daS Boer-land Transvaal ohne Weitere- annectirt. Dir Boer- haben diesr Drr> gewaltigung nirmals anerkannt, sondern ernstlich dagegen protestirt, und selbst tu England fanden fich Viele, die diese ganz unmotioirte Verletzung des Väiker- recht- entschieden verurtheilten. Im Herbst vorigen Jabrrs begann der große BoerS.Aufstand, in dem sich die tapferen Bauern ihre Freiheit wieder gewinnen wollten, drnn eS ist «ine ganz merkaürdigr Erscheinung in der rrglischen Eolonialpolitik, daß die unterworfenen Vö ker niemal- mit der englischen Ober- derrschaft rersähi t, sondern erst durch Strenge und Waffengewalt zu grhor- iamen Untertdonen gemacht werden konnten. Seitens der Regierung wurde du Boer-Aufstand nun auch alS eine Rebellion hmgestrüt, trotz der Sym- patbie vieler englischer Kreise. Allein Mr. Gladstone, der sonst so sehr für Unabhängigkeit und Freiheit der Völker schwärmt, hatte sick dir-mal doch gründlich vrrrechnet, denn statt, daß die Truppen die Bauern zum Gehorsam zurückbrachtrn, schlugen die Letzteren die Soldaten zum Lande hinaus und brachten ihnen ganz empfindliche Niederlagen bei, durch die der englische Rationalstolz auf daS Empfindlichste gedrmülhigt wurde. Wob! oder übel, wenn man r icht kolossale Anstrengungen hätte machen wollen, mußte man also nachgtbrn und die Frucht der alsbald emgeleiteten Unterh mdlungen war die bekannlr Eonvention, dir jetzt von dem Volk-raad der Boers verworsen srm soll. Such wenn die Nachricht sich nickt besläligen sollte, so steht doch fest, baß die Stimmung im TranSvaal-Lande eine den Engländern hockst feindselige ist, welche jeden Augenblick wieder in einrn offenen Krieg auibrechen kann, welcher sehr viel Menschen und, da« ,st ja in England stets die Hauplsache, noch mebr Geld kosten würde. F.st rbenfo unbehaglich ist die Lage in Afgha- mstan. Abdurrahman, der eigentliche und auch von den Briten anerkannte Herrscher, führt schon seit längerer Zeit mit dem Emir non Herat, Avub Khan, erneu Krieg, in dem er, obwohl Anfangs geschlagen, doch sckließlich Apub Khan vollständig besiegte. Afghanistan ist für Gladstone ein Land der Sckreckens, mit dem er nicht gern etwa- zu thun haben will. Unbegreiflicher Weise hat er aber die raubsüchtrgen Afghanen s. Z. fich selbst überlaffen und sogar Kan- dabar nicht besetzt gehalten. Jetzt kommen die Folgen. Tas ganze Land rst in Auftegung, und eine Invasion der Engländer wird nöthig weiden. Neben diesen Sorgen auf dem Gebiete der auswärtigen Politik, welche Gladstone seine früher begangenen Fehler verschafft»», braucht man al- dritte, und viel, leicht größte, kaum noch die irische Angelegenheit zu nennen. In Irland sieht'« wieder so bunt auS, wir nur je. Durchgreifenden Reformen setzen d,e Sandlords energischen Widerstand entgegen, und mu der jetzt gesckaffenen Land- bill find die Iren nicht zufrieden. Wo giebt's nun euren Ausweg aus diesem Wirrwarr, den Gladstone wieder erst durch seine anfängl che Nachgiebigkeit geschaffen bat? In Wahrheit herrscht noch immer die Landliza auf der "grünen Insel, von der Regierung der Königin Victoria spricht kaum Jemand.
§eut/chland.
Darmstadt, 28. Seplbr. Ter dritte Senat des Reichsgerichts hat dieser Tage eine überaus wichtige Civilentscheidung getroffen, welche umsomehr für unS Jntereffe bietet, als nach den Präjudicien unseres ehemaligen Ober- Appellation-gerichts die betr. gemeinrechtlich.- Streitfrage in einem anderen Sinne entschieden war- __ ,
Die zur zweiten Ehe geschr ttene Mutter verliert das Eigenthum an -Allem, waS ein Kinb erster Ebe von seinem verstorbenen Vater rrbaltrn hatte tunb nach dem Tode dieses Kindes auf sie vererbt worden sein würde, wenn fit nicht zur weiteren Ehe geschritten wäre, zum Nachtheil ihr« Sinder erster
Ehe. — Nach de, hesfischen Rechtssprechung fand dieser RechtSsatz auch auf den Vater, wenn er zur weiteren Ehe schreitet, Anwendung. Da« Reichsgericht hat nun entschieden, daß Dem nicht so sei und die betreffende grsetz- liche Bestimmung zum Nochtheil drS VaterS nicht bestehe. — DaS Reichsgericht geht dabei von der Ansicht auS, daß, weil da- betreffende römische Gesetz nur dir Mutter erwähnte, man nicht berechtigt sei, hier tktn etwa nicht ganz correct gewählte» Ausdruck dem Gesetzgeber zu unterstellen, sondern diese Fassung alS eine bewußte und absichtlich so gewählte aufnehmrn müffe, zumal nach dem damaligen Stande drS Erbrechts die betreffende Unterscheidung nicht grundlos erscheine und daS römische Recht eine anderweit» Heirath der Frau alS eine schwere Jmpietät gegen ihren ersten Mann aufnahm, nicht aber In dem umgekehrten Falle einer anderwriten Ehe des Mannes.
Darmstadt, 29. Septbr. Wir erfahren mit aller Bestimmtheit, daß S». Kgl. Hobelt der Großberzog sich demnächst über Stuttgart und München nach Tyrol, sowie in die Steiermark begeben wird, um dort einer von fürst, licher Seite ergangenen Einladung Folge leistend, einige Zeit dem edlen Waid- weik, namentlich auf Gemswild, obzuliegen. (N. H. SB ).
Berlin, 28. Septbr. Tie „Neue Strtt. Ztg." schreibt: „Eine Htf in die Verhältnisse unseres Militär-Subalternen-BeamtenstandeS einschneidende Verfügung ist vor einigen Tagen vom Kriegsministerium erlaffen worden. Alle in den LirutenantSrang aufrückenden Militärbeamte, wie Zeuglieutrnants, Zahlmeister, UnterauditeurS rc-, müffen jetzt, bevor sic die bezüglichen Examina ab« legen dürfen, entweder sich schriftlich verpflickten, nicht zu beirathen, oder den Nachweis führen, daß sie oder die künsttge Ehefrau >m Besitz rinrS DermögenS von mindestens 15,000 je find."
Karlsruhe, 28. Septbr. Die Ueberfiedelung des HofrS nach Baden» Baden und der dortselbst beabsichtigte öffentliche Empfang drS Großherzoglichen Paares mußten unterbleiben, weil der Großherzog in Folge einer Erkältung das Bett hütet- — Die nächste Sitzung der Generalsynode findet am Sonnabend statt-
Schweden.
Gothenburg, 28. Septbr. Das schwedische Kronprinzenpaar wurde bin mit begeistertem Jubel empfangen. Der Landeshauptmann hielt eine Ansprache, in welcher derselbe die bohen Neuvermählten Willkomm»» hieß und auf dir der Kronprinz erwiedrrte. Die Stadt ist auf« Festlichste geschmückt.
Nußrand.
Mo-kau, 28. Septbr. Der Brandschaden im Kaufhof wird auf 2'/, Mill. Rubel geschätzt. ES ist übriger« Alle« verfichert-
Afrika.
Tunt«, 27. Septbr. Bei Mirttör hat eine Abthrilung Reiterei, die von Manaba kam, 800 Reiter der Aufständischen, die umzingelt worden, saft ganz vernichtet. In Sahalin bei Sousa schlug Oberst Mouim 500 arabische Rerlrr und 1000 Fußgänger; der Kampf dauerte drei Stunden. Die Araber hatten 150 Tobte. Trotz aller Vorkehrungen dauert die Kriegs-Lontrebande auf großem Fuße fort. Fast alle Stämme deS nördlichen Tunesien«, welche sich nack der ersten Expedition unterworfen hatten, sind in vollem Aufstande. Di« AufstLndisck'n find entschloffen, fich auf« Aeußerste zu wehren.
Kairo, 28. Septbr. Eu. Regiment Neger unter Abdullah Bey wird am Sonnabend und ein anderes Regiment unter Arabi Bey in der nächsten Woche nach einem Orte zwischen Suez und Sagafig abgrhrn. Das Gerücht, daß der Abmarsch deS NegerrrgimentS bereits früher hätte statlfinden sollen, aber in Fmge der Weigerung deS Oberst zu marschiren verzögert morden sei, ist vollkommen unbegründet. Der Abmarsch war von vornherein aus den Sonnabend festgesetzt, damit die Truppen erst noch den Monatssold erhalten können.
Telegraphische Tepeschen.
Wolff'S telegr. Korrespondenz- Bureau.
Berlin, 29. Septbr. SBic der ,Reichs-Anz." schreibt, haben der Ar- bertS- und der F nanzmmister auf die Anfrage der Deputation der Bergisch- Märkischen Eisenbahn - Aktionäre den Bescheid ertherlt, daß der Beschluß der Generalversammlung, wonach dieselbe gegen eine feste 5proctntige Rente und ciut Zuzahlung von 15 JL pro Bette zur Abtretung der Bahn an den Staat bereit fet, für die Regierung unannehmbar sei. Die Minister feien daher nicht in der Lage, über den Beschluß der Generalversammlung in Verhandlungen einzutreten.
Karlsruhe, 29. Septbr. Tie Frau Großherzogin reist heute Abend nach Baden-Baden, wohin fid> bereits Nachmittags der Erbzroßherzog begeben hat. Der Großberzog wird durch Unwohlsein hier noch zurückgehalten.
Baden-Baden, 29. S-ptbr. Le. Maj. der Kaiser, welcher gestern Abend 6Uhr von Stuttgart wohlbehalten wieder hier eingetroffen war, erledigte beute Vormittag Regierungsgeschäfte und nahm u. A. die Vorträge des Militär- md Ewil»CabinetS entgegen. Die Ankunft des Großh. Badischen Hofs wild heute Nachmittag erwartet. Die Frau Großherzogin hatte Ihrer Mas. der Kaiserin bereits vorgestern einen Besuch abzestattet. An dem mor-


