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Darmstadt, 29. August. Schluß deS Inhalt- Großh. Regierung-' blatt- (Beilage Nr. 20):
2 Verzeichniß der Vorlesungen, Uebungen und Praktika, welche im Winter-Semester 1881/82 in den fünf Fachabtheilungen der Grobherzoglichen technischen Hochschule zu Darmstadt gehalten werden.
3. Ueberficht der von Großherzoglichem Ministerium des Innern und der Justiz genehmigten Umlagen zur Bestreitung von Communal-Bedürsniffen in den Landgemeinden des Kreises Worms für 1881/82.
4. Dienstnachrichten. Se. Künlgl. Hoheit der Großherzog haben aller- gnädigst geruht: am 15. Juli den von sämmtlichen Riedesel Freiherrn zu Eisenbach auf die evang. Psarrstelle zu Wallenrod präsenttrten Pfarrer Aug. Heintze zu Fleisbach für diese Stelle zu bestätigen; am 4. August dem evang. Pfarrer Heinrich Philipp Schnabel zu Lang-dorf die evang. Pfarrstelle zu Gundern- hausen zu übertragen.
5. Eoncurrenzeröffnnngen. Erledigt find: die mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Mümling-Grumbach mit einem Gehalt von 900 JL; dem Herrn Grafen zu Eibach-Schönberg und dem Herrn Fürsten zu Löwenstein Wertheim-Rotenberg steht da- Präsentationsrecht zu de, selben zu. Eine mit einem kaih. Lehrer zu besetzende Lehreistelle an der G<mei, beschule zu El-Heim mit einem Gehalt von 900 JL Eine mit einer evang. Lehrerin zu besetzende Lehrerinnenstelle an der Gemeindeschule zu Griesheim mit einem Anfangsgehalt von 1000 JL jährlich. Eine Lehreistelle an der kath. Schule zu Herbstein mit einem nach dem Dienstalter des betreffenden , Lehrers sich bemessenden Gehalt von 1000—1400 JL Die mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Bullau mit einem ! Gehalt i on 900 JL; da- Präsentation-recht zu dieser Stelle steht dem Herrn Grafen zn Erbach-Fürstenau zu. Eine Lehrerstelle (erste Knabenlehrerstelle) an der k-th. Schule zu Dieburg mit einem nach dem Dienstalter de- betreffenden Lehrer- sich bemeffenden Gehalt von 1000—1600 JL jährlich; dem Großh. Kreisraih, dem kath. Pfarrer und dem Stadtvorftande zu Dieburg steht da- Präsentatior-recht zu dieser Stelle zu. Eine mit einem evang. Lehrer zu be« setzende Lehrerstelle an der Gemetndeschal- zu Götzenhain mü einem Gehalt von 900 JL Eine mit einem evang Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Alzey mit einem nach dem Dienstalter de- betr. Lehrer- zu bemeffenden Gehalt von 1000—1600 JL Die mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gerne.ndeschule zu Trai-'Münzenberg mit einem Gehalt von 900 JL; dem Herrn Fürsten zu Solm-.Braunfcl- und dem Herrn Grafen zu SolmS-Laubach steht das Präsentationsrecht zu; mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. Die evang. Pfarrstelle zu Frischborn; dotation-mäßiger Gehalt 1909 JL\ da- Präsentationsrecht zu dieser Stelle steht für dieSmal den sämmtlichen R'edesel Fretherrn zu Eisenbach zu.
Darurstadt, 30. August. Wie den „N. H. V.-Bl." versichert wird, treten in der Verwaltung folgende Veränderungen und zwar mit Wirkung vom 15. September ein: Provinztaldirector Küchler wird in gleicher Eizen- schoft nach Mainz versetzt, an seine Stelle tritt der seitherige KceiSrath v. Marquard in Offenbach, während RegierunzSrath Rohde von hier als KreiSralh nach Offenbach geht und KreiSaffe ffor Groß in DenSheim zum Regier- ungsrarh bet der Provinzialdirection und dem Kreisamt dahier ernannt wird.
Kaffel, 29. August. Der deutsche Genoffenschaft-.Tag, welcher soeben ia Kaffel versammelt war, hatte den befriedigendsten Verlauf. Bei der Eröff- nunfl am Freitag waren 300 Delegirte cus allen Theilen Deutschlands anwesend. Schulze-Delitzsch theilte mit, daß der Verein 1895 Dorschußvereine, 674 Rohstoff- und Productiv-Geroffenschasten, 645 Eonsumvereine und 36 Baugenossenschaften zähle. Der Redner warnte vor Einführung der Capitalhaft anstatt der Sol'darhaft, da dadurch der „kleine Mann" au-geschloffen würde. DaS Genoffenschastswesen sei ttotz deS wirrhschaftlichen Niederganges und ttotz aller Anfeindungen unaufhörlich gewachsen und habe glänzende Resultate aufzuweisen. ES wurde beschlossen: «In Erwartung, a) daß die Einrichtung regelmäßiger Revisionen in den Verbandsvereinen, allmälig allgemein durchge- führt, eine r.othwendige Vervollständigung und organische Weiterentwickelung der Verbandseinrichtungen darsteüt und zugleich geeignet ist, gesetzgeberischen Versuchen, die Genossenschaften der Cortrcle staatlicher oder communaler Behörden zu unterstellen, entzegenzuwirken, b) daß eS daher den allgemeinen genessenschaftlichen Jr.tereffen entspricht, diese Einrichtung in allen Verbänden zur Durchführung zu bringen, erklärt eS der DereinStaz für Pflicht der Unter- verbände, für die Einrichtung regelmäßig wiederkehrender Revisionen Sorge zu tragen.
Telegraphische Depeschen.
Wolff'S trlegr. Gorrespoudenz-Bureau.
Berlin, 30. August. Der .ReiLsanzeiger* schreibt: Die Verhandlungen wegen Wiederbesetzung des erledigten Bückofstuhles zu Trier sind zum Abschluß gekommen. Nachdem nach eriolgter Zustimmung der Staatsregierung durch pSvftllches Breve vom 12. August der seitherige Domherr an der Kathedrale zu Straßburg Dr. Korum zum Bischof von Trier ernannt und von demselben zur Uebernahme des Amtes die erforderliche Anerkennung Seiner Majestät des Königs nachgesucht worden war. hat heute die Aushändigung der vom 29. August datrrten landesherrlichen An- erkennunas-Urkunde an den Bischof flnrnm
— Der Bischof Korum stattete gestern außer dem Kultusminister auch dem Minister des Innern einen Besuch ab. Auch heute Vormittag hatte derselbe wiederum fine längere Besprechung mit dem OuHuSnunister. Morgen wird Dr. Korum voraussichtlich vom tiefer in Audienz empfangen werden.
München, 30. August. Se. K K. Hoheit der Kronprinz, welcher sich beute mittelst Ext/azuge- von Augsburg nach Jngolkl.'.dt b-geben hatte, besichtigte daselbst die 4. Jnfanterie-Bngade und sepre um V/k Uhr seine Reise nach Kelheim fort, wo die Befreiung-Halle besucht wurde. Von Kelbeim erfolgt die Wriierretse über Regen-burg nach Landshut, wo die Ankunft vor- an-sichtlich Abend- erfolgt.
Wie diesige Zeitunaen melden, ist der Großfürst Paul von Rußland in Berchte-gaden an einem Brustübel nicht unbedenklich erkrankt. Der hiesige Prof. Ziemße" ist nach Berchte-gaden zur Eonsultttion berufen worden.
Aug-burg, 30. Aug. Zu Ehren der A 'wesenheit Sr. K K. Hoheit de- Kronpr'i'zen war die Stadt gestern Abend festlich IQuminirt. Der Kronprinz mach'e eine Rundfahrt durch die Hauptstraßen der Stadt, bei der Rückkehr bea Kronprinzen zum Hotel bildete die Fellerweh- Spalier. Von sämmt- lichen hiesigen Gesangvereinen unter Mitwirkung der Veteranen-Gapelle wu^de Sr. K. K. Hoheit eine Serenade dargebracht, in da- vom Vorstand der Liedertafel aus den Kronprinzen auSgebrachte Hoch stimmte die dichtgedrängte Menge begeistert ein. Se. K K. Hoheit erschien auf dem Balcon und dankte, sich freundlichst nach allen Seiten verneigend.
Kopenhagen, 30. August. Die Session de- Reichstag« »st heute Nachmittag geschloffen worden. Die beiden Kammern haben stch über daS Finanz vfen "n Oedinarium nicht geeinigt, d e Verwaltung wird daher für den Rest de« Finanzjahres, bi- 1. April 1882, nach der früher aegedenen interimistischem Bewilligung geführt werden.
Bukarest, 30. August. Graf Anvrasiy ist gestern Abend auf Schloß Sinai einaetroffe-i und daselbst von Rofetti und Ghika empfangen worben. Un. 7t/2 Uhr fand bei dem Könige zu Ehren de« Grafen eh Diner statt, an welchem auch der deutsche und der französische Gesandte und zahlreiche Mit- glied'r der Aristokratie Theil nahmen. Graf Andraffv nahm den Ehrenplatz neben der Königin ein.
New-Aork, 30. August. Der jüngst' Orkan an der südatlantisch'-n Küste hat anßero-dentliche Ueberfchwemmungen verursacht. In Portugal (Süd- Caroli ') ertrinke- 10 Arbeiter, da da- Gebäude, in welches sie sich geflüchtet hatten, fortge,a)wemmt wurde. Die ReiSplantagen in der Umgegend von Savannah sind überschwemmt, viele Arbe:ter ertrunken. Der Verlust an Eigen- thum un^ Menschenleben ist bedeutend.
Washington, 30. August StaatSsecretär Blaine versandte heute fol- ger.des Telegramm: Gestend Abend 10V3 Uhr war das Allgemeinbefinden deS Präsiden»en günstig Nachmittags waren Puls 112, Temperatur 100, beide etwas Höver als erwartet worden. Der PulS ist jetzt auf 108 zurück- gegangen, daS Fieber im Abn-Hmen. Die Drüskngeschwulst ist bester urb nimmt gleichfalls ab. Die Befürchtungen einer ernstlichen D'utoerg<ft- ng wer- den jede Stunde geringer.
— Dem Bulletin von heute früh 9 Ubr zufolge bat Präsident Garfield den größten Theil der Nacht geschlafen urb mehrmals flüssige Nahrung zu sich genommen, die jm Mage^ rurückgehalten -'urbe. Das Allgemeinbefinden ist seit gestern früh unverändert; Puls 102, Te. peratur 98.05, Respiration 18.
Lokale-.
Gießen, 31. Au-vsi. [etnt'idfdt in «ießen.j In dn Woche vom 21^27. August war tie €tnbhd)fnt in Älkßen toiftcrum eine prnrge, intern nur 4 SCcbtlfäQt vorkamen. Sin tiinb von wenigen Voten erlog einem Darmcatarri», eine Frau starb an Lungensämind- futtt, em Sann an einem emgeficmmten Bruch unb ein anderer nahm stch ie bst da- Leben. G.
— Die üftnniglpatfeflen dahier haben die i-rwartungen. tu man auf sie geletzt, in vollem Mähe gerechtfertigt. L- wurde in den ersten zwei Monaten ihre- Bestehen- (InU und August) von 139b ttiniegern tte Summe von 3416 JL SO eingelegt.
— Selegenrlich der Monstre-Eoncer «. heute und morgen, in Wenzels (Barten wird dorrselbst auch ein großes Telescop »u I dermamis Bennxuna aufgestellt fein.
Vermischte-.
— I« ersten Quartal dieses Iabres stnd im ganzen Grohherzogthum 2581 Ämter und 3356 Srwachiene gestorben. Den meisten haben erkrar.kte Albmung-organe den Tob gebracht. Der Lungenschwindsucht erlagen 633, akuten entzündlichen Kargheiten des Hal^s,cder der Brust 799. Eroup unb Diphtherins baden auch viele (316) L-pfer gefordert. Selbstmörder bat eS wahrend dieser drei Monate 39 gegeben, im Durchschmrt also wöchrntliL drei
— Den Gerichtsvollziehern wurde untersagt, frnwillig zum Verkaufe angenommene Sachen zu gleicher Zeit mit abgepfündeten Gegenständen zu veräußern, sondern für abgevfänbete Gegenstände besondere Termine anzusetzen und fwt,änbi0e BerkLufe auch ausdrücklich al- olche zu kermzeichen. Beranlaßt wurde dieses Verbot dadurch, daß einzelne Gerichtsrollzieher io ch« freiwillig angenommene Sachen regelmäßig in demselben BerkaufSiermme veräußerten^in weln-m sie abgedfan.dte Sachen zum Verkauf brachten und so im Publikum tie irrige Memnng Herr vorgerufen haben, daß sämmtliche Gegenstände zu gerichtlichem verkaufe kommen.
— In den Dere-.nigten Slaaten herrscht jetzt wieder etn sogenannter Lisenbahnkneg. t-, B. Die Eisenbahnen unterbieten stch in Fahrpreisen und Frachtsätzen, daß es eine Ärt bat So weit ist es oefommen, daß man von Ne« Dorf nach Lhicago, 180 deutsche Meilen, für 42 jl also für 2 2 H die Meile und nach Saint Louis, 210 Meilen für 68 JL, für 3,2 H bie Stelle fährt. Em Retourbillet von 30 Tage Gültigkeit nach dem 200 Meilen entfernt.n Milwaukee kostet 110 jt. pro Meile also 5,5 Auf Silometer berechnet betrüge letzterer Preis 0,73 Die Amerikaner find wirklich zu beneiden, lange kann da« aber^nicht dauern, denn mit solchen Preisen kann eine Eisenbahn kaum die Unterhaltunss^und_BeMM-


