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Gms, 29. Juni. An dem gestrigen Diner bei Sr. Majestät dem Kaiser nahmen der General-Lieutenant Bronsart von Schellendorf, Oberst von Hahnke und der Major Gras Keller Thetl. Nach dem Diner machte Se. Majestät eine Spazierfahrt. Heute Vormittag empfing Se. Majestät nach der Brunnenpromenade den Hofmarschall Grafen Perponcher und den Chef des Civilcabtnets v. Wilmowski zum Vortrag und begab sich sodann um 1V< Uhr zu Wagen nach Koblenz.

Karlsruhe, 29. Juni. Die Frau Großherzogin hat sich in der ver- stoffenen Nacht zu Ihrer Majestät der Kaiserin nach Koblenz begeben.

Koblenz, 29. Juni. Se. Majestät der Kaiser und Ihre Köntgl. Hoheit die Frau Großherzogin von Baden sind hier eingetroffen. Nach dem heute veröffentlichten Bulletin über das Befinden Ihrer Majestät der Kaiserin ist kein Fieber vorhanden. Der Beginn befferer Funktionen ist zu constatiren, etwas nervöse Schwäche macht sich noch bemerkbar.

Berlin, 29. Juni. DerReichsanzeiger" berichtet über den Verlauf der Krankheit der Kaiserin: Am Donnerstag den 23. ds., Nachmittags, bald nach der Rückkehr der Kaiserin von einem Besuch beim Kaiser zu Ems, stellten sich Unterleibsschmerzen ein. Es gelang, die Kiankhettserscheinungen bis Sonn­abend zu mildern, jedoch ergab sich die mögliche Nothwenotgkett eines operativen Eingriffs. Von dem Leibarzt der Kaiserin, Geheimerath Velten, wurde mit Genehmigung des Kaisers Profeffor Busch in Bonn am Sonntag herbei­gerufen, welcher Abends eintraf und nach einer Consultation am Montag früh 10 Uhr zur Operation schritt, gemeinsam mit den Leibärzten Lauer und Velten. Die Kaiserin, welche vor der Operation das heilige Abendmahl genommen hatte, befand sich nach deren glücklichem anderthalbstündtgem Verlauf den Um­ständen nach in befriedigendem Zustande, welcher bis jetzt krtne wesentliche Veränderung erfahren hat. Der Leibarzt Schliep aus Baden-Baden wurde ebenfalls an das Krankenbett der Kaiserin gerufen.

Bezugnehmend aus den kürzlich vomReichsanzeiger" veröffentlichten Bericht Puttkamer's schreibt dieProv.-Corresp.": Aus diesem Bericht ergtebt sich zur Genüge, daß sich der neu ernannte Minister des Innern lebhaft für eine gesunde Weiterentwtckelung der lebenskräftigen Grundgedanken der Vec- waltungSreform interessirt, wie auch die Veröffentlichung des Berichts im gegen­wärtigen Zeitpunkt den Beweis liefert, daß das Gesammtministerium voll­ständig auf dem Boden der darin entwickelten Grundanschauungen steht und sich mit dem neuen Minister des Innern hierin in Uebereinstimmung befindet.

München, 29. Juni. Die Kaiserin von Oesterreich trifft heute Abend aus Feldafing hier wieder ein und reist, ohne Aufenthalt zu nehmen, mittelste Extrazuges nach Ischl Wetter.

Hamburg, 29. Juni. Die Direction der Hamburger Paketsahrt- Actien Gesellschaft hat bereits gestern Abend durch ihren Vertreter in Glasgow zwei kräftige Bugsirdampfer ausgrsandt, um den DampferVandalia" aufzu- suchen und nach Hamburg zu bringen. Der in Glasgow anwesende Capitän der Gesellschaft ist den Bugsirdampfern beigegeben worden. Das Wetter war in den Breitegraden, in welchen sich der DampferVandalta" am 26. ds. aufhielt, zu dieser Zett schön bet besonders Hellen Nächten und läßt fich das baldige Einbringen des Dampfers zuversichtlich erwarten.

Rom, 29. Juni. Heute trafen hier, geleitet von dem Erzbischof Sem- bratovicz, dem Bischof von Lemberg und dem Bischof deS lateinisch katholischen Ritus von Mostar 450 polnische, ruthentsche, herzegowintsche, bosnische und dalmatinische Pilger ein, morgen werden 300 czrchtsche Pilger erwartet. Viele kroatische, sloventsche und polnische Pilger sind bereits in den letzten berden Tagen einzeln angekommrn.

London, 29. Juni. Das Urthetl des Crtmtnalgertchts In dem Proceffe gegen den Redacteur Most ist heute verkündet worden. Dasselbe lautet auf 16 Monate Zwangsarbeit.

Petersburg, 29. Juni. DasJournal de St. Petersbourg" ver­öffentlicht weitere Telegramme des diplomatischen Agenten in Bulgarien, Hitrowo, an den Staatssecretär Giers aus Warna vom 26. und aus Sofia vom 26. und 28. 05- Hitrowo berichtet darin, daß Fürst Alexander, in dessen Beglei­tung er sich befand, überall mit enthuastischen Kundgebungen empfangen wo cden ist. In Warna wurde der Wagen des Fürsten, nachdem die Pferde ausge- spannt worden waren, von dem Volke gezogen. In allen Otten wurden An- sprachen an den Fürsten gerichtet und Adressen überreicht, in welchen der Fürst des Vertrauens und der Ergebenheit der Bevölkerung versichert wurde. Hier vorliegende Depeschen aus Sofia melden, daß das Volum der Bevölkerung zu Gunsten des Fürsten gesichert erscheint. In Rachowa und Nicopolis ist in Folge von durch die Opposition provozirten Ruhestörungen der Belagerung-- zustand erklärt worden

Konstantinopel, 29. Juni. Das Urtheil in dem Proceffe wegen der Ermordung des Sultans Abdul Aziz ist heute gefällt worden. Daffelbe lautet gegen Said Bey und Riza Bey auf 10jährige Zwangsarbeit. Die übrigen neun Angeklagten wurden zum Tode verurtheilt.

Sofia, 29. Juni. Von den Wahlen zur Nationalversammlung sind bis jetzt 205 Resultate bekannt. Sämmtliche Gewählte sind für die Annahme der von dem Fürsten gestellten Bedingungen. Am nächsten Sonntag finden die etwa nothwendig werdenden Ergänzungswahlen statt.

Der erste süddeutsche Gewerkoereinstag.

Am 19. Juni fand in Stuttgar der siebente Verbandstug der deutschen Gewerk­vereine statt. An demselben waren 30 Abgeordnete als Vertreter von über>1000 Mitgliedern erschienen gleichzeitig aber auch Delegirte von 43 süddeutschen Otts- veremen. Die Anwesenheit der letzteren gab dem diesjährigen Verbandstaae seine Signatur und stempelte denselben zum ersten süddeutschen Gewerkvereinstog. Hiermit ist die Organisation der Gewerkoereme, welche einst als eine specifisch Berliner Ein­richtung verspottet wurde, auch in Süddeutschland zu Bedeutung erwachsen Dies ist ein Schritt, den man mit Freuden begrüßen darf, indem sich die'Gew rkvereine aeeianet erwiesen haben, der Ausbreitung der Socialdemokratie entgegen zu arbeiten Die Führer der Gewerkoereme nehmen mit Kraft und Geschick die berechtigten Interessen der Arbeiter wahr, stehen aber durchaus auf dem Boden der Heuti en Gesellschaft

Den ersten Gegenstand der Tagesordnung bildete ein Referat des Anwaltes Dr. Max Hirsch überdie gegenwärtige Lage der deutschen Gewerkvereine". Besonders berücksichtigt wurde in dem Referate das Hilfs- und Pensionskassenwesen der Gewerk- vereme, welches den Kern der ganzen Organisation ausmacht. Bekanntlich besteht ein sehr bedeutender Fortschritt, welchen die Gewerkvereine auf dem Gebiete des Hilfskassen­wesens in neuester Zeit errungen haben, darin, daß sie auch die Versicherung geaen ArlKttslosigkeit bet sich emsührten. An diesen neuen Zweig der Arbeiterversicheruna knüpfen sich deßhalb so große Hoffnungen, weil auf diese Weise auch in Zeiten wirth-

i schaftlichen Rückganges die materielle Existenz des Arbeiters gesichert werden kann. In i letzterer Hinsicht hätten die Gewerkvereine auch durch Begründung von nationalen, ! rationellen und selbstverwalteten Kranken-, Begräbniß- und Jnoalidenkassen den Be­dürfnissen Rechnung getragen. 519 Invaliden der Gewerkvereine wurden bisher mit über 2>X),000 ^ unterstützt: davon verunglückten 10 außer dem Beruf, 188 wurden durch Altersschwäche, 246 durch Stechthum u. s. w. invalide und beziehen eine lebens­längliche Pension. Auch suchten die Gewerkvereine der Unsicherheit der Beschäftigung durch ihre Ardeitsstatistik und den Arbeitsnachweis oorzubeugen. Als ferneres Erforder­niß bezeichnete Referent die Auskömmlichkeit des Arbeiters. Die neue Stallsilk der Gewerkvereine ergebe von 445 Vereinen nur bei 23 e ne steigende Tendenz der Löhne während die übrigen theils fallende, theils stehende Tendenz der Löhne melden. Die Löhne betragen in einer großen Anzahl Orte 5, 6 wöchentlich bei 12Mündiger ! Arbeitszeit; als Ausnahmen gelten Löhne von 20-40 JL wöchentlich, die freilich nur | von besonders intelligenten und leistungsfähigen Arbeitern verdient würden. Endlich ! müsse die geistige und sittliche Hebung und Selbstständigkeit der Arbeiter m's Auge gefaßt werden. Hierzu sei Entgegenkommen der Arbeitgeber ihren Arbeitern gegen- irber erforderlich, sodann eine mäßige Arbeitszeit, damit sich der Arbeiter auch dem Familienleben widmen könne.

Den zweiten Punkt der Tagesordnung bildete das Themadie Vertheueruna der Lebensmittel und die Arbeitslöhne", über welche der Reichstags-Abgeordnete Dr. Günther-Ansbach referirte. Der Redner suchte zahlenmäßig zu belegen, daß inner­halb der letzten Jahre die Preise der nothwendlgsten Lebensmittel nicht unerheblich ge­stiegen seien, während die Löhne wenigstens theilweise zurückgingen. Namentlich auf den fiscalischen Werken Oberschlesiens seien dieselben so niedrig, daß hier immer wieder Nothfland ausbreche. Auf Antrag des Referenten wurde der folgende Beschluß gefaßt »-Der Verbandstag und erste Gewerkvereinstag zu Stuttgart erklärt aus Grund seines umfassenden statistischen Materials sowohl, als aller seiner Wahrnehmungen, daß in Folge des Einflusses der Vertheuerung der nothwendigsten Lebensmittel und der Verminderung der Löhne die Lage der deutschen Arbeiter sich erheblich verschlechtert hat und ein weiterer Niedergang ihrer wirthschaftlichen Lage leider in sicherer Aussicht steht, wenn die die nothwendigsten Lebensbedürfnisse belastenden Hölle nicht bald beseitigt werden."

Schutz für Leben und Gesundheit der Arbeiter" war der dritte Gegenstand der Tagesordnung, welchen Professor Dr. Heitz-Hohenheim beleuchtete. Die Nothwendig- keit gesetzlicher Vorschriften auf diesem Gebiete läßt sich nach Ansicht des Redners nicht in Abrede stellen; die Berichte sämmtlicher Fabrck-Jnspectoren sprächen laut genug da­für, auch der Korreferent war derselben Ansicht. Wenn sich allerdings einzelne Unfälle auf leichtsinnige Handlungsweise der Arbeiter zurücksühren ließen, so würde doch die Summe aller Unfälle ganz erheblich vermindert werden, wenn schützende Vorrichtungen rechtzeitig und ausreichend angebracht den. Die Versammlung faßte die folgenden Beschlüsse: 1) Die baldige Ausführung der in der Gewerbeordnung enthaltenen Be­stimmungen, welche sich auf Sicherung der Arbeiter gegen Gefahren für Gesundheit und Leben beziehen, ist dringend zu wünschen- 2) Dies kann aber nur erreicht werden, wenn eine allgemeine Meldepflicht aller Unfälle und eine amtliche Untersuchung der­jenigen Verunglückungen, welche auf eine mangelhafte Beschaffenheit der Vorrichtungen in den Fabriken und anderen diesen gleichgestellten gewerblichen Anlagen hinzudeuten scheinen, vorgeschrieben wird. 3) Die laut Gewerbeordnung zu erlassenden Schutz­vorschriften des BundeSraths sind nach der Richtung eines wirksamen Schutzes für Leben und Gesundheit der Arbeiter unverzüglich zu erlassen.

Leider wurden die Verhandlungen wiederholt von Socialisten gestört. Von einer Auflösung der Versammlung auf Grund des Socialistengesetzes, welche verschiedenen Blättern telegraphisch berichtet wurde, ist indessen nicht die Rede gewesen. Auch die württembergische Regierung weiß, daß, wenn in Süddeutschland die Zahl der Gewerk­vereine von 13 im Jahre 1878 auf 43 im Jahre 1881 gewachsen ist, dies der fried­lichen Entwickelung unserer Arbeiterverhältnisse nur nützen kann. Je energischer es sich die Regierungen angelegen sein lassen, socialistischen Umtrieben entgegen zu treten, umsomehr wächst ihre Pflicht, denjenigen Bestrebungen mit Wohlwollen zu begegnen, welche gesetzmäßiges Verhalten der Arbeiter zu ihrer ersten Forderung erhoben haben-_________________________________________________________________________

Vermischte-.

Darmstadt, 25. Juni. Wie demMainz. Journ." gemeldet wird, hat die heute gepflogene Schwurgerichtsverhandlung in der Anklagesache gegen Schmied A. Heumann von Oberrad und Fr.rnz Mathes von Hetzbach einen unerwarteten fast tragischen Ausgang genommen. Nachdem die Beweisaufnahme nahezu beendigt war und als erwiesen angenommen werden mußte, daß die Beschuldigten trotz ihres bcharrltchen Leugnens eine größere Anzahl falscher Fünfztgmarkschetne in Umlauf gebracht, erklärte der letzte zu vernehmende Zeuge, Ehr. Krause von Buchenbrücken, daß er den Zeugeneid nicht leisten könne und, da ihm sein Gewissen keine Ruhe mehr lasse, bekennen müsse, daß er im December v. I. in Gemeinschaft mit den beiden Angeklagten in Köln bei einem Lithographen Namens Piel 3000 JL falsches Papiergeld 10 JL per Fünfzigmarkschein erworben, an welchem Geschäft noch andere, namhaft gemachte Personen betheiltgt gewesen. Gegenüber diesem reumüthigen Geständniß, welches allen Anspruch auf Glaubwürdigkeit verdient, wurde sowohl Krause, wie die von ihm namhaft gemachten Personen, letztere auf telegraphische Weisung, verhaftet, zumal auch Heumann jetzt sein nutzloses Leugnen aufgegeben und die Verhandlung auf das nächste Quartal vertagt.

Frankfurt, 29. Juni. Heute Abend hielt Hr. Dr. Max Hirsch einen Vortrag über die Gewerkvereine. Nachdem die Soctaldemokraten Baumann und Döll gesprochen und Hr. Dr. Hirsch erwidert hatte, wollte Herr Prinz das Wort ergreifen, worauf der Polizei- Commissär die Versammlung auflöste.

Offenbach, 27. Juni. Das 8jährige Töchterchen des In der Taunusstraße wohnen­den Bahnassistenten P. am Freitag Nachmittag von dem als Zierstrauch bekannten sog. Goldregen" die in den Schoten befindlichen Körner. Da dieselben aber sehr giftig sind, so ist das arme Kind gestern Morgen unter den gräßlichsten Schmerzen gestorben, obgleich Alles angewendet wurde, das arme Wesen zu retten. Der Körper des Kindes ist total schwarz geworden.

Ober-Olm, 27. Juni. Gestern Nachmittag stieg ein junger Bursche auf einen Kirsch« bäum, wobei ein morscher Ast abbrach und der Bursche herabstürzte und unglücklicher Weise auf einen spitzen Pfahl fiel, der ihm durch den Körper drang. Unter unsäglichen Schmerzen wurde der Bursche in seine Wohnung gebracht, woselbst ihm der schnell herbeigerufene Arzt das abgebrochene Stück des Pfahles aus dem Körper entfernte. Der Zustano des bedauerns- werthen Burschen ist höchst kritischer Natur.

Schierstein, 25. Juni. Vorgestern Abend hatte ein hiesiger Fischer im Hafen hier eine Angelschnur gelegt; als er dieselbe gestern mit vieler Mühe und in freudiger Hoffnung eine« großen Fanges aus Dem Wasser zog, befand sich allerdings ein tüchtiger Aal an der Angel, zugleich aber auch ein menschlicher Vorderarm, um den der Aal sich so fest geschlungen hatte, daß beim Heraufziehen bet Angel der Arm vom Rumpfe der Leiche, die auf Dem Grunve des Hafens im nassen Grabe noch gebettet ruht, abgetrennt und mit an's Tageslicht befördert wurde. Der Fischer war ob seines Fanges so consternirt, Daß er die Angelschnur in's Wasier fallen ließ und schnurstracks davonlief.

Frankfurt, 27. Juni. Der electrische Aufzug zum Aussichtsthurm im Garten der Ausstellung ist gestern dem Publikum übergeben worden, nachdem bereits am Tage vorher der Herr Polizeipräsident Hergenhahn in Begleitung einiger Herren des Vorstandes und des ! dirigtrenden Ingenieurs aufgefahren war, um sich in Person von der Wirkung der Maschine, ! von ihrer Conftruction und speciell von der gänzlichen Gesahrlosigkett derselben zu überzeugen. Der Herr Polizeipräsident sprach mehrfach seine volle Befriedigung aus, sowohl in Bezug auf bie sanfte Bewegung des Fahrstuhls, als auch in Bezug auf die bequeme und sichere Anordnung des Ganzen. Der Zuspruch von Seiten des Publikums war gleich am ersten Tage ein sehr bedeutender, denn die Fahrt ist bei der oben sich darbietenden wirklich großartigen und herr­lichen Aussicht überaus lohnend.

In Zell im Wiesenthal wurde kürzlich ein Dampfkessel eingeweiht, der nach Aus­sage des Großh. badischen Dampfkesselinspeetors der größte Keffel ist, den es im ganzen badischen Lande und vielleicht überhaupt gibt. (Sin Augenzeuge, der den Koloß angesehen, be­richtet, daß bei einer Festlichkeit, die der Fabrikant seinen Arbeitern aus Anlaß der Einweihung gab, im Innern des Kessels, welcher hell erleuchtet war, ein Podium errichtet wurde, auf welchem ein Tisch stand, an dem ungefähr 30 Personen tafelten. An den Wänden waren Schränke angebracht, auf denen Geschirr, Speisen und Getränke aufgespetchert sich befanden und es glich das Ganze eher einem gemüthlichen Wirthslocal als einem Dampfkessel. Der Eingang war zwar etwas unbequem, weil man durch einen offen gelassenen Deckel schlüpfen mußte, aber die Oeffnung war doch immer etwa 1 Meter weit. Der Riesenkessel soll gegen 800 Ctr. wiegen.

Bern, 26. Juni. Gestern Nachmittag sind mehrere Landestheile der Schweiz von schweren Gewittern heimgesucht worden. Noch kennt man nicht alles Unheil, welches angerichtet