-leiblich wirklichen oder zunächst doch allgemein geglaubten und empfundenen i Nachthellen solcher Neuerungen eingejchlagen flnb, durch den neuen Quittungs- stempel bet jedem kleinen Verkehrsgejchäft in den weitesten Bevölkerungsschichten Aerger und Verdruß über eine neue Plackerei, die man dem Reiche in tue Schuhe schiebt, hervorzurufen? Die Antwort darauf muß entschieden Nein! lauten und fie lautet auch aller Orten so. Auch solche unbefangene Beur- theiler, welche die gegen die ganze StempelsteuervorUge von den Vertretern des Handelsstandes erhobenen E'nwürse und Klagen für sehr übertrieben und zu viel beweisen wollend ansehen, betrachten den Versuch mit der Quittungs- steuer für einen höchst unglücklichen, der gewiß nicht gelingen werde.
Berlin, 27. April. Mit der Abreise des Kaisers nach Wiesbaden ist sofort der gewöhnliche Cabinetspostdienst in's Leben getreten, so daß allabendlich von hier em Cabinetöpostbramter die Tags über eingegangenen Sachen dorthin bringt, während an jedem Morgen die erledigten Sachen von dort durch Cabinetspostbeamte hier eingehen, Alles also genau so wie in Berlin erledigt wird.
Mannheim, 26. April. In der Wirthschaft zum „Württemberger Hof" hatten sich gestern Nachmittag in aller Stille eine größere Anzahl hie- stger und auswärtiger Socialdemokraten zusammengesunden, was jedoch dec Aufmerksamkeit der htefigen Polizei nicht entgangen war. £enr Polizei- Commissär Baumann traf in Begleitung der beiden Wachtmeister und der nöthigeu Schutzmannschast ebenfalls dort ein und ließ die Wirthschaft absperren, worauf die Versammlung nach Feststellung der Thetlnehmer und Verhaftung von ater hiesigen und einem auswärtigen Agitator (Drecsbach, Mai, Ottenthal, Koch und Hackenberger) aufgehoben wurde. Die allgemeine Ruhe wurde durch diese Maßregel, welche sich rasch und in möglichster Stille vollzog, nicht im Geringsten gestört.
England.
London. Ueber das vermißte Schulschiff „Atalanta" sind noch immer keine Nachrichten eingelausen. Sollten die schon angeordneten Nachforschungen ohne Erfolg bleiben, so wird vermuthltch ein Geschwader zum KNuzen in nördlicheren Breitegraden abgesandt werden, da angenommen wird, daß das Schiff vielleicht nordwärts verschlagen worden sei.
Telegraphische Depeschen.
Wagner'» telegr. EorrespONderrr • Vrrrearu
Berlin, 29. April. Reichstag. Berathung des Antrages Richter, betreffend das Tabaksmonopol. Fürst Hohenlohe-Langenburg mit den Mitgliedern der Reichspartei beantragt den Uebergang zur Tagesordnung, damit augenblicklich keine VEnlassung vorliege, zu der Frage Stellung zu nehmen. — Richter recapitulirt die Haltung der verschiedenen Parteien und ihrer Führer, sowie der Tabak Enquete-Commission gegenüber der Monopolfrage, und kommt zu dem Resultate, daß das Monopol aus wirth- schaftlichen, finanziellen und politischen Gründen zu verwerfen sei. Die Tabak-Industrie leide durch die fortdauernde Beunruhigung und durch das drohende Monopol ganz außerordentlich; dcßhalb habe er feinen Antrag gestellt, um den Reichstag zu offener, klarer Stellungnahme zu veranlassen. — Graf Udo Stolberg erklärt sich gegen den Antrag Richter aus formellen Gründen, da noch keine bestimmte Erklärung der Regierung vorliege, daß sie an das Monopol denke. Er stehe auf dem Boden der Steuerreform und Halle entweder die Eihöhung der Tabaksteuer oder das Monopol für noth- wendig zur Durchführung der Reform- — Delbrück begründet die von ihm mitunterschliebene motivirte Tagesordnung Buhl: Die Tabak-Industrie leide seit 7—8 Jahren schwer unter dem Druck der Unsicherheit. Durch das vorjäffnge Gesetz sollte ein dauernder Zustand geschaffen werden. Ehe aber diese Industrie Zeit gehabt, sich in den Zustand einzuleben, weide sie schon wieder ohne Grund dadurch geängstigt, daß der Zustand kein dauernder sein solle. Was der Reichstag vermöge, um die Tabak- Jndustrie zu beruhigen, müsse er thun. In dieser Absicht hätte er und seine Freunde die motivirte Tagesordnung beantragt. Delbrück verweist auf die Verhandlungen über die Tabaksteuer im Vorjahre und auf die Erklärungen aller Parteien, daß der damit geschaffene Zustand ein dauernder sein solle. So habe die Regierung auch das Gesetz angenommen. Rur sehr schwerwiegende Gründe könnten die Regierung zu einer Aenderung des eist am 10. Rovember geschaffenen Zustandes veranlassen. Als solche Gründe könne er sich nur den Mangel an Rentabilität oder die Unmöglichkeit der Durchführbarkeit der Steuer denken. Die Durchführbarkeit sei nicht zu bezweffeln. Die Rentabilität der Steuer sei heute noch so wenig klar, wie vor 10 Monaten. Der Antrag Richter sei formell nicht zur Erklärung der parlamentarischen Körperschaften geeignet, sondern mehr zur Discussion in einer gelehrten Versammlung. Deßhalb könnten sie demselben nicht zustimmen, bäten aber, die motivirte Tagesordnung anzu- nehmen, die den Gedanken des Richter'schen Antrages auch ausspreche, v. Lerchenfeldt erklärt sich gegen den Antrag Richter, der eine demonstrative Tendenz habe und den Reichstag für die Zukunft binden wolle. Seine politischen Freunde batten' feine Lust, sich durch den Antrag zu einer Discussion über das Tabaksmonopol zwingen zu lassen und würden daher für die einfache Tagesordnung stimmen. Köpfer spricht für den Antrag Richter, v. Kardorff protestirt dagegen, daß das Tabakssteuergesetz Vereinbarung zwischen den Parteien des Reichstags und der Negierung gewesen sei, an der man loyaler Weise nichl rütteln dürfe. Seine Partei bleibe auf dem Standpunkte stehen, daß der Tabak als Luxusgegenstand die schärfste Besteuerung vertrage. Seme Partei halte es für ihre Pflicht, die Regierung in der Steuerreform zu unterstützen, auch der eventuellen Erhöhung der Tabaksteuer oder dem Monopol zuzustimmen. Buhl begründet die von ihm und Delbrück beantragte motivirte Tagesordnung unter Hinweis auf die Lage der Tabakindustne, welche eine längere Ungewißheit nicht vertragen könne. Wmdthcnst erklärt sich für die Buhl'sche Tagesordnung und gegen jede neue Steuer, so lange nicht b>e direkten Steuern vermindert worden seien. Fritzsche ist für den Antrag Richter. Die Debatte wird hierauf geschlossen. Der Antrag v. Hohen- lohe-Langenburg's auf Tagesordnung wird abgelehnt und die motivirte Tagesordnung Delbrück's, Buhl's und Fugger's mit 181 gegen 69 Stimmen angenommen.
Es folgt nunmehr die Berathung des Antrages Klotz, betr. die Höhe der Gerichtskosten; danach soll der Reichskanzler ersucht werden, eventuell auf Herabsetzung der Gerichtskosten Bedacht zu nehmen. Klotz begründet den Antrag. Staudy befürwortet denselben An der weiteren Debatte betheiligen sich Rordeck zur Rabenau und Reichensperger, worauf der Antrag mit großer Mehrheit angenommen wird. Nächste Sitzung Donnerstag. Tagesordnung: Gesetzentwürfe, betreffend die Stempelavgaben und die Küstenfrachtschifffahrt.
Berlin, 28. April. Gegenüber der gestrigen Mittheilung der „Post", daß der Hamburgische BundeLraths-Bevollmächtigte Kirchenpauer geäußert habe, dem Anträge Preußens auf Einverleibung eines Thetles der Vorstadt St. Pauli stehe formell nichts im Wege, erklärt Kirchenpauer tn einer Zuschrift an die „Post", er habe sich so wie angegeben oder in diesem Sinne niemals geäußert, sondern sei im ^egentheil der Ueberzeugung, daß die Einverleibung des betr. Theiles von ^t. Pauli ohne die Zustimmung des Hamburgischen Senates rechtlich unzulässig sei.
Petersburg, 28. April. Es bestätigt sich, daß der Hauptschuldige an der Explosion im Winterpaia'.s, Namens Szawicz, seit vorgestern verhaftet ist. Ueber den Verlauf der Untersuchung fehlt zur Zett noch alles Verbürgte.
— Hiesige Blätter melden: Die Marineverwaltung beschloß, die Zahl der Matrosen in sämmtlichen Ostseehäfen auf 2900 zu beschränken. Wie verlautet, ist eine ähnliche Einschränkung bei der Flotte des Schwarzen Meeres bereits erfolgt, wobei das Continqent derselben um mehr als ein Drittel verringert ist.
London, 28. April. Morgen findet die Eröffnung des Parlamentstatt, zu wacher eine Thronrede erwartet wird.
Petersburg, 28. April. Das durch hiesige Zeitungen bestätigte Gerücht von der Ergreifung des Hauptschuldigen an der Explosion im Winterpalais kann, wie unterrichtete Personen versichern, nicht in dieser Weise verificirt werden, da von Untersuchungs-Ergebnissen, welche den Hauptschuldigen an der Explosion feststellen, absolut nichts bekannt geworden ist. Die „Agence Russe" telegraphirt auf Anfrage wegen Entdeckung des Hauptschuldigen: es kann absolut versichert werden, daß an der ganzen Nachricht nicht- Wahres ist.
London, 28. April, Abends. Neueren Dispositionen zufolge wird sich das Parlament morgen mit der Präsidentenwahl beschäftigen; die Thronrede wäre erst nach Beendigung der Wahlprüfungen zu erwarten.
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Lokales.
Gießen, 29. April. Das Spital für scrophulöse Kinder, das im vorigen Jahr durch den Verein für innere Mission in's Leben gerufen worden ist) wiro mit Anfang des Mai zu Nauheim wieder eröffnet werden. Für den ersten Monat sind Die vorhandenen acht Betten bereits besetzt. Anmeldungen für den Juni und die folgenden Monate sind an den behandeln den Arz, Herrn Dr. Ab6e in Nauheim zu richten. Das monatliche Kostgeld betragt für Un bemittelte 15 JL, für Wohlhabende 30 «X Bekanntlich ist die Anstalt durch freiwillige Beiträge begründet worden, sie wirb auch durch freiwillige Beiträge erhalten. Wer das wohlthättge Unternehmen unterstützen will, beliebe seine Gabe an den Rechner, Herrn Lehrer Reuß zu Nauheim, zu senden- Hier in (Sieben nimmt auch Herr Fabrikant E. Kaufmann Zahlungen entgegen.
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Vermischtes.
Frankfurt a. M., 26. April. Gchern Nachmittag fand im Hotel du Nord eine Versammlung behufs Gründung eines Verbandes zur Hebung und Ausbeutung der Geflügelzucht in Hesscn-Naffau, Großh. Heffcn, Pfalz re. statt. Auf Vorjchlag des Herrn Dr. Weivenhammer wuroe dci Präsident des lanvwuthichafllichen Vereins für Naffau Herr v. Hemskerk zum Vorsitzenden , alSoann Herr Mössinger (Eigenthümer des „Geflügelzüchter und Vogelfreund") zum Schriftführer erwählt. Der Vorsitzende eröffnete die Verhandlungen mit der Erklärung, daß die Geflügelzucht eine der Zweige der Landwirthschaft sei, deren Förderung in der nächsten Zeit eine ihrer wichtigsten Aufgaben bilden müffe. Bisher sei die Geflügelzucht von jedem Einzelnen anders und planlos gehandhabt worden. Der Hauptnachtheil sei aber, daß der Verkauf der Waare nicht organisirt sei In den größten Städien Frankreichs, in Paris, Lyon rc. habe man Markthallen, in deren Bureaux der Prooucent seine Waare zu ven besten Preisen anbringen könne. Bei uns aber müffe der Prooucent froh fern, irgend einen Händler zu finden, der das Product abnehme. Nothwendig sei aber einerseits Veredelung der Waare, andererseits Organisation des Absatzes. Zunächst habe sich die Versammlung darüber zu äußern, ob die in Dem vorgelegten Programm vorgeschlagene Organisation ihrer Ansicht entspreche. Herr Modrow (Eigenthümer der Anstalt Oberursel) schilderte in eingehender Weise die Vernachlässigung, die die Hühnerzucht in Deutschland finde. Auch Die Gestügelzuchtvereine, deren Bestrebungen alle Anerkennung verdienten, verfolgten falsche Ziele. An eine Verbesserung der Race sei nicht gedacht worden. Ebensowenig hätten die Prämiirungen einen reellen Erfolg gehabt. Der Consum von Geflügel habe seit 1860 sich auf das sechsfache vermehrt. DeShalb habe auch die Einfuhr von Ungarn, Italien, Frankreich sich auf 6 Mill. die der Eier auf 12 Mill. JL gehoben. Der sauptnachtheil für den Producenten in Deutschland sei, daß er von dem Händler kaum den Kostenpreis erlange; für ein Hähnchen z. B., für das auf dem Markt 1-5U bis 2 «X bezahlt werde, erhalte er nur 50 Andererseits müffe auch unser LanDhuhn durch eine Rare verbeffert werden, die in annähernd gleichem Klima lebe, und Dazu empfehle sich namentlich das französische HoudawHuhn, welches neben guter Legfähigkeit auch günstige Körperconstitution und große Mastfähigkeit besitze. Die Geflügelanstalt in Oberursel habe forcwährend so enorme Aufträge, daß sie genöthigt sei, zu theueren Preisen Material aus Frankreich kommen zu laffen. Diese Beträge konnten der Deutschen Landwirthschaft erhalten bleiben. Zu diesem Zwecke müßte sich aber die gesummte, auch kleinere Landbevölkerung- beteiligen. Im Interests der Allg«. meinheit hat sich die Anstalt bereit erklärt, das Institut zu opfern und Äntheilscheine von «X 150 auszugeben. Falls es sich um eine Gründung handle, hätte man einfach sich an Frankfurter Kapitalisten zu wenden brauchen. Redner empfahl nochmals den Plan einer Centralstelle, wie sie im Programm für die Oberurseler Anstalt vorgesehen sei. Die Herren Lehrer Seidt von Dettlar und ducke vom Fallershäuser Hof bei Offenbach sanden die Höhe von JL 150 für einen Anteilschein zu bedeutend, als Daß Die Bauern sich betheiligen könnten. Herr Möffinger wies darauf hin, daß nicht nur auf die kleinen Landwnthe, sondern hauptsächlich auf die Brauer, Brenner u. s w. gerechnet werbe, welche, da sie am ersten Durch billiges Futter u. s w. die Zucht mit großem Vortheü zu betreiben, in der Lage seien, den Anfang machen müßten. Welche Vortheile die Centralstationen für den Probucenten hätten, bewiesen die Mästanftalten in Frankreich zur Genüge und diesem System habe Frankreich hauptsächlich die Blüthe seiner Geflügelzucht zu danken.
Herr Dr. Schäfer aus Darmstadt, der durch sein langjähriges Wirken auf dem Gebiete der Geflügelzucht genau unterrichtet ist, weißt in längerer Rebe nach, daß, wenn die Geflügelzucht endlich in solche Bahnen gebracht werben soll, welche eine allgemeine Betheiligung der dabei am meisten inleressirten Kreise herbeiführe, so müffe ein Band zwischen dem Producenten und Ankäufer rejp. der Centralstation geschaffen werden, welche für Den ProDucenten eine seine Arbeit und Mühen lohnenden Gewinn brächten. Dieses sei jedoch am allerersten dadurch zu erreichen, daß zwischen beiden Partheien ein enges Band geknüpft würde, was in der durch das Progiamm proponirten Weise durch Ausgabe von Antheilscheinen bezweckt würde. 66 müsse vor allem etwas Bestimmtes für den Producenten geschaffen werden, so daß er bezüglich des Absatzes seiner Producte nicht an einen vorüberziehenDen Ankäufer gebunden sei, fonbera auf Abnahme zu bestimmten Preisen rechnen könne. Wenn man berücksichtigt, daß jeder An- theilscheinbesitzer für 75 brauchbares Zuchtmaterial erhalte, folglich sich cffectiv nur mit 75 engagire, so glaube er, daß dieses Vorhaben unterstützt zu werden verdiene und fordert zu reger Betheiligung auf.
Es erhob sich bann eine längere Debatte und beantragt Freiherr von Rabenau, der mit der Idee einverstanden, eine Commission zu wählen, welche der Sache näher treten und dir Interessen des Verbandes vertreten müsse. Auf Vorschlag des Dotsitzenben wuroe Deßhalb eint Commission von 7 Mitgliedern gewählt, welche unter besonberer Berücksichtigung der Fragt, wie dem kleinen Landwirtbe die Betheiligung zu ermöglichen sei, einen Statutenentwurf auszuarbeiten und einer demnächstigen weiteren Versammlung vorzulegen hat. Dieselbe besteht aus den Herren Madrow, Frhr. v. Rabenau, Frhr. W. v Erlanger iNieberingelheim) Dr. Schäfer (Darmstadt), Dr. Varrentrapp (Nilkheim), Präsident von Hemßkerk (Wiesbaoen), Lucke (PaterS- Häuser Hof). Die Commission wird Delegirte der Geflügelzucht- uno landwirthschaftlichen Der» eine mit Stimmberechtigung zuziehen, und Dann die constituirende Versammlung, zu deren recht reger Betheiligung aufgefordert wird, bekannt geben. Programme über das Unternehmen sind von der Geflügel-Anstalt in Oberursel zu beziehen.
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Bockenheim, 26. April. Der „Bockenheimer Anzeiger" berichtet: „Gestern ka« dahier ein Todtschlag vor, indem auf einem Oeconomiehofe ein zwischen zwei betrunkenes Knechten wegen einiger Kleinigkeiten entstandener Wortwechsel zur Schlägerei ausartete. wobet der eine dem anderen mit einer Schippe, bann auch noch mit einem Prügel mehrere tootlichk Hiebe beibrachte, in Folge dessen der Geschlagene balo darauf starb. Der Thäter wurde kurz daraus verhaftet. Auch auf einem zweiten hiesigen Hofgut gab es Schlägerei unter Den Knechten, der aber zu guter Zeit ein Ende gemacht wurde, ehe schlimmer Ausgang eintrat Ueberhaupr scheinen gestern die Knechte und Taglöhner auf den Höfen infolge von Zahltag oder dergleichen rebeQifch gewesen zu sein, da auch auf einem Hof in Praunheim Mißhelligkeiten entstanden, « deren Verlauf viele der dort beschäftigten Knechte den Dienst verließen "
— [®uten Appetit.j In dem Orte Neustadtl in Böhmen ereignete sich unlängst folgender bemerkenswcrthe Fall: Der Gastwirtb Peschka wurde von seinem Hunde gebissen, in Folge dessen das Thier dem ToDtengräber in Contumaz gegeben wurde. Bei Peschka kam nun wirkluy die Wuthkrankheit zum Ausbruch, welcher der Unglückliche auch erlag. Als man aber von dein Todtengräber den wuthkranken Hund verlangte, sprach dieser lakonisch: „Den hon ich gaffen (den habe ick gegeffen). Ihr habt den tollen Hund gegessen? entgegnete der Betreffenbe. -- Bester als der Hund mich", meinte ruhig der Mann. Bislang erfreut sich der Vollstrecker de» letzten Liebesdienstes noch der besten Gesundheit, und man 'ft gespannt darauf, ob das saubere Gericht für ihn ohne alle Folgen sich Kweisen wird.
• - ~ "fc „Äümmelblättcben".] Hat dieses weltstabtische aller t Getränke „Kümmel" erhalten ober ist das betreffende ifümmeln" entstanden, der so viel bedeutet als: etwas


