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Ne. 1OO. Freitag *>en 30. April 1880,
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AMigk- md Amtsblatt für bea Kreis Gießen.
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Amtlicher Hheik. Bekanntmachung.
Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntntß, daß dem Pferdemarkt - Comit6 zu Fritzlar die Erlaubntß zum Vertrieb von Loosen zu der gelegentlich deS zu Fritzlar am 14. und 15. Juli L I. stattfindenden Pferdemarktes daselbst beabsichtigten Verloosung in der Provinz Oberheffen ertheilt worden ist.
Gießen, den 27. April 1880. Großherzogliches Kreisamt Gießen.
________Dr. Boekmann.___________ Gießen, am 27. April 1880.
Betreffend i Statistische Nachweisungen über das Volksschulwesen.
Die Großherzogliche Kreis-SchuI-CommWon Gießen
an die Schulvorstände des Kreises.
orntand.
auSstellung kann nun geradezu als ein Triumph der Idee der Specialaus-
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stellungen bezeichnet werden. Nach diesem Erfolge steht es außer allem Zweifel, daß ähnlichen Fachausstellungen aller Nationen die Zukunft gehört. Die Aera der allgemeinen Weltausstellungen ist vorüber.
morgen eine weitere folgen wird. Es ist Eile nöthig, da die Regierung bereits die Commission, bestehend aus den Herren Mintsterialraih Fink, Hofrath Dr. Schäfer, beide in Darmstadt, Bürgermeister Dr. Dumont, Stadtbau- meister Kreyßig, beide tn Mainz, und Bürgermeister Höfel in Castel eingesetzt hat, um entsprechende Vorschläge zu machen.
Berlin, 26. April. Die Landwehr-Bezirks-Commandos werden nächstens Vorschläge in Betreff der Besetzung der Scconde-Lteutenants-Stellen bei den Ersatztruppen, den Garnison-Bataillonen und Landsturm-Formationen zu machen haben. Zu diesen Stellen können diensterfahrene mactive Unteroffictere, welche nicht mehr dienstpflichtig sind und sich zum Wiedereintritt füc den Fall einer Mobilmachung bereit erklären, in Aussicht genommen werden. Dieselben müssen'siK'm geordneten Verhältnissen und in eitler entsprechenden bürgerlichen Lebensstellung befinden. Haben diese Unteroffictere ihre dienstliche Brauchbarkeit dargethan, so können sie nach Maßgabe der für die Besatzungöarmee gegebenen Bestimmungen ohne vorangegangene Wahl des Offictercorps dem Kaiser durch die Gesuchslisten zur Ernennung zum Feldwebel-Lieutenant vorgeschlagen werden. Die Feldwebel-Lieutenants gehören zu den Landwehr Osficieren, und zwar zur Hauptklaffe der Subaltern-Officiere im Range der Seconde-Lieute- nants. Sie erhalten die Officter-Pension nebst Pensionszulage, wenn sie als Feldwebel-Lieutenanes eine dte Invalidität bedingende Verwundung oder Dienstbeschädigung erleiden. Auch dte Bewilligungen für ihre Hinterbliebenen regeln sich etntretenden Falls nach den Bestimmungen des Militär-Pensions- Gesetzes.
Berlin, 27. April. Das Project einer Quittungssteuer, dte sich jedenfalls für alle bürgerlichen Verhältntffe als sehr einschneidend erweisen würde, begegnet im Reichstage bei allen Fraktionen vielfach einer entschiedenen Abneigung. In Preußen bestand eine solche Steuer bis zum Erlaß des Gesetzes vom 26. März 1873, aber sie belegte damals nur zwei Klaffen der Quittungen mit dem Stempel, solche nämlich, welche als Rechnungsbeläge bei Ablegung von Rechnungen Seitens einer öffentlichen Behörde dienten, und solche, welche von einem Notar oder Beamten ausgenommen und anerkannt wurden. Dte Aufhebung tn dem erwähnten Gesetze geschah gegen den Wunsch des Ministeriums auf einen Antrag des Abg. Bähr-Kassel hin, welcher von der den Regierungs-Entwurf vorberathenden Commission mit 5 gegen 5 Stimmen abgelehnt war. Der Antragsteller gewann tm Plenum des Abgeordnetenhauses die Mehrheit für sich durch die Ausführung, daß dte Steuer eine durchaus rationelle sei und daß man jene beiden Klaffen von Quittungen nur deshalb herausgegrtffen habe, weil man zufällig diese beiden besser controltren könne, als alle anderen.
— Aus Süd-Deutschland wird der „Köln. Ztg." geschrieben: Freudige Zustimmung oder gar Begeisterung kann Niemand für neue Steuervorschläge erwarten, auch dann nicht, wenn durch dieselben andere Steuern beseitigt werden sollen, welche nach richtiger fachmännischer Würdigung drückender sein müssen, als ihr Ersatz. In diesen Dingen ist alle Theorie grau; an sich lästigere gewohnte Leistungen werden weniger schwer empfunden, als neue richtiger verthetlte, bis auch hier dte Zeit ihre beruhigende Kraft bewiesen hat. Ganz besonders ungnädig nimmt natürlich die misera contribuens plebs, worunter wir hier das ganze Heer der Steuerzahler von der Ceder bis zum Mop verstehen, dte Zumuthung neuer Auflagen auf, wenn die Aufhebung der älteren erst tn der Zukunft schwebt. Nicht blos unter der Wucht dieser allgemeinen Abneigung, sondern dazu noch durch nothwendige innerliche Unpopularität belastet, steht von den B standtheilen der neuen Stempelvorlage dte Qutttungssteuer da. Wohin man hört — und man braucht nicht hinzu-- hören, da die lauten Klagen sich an Jeden, den es irgend angeht, herandrän- gen —, ist nur eine Stimme der Verunheilung über eine Besteuerung, deren Erträgniß mit der dadurch erzeugten Belästigung des Verkehrs und Mißstimmung in gar keinem Verhältntß steht. Mit dem Hinweis auf andere Länder, wo die gleiche oder ähnliche Besteuerungsformen sich eingebürgert haben, ist es hier nicht gethan. Man muß sich fragen, ob es eine richtige Finanzpolitik ist, zu einer Zett, wo vielfach andere neue Besteuerungswege mit den unaus-
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Zu unserem Ausschreiben in rubricirtem Betreff Nr. 96 dieses Blattes bemerken wir, daß unter II der Stand der Fortbildungsschulen nach Beginn der Schulperiode 1879/80 anzugeben ist.
Dr. Boekmann.
Deutschland.
Gießen, 29. April. Unsere Tabaksindustrie darf einigermaßen aus- athmen. Gestern gelangte im Reichstag der Antrag des Abgeordneten Richter (Hagen): „zu erklären, daß der Reichstag eine wettere Erhöhung der Tabaksteuer oder das Tapaksmonopol für wirthsch aftlick, finanziell und politisch durchaus ungerechtfertigt erachtet" „ut Discusfion. Der Antrag wurde zwar abgelehnt, dagegen derjenige der Abgeordneten Dr. Buhl, Delbrück und Genossen (stehe Reichstagsbericht tm heutigen Blatte) mit großer Majorität angenommen. Gestern Abend erhielt die hiesige Handelskammer von unserem Reichstagsabgeordneten Freiherrn von Rabenau folgendes Telegramm: „Antrag gegen Tabakmonopol mit großer Majorität angenommen". Es erhellt daraus wohl, daß auch unser Vertreter tm Retcbstag tm Sinne seiner Wähler gewirkt und gestimmt hat.
Mainz, 26. April. Hinsichtlich der Frage des Platzes für die zu erbauende stehende Brücke zwischen Mainz und Castel ist hier eben eine lebhafte Agitation tm Gange, da gewünscht wird, dte neue Ueberbrückung mehr tn-'s Herz der Altstadt zu verlegen. Es fand zu diesem Zwecke gestern Abend rt«e vorbereitende Versammlung statt, He Vn provisorisches Comtt6 von 15 Herren, theils von Castel und Kostheim Uhlte, um demnächst eine Volksversammlung zu berufen. Heute fand eine dieses Comitäs statt, dem
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Die Special-Ausstellungen.
Die internationale Fischerei-Ausstellung zu Berlin scheint berufen zu sein, die Idee der allgemeinen Weltausstellungen zu verdrängen und eine Aera von Fach- und Specialausstellungen etnzuleiten. Zwar plant man noch immer neue Weltausstellungen, neuerdings z. B. für New-Dork, und auch für eine Berliner Weltausstellung ist tn jüngster Zeit oft das Wort ergriffen worden. Indessen wurden jedem neuen derartigen Unternehmen stets ernste Bedenken rntgegengeführt. weil nicht nur die großen Kosten, meist Defictts von Millionen, nicht im Einklänge mit dem reellen Erfolge der Weltausstellungen stand, sondern auch, weil der Ehrgeiz der Nationen, in der Veranstaltung der Ausstellungen sich den Rang abzulaufen, eine wahre Hetzjagd veranstaltete, bet welcher schließlich dte Industrien und Scwerbszweige, welche Ausstellungsobjecte einsaudten, am meisten zu tragen hatten und ermüdeten. Für ein Land wie Australien wag heute noch eine Weltausstellung großen Nutzen i haben, weil es seine billigsten Jmportquellen studtren kann, und es ist, besonders auch für dte deutsche Industrie, wichtig, sich in Sidney und Melbourne z gut vertreten zu lassen, weil in Australien ein großes Absatzgebiet zu erobern ist.
Für ältere Culturstaaten aber find die Weltausstellungen nicht genügend, weil sie nicht in Wahrheit ein getreues Bild der Industrie zu liefern vermögen, sondern zu einem Schaugepränge, zu einer Ausstellung der hervorragendsten, oft mehr künstlichen, als künstlerischen Dinge geworden sind. Wollten die Industrien aller Länder so umfassend vertreten sein, wie es nöthig wäre, um einen vollen Einblick tn ihre Bedeutung zu gewinnen und Nutzen aus ihren internationalen Beziehungen zu ziehen, so würden die Kosten in's Unendliche wachsen, so würde der Umfang einer solchen Weltausstellung sie zur Unwöglichkeit machen.
Günther bi‘ .rt.fcn, SpiloslMS 7' d« Lwn« WOMk-ufM ränmng na«
praktischer und nützlicher wirken, als dte kleinen allgemeinen Jndustrteaus- > » sich meines stellungen; sie sind sogar, wenn auch nicht glänzender, so doch interessanter . und belehrender selbst für das große Publikum. Die internationale Fischerei-
Die einfachen Specialausstellungen auf nationalem Gebiete, wie sie feit einigen Jahren eifrig von einzelnen Gewerken und Industrien in Deutschland --y in Scene gesetzt worden sind, so z. B. die deutsche Müllerei-, dte Papier-, dte Leder-Ausstellungen u. s. w. haben bereits den Beweis geführt, daß sie


