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In der Kirche zu Lützellinden soll sämmt- liches Holzwerk in Oelfarbe gestrichen werden. Offerten für diese Arbeit nimmt der Unter­zeichnete bis zum L. k. M. entgegen

gethan. Man erinnert daran, daß der Czar bei Gelegenheit der berühmten Zusammenkunft von Reichstadt, welche die Orientfrage einleitete, den Ausspruch gethan hat, Rußland stehe im Oriente Oesterreich im Wege, es verlange nur im Osten der Balkanhalbinsel dieselbe Stellung, welche Oesterreich tm Westen der Halbinsel anstrebt. Das soll nun auch das Programm sein, durch welches Oesterreich mit Rußland versöhnt und die Wiederaufrichtung des Drci-Katser- Bündnisses ermöglicht werden soll.

1. Aepfelbäume

2 Birnbäume

3. Kirschbäume

4. Nußbäume

5. Zwetschenbäume

6. Pflaumenbäume

7. Verschiedene andere Sorten

Worms, 27. Septbr. Eine gestern in einer hiesigen Bierbrauerei stattgehabte Saal­einweihung mit darauffolgender Abendunterhaltung hat ein sehr blutiges Ende genommen. Während des Tanzens kam es zu einer Streitigkeit, die sich alsbald zu einer heftigen Schlägerei entwickelte und die Polizei zum Einschreiten nöthigte. Dabet erhielt ein Schutzmann von einem jungen Burschen einen Stich, der den sofortigen Tod des Gestochenen zur Folge hatte. Em anderer, seinem Kameraden zu Hülfe eilender Schutzmann erhielt gleichfalls mehrere Stiche in den Unterleib und ist derart verletzt, daß an seinem Aufkommen gezweifelt wird. Der Thäter, ein Arbeiter Schmitt aus Weinheim, ist verhaftet.

Frankfurt, 24. September. DieFranks. Zig." entnimmt einem Prtvatbriefe aus Valparaiso in Chile das Nachstehende:In die gerade herrschende stille und beschauliche Zett fiel das ziemlich aufregende Erscheinen zweier ferner Herren, welche, von Deutschland eben zugereist, beabsichtigten, hier eine große Niederlage deutscher Fabrikate anzulegen, als Vertreter vieler ungenannter Fabrikanten. Nobel waren die Neuangekommenen in jeder Wctse, in Zeug, Auftreten, Esten und Trinken, bewandert in allen Hauptsprachen; sie fanden auch bald genug gute Bekannte und Freunde unter allen Natronalitäten, wie das ja bet so reich auftretenden Herren mit solchen Zwecken sich von selbst zu finden pflegt. Sie machten auch Besuche bet allen Vertretern (meistens Deutschen) der großen Valparaisoer Häuser am hiesigen Platze und zuletzt auch bet unserem Consul Herrn A-bert Junge, welcher ebenfalls mehrere deutsche Häuser von Vasparatso vertritt. Diesem Herrn fiel es auf, daß die Herren Hellmann und Morris, welche doch eben erst angekommen, ihm so ctgenthümlich bekannt schienen und daß dieselben ohne Empfehlungsbriefe waren, wie solche selbst der reichste Geschäftsmann mit sich zu führen pflegt, und auch keine bestimmten Fabriken nannten, für welche sie hier Waarenlager halten wollten. Beim Zubettegehen und beim Aufstehen dachte Herr Junge an die neuen Bekannten, bis ihm einfiel, unter seinen Photographien guter Freunde und unter den ihm von Amtswegen gesandten sich Auskunft zu schaffen.' Nun traf cs sich, daß die Herren Hellmann und Morris wie ein Et dem andern den Bildern der seit 21. Mat aus Frankfurt a. M. verloren gegangenen Herren Gebrüder Sachs ähnlich sahen und so wurden sie schnell unter gute Aufsicht in Poltzet- gewahrsam genommen."

6. Die Verpachtung eines Lagerplatzes in Oswald's Garten.

7. Gesuch des Christian Keller um käufliche Ueberlaffung städtischen Geländes.

8. Gesuch der Ehefrau des Wilhelm Steinbach um käufliche Ueberlaffung städtischen Geländes.

9. Gesuch des Karl Steinmüller I. um Bauerlaubmß.

10. Gesuch des Wilhelm Seipp um Erlaubniß zur Erbauung eines Nebengebäudes und zur Anlegung einer Einfriedigung.

11. Gesuch des Karl Brandes, Wilhelm Wagner II. und Heinrich Rusag um Er- lauvniß zur Anlegung von Ueberfahrten.

12. Gesuch des Kaufmanns Karl Möser um Erlaubniß zur Anlegung eines Stegs über die Wiejeck.

13. Die Verbesserung des Erdkauterwegs betr.

14. Die Verbesserung des Rothhohlwegs.

15. Kosten-Decreturen.

Telegraphische Depeschen.

Wagner'« telegr. Correspondenz.Bureau.

Loudon, 27. Septbr. Ein Telegramm aus Galway meldet, Lord Mounthmorris, irischer Großgrundbesitzer, sei ermordet worden; derselbe habe gestern Streit mit feinen Zinsleuten gehabt.

Stuttgart, 27. Septbr. Der König und die Königin sind hier ein­getroffen. Morgen hält der König das landwirthschastliche Hauptsest zu Eann- statt ab und reist am Mittwoch wieder nach Friedrichshafen zurück. Se. Ma­jestät hat für die vom Hagelschaden Betroffenen 10,000 gespendet. Staatsminister v. Mittnacht hat sich zum Besuche des Prinzen Wilhelm nach Ludwigsburg begeben.

Konstantinopel, 27. Septbr. Die Botschafter der Mächte über­reichten heute dem Minister des Auswärtigen eine Note, worin sie ihren bis- herigen Standpunkt betreffs der montenegrinischen Frage absolut aufrecht er^altgpnfcptt, 27. Septbr. Die Ermordung des Lord Mounthmorris ver- ursacht große Erregung in Irland. Man glaubt, die Regierung werde strenge Maßregeln gegen agrarische Ausschreitungen ergreifen-

Gravosa, 27. Septbr. Der montenegrinische Minister des Auswär­tigen ist hier eingetroffen, um an den Berathungen der Admirale der Groß- Mächte theilzunehmen. t

London, 27. Septbr., Abends. Ein Individuum Namens Dweeny wurde wegen Verdachtes der Teilnahme an der Ermordung des Lord Mounth- morrts verhaftet.

Berlin, 27. Septbr. Die «Nordd. Allg. Ztg." hört, der neuerliche Aufschub der Operationen des internationalen Geschwaders sei in erster Linie durch den Wunsch des Fürsten von Montenegro veranlaßt, der behufs Vor­nahme umfangreicher militärischer Dispositionen eine mehrtägige Verzögerung der Flotten-Operationen nachsuchte. Den Fürsten leitete hierbei die von Riza Pascha in aller Form abgegebene Erklärung, Dulcigno gegen wen es immer sei mit allen zu Gebote stehenden militärischen Mitteln aus's Aeußerste 6er« theidigen zu wollen, so lange er nicht von Konstantinopel Befehl zur Ueber- gabe erhalten habe. Ein solcher Befehl sei bisher nicht eingetroffen und nach der Erklärung des Sultans, den Ereigniffen ihren Lauf taffen zu wollen, auch kaum zu erwarten.

Wien, 27. Septbr., Abends. DiePolit. Corresp." bestätigt nach Meldungen aus Ragusa, daß die Flottenaction bis Mittwoch verschoben sei, und zwar in Folge Wunsches des Fürsten von Montenegro, welcher auf eine Anfrage bei Riza Pascha wegen deffen eventuellen Verhaltens die Antwort erhielt, daß Riza, da er ohne Instructionen von Konstantinopel sei, dem Lor- morsche der Montenegriner bewaffneten Widerstand entgegensetzen müffe. Ad- miral Seymour willfahrte dem Wunsche des Fürsten von Montenegro, da die veränderten Verhältnifle neue Dispositionen von Seiten Montenegros, nament­lich eine bedeutende Verstärkung des montenegrinischen Occupationscorps noth- toenbig machten. Der Fürst wird von der neuen Sachlage die Großmächte in Kenntniß setzen. Meldung derPolit. Corresp." aus Konstantinopel vom 27.: Die Botschafter der Großmächte thaten energische Schritte bei der Pforte, um dieselbe unter Hinweisung auf die feierlichen Versicherungen bezüglich der Mission Riza's betreffs Dulcignos zu bewegen, Riza die Instruction zuzusenden, daß er sich gegenüber der Flottenaction und dem Vormarsche der Montenegriner mindestens neutral verhalte. Die Botschafter unterließen nicht, auf den Ernst der Situation aufmerksam zu machen, die aus einem eventuellen Conflicte der Montenegriner mit den regulären türkischen Truppen entstehen könnte- In diplomatischen Kreisen Konstantinopels gilt eine weitere Verzögerung der Flotten- action, welche Mittwoch beginnen soll, für ausgeschloffen.

Summe der

(SchwurgerichtLverhandiung am 27. September d. I. gegen Georg Weitzel von Schwarz wegen Versuchs der Nothzucht.j Weitzel wurde dieses Verbrechens für überführt er­achtet und in eine Gefängnißstrafe von sechs Monaten verurthetlt.

Gießen, 28. Septbr. DieKöln. Ztg." vom Gestrigen bringt aus Köln nachstehende Local-Notiz:

Ein Reisender aus Gießen, welcher am Samstag Nachmittag hier anlangte, nahm die Hülfe eines Dienstmanns in Anspruch, um sein Gepäck nach einem Gaphause bringen zu lassen. In einer Wirtschaft auf dem Buttermarkce fand er Aufnahme und Gesellschaft, bei der auch Damen nicht fehlten. Die Gesellschaft wurde bald äußerst gemächlich und der Gießener fand sich in dem Kreise der fidelen Schönen so wohl, daß er lange aushielt. Erst gegen 2 Uhr Morgens fand er sich ty den Anlagen an der Neuen Brücke wieder. Hierüber war derselbe nicht wenig erstaunt, noch mehr aber steigerte sich seine Verwunderung und diese ging zuletzt in einen nicht geringen Schrecken über, als er die Entdeckung machen mußte, daß ^vollständig ausgeplündert war. Es fehlte ihm das Portemonnaie mit 42 X, eine Brieftasche mit vier 100-Markscheinen, ein Wechsel von 106 X und seine silberne Uhr nebst goldener Ketce. Ein junger Mann wurde in derselben Nacht als muthmaßlicher Theilnehmer an der Beraubung des hereingefaüenen Fremdlings eingebracht; man fand bei ihm zwar keinen der genannten Gegen­stände, wohl aber verschiedene Muster, welche jener auch mit sich geführt haben wollte.

Zwei jungen Herren, welche gestern Abend 11 Uhr auf dem Seltersweg Feuer schrieen, wurde Seitens der Schutzleute der Brand gelöscht.

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Die verfallenen Pfänder

müssen längstens bis zum 25. Oetober ausgelöst oder prolongirt werden, andernfalls dieselben zur öffentlichen Versteigerung kommen.

6331)H. Grünebamn.

Lokales.

Gießen, 28. Septbr. Tagesordnung für die Stadtverordneten - Sitzung am Donnerstag, den 20. September 1880, Nachmittags 4 Uhr, im alten Real­schulgebäude r

1. Die Ergänzungswahl des Stadtvorstandes pro 1881/fi3.

2. Die Quellwasserleitung.

3. Vergebung Plockischer Stiftungspfründen.

4. Die Erweiterung der Exercier- und Schießplätze für das hiesige Regiment.

5. Die Grundzinsen betr.

6333) Am Freitag den 29. Oetober e., Nachmittags 2 Uhr, soll die der Kretssparkafle zu Wetzlar zugehörige

MssermWe bei Jieulurdjm (Kreis Wetzlar) in dem Kaffenlocal Hierselbst unter günstigen Bedingungen meistbietend verkauft werden.

Die Mühle, an der Kreisstraße belegen, hat 2 Mahlgänge und 1 Oel- gang. Die Gebäude, vor wenigen Jahren erst neu erbaut, befinden sich im besten Zustande und sind hinreichend zu einem ausgedehnteren Betrieb. Die zugehörigen Ländereien (ca. 90 Ar) liegen nahe bei der Mühle.

Nädere Auskunft ertheilt der Director der Kasse P. Schlabach.

Wetzlar, den 25. September 1880.

Das Kuratorium der Kreis-Sparkaffe.

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Gießen, 28. Srptbr. Die Aufnahme der Obstbäume tm Kreise Gießen hat ergeben, ) die nachstehend angegebenen Mengen durch den Frost im verflossenen Winter zu Grunde gegangen, beziehungsweise durch denselben nicht berührt worden sind:

Zu Grund gegangen: Gesund geblieben:

Handel und Berkeyr.

Gießen, 28 Septbr. Auf dem heutigen Wochenmarkte kosterr: Butter per Pfd. X 1,08 btS 1.12, Hühnereier 1 Stück 56H, 2 St. 0 Gänseeier 1 Stück 13-11 H Käse per Stück 510 H, Käsematte per Stück 23 Erbsen 1 Ater 20 H, Linsen 1 Liter 22 Tauben das Paar 4060 A Hühner p.'St. X 0.801.00, Hahnen p. St. X 0.500.80, Wälsche X 9.000 00, Enten per Stück X 1.40 1.70, Ochsenfletsch 66 - 68 H per Pfd., Kuh. und Rtndfletsch 4850 H, Kalbfleisch 4550 H, Hammelfleisch 60-70 H, Schweinefleisch 6668 H, Kartoffeln per 100 .Wo X 3.75-5 Zwiebeln v. Ett X 56.00, Milch per Liter 16 und 18 H, Weißkraut 100 Stück X 6.009 00. Zwetschen per Ctr. X 3.504.

Vom 1. Oetober an Eröffnung und Befahren des Wocheu- marktes Morgens 6 Uhr.

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Bekanntmachung.

6317) Zeige hiermit ergebenst an, daß ich Obstbaume (aus Nord­deutschland bezogen), in Commission übernommen habe, mit dem Bemerken, daß ich solche zu demselben Preis ablasse, wie dieselben an die Mitglieder des landwirthschaftltchen Beztrksverein Friedberg abgegeben werden.

Die Probestämme sind von zwei Sachverständigen geprüft und als sehr schön und ohne Frostschaden befunden worden.

Bestellungen bitte bis zum 15. October abzuqeben.

Karl Berger, Handelsgärtner.

Das Zuschneiden und Unfertigen von

lehrt die Unterzeichnete in zwei- und vier- wöchentlichen gurien, in und außer dem Hanse, nach einem selbstverfaßten Lehrbnche. (5979) Marie Struth, Gartseld, bei Hin. Jutzi.

M. Klltr.

Grund gegangen:

46,139

9,878

3,748

900

229,524

1,210

621

Gesund geblieben:

83,882

50,562

15,457

3,416

194,658

3,429

1,018

292,020

352,422

292,020

vorhanden gewesenen Bäume 644,442