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Lokales

Gießen, 27. April. Taaesoronung für die Stadtverordneten - Sitzung am

Donnerstag, den 29. April 1880, Nachmittags 4 Uhr, im alten Nealschul-

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Ingenieurs Karl Pütz um Erlaubniß zur Anlegung einer Einfriedigung Georg Volk um Erlaubniß zur Anlegung einer Einfriedigung.

Gebrüder Adami um Erlaubniß zur Vornahme von Bauveränderungen. Wirths Fritz Lony um Erlaubniß zur Legung einer Steinplatte. Ludwig Kohlenmann von Gießen um Bauerlkubntß.

Kraft getreten ist, der Hanbelsstand aber bas dringende Bebürfntß empfindet, Zeit lang mit prtncipiellen Neuerungen, welche die Basis seiner Transacttonen rücken, verschont zu werden;

in fernerer Erwägung, daß daß von der Tarifeommission empfohlene neue Tarifschema zwar manche

Wabl der Mitglieder der Einschätzungs-Commission für das Jahr 1880/81.

Ergänzung des Wtesenvorstandes.

Mitpredtgersteüe resp. die Bildung einer dritten evangelischen Pfarrstelle.

Schulhaus für die höhere Mädchenschule bctr.

Anstellung des Forstwarten Volz für den Schutzbezirk Hangelstein.

stimmungen enthält, welche gewissen Branchen und Verkehre» als Erleichterungen zu gute kommen würden; diese Zugeständnisse aber erkauft werden sollen mit wesentlichen Tarifvertheuerungen für andere Handelszweige und Geschäftsverbindungen; zu einer Zeit, wo sich von keiner Industriebranche ober Handelslhättgkeit bestimmt be; haupten läßt, daß sie eine Tariferhöhung zu ertragen vermöchte;

in endlicher Erwägung,

daß die allgemeinen Wagenladungselasien, deren Beseitigung geplant ist, nach wie vor als eine rationelle Einrichtung angesehen werden müsien, auf welche der Handels­stand nicht verzichten fann*,

beschließt der Deutsche HandelStag, den Minister zu ersuchen, von dem ihm zustehenden Ein-

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für seine einstmalige Diamantengeschichte nach Turkestan verbannt war, jetzt in Schlüstelburg einsperren zu lasten, weil derselbe sich in nihilistische Umtriebe eingelassen." Dieser Jüngling hatte sich vor Jahren aus Neigung sür gewiste Damen zu Wiederholtenmalen heimlich FamilienDiamanten, die ihm nicht ge­hörten, angeeignet. Er wurde dann verbannt, vor circa einem halben Jahre aber wieder nach einem europäischen Gouvernement zurückberufen. Der Ausent- halt in Petersburg blieb ihm aber untersagt.

15. Trottoirpflasterung m der Ludwigsstraße.

16. Gesuch des Turn- und Schwimmlehrers Christoph Rübsamen um käufliche lieber» lassung städtischen Geländes.

17. Grabdenkmäler betr.

18. Kosten-Decreturen.

Gießen, 26. April. fAuszug aus den Verhandlungen der Großherzogltchen Handelskamme r-1

1. Der Vorsitzende berichtet über 40 Einläufe.

2. Dcr bleibende Ausschuß des Deutschen Handelstages thellt durch Cireularschreiben vom 18. v. Mts. mit, daß er in Folge des von 35 Mitgliedern des Deutschen Handelstages gestellten Antrages auf Berufung einer Plenarversammlung zur Begutachtung der bekannten Beschlüße der ständigen Eisenbalm-Tarifcommission und des Ausichusieö der Verkehrsinteresienten, betreffend Abänderungen des allgemeinen Güter-Tarif'SchemaS der deutschen Eisenbahnen lEin- führung einer zweiten ermäßigten Slückgutclasse unter Beseitigung der allgemeinen Wagen» ladungselaffen), welchem nach § 5 der Statuten stattgegeben werden muffe, behufs Vorbereitung der Plenarversammlung und Feststellung der Tagesordnung zusammen getreten sei; der Vertreter der Handelskammer Breslau habe in dieser Sitzung den Antrag eingehend begründet und empfohlen, der in Aussicht genommenen Plenarversammlung die folgende Resolution zur An^ nähme vorzuschlagen:

Erwägung,

daß daS auf den deutschen Bahnen geltende Frachttarifschema erst seit kurzer Zett in

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5. Die Ächtruvg der tiikehr u., Hai ^rsiellig zu toe Tatbung, jedoch ieslbloh drßhait Äeberboli zu i

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Norden hin, um eine Durchfahrt nach dem großen, nur wenige Tagereisen jenseit der niedrigen Berge und des Urwaldes sich ausdreilenden Weltmeeres zu finden, von dessen Vorhandensein Columbus sichere Kunde hatte und an dessen Gestade Balboa 1513 das Banner Spaniens entfaltete. Nicht immer bestand, wie noch A. v. Humboldt annahm, die Verbindung Nord- und Südamerikas durch die feste Brücke von Panama, vielmehr hat sich der genaueren Forschung die Landenge von Panama als der ziemlich jugend­liche Verschluß einer ehemaligen wassergefüllten Lücke zwischen den beiden amerikanischen (Kontinenten erwiesen, so daß von einem Zusammenhang zwischen den mächtigen Meridiangebirgen Nord- und Südamerikas nicht die Rede fein kann. Dieser Umstand muß für die Unternehmer eines Durchstichs besonders ermuthigend fein; in der That haben auch genauere Untersuchungen ergeben, daß bei einer Erhebung von nur 160 m im Maximum die Länge eines Canals von Panama nach Colon nur etwa 8 Meilen betragen würde. Auch die geologische Beschaffenheit würde nicht unüberwindliche Hindernisse bieten, da nur auf einer Strecke von Vr Stunde basaltisches Gestein seine Säulen aufgerichtet hat. Allerdings würden die zu überwindenden Schwierigkeiten hier immer noch größer sein, als bei der Ausgrabung des Canals von Suez; denn obwohl vom rothen zum mittelländischen Meer 75Mill.obin ausgeworfen werden mußten, so hatte man doch nur lockere Sandmassen zu bewältigen, die zum Theil auch durch Bagger­maschinen gehoben werden konnten; bei der Grabung eines Canals von Panama nach Colon würden allerdings nur 48 Mill, cbm auszuheben sein; aber man müßte durch­gängig in festem Gestein arbeiten. Das meiste Geld würde ein Tunnel verschlingen der in so großartigen Dimensionen angelegt werden müßte, daß die größten Schiffe mit all ihrem Takelwerk bequem hindurchgleiten könnten. In dem Flußlauie des dem atlantischen Ocean zuströmenden Rio Chagres, der mit einem Kme sich bis auf 6V4 Wegstunde dem paci fisch en oder stillen Ocean nähert und sich dabei nur 14 m über demselben hält, hat die Natur gleichsam die möglich günstigste Linie sür einen Canal vorgezeichnet. Und bereits hat die Eisenbahn, welche den Isthmus überschreitet, das Thal dieses Flusses als bequemste Linie für ihren Schienenweg benutzt. Freilich wird man den Fluß selbst nicht zum Canal erweitern wegen d^r durch die tropischen Regen­güsse hervorgerufenen bedeutenden Schwankungen seines Spiegels. Wie aber dem erfindungsreichen Geiste des Menschen gegenüber auch die scheinbar unüberwindlichen Schranken, welche die Natur dem Willen desselben entgegensetzt, doch siegreich über­wunden werden, das hat uns erst in den letzten Wochen die Durchbohrung des St. Gotthard gezeigt; deßhalb ist es unzweifelhaft, daß auch der Durchstich der Panama- Landenge gelingen wird, noch dazu, wenn das Riesenwerk von einem Manne wie F. von Lesseps in die Hand genommen wird, welcher bereits auf den Suezcanal als beredte .ß.ugen seines Könnens Hinweisen kann. Die Kosten des Durchstichs des Panama-Jsthums an der bezeichneten Stelle würden über 1200 Mill. Francs betragen, so daß das Unternehmen nur bei dem allseitigsten Interesse des Großcapitals zu Stande kommen kann.

Den größten Nutzen von diesem den großen mit dem atlantischen Ocean ver­bindenden Canal müssen selbstverständlich die Weststaaten Nord- und L>üdamerikas haben, da beispielsweise der Weg von Lima nach New-Iork um 5300, von San Francisco nach Liverpool um 6200 Seemeilen abgekürzt werden würde. Wohl könnte man bei dem Verkehr des amerikanischen Westens mit dem Osten an die Concurrenz der Pacific-Eisenbahn, sowie an die bis an den Fuß der Anden führende Wasserstraße des Amazonas erinnern; aber bekanntlich bedient das Schiff billiger, als die Eisenbahn, und andererseits stellt sich zwischen den Oberlauf des wasserreichen Amazonas und die Westküste Südamerikas die Hochgebirgskette dcr Anden als wirksamste Schranke für den Verkehr des Großhandels. Der Handel der amerikanischen Oststaaten müßte aber auch insofern einen mächtigen Impuls erhalten, als für denselben ein birecter Seeweg nach den östlichen und südlichen Gestaden Asiens und Australiens durch diesen Canal geschaffen würde. Für den Handel Europas mit Asien und Australien scheint dieser Seeweg der Zukunst nicht dieselbe Bedeutung zu haben, da der Weg durch die Land­enge von Suez immer noch um 1000 Seemeilen kürzer ist, als tue gerade Linie nach Westen. Bedenke man aber, daß im rothen Meer für Segelschiffe nur in einem kleinen Theile des Jahres günstige Winde wehen, auf einer westlichen Fahrt durch den Canal von Panama aber die in der tropischen Zone wehenden regelmäßigen Passatwinde in wünschenswerthester Weise die Fahrt von Segelschiffen und von mit Segelwerk ver­sehenen Dampfschiffen beflügeln würden. Nach alledem müssen wir von Herzen wünschen, daß auch die vereinigten Staaten von Nordamerika, welche eifersüchtig das Uebergewicht europäischen Einflusses von ihrem Machtbereich cernfoalten möchte, alle Schwierigkeiten fallen lassen möchten, damit das große eminent internationale Werk zur Ehre und zum Nutzen der Culturstaaten aller Länder begonnen und vollendet werde. Cz.

6. Die Versteigerung von Bauplätzen in der Schillerstraße.

7. Die Anlegung eines Verbindungswegs vom Brand nach dem neuen Justizgebäude.

8. Die Straßenbeleuchtung mit Gas.

9. Gesuch des Schmiedemeistcrs Emil May um Erlaubniß zur Erbauung einer Werkstätte.

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Eine Mclthandclsstraße der Zukunft.

lieber der rapiden Ausbreitung und Verdichtung des Eisenbahnnetzes in allen der Cultur gewonnenen Länderräumen unseres Planeten vergißt man häufig, welch einen bedeutenden Aufschwung die auch im Dienste des Welthandels stehenden Flotten der großen Culturstaaten genommen haben. Nicht allein hat sich die Zahl derselben in den letzten Jahrzehnten bedeutend vermehrt, sondern die Kauffahrer sind auch durch das stetige Wachsthum ihres Volumen und durch die immer allgemeiner werdende Jndienstnahme der Dampfkraft außerordentlich in ihrer Leistungsfähigkeit gewachsen. Erinnern wir uns außerdem noch der Bevorzugung von Segel und Ruder vor der Locomotive, daß dem Schiffe nicht die Marschroute eines schmalen Geleises vorge­schrieben fft, sondern daß es seinen Kiel in selbstherrlicher Wahl nach allen Richtungen einer 32faaj geteilten Windrose richten und nach den Schätzen und Früchten aller Zonen vom heimischen Port aus fahren kann, so roirb der Berus bes Schiffes als eines Hauvtvermittlcrs bes Welthanbcls, als augenscheinlich unb unzweifelhaft gelten. Bei dem ehrwürdigen Alter der Schifffahrt ist ihr Wachsthum in den letzten Jahr­zehnten kein so augenfälliges gewesen- für die Wichtigkeit derselben aber spricht deut- lich auch der Umstand, daß die l'ntdeckung neuer Seewege zu einem der wichtigen gactoren gehörte, welche seit dem Ende des 15. Jahrhunderts eine neue Epoche in der Entwickelung der Menschheit, der europäischen wie der außereuropäischen, herbeiführte. Und noch heutzutage gehört b-e Amfindung neuer Seewege zu Ereignissen, denen das gebadete Publikum aller Länder mit Interesse folgt. Zu einem Triumpbzugc sonder Gleichen hat fick die Rückkehr des nordischen Gelehrten Nordenskjöld und seines treuen Capitän Palander gestaltet, welche im vergangenen Jahre mit einem Muthe ohne Gleichen längs der Nordkuste des unwirthlichen Sibiriens bis zum Ostcap Asiens vor­gedrungen sind und damit zum ersten Male das Problem einer nordöstlichen Durch­fahrt gelöst haben. Nicht minder groß mag der Triumph des Engländers M'Clure gewesen fein, als er im October 1850 der Nordküste des westlichen Kontinents nach Westen folgend die nordwestliche Durchfahrt vollbracht hatte. Beide Erfolge kühner Männer werden jedoch für den Welthandel zu keiner Zeit eine Bedeutung gewinnen rönnen, da dieser nie eine so schwierige, gefährliche unb wenig lohnende Bahn auf. fudjen roirb. Ungleich größer ist daher das Interesse, welches das Großcapital an einem Pro)ect nimmt, mit dessen Realisirung dem oceanischen Verkehr ein bcbeutvnber SmpuU gegeben werden würde: 16 ist die Durchstechung der Landenge von Panama. Zierlich unb anmuthig nimmt sich biife schlanke Taille bes von Nord nach Süd durch alle Zonen und Klimate sich streckenden Festlandes der neuen Welt aus und doch ist sie der Schiffiahrt von dem Tage an eine fatale Schranke gewesen, an welchem der kühne Genueser Columbus, der . eine neue Welt erfand", die atlantische Westküste derselben entdeckte. Vergebens tasteten er und seine Nachfolger an dieser Küste nach

Telegraphische Depeschen.

Waguer's telegr. Correspsndenr - Birieeau.

Berlin, 26. April. Reichstag. Erste Berathung des von der Gewerbeordnungs- Commission vorgeschlagenen Gesetzentwurfs, betreffend den Gewerbebetrieb der Schau­spiel-Unternehmer. Die Commission beantragt, daß Schauspiel-Unternehmern die Erlaubniß zum Betriebe ihres Gewerbes versagt werde, wenn die Behörde auf Grund von Thatsachen die Ueberzeugung gewinnt, daß der Nachsuchende die erforderliche Zuverlässigkeit, insbesondere m sittlicher, artistischer und finanzieller Hinsicht, nicht besitzt. Löwe (Bochum) erklärt: Nicht die Thcaterfreiheit sei am Verfalle des Theaters Schuld; die Schuld liege vielmehr am Verfall der Schauspielkunst und dem Mangel an guten Schauspielern, der selbst an königlichen Bühnen zu Tage trete. Abhülfe sei nur möglich, wenn der Staat für Schauspieler ebenso Bildungsanstalten errichte, wie für Musiker und Maler. Mit Polizeimaßregeln, wie der vorliegende Antrag wolle, sei nichts zu erreichen. 0. Kleist-Retzow vertritt den Commissionsantrag welcher nicht die Theaterfreiheit, sondern nur die größten Unzulässigkeiten beseitigen wolle. Baum­bach erklärt Namens der Nationalliberalen: Sie stimmten zwar der Tendenz des Antrages, die Unsittlichkeit von der Bühne fernzuhalten, zu, glaubten aber, daß dieser Zweck auch ohne diesen Antrag an der Hand der Gewerbeordnung schon erreichbar sei. Die Nationalliberalen könnten dem Anträge um so weniger zustimmen, weil das Wort insbesondere" (in sittlicher Hinsicht zcj oennuthen lasse, daß der Polizei noch viel weitgehendere Befugnisse eingeräumt werden sollen. v. Helldorff-Bedra befürwortet den Antrag, der den Wünschen der Schauspiele! und der Schauspielunternehmer ent­spreche. Richter (Hagen) erklärt: Die Gewerbeordnung gebe genügende Mittel, um alle wirklichen Uebelftänbe zu beseitigen. Richter beantragt, den Gesetzentwurf zur schriftlichen Berichterstattung an die Commission zurückzuverweisen, wenigstens die zweite Berathung von der heutigen Tagesordnung abzusetzen Windthorst erklärt, § 32 der Gewerbeordnung enthalte nicht genügende Bestimmungen über die Regulirung des Theaterwesens. Es gäbe zu viele Theater in den großen Städten, namentlich in Berlin. Beseitigt müßten alle sogenannten Theater werben, die mit Schankwirth- schaften verbunden seien. Der Antrag Nichter's auf Zurückverweisung an die Com­mission wird abgeleimt. Das Haus beginnt sofort die zweite Lesung. Reichensperger erklärt sich für den Gesetzentwurf, Lasker gegen denselben. Letzterer erklärt, dieses Gesetz leite eine reactionäre Aera ein. v. Helldorff-Bedra bestreitet letzteres und plan birt nochmals für den Corn Missions-Antrag. Hierauf findet der Schluß der Discussion statt. Der Commissions-Antrag wird bet namentlicher Abstimmung mit 125 gegen 90 Stimmen angenommen. Es folgt nunmehr die Berathung der von der Gewerbe- Commission beantragten Resolution, den Reichskanzler um weitere Abänderung der Gewerbeordnung bezüglich des Gewerbebetriebes der Auctionatoren und Hausirer, sowie hinsichtlich der Wanderlager zu e, suchen. Baumbach bekämpft, Ackermann befürwortet die Resolution. Richter bemerkt, nach seiner Ansicht sei das Haus nicht mehr beschluß­fähig. Die Fortsetzung der Berathung wird hierauf auf morgen vertagt.

Berlin, 26. April. General v. Treskow gehl nut einem Gratula­tionsschreiben des Kaisers nach Petersburg, ebenso begeben sich Die Comman- beure der drei preußischen Regimenter, deren Chef Kaiser Alexander ist, zur Geburtstagsfeier des Kaisers nach Petersburg.

Dresden, 26. April. Die deutsche Kaiserin ist heute Mittag um I21/2 Uhr hier eingetroffen und von dem König, der Königin, Prinz Georg und Prinzessin Mathilde aus's Herzlichste begrüßt wordeu. Die Kaiserin begab sich nach der Villa bei Strehlen, wo mit der küntgltchen Farnllie tnib b^m Prinzen Alexander von Weimar das Diner eingenommen wird. Um 5 Uhr erfolgt die Abreise von Strehlen mittelst Extrazuges.

Berlin, 26. April. Der Kaiser hat gestern Nachmittag noch dem Fürsten Bismarck einen Besuch abgestattet.

Der Bundesrath hat heute in zweiter Lesung die Anträge der Refe­renten zur Revision der Geschäftsordnung mtt geringen Modifikationen an­genommen.

In Parlamentskreisen verlautet, dem Reichstage werde wahrscheinlich ein Antrag aus Herabminderung zur Beschlußfähigkeit der nöthigen Abgeord­netenzahl für Abstimmungen ohne definitiven Charakter eingebracht werden.

Moskau, 26. April. Das hiesige Militärkreisgericht verhandelte am 23. und 24. April gegen acht gesetzwidriger Propaganda angeklagte junge Leute im Alter von 17 bis 27 Jahren; vier wurden zu Zwangsarbeit von 4 bis 5 Jahren, einer zu zweijähriger Festungshaft unb einer zu achtmonat­licher Festungshaft verurtheilt; zwei erhielten einen Verweis.

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