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IpruchSrecht« gegen die etwaigen diesbezüglichen Beschlüsse der General-Eonferenz Gebrauch zu macken.

Die weitere Berathung des Gegenstandes habe jedoch zur Ueberzeugung geführt, daß «ine rein verneinende Stellung des Deutschen Handelstages, dem Vorschläge der Tarif Commission gegenüber, der Sache selbst nicht förderlich sein könne, und habe sich auf Grund dieser Erwägung Der bleibende Ausschuß nicht entschließen können, den Antrag Breslau und Genossen der frag; lltchen Plenarversammlung zur Annahme zu empfehlen, vielmehr mit Majorität vorgczogen, der­selben die von Bremen etngebrachte Resolution zu unterbreiten, welche lautet:

Der Deutsche Handelstag erklärt sich mit den Anträgen des Ausschusies der Ver- kehrsinteresienten bezüglich Einrichtung einer zweiten ermäßigten Stückgutclasse nur dann einverstanden, wenn gleichzeitig der Vorschlag der Königl. Sächsischen Staatseisenbahn: die Güter der Stückgutclasse 1 bet Aufgabe von 5000 kg. pro Wagen oder bei Frachtzahlung für dieses Quantum werden zu den Sätzen der Stückgutclasse II befördert"

zur Annahme gelangt".

Ferner wurde mitgetheilt, daß einzelne Mitglieder, deren Handelskammern Den Antrag unterschrieben hatten, in Folge der Discussivn für die Resolution Papendiek-Bremen stimmten, und hervorgeboben, oaß die Frage bester in einer auf Grund sachverständiger Gutachten abge faßten Denkschrift, als in einer Plenarversammlung behandelt werden könne, während anderer­seits der Ablauf des für den Zusammentritt des Hanvelstags pastenden Zeitpunktes nicht zu befürchten sei, da nach einer von maßgebender Stelle herrührenden Mittheilung die Zusammen­kunft der General-Conferenz der Eisenbahnen nicht in diesem Frühjahre, sondern wahrscheinlich erst im Herbste stattfinden werde.

Man habe demgemäß mit Einstimmigkeit beschlossen:

bic Mitglieder des Deutschen Handelstagrs um eine Aeußerung über den Antrag Bremen, sowie um Bezeichnung derjenigen Artikel zu ersuchen, welche außer den bereits bekannten in die II. Stückgutclasse ausgenommen werden sollen".

Nach commistarischer Berathung des Gegenstandes beschließt die Kammer, das verlangte »Gutachten über die Absichten des bleibenden Ausschusies dabtn abzugeben, daß man denselben in keinem Punkte zustimmen könne, sondern aus den früher dargelegten Gründen auf dem ^«stellten Anträge um so mehr beharren muffe, als man in dem Vorschläge Bremen keinen Aus­gleich für die im Uebrigen durch das projectirte Tarif-Schema dem allgemeinen Verkehr erwachsenden Nachthetle erblicke.

3. Der von dem Abgeordneten Richter (Hagen) eingebrachte Antrag:

der Reichstag wolle beschließen, zu erklären, daß er eine weitere Erhöhung der Tabakssteuer, ober die Einführung des Tabaks-Monopols für wirthschaftlich, .finanziell und politisch durchaus ungerechtfertigt erachtet"

«zibt der Kammer in Anbetracht des Umstandes, daß die Annahme desselben dazu geeignet wäre, iic in Rede stehende, jetzt schon vielfach nothletdende Industrie den schwebenden Befürchtungen gegenüber zu beruhigen, Veranlasiung, die Oberhessischen Abgeordneten Herren von Rabenau mb Gareis dringend zu ersuchen, diesen Antrag nachdrücklichst zu unterstützen und zugleich Lemüht sein zu wollen, daß von ihren Freunden durch deren Abstimmung das Gleiche geschehe.

4. Die Handelskammer zu Osnabrück behandelt in einem Circularschreiben die Schuld» Haft und kömmt zu dem Resultate, daß durch deren Aufhebung unverkennbar in stets wachsendem Maße in den Creditvcrhältnisien Zustande begünstigt worden seien, die in der gejammten Handels to-elt als unerträglich empfunden werden; es erheische die Wiedereinführung derselben die ernsteste Erwägung. Sie ersucht schließlich um die diesseitige Ansicht über die ihr überaus wichtig er­scheinende Angelegenheit, und beschließt die Kammer in ihrer Majorität, die Frage dahin zu beantworten, daß man es im Interesse einer größeren Rechtssicherheit für Wünschenswerth er­achte, wenn die Schuldhaft in gesetzlich zu begrenzender Weise wieder zur Einführung gelange.

5. Die von der Handelskammer M. Gladbach im April v. I. angeregte Frage, betr. Sicherung der Declarations-Freiheit für Wcrthsendungen im deutschen internationalen Valoren­berk ehr je., hatte :m vorigen Jahre der Kammer Veranlasiung gegeben, bei dem Reichstage vorstellig zu werden. Diese Petition kam zwar in der 9. Commission des Reichstags zur Be­rathung, jedoch wegen Mangels an Zeit nicht mehr zur Verhandlung vor das Plenum; man beschloß deßhalb, eine neue Eingabe der gedachten Handelskammer in der gleichen Angelegenheit toieDerboIt zu unterstützen.

Vermischtes.

Aus Westfalen, 20. April. Wenn es nicht gar so traurige Perspectiven auf die leichtsinnige Art, mit der im Arbeiterstande Ehen geschlossen werden, würfe, so würde das nach­folgende Borkommniß zum Lachen reizen. Kommt da neulich in einer Stadt des Kohlenreviers eine Wittwe, Mutter von 8 zum Theil erwachsenen Kindern, zu einem der Herren Pfarrer und erlangte einen Taufschein für einen 20jährigen Bergarbeiter.Der junge Mann ist wohl Ihr Sohn?" fragte der leutselige Pfarrer,zu welchem Zwecke will er den Taufschein haben?" r9lä", antwortete die Frau,bat is ntch min Sohn, den jungen Mann will mi trauen" (will milch heirathen). Also ein 20jähriger Bengel, der täglich 1,502 JL verdient, seiner Militär- pfllickt noch N'cht genügt hat, also nächstens 3 Jahre dienen muß, heirathet eine Frau, die tereitg Mutter von 8 Kindern ist. Kann man sich da wundern, daß neulich in Bochum die ^tarnen ton 16 Familienvätern durch die Polizeibehörde veröffentlicht werden mußten, weil die Betreffenden Weib und Kinder in der bittersten Roth zuruckqelasien hatten?

In Gijon, im nördlichen Spanien, starb im 112. Jahre einalter Herr", welcher tivtz fünffachen Ehebundes ein äußerst heiterer und lebens-ustiger Greis war. Sein letzter Hochzeitstag fiel mit seinem 89 Geburtstage zusammen. Damals nahm er ein 17jähriges Mädchen zur Frau, welche seine schon recht zahlreiche Familie von 26 Söhnen, die Früchte früherer ehelicher Verbindungen, um zwei kräftige Jungen vermehrte.

Braunfels, 22. April. Eine Messeraffaire spielte sich gestern in einem Wirthshause ftwf Station Braunfels ab. Mehrere junge Leute, welche den Buß- und Bettag dazu benutzten, sich Mutb zu trinken, kamen in Streit. Ein durchaus ruhiger, beliebter junger Mann von Braunfels wollte nicht Zeuge eines solchen Auftritts sein und schickte sich an, nach Hayse zu gehen. Kaum aus der Stubenthür getreten, empfing er einen Messerstich, der bis in die Lunge drang. Der Getroffene war Bräutigam. und sollte heute die Verehelichung stattfinden. Man zweifelt, daß der Getroffene den heutigen Abend erleben wird. ('Ist bereits gestorben). Der Thäier ist verhaftet.

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Eine empörende Ruchlosigkeit ist in einer der letzten Nächte der vergangenen Woche in dem Depot Der großen Berliner Pferdebahn in der Brandenburgstraße verübt worden. Diebe, die augenscheinlich mit den Localverhältnisien sehr vertraut sein müssen, haben während der Nacht sich Eingang in die Stallräumlichkeiten verschafft und den dort stehenden Pferden, etwa 40 an der Zahl, die Schweife bis auf die Schwanzwurzeln abgeschnitten. Einzelne der Pferde sind durch diese Manipulation so entstellt, daß sie vom Dienste ausgeschlossen bleiben müssen. Man weiß nicht, ob die Thäter den Diebstahl in gewinnsüchtiger oder in rachsüchtiger Absicht vollfüdrt haben. Obwohl sofort seitens der Polizei und der Direction die umfang­reichsten Nachforschungen eingeleitet wurden und vielfach Vernehmungen und Haussuchungen stattgefunden haben, so fehlt von den Dieben bisher noch jegliche Spur. Räthselhaft bleibt es, wie die Diebe trotz der im Stalle befindlichen Stallwachen ihr Verbrechen ausführen konnten.

(Humor im fünften Stockwerk.) Gläubiger-Wie oft soll ich fünf elende Treppen zu Ihnen hinaufstrigen, um endlich mein Geld zu erhalten?" Schuldner (zornig):Glauben Sie vielleicht, ich werde mir wegen meiner Gläubiger eine Wohnung im ersten Stockwerk miethen?"

Das Bad Gastein begeht in diesem Jahre das Jubiläum seiner vor 1200 Jahren erfolgten Gründung. Nach einer alten Chronik sollen im Jahre 678 drei Männer von Goldegg (Bauern. Jäger ober Bergleute) einen angeschossenen Hirsch über die Bergrücken oberhalb der Klamm" der Gebirgspartie zwischen Lend und Gastein verfolgt und denselben in einem warmen, rauchqualmenden Bächlein badend und feine Wunde pflegend gefunden haben. In der Nähe Der aufgefundenen Warmquelle wurden nun im Jahre 680 einige hölzerne Hütten zur Unterkunft von Badenden errichtet, und so ward der Grund zu dem heutigen, in allen Ländern der Erde bekannten und berühmten Badeorte gelegt. Als erste Bewohner der Gebirgsgegend, in welcher daß heutige Gastein liegt, nennt man die keltogallischen Taurisker, von welchen eine kleine Genossenschaft, diePisontier" (die heutigen Pinzgauer), in unvordenklichen Zeiten das Thal bevölkerten. Von dem der Sprache dieses Volkes entstammenden NamenJast" (die aufwallende Kraft oder den herabstürzenden Fall des Wasiers bezeichnend) entstand der Name Jastuna oder nach dem vor tausend Jahren als Curialstyl gebrauchten römischen Idiom Gastuna, woraus sich später Castein und Gastein bildete.

In Trier sagte ein Steinbrecher, der mit mehreren Kameraden im Hospitalsteinbruch einen 8 Centner schweren Stein losgelöst batte, zu diesen:Dies ist ein Kerl wie der, der mir früher daß Bein durchgeschlagen hat; hier heißt es aufgepaßt!" In demselben Momente löste sich der Stein, warf den Mann nieder und wälzte sich ihm auf den Kopf. Der Unglück­liche wurde möglichst rasch von der schrecklichen Last befreit. Der Kopf war aber nicht zer­schmettert, sondern durch die Last in den weichen Sand hineingedrückt worden und der Mann wie durch ein Wunder gerettet.

(Kleine amerikanische Scherze.) In Houston, Texas, scheint sich General Grant eben nicht einer allgemeinen Sympathie der dortigen Bewohner zu erfreuen, da die Kanonen, welche Ulysies bei feinem Einzüge in die Stadt mit dröhnendem Donner begrüßen sollten, vernagelt wurden; doch wurde dieser Schelmenstreich noch rechtzeitig entdeckt und die Geschütze wieder in brauchbaren Zustand versetzt. Am Montag, als sich Grant bereits in der Stadt Houston befand, wurde plötzlich das Gas abgeschnitten, so daß man sich genöthigt sah, zu Kerzen und Petroleum seine Zuflucht zu nehmen.

Schlllaberielil. Mitgetheilt von dem Agenten des norddeutschen Lloyd E. W. Dietz in Gießen.

Bremen, 23. April. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Ohio, Capt. G. Meyer, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 7. April von Bremen abgegangen war, ist heute 8 Uhr Morgens wohlbehalten in Nework angekommen.

Bremen, 24. April. jPer transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Hohenstaufen, Capt. F. Himbeck, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 4 April von Bremen und am 8. April von Christiania abgegangen war, ist gestern 4 Uhr Nachmittags wohlbehalten in Newyork angekommen.

Bremen, 21. April. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Neckar, Capt. W. Willigerod, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 11. April von Bremen und am 13. April von Southampton abgegangen war, ist gestern 8 Uhr Abends wohlbehalten in Newyork angekommen-__

Handel und Verkehr.

Gieren, 27. April. Auf dem heutigen Wochenmarkte kostete: Butter per Psd. 1,10 biß JL 140, Hühnereier 1 Stück 45 Gänseeier per Stück 911 H, Enteneier 1 Stück 500 H. Käse per Stück 412 H, Käfematte per Stück 3 S., Erbsen 1 Liter 20 H, Linsen 1 Liter 22 H, Tauben das Paar 0.801.00, Hühner per Stück JL 1.201.50, Hahnen per St. JL 1.30 bis 1.70, Wälsche JLG 7, Enten per Stück 2.503.00, Kartoffeln per 100 Ätlo JL 56, Zwiebeln p. Ctt JL 1820, Milch per Liter 16 und 18 H, Ochsenfleifcb 6668 H per Psd-, Kuh« und Rindfleisch 4856 H, Kalbfleisch 3846 H, Hammelfleisch 6070 Schweine­fleisch 60 H.

Frankfurt, 26. April. (Fruchtbericht.) Mehl Nr. 1 JL 42, Nr. 2 JL 40, Nr. 3 JL 34, Nr. 4 JL 30, Nr. 5 JL 24, Roggenmehl o/f (Berliner Marke) JL 26.0000, do. I (Berliner Mark-) JL 24.50OO.uO, do. II (Berliner Marke) JL 20.0000.00 Wetzen effektiv hiesiger ab Bahnhof hier JL 24.00- 24.25, ab unserer Umgegend JL 23.2523.75, do. fremder je nach Qualität JL 23.2524.25, Roggen, je nach Qualität JL 19.0020.00, Gerste JL 17.50 20.50, Hafer JL 1216.25, Kodlsamen JL 0000, Erbsen JL 1927, Wicken JL 1618, Linsen JL 2040, Bohnen, weiße, JL 2325, Roggenkleie JL, Weizenkleie, grobe und feine JL, Rüböl, Detail, JL 60. Stimmung fest. Haupt­sächlich gefragt war:. Dringend offerirt:. (Die Preise verstehen ''sich sämmtlich per 200 Pfund Zollgewicht 100 Kilo.)

Franksurt, 26. April. Der heutige Viehmarkt war gut befahren. Angetrieben waren ca. 400 Ochsen und Stiere, 260 Kühe und Rinder, 250 Kälber und 200 Hämmel. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qual. JL 6769, 2. Qual. JL 6264, Kühe und Rinder 1. Qual. JL. 5860, 2. Qual. JL 50 52, Kälber 1 Qual. JL 5556, 2. Qual. 4550, Hämmel 1. Qual. JL 5860, 2. Qual. JL 45 54 per lOu Psd. Schlacht­gewicht. Schweine je nach Qualität das Pfund H.

Allgemeiner Anzeiger.

Wel/Jarcrtfivtrlieiiiissü'lliiiis.

tBL Der Schluß der Ausstellung, welche täglich von Morgens 8 bis Abends 7 Uhr geöffnet ist, erfolgt am kommenden Sonntag den 2. Mai. Täglich finden Concerte statt.

2974) Das Comite,

Um etwaigem Jrrthum zu begegnen, zeige hiermit ergebenst an, daß mein Geschäft nach wie vor fortbesteht und halte mich einem verehr!. Publikum in Men in mein Fach einschlagenden Arbeiten bestens empfohlen.

Gießen, den 27. April 1880.

Acbtnnasvollst Friedrich Schneider, Schreinermeister.

NB. Werthe Aufträge werden voa meinem Vater (Asterweg No. 108) sowie in meiner Wohnung (Wallthorstraße No. 138) freundlichst entgeaen- flenomm-n. (2976

'^chirmer, Pik L Co., $fXÄni Bitterfeld, empfehlen fllasirte Thonröhren, Schornsteinauffätze, Krippen, Tröge rc. in allen gangbaren Dimensionen. (1348

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