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Von der Bergstraße, 22. November. Wie tbeuer nach Umständen ein einfacher Uebnzieher werden kann, möge aus Nachstehendem erseden werden: Kaufpreis des Ueberzieh-rs 58 JL Hierfür stell» der Käufer einen Wcchfel qu8, der aber b:t Verfall nicht eingelöst wurde. Hiernach. Protestkosten für einen Wechsel hierauf 1>>4L 70 6 pCt. Zinsen vom

30. Marz 1879 bis 9. November 1880: 2 11 H. Kosten des Anwalts (der allerdings

von Darmstadt nach einem hessischen Orte in der Nähe von Weinheim >.u reisen hatte) 76 JL. 5 Pfändung 5 JL 40 Beklagter »erlangte Frist gegen neues Acccpt, ließ das­selbe jedoch zum zweitenmal zurückgehen, daher Kosten 13 <X *0 zwei Reisen des Klägers für 10 JL 20 zusammen 185 JL 36 Der Ueb-rzteber ist allerdings tbeuer geworben, aber die Leichtfertigkeit des Käufers war auch groß. Wer so fnvol zu Werke gebt, soll

IriWäcker in Giesten.

Sonntag, den 28. November. Hermann Spieß, Wallthorstraße. Georg Bus», am Kreuz. Heinrich Faß, Ludwigspsplatz.

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fJ^HemWiäenM^Wn T2 unzweifelhaft an vielen Orten mit einer popu- lären Strömung zusammen. Die Verhandlung im Äbgeordnetenhause wirb, wie wir das vorausgesagt, nicht der Endpunkt und beruhigende Schlußakt der Bewegung sein, sondern der Ausgangspunkt einer noch gesteigerten Agitation.

München, 24. Novbr. DemFremdenblatt- entnehmen wir nach­stehendes Kuriosum:Bei dem diesjährigen Ableisten des Fahneneids durch die neu eingerückten Rekruten kam hier ein Fall der Eidesoer veigerung vor, der vielleicht noch niemals in der bayerischen Armee eingetreten ist. Em bet der Sanitäts-Compagnie des ersten Trainbatatllons eingestellter Rekrur, im Großherzoatbum Baden geboren und in die bayerische Armee eingerecht, weil er sich zur Zeit der Conscrlptionspflichtigkeit hier aushielt, erklärte, den baye­rischen Fahneneid nicht leisten zu können,weil er dann auch gegen den deut­schen Kaiser commandirt werden könnte" (was nebenbei bemerkt, nicht richtig ). Diese Erklärung, welche er dem Audueur gab, wiederholte er vor seinem Rittmeister und Major. Bei der Seltsamkeit des Falles und beim Mangel jener einschlägigen Bestimmung sowohl >m Militär- als im allgemeinen Straf, gesetzbuch ist man begierig, was mit dem Eide-verweig-rer aug-fang-n werden wird. (Derselbe hat, derAugsb. Abendztg." zusolge, stch nachträglich^um Eide berbeigelasien, wenn er an die Eidessormel den Zusatz anhängen dürfe l insoweit das Evangelium und di- Gebot- Gottes nicht daaeg-n stnd").

Gießen, 25. Novcmber. Ein Theil der städtischen Schulsäle sind berart in der Nuni- auna vernachlässigt, vaß wiederholt Klagen hierüber verlauten. Einsender Dieses, dem oft G; leaenheit geboten war, Schuleinrichtungen aus eigener Anschauung kennen zu lernen, hat niemals solche verschmutzte ungesunde Localitäten und solches verwahrloste Mobiliar vorgefuneen, a't hier Es sei weiter bemerkt, daß in unserer Stadt eine höhere Schule für Mädchen »e- >oq- nannten besseren Stände" auf städtische Kosten unterhalten wird, mit äußerst comfortcbl? Ausstattung und aufmerksamer Bedienung Diese Anstalt, wie die Schulen dern-.e-ern Stände" stehen unter einer Localjnspcction.

auch zahlen.

- (Eine Greuelthat.) Aus Warschau wird gemeldet: Der hier übliche Grenz­jargon bezeichnet mit dem terminus technicusGrenz Affairc" alle jene schauerlichen Ver brechen, welche fast alltäglich an den preußischen und österreichischen Grenzen begangen werden. Dort, wo der immerwährende Kampf zwischen Schmuggler und Zollwächter einen permanenten Kriegszustand hcrausgebildet hat, sind Mord und Todischlag an der Tagesordnung. Ernes der fürchterlichsten Verbrechen dieser SM ist Weser Tage zur Kenntniß der Gerichte gelangt. Unsere grüne Straschniks (die Grenzwache) fanden bei einer Absuchung des den Olknlcher Grenzkrets von der preußischen Zolllinie scheidenden Waldes einen zur Unkenntlichkeit verbrannten m<nsch- lidvn Leichnam. Bei näherer Untersuchung ergab es sich, daß der Unglückliche an einem aus Fithtenbalken gebildeten Scheiterhaufen angekettet und lebendig geröstet worden war. Um em zu ra'ches Eintreten des Todes zu verhindern, hatten die Peiniger zu wiederholten Malm die Gluthcn mit Wasser abgelöscht und dann wieder angefacht. Die sofort cingelertete Unteriuchung ergab, daß der in so daarsträubenver Weise Ermordete ein Bauer aus dem benachbarten dies­seitigen Grenzorte gewesen war. Vor wenigen Mocken verbreitete sich an der Grenze das Ge­rücht, daß dieser Bauer, welcher den Schmuggel professionsmäßig betrieb, von der preußischen Zollwache obgefangen worden sei, sich jedoch durch Dennuncilung oster seiner Genosien im Heimathsdorfe aus der preußischen Gefangenschaft befreit habe. Einigermaßen bestätigt er,chien dies, als der Bauer nach Verlauf einiger Tage ruhig heimkevrte und im Dorfkruge seine Zeche mit preußischem Courantgelde bezahlte. Die Rache der verrathenen Schmuggler war teuflisch. Der Präsident des Warschauer Appellhofes hat eine eigene Untersuchungs - Commission an den Thatort entsendet.

München, 23. November. fEin Mordversuch im Gerichtssaale^ Vor dem Landgericht München I stand heute u A. August Schollrr, 44 Jahre alt, Metallgießer aus Magdeburg, angeklogt eines Vergehens wider bte persönliche Freiheit, begangen dadurch, daß er dem Guß meister'Halbrttter der Gaut'scheu Fabrik, mit welchem er in Streit gerathen war, die Drohung zuricf:Wrnn du nicht still bist, blauer Hund, ersteche ick dich." Scholler, welcher bereits öfters und auch schon mit Rutbenhteben bestraft war, wurde zu einem Monat Gefängniß ver- urtheilt. Als das Urtbril publicirt ward, frug der Angeklagte seinen Vertbeidiger, Rechts­anwalt Angstwurm: .Wie viel habe ich?" und als dieser 's ihm nochmals gesagt halte, zog er einen Revolver aus der Tasche und gab zwei Schüffe auf den als Zeuge anwesenden Guß- meister Halbritter ab, ohne denselben jedoch zu treffen. Selbstverständlich war die Aufregung eine allgemeine und große; das zahlreich anwesende Publikum verließ in größier Eile die ein genommenen Plätze, ein Shell flüchtete rasch aus dem Saale, die andern suchten Schutz unter Den Bänken. Schollrr wurde sofort gefeffelt und abgeführt. Die eine der Kugeln war unter die Zeugenbank, die andere bart an Halbrttier vorüber durch das Fenster gegangen.

sLuther-Tag J Die Stadt Eisenach bat den Gedanken gefaßt, den 400jährtge>i Geburtstag Luther's 1883 zu einem Jubiläum für das protestantische Deutschland und alle Protestanten der Welt zu gestalten. . . , , , .....

Als Curiosum wird aus einem Dorfe In Oderbruch gemeldet, daß bei der kürzlich dort vorgekommenen G'meindevertreterwabl eme Schulzenwittwe als Gemeinbevertreterin ge­wählt worden sei. Anscheinend geht dort die Frage der Frauen-Emancipation einer recht fried­lichen Lösung entgegen, wenn die Behörde nicht ungalant g.nug sein sollte, der Wahl die Be stätiaung zu versagen.

Paris, 20. November. Heute Vorm'ttag 11 Uhr haben zwei Personen einer Dam? 175,000 Frc. in auf den Inhaber lautenden Werthpapieren gestohlen in dem Augenblick, als sie da- Geld am Bankschalter in Empfang nahm.

sZurWarnung" füc Raucher.) Im Alter von N 1 Jahren starb im Indianer- Territorium eineSquaw" an den Folgen übermäßigen Rauchens, welchemLaster" sie feit ihrem 14. Lebensjahre fröhnte; die Folgen einer Erkältung, die sie sich im Jahre 1830, also vor fünfzig Jahren, zugezogen hatte, sollen allerdings noch ihren Tod beschleunigt haben.

Ein tragisches Ereigniß erzählen Berliner Blätter: E-n junges braves Mävchen mir wollen sie Helene nennen war Buckbälterin in einer Fabrik in Berlin; sie ernährte von ihrem Gehalte nicht nur sich, sondern auch ihre Mutter und einen Bruder. Sie ist auch die glückliche Braut eines braven Mannes, eines Reisenden, der soeben seine letzte Reise vor der Hochzeit machte. Das Myrthenstöckchen, das in ihrer Wohnung am Fenster steht, war ein Geschenk der Arbeiterinnen im Geschäft, es sollte Den Brautkranz liefern. Helene kommt Abends beim, die Mutrer ist unwohl und hat vergeffen, das Holz klein zu machen, um Suppe zu kochen He'ene steigt drei Stiegen hinunter in den Hof und svaltet auf dem Hackk-vtz unter dem Fenster das nöthige Holz. Da ruft oben die Mutter -um Fenster hinaus erschrocken her- unter- Helene ein <Bntf!" Helene sieht hinauf und in demselben Augenblick fallt ihr ver Myrtbenstock auf den Kopf und wirft sie nieder. Die Mutter batte im Schrecken den Blumen stock hinuntergestoßen; denn soeben hatte der Briefträger einen schwarzaeranderten Brief gebrachl. Helene liegt ohnmächtig und mit klaffender Kopfwunde zu Bett und kaum wieder zum Br- wußtfein gekommen, verlangt sie dringend den Brief. Der Bries meldet den plötzlichen Tob ihres Bräutigams aus der Reise. Sie liest, fällt in fürchterliche Phantasien unv anderen Morgens^tst^sie Toiletten Sarah Bernhardt'« sind bei ihrer Landung in New-

Nork mit 13 000 Fres. abgeschätzt worden und der Zoll daraus betrug 1700 Doll., welch- Summe die Besitzerin unter Protest erlegte, indem sie behauptete, daß die besteuerten Gegen- stände als ihrHandwerkszeug" zollfrei seien. Die Zollbeamten hatten auf einen großer« Nollbetrag gerechnet, doch beschwor Sarah Bernbar t bei vielen ihrer Kostüme, daß sie dieselb« bereits getragen habe, und wurden diese ohne Weiteres von der Verzollung ausgeschloffen.

Kirchliche Anzeigen der evangetisllienGemeinde juGießen.

Gottesdienst:

Sonntag, den 28. November.

1. Advent.

Morgens 9i/z Uhr: Pfarrer Dr. Naumann.

fFeter des heil. Abendmahls.^ Nachmittags 5 Uhr: Pfarrer Schlosser. Am Vor- und Nachmittag wird eine Colleete für unseren Kirchenfond erhoben. Die Psarraeschäste für die Woche vom.28. November bis 4. Deeember besorgt Pfarrer Dr Raum nun. __

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Telegraphische Depeschen.

Wagner'- telegr. Correspondenz-Bureau.

Berlin, 25. November. DerRetchs-Anz." meldet: Die Genesunq deS Kaisers schreitet fort, jedoch kann der Kaiser das Zimm r noch nicht verlassen^ Budget-Commission des Abgeordnetenhauses hat einen Antrag

Richters angenommen, wonach erstens der Finanzmi- ister ersucht wird, sich vom Reichskanzler die Höhe der Matrikularbeiträge pro 1881/82 angeben zu lasten, und zweitens der Reichshaushalts-Etat wieder vor dem preußischen Etat festgestellt werden soll.

Paris, 25. Novbr. DieAgence Havas" läßt sich aus R 'gnsa mel­den: Derwisch Pascba erklärte sich bereit, Dulctgno den Montenegrinern zu überlasten. Der Fürst von Montenegro erwiderte, er würde eine förmliche Abtretung Dulctgnos annehmen, nicht aber die bloße Ueberlastung. Der Fürst ersuchte die Vertreter aller Mächte, den Unterhandlungen beizuwoynen und das Protokoll zu unterzeichnen.

Petersburg, 25. Novbr. Der bayerische Gesandte v. Rudhart hatte gestern einen heftigen Congesttonsanfall, welcher einen Geh'.rnschlag befürchten ließ; heute aber ist sein Befinden wesentlich bester.

Wien, 25. November. Ein Telegramm derPolit. Corresp." ans Cetttnje meldet: Die Zusammenkunft Bedri Bey'L und Mattonooic's in Kunia hat heute stattgefunden. Die Türken forderten, der Einmarsch der Monrene- grtner habe morgen Mittag stattzufinden. Die versiegelten Häuser seien unbe­rührt zu lasten. Beide Forderungen wurden angenommen. Die Unterzeichnung der Militär.Convention erfolgte heute.

Straßburg, 25. Novbr. DieElsaß-Lothr. Ztg." meldet amtlich die auf Grund allerhöchster Ermächtigung erfolgte Einsetzung einer Commission zur Prüfung der Staatsangehörigkeit derjenigen Personen, welche von den Be- fugnisten deS Artikels 2 des FriedensoertrageS ober Artikel 1 der Zusatz- Convention vom 11. December 1871 Gebrauch gemacht oder Asaß-Lothringen vor dem 23. Januar 1873 ohne vorherige Opttonserklärung verlaflen und seitdem die deutsche Staatsangehörigkeit nicht anerkannt haben. Vorsitzender der Commission, deren Anträge dem Statthaltcr zur Enischeidung zu unter­breiten sind, ist Unterstaatssecretär v. Puttkimer.

Paris, 25. Novbr. Der Cffey-Frll ist heute vor dem Zuchtpolizei­gericht zur Verhandlung gekommen. Laisant und Rochefort, welche den früheren Kriegsmir.ister des Verrc-thS und Veruntreuung beschuldigten, beantragten Ver- tagung bis nach Schluß der parlamentarischen Enquete. Der Gerichtshof verwarf diesen Antrag. Die Zeugen erklärten, im Kciegsministerium nichts gesehen oder gehört zu haben, was die Annahme einer strafbaren Handlung begründe und sie hatten niemals von Frau Kaulla im Kr'egsmintfterium sprechen hören. Es sei angesichts des Zahlungsmodus dem Krregsminister nicht einmal möglich, Uuterschleife zu begehen. Cistey und die Kaulla seien mit der Bc- Handlung der Mitrailleusen nicht bekannt. Niemals seien Mobilmackungspläne verschwunden und sei es dem Krtegsmintster nicht einmal möglich, Copten da­von zu nehmen. Es habe auch keine Veruntreuung von G ldern im Kriegs- Ministerium stattgesunden. Das Zeugenverhür ist geschlosten. Die Verhandlung wurde aus morgen vertagt, wo die Platdoyers statisinden werden. Fast alle Zeugen waren Generale oder Militärs-

London, 26. November. Der gestrig- Cabinetsrath beschloß in der December-Session des Parlaments keine Zwangsmaßregeln für Irland vorzu­schlagen, da hierfür eine Nothwendigkeit nicht vorltege. Sobald das Parla­ment zusammengetreten ist, beabsichtigt die Regierung eine irische Bodenreform- Bill einzubrin^en. Di^Tt^-'S" b-zeichnet die Minister-Krisis als beseitigt^

Lokales.

Gießen, 26. Novbr. Im Historischen Verein hielt Herr Realschulotreetor Soldan orstern Abend einen iebv klaren instruetiven Vortraq über den Pfahlqraben. An der Hand von mehreren Karten erläuterte er den Zug, Bauart und Befestiqungen dieses römischen Bauwerkes. Speciell in unserer Gegend (der Wetterau) befinden sich noch zahlretcke und zum Theil woblerhaltene Uebenefte dieses Pfahlgrabens und sprach sich Redner am Schluffe seines Vortrags dahin aus, daß die Vereinsmitglieder bet Beginn der besseren Witterung es sich möchten angelegen taffen sein, diese zum Theil noch nicht fest bestimmten Reste zu untersuchen und di« Resu'täte im Verein bekannt zu geben. An diesen Vortrag knüpfte sich eine länge.e Diskussion über Die Bestimmung und den Werth des Pfahlgrabens, sowie auch über die Bau­art desselben. Zum Sckluß des sehr lehrreichen Abends wurden einige Alterthümer, so u. A. der Henkel eines römischen Kruges, gefunden bei Katchen, mit sehr wohl erhaltenem Töpfer­stempel, einige Pfeilspitzen, gefunden in einem Steinbruche bei der Ruine Dalheim, sowie eine Anzahl Münzen zur Ansicht der Mitglieder gebracht.

__ Zwei Studenten, der eine ein fremder, welche gestern Abend auf dem Selterßweg und der Caplttnsgaffe ba8 Publikum belästigten, wurden von einem Schutzmann in Civil ver- wiesen, ihr Treiben zu untcrlaffcn. Da der Verweis jedoch keinen Erfolg hatte, sie weiter laut lärmten und schrieen und sich auf ihr aeademisches Bürgerrecht beriefen, zudem der eine der Herren seinen Namen und Karte verweigerte, so mußte derselbe behufs Feststellung sein-r Personalien unter großem Menickenzulouf nack der Polizeiwache verbracht werden. Hierselbst soll er sich nicht in demjenigen Tone und Verhalten, wie es einem akademischen Bürger zukommt, gegen die Schutzleute benommen haben. Eine Anzeige vieserhalb ist denn auch erfolgt

Auf der Marburgerstraße mußten heute Nacht eine Pumpe und diverse Fensterscheiben als das Object von Demolirungswuth herhalten.