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auf 94,000 Jt. veranschlagt sind, einen Zuschuß von 7-1,000 JL bciviUigt hat, und cs sich für tm Krcis 2r> ar bürg also um Ausbringung von 20,000 JL banoclt. D-r Kreistag lehnte leider die Uebcrnahme der Verpflichtung, ras Glundeigenthum zur Verfügung zu stellen, ab, indem von 15 Anwesenden 9 dafür, aber 6 dagegen stimmten. Zur Genehmigung einer Belastung des Kreises ist Zwekdrittelmajoritat nothwendig. Da in dem Gesetze, welches die Erbauung der Bahn von Cölbe nach Laasphe anordnct, als Bedingung für die Inangriffnahme die Be­schaffung des Grundeigenthums durch die betheiligten Kreise gestellt ist würde mit diesem Kreis- tagsbeschluffc die Ausführung der Bahn unterbleiben muffen. Im Interesse der Stadt und des Kreises Marburg hoffen wir, daß der Kreistag jein letztes Wort noch nicht gesprochen habe, und daß demselben baldigst wieder Gelegenheit gegeben wi'.d, den gefaßten Beschluß rückgängig zu machen. Die Belastung des Kreises durch Aufbringung von 20,000 JL. ist im Verhältnis zu dem damit für denselben zu erreichenden Vorthetl eine geringe und wird, wenn die Amorti­sation der Summe, die als Darlehen ausgenommen werben muß, in nicht zu kurzer Zeit erfolgt, Niemand durch die Uebernahme der Schuld gedrückt werden. Unter den 6 Herren, welche gegen die Proposition der Regierung stimmten, waren auch zwei Vertreter der Stadt Marburg. Die­selben befanden sich im Widerspruch mit ihrem Herrn Oberbürgermeister, und dürfte es sich fragen, wer die Interessen der Stadt richtig gewahrt hat. Die Gegner der Bahn-Vorlage sollen nicht gegen die Uebernahme einer Leistung seitens des Kreises an sich eingenommen, son­dern der Ansicht sein, daß durch ihren Widerspruch gegen die jetzt p.ojcctirte, in Cölbe in die Main Weser-Bahn einmündende Bahn, die Regierung gezwungen werden würde, eine Bahn mit einem Tunnel durch den Weißenstein dtrect hierher nach Marburg zu bauen. Die Herren über­sehen, daß schon wegen der Kosten des Tunnels an die Realisirung dieser Bahn n.cht zu denken ist und daß wett eher die Regierung den für den Kreis Biedenkopf und das Hinterland unbe­dingt nothwendigen Anschluß an die Main-Weser Bahn durch eine Bahn Biedenkopf-Gladenbach im Salzbödethal finden wird. (O. Z )

In der Gemarkung des Dorfes Rodau bei Zwingenberg wurde ein tntereffanter Grabfund gemacht. Die Stelle ist etwa 50 Klafter vom Schwanheimer Wald und ebenso viel von dem früheren Rodauer Wald entfernt. Nicht allzu weit im Osten zieht sich der Wiesen- ftreif hin, welcher im Volksmund als altes Neckarbett bezeichnet wirb. Bei Gelegenheit des Anlegens einer Grube stieß man Vz Meter unter dem Boden auf schwarze Erde; es fand sich ein 1 Meter 10 Zentimeter im Durchmesser haltender kreisförmiger Platz, bedeckt mit jener schwarzen Erde, in der sich Asche und holzkohlenartige Theile erkennen ließen. Um diesen B-andplatz herum hatte ringsum der Boden seine Lehmfarbe, so weit man auch grub. Die schwarze Schicht war etwa 29 Zentimeter hoch, unter ihr zeigte sich der gewachsene Grund. Innerhalb der Schicht zeigten sich Reste eines menschlichen Sceletts; Zähne, Schädelknochen waren noch erkenntlich, ebenso, daß die Lage eine gekrümmte gewesen sein mußte. Ob die Knochen einem Manne oder einem Weibe angehört haben, ließ sich nicht unterscheiden. Un­mittelbar bei dem Scelett lag e«n gut gearbeitetes spitz zulaufendes Instrument aus Knochen, 16 Zentimeter lang nach Verlust der Spitze, die nicht zu finden war, aber nur wenige Zenti­meter lang gewesen sein kann. Innerhalb der Schicht fanden sich fernerhin Scherben von Tbongefäßen sehr primitiver Gattung. Der Boden des einen ist mit roh gebohrten, runden Löchern siebartig durchbrochen. Ferner lagen da ein Klopfstein aus Hartern, quarzartiAen Ge­stein und ein anderer iReib ?) Stein aus Sandstein. Man erkennt am Klopfstein die geglätteten Stellen, wo er mit den Fingern gefaßt wurde, und die Telle unten, die durch feine Be­nutzung entstanden war. Der Reibstein ist an zwei Seiten ziemlich platt Kleine Reste bearbeiteter Knochen waren dazwischen; auch einige Steine; eine regelmäßige Stelnsetzung zeigte sieb nicht.

Wir haben es ohne Zweifel hier mit einem Grab aus sehr hoher Frühzelt zu thun. Die ganze Ausstattung des Tobten weist uns auf eine Zelt hin, in der noch kaum der Ge­

brauch e.nes Metall stattfand. D,e G-fäße sind ohne Hülfe der Töpferscheibe gefertigt und so flecht gebrannt daß die Kenntniß des Töpferofens ausgeschloffen scheint. Man gab den Todten ihr Bestes mit; was waren bas für Leute, zu deren werthvollsten Gebrauchsgegenständen ein Knocheninstrument und rohe Felvstelne zum Aufklopfen der Knochen gehörten? Wohl mochte noch kein italienischer Handelsmann mit seinen Bronzen- und sonstigen Maaren den Weg in die toalbumgürtete Niederlassung gefunden haben, von deren Jnsaffen einer nach mehr- tauiendjahriger Verschollenheit hier plötzlich von menschlicher Existenz ein stumme« Zeugnlß ab- kgt. Denn Jahrhunderte vor dem Beginn unserer Zeitrechnung mögen verfloffen sein, seit die Brstattungsfeierlichkelt stattfand, von der die Asche herrührt, in die unser Fund gebettet ist. Eine vollständige Verbrennung des Leichnams hat übrigen«, wie der Augenschein lehrt und auck nicht auffallend ist, nicht stattgefunden.

. < fügen noch bei, daß sich zwei Klopfsteine aus früherer Zeit schon in der Sammlung des historischen Vereins in Darmstadt befinden und Knochenwerkzeuge, ähnlich den erwähnten nach württemberglfchen Funden in dem bekannten Lindenschmit'schen Werk über die Altertbümer unserer heidnischen Vorzeit abgebildet sind.

Handel und Verkehr.

Gießen, 26. October. Auf dem heutigen Wochenmarkte kostete: Butter per Pfd. JL 1 05 bt« v*L 1.10, Hühnereier 1 Stück 70H, 2 St. 13 H, Gänseneler 1 St. 1300 H. Käse per Stück 58 Kasematte per Stück 30 Erbsen 1 Liter 22 Linsen 1 Liter 24 H, Tauben das Paar 3550 Hühner p. St. JL 0.751.00, Hahnen p. St. JL 0.500.80, Gänse pr Pfd. 5060 H, Enten per Stück JL. 1.50 1.60, Ocksenfielfch 68-00 H per Pfd., Kuh. und Rindfleisch 4850 H, Kalbfleisch 5660 Hammelfleisch 50-68 Schweinefleisch 68 00 H, Kartoffeln per 100 Kilo JL 3.75-4.25, Zwiebeln fr. Ztr. JL 7-8, Milch per Liter 16 und 18 H, Weißkraut 100 Stück JL 3.006.0,

Frankfurt, 25. October. (Fruchtbericht.) Mehl Nr. 1 JL 40, Nr. 2 JL 38, Nr. 3 JL 32, Nr. 4 28, Nr. 5 JL 25, Roggenmehl % (Berliner Marke) JL 31.5000, do.

I (Berliner Marke) JL 29.5000.00, do. II (Berliner Marke) JL 24.0000.00. Weizen effektiv hiesiger ab Bahnhof hier JL 23.00 - 23.25, ab unserer Umgegend JL 22.5023.00, do- fremder je nach Qualität X 23.0023.50, Roggen, je nach Qualität JL 22.0000.00, Gerste JL 1719, Hafer 13.2514.75, Kohlsamen JL. 27.0028, Erbsen JL 1927, Wicken 16-18, Linsen JL 2040, Bohnen, weiße, JL 2325, Roggenkleie JL., Weizenkleie, grobe und feine JL, Rüböl, detail, JL 63. Stimmung ruhiger. Haupt­sächlich gefragt war:. Dringend offerirt:. (Die Preise verstehen sich sämmtlich per 200 Pfund Zollgewicht 100 Kilo.)

Frankfurt, 25. October. Der heutige Viehmarkt war gut befahren. Angetrieben waren ca. 400 Ochsen und Stiere, 300 Kühe und Rinder, 180 Kälber und 400 Hämmel. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qual. JL 6768, 2. Qual. Jl 6264, Kühe und Rinder 1. Qual. JL. 5658, 2. Qual. JL 4852, Kälber 1. dual. 6264, 2. dual. 50 -56, Hämmel 1. dual. Jt. 5658, 2. dual. JL 40-50 per 100 Pfd. Schlacht­gewicht. Schweine je nach duaütät das Pfund H.

Rheinberg am Niederrhein, 20. October. Laut eben aus Konstantinopel eingelaufenen Nachricht hat nunmehr auch Seine Kaiserliche Majestät der Sultan Abd-ul-Hamld dem K. K. Hoflieferanten H. Underberg-Albrecht in Rheinberg am Niederrhein, dem Erfinder und alleinigen Destillateur des Boonekamp of Maag-Bltter, bekannt unter der Devise: Occidit qui non servat die hohe Gunst erwiesen, ihn zu seinem Hoflieferanten erklären zu laffen.

Bekanntmachung.

Donnerstag den 4. Novbr.,

Vormittags 10 Uhr, tollen in dem Pfandlocal (Rathhaus) zu Schotten nachoerzeichnete

Maschinen:

1 Waschmaschine,

1 Reißwols,

1 Exhauster,

1 Schleudermaschinc,

1 Wasjerspinnstuhl mit 200 Spindeln,

1 Spülmaschine,

1 Garnpresse,

1 Melirwols und 2 HaSpel,

Waaren:

20 Ctr. Schotti,

3 w Lumpen,

9 stahlgraue,

80 Pfd. Wollwatten, weiße,

5 Ctr. Wollabsall,

3 Wollextract,

Mobilien:

1 Kleiderschrank,

1 Komode,

1 Schreibpult,

1 Tisch,

1 Sopha,

1 Karren,

12 Treibriemen,

1 Decimalwaage mit Gewicht und

140 Ctr. Steinkohlen.

öffentlich meistbietend gegen Baarzahlung durchde»Unterzeichneten versteigert werben.

Schotten, den 24 Octobcr 1880.

7045) TheiS, Gerichtsvollzieher.

Donnerstag den 26. Bctober,

Nachmittags 1 Uhr,

sollen in der F lettischen Hofraithe:

1 Nähmaschine, 6 Schränke, 1 Spiegel,

2 Oelbilder, 1 Schließkorb, 2 Com- moden, 1 Werktisch, 1 Koffer, 1 Sopha, versteigert werden.

Gießen, den 20. October 1880.

7040) Bauer, Gerichtsvollzieher.

Mittwoch den 27. Minder,

Nachmittags 2 Uhr,

werden in der Flett'schcn Hofraithe (Gast­haus zum Schwanen) nachstehende Gegen­stände öffentlich meistbietend gegen Baar­zahlung versteigert:

1 Schrank, 1 Bild mit Brocatrahmen, 1 Spiegel, 1 Chaise, 1 Waschtisch, 1 Spiegel mit Brocatrahmen, 1 Spiegel mit Goldrahmen, 1 Sopha, 2 Kommoden, 1 Nähmaschine, 1 Bett, 1 Sekretär, 1 Nachttisch, 1 Nähtisch, 2 Kleiderschränke, 1 Schrelbsecretär, 1 eiserne Kiste, 6 sil­berne Eßlöffel, 18 Theelöffel.

Gießen, den 25. Oktober 1880.

7001) Bauer, Gerichtsvollzieher.

Allgemeiner Anzeiger. Bekanntmachung.

7020) Nach einer neuerdings ergangenen Verfügung fürstlicher Rent- kammer zu Braunfels sollen in Zukunft bei allen Rückständen zur Rentamts­kaste, welche nicht innerhalb dreier Monate nach dem Fälligkeitstermine ein­gehen, V-rzugSztnsen in Anrechnung kommen. Wir machen das betheiligte Publikum hierauf aufmerksam, indem wir gleichzeitig die baldige Einzahlung der fälligen Pacht-, Holz- und Grasgelder in Erinnerung bringen.

Nur Donnerstags ist Zahltag.

Hungen, den 25. October 1880.

Fürstliches Rentamt.

Demme.

Montag den 1. November, Abends 7 Uhr, beginnt die Fortbildungsschule

ihren Unterricht. Zum Besuch derselben sind alle diejenigen jungen Leute ver­pflichtet, die in den drei letzten Jahren aus der Volksschule entlasten worden sind. Die Knaben im Alter von 14 Jahren haben sich zur Prüfung und Einiheilung Freitag den 29. d. M., Abends 7 Uhr, tm Schulhaus am Aster­weg einzusinden; die fünfzehnjährigen versammeln sich um dieselbe Zett im Lokal IV, die sechzehnjährigen tm Lokal II der Knabenschule in der Schul­straße, sämmtlich mit Papier und Feder versehen.

Etwaige Gesuche um Dispensation sind rechtzeitig der Großherzogltchen Krets-Schulcommission Gießen oorzulegen. Die Meister, Lehrherrn und Arbeit­geber sind verpflichtet, den Knaben die zum Besuch der Fortbildungsschule nothwendtge Z-it emzuräumen.

Wir ersuchen die Lehrherrn, Meister und Arbeitgeber, ihre Gehülfen, Lehrlinge und jungen Arbeiter auf die Wichtigkeit dieses Unterrichts aufmerk­sam zu machen und zu einem pünktlichen und regelmäßigen Besuch der Schule anzuhalten, weil nur alsdann etwas Ersprießliches geleistet werden kann.

Gießen, den 22. October 1880

Für den Schulvorstand Gießen:

A. Bramm, Vtgeltus,

6943) Bürgermeister. Schulinspector.

Abonnements-Concerte.

Wenzels Uinler-(Paim-) Garten.

6856) Bezugnehmend auf die Anzeige des Herrn Wenzel erlaubt sich die Kapelle des 2. Grossh. Hess. Inf -Reg. Nr. 116 zu einem Cyklus von APioiinemeiits-Coiicerteil einzuladen.

Die Concerte finden in den Wenzelschen Localitäten im Palmen­saale statt; allen Anforderungen der Neuzeit zu entsprechen, werden Sinfonie-, Wagner-, Strauss-, Wiener und Italienische Abende stattfinden, wozu ein musik- und kunstliebendes Publikum ergebenst eingeladen wird.

Der Abonnements-Preis für 6 Concerte (Familienbillet bis zu 4 Per­sonen) beträgt.............7,

Der Abonnements-Preis für 6 Concerte (Personenbillet) . 2,40 Der Anfang der Concerte wird im Giessener Anzeiger bekannt gemacht.

Die Abonnements-Liste circulirt.

Giessen, im October 1880. Hochachtungsvoll

C* HkVausse, Kapellmeister.

Versteigerung.

Dienstag den 2. November,

Nachmittags 2 Uhr, lasse ich meine in dec Nähe der Bahn­höfe liegende Hofraithe, dahier, worin eine frequente Gastwirthschaft betrieben wird, genanntZum Rheinischen Hof" öffentlich im Locale selbst versteigern und wird der Zuschlag bei annehmbarem Ge­bot sofort ertheilt.

Auch verkaufe ich dieselbe aus freier Hand und können Kauflustige bei mir und I. Blitz das Nähere erfahren.

Gießen, den 25. Oktober 1880.

7033) Ehr. Reinhardt.

Aeilgebolenes.

Täglich

Frische 8chestsische

empfiehlt (7044

Carl Schwaab s

Delicatessenhandlung.

6413) Eine größere Steinfammluug mit schönen Versteinerungen billig zu Dexs kaufen. Wo? sagt die Exped. d. Bl.

tone holl. Häriuge, beste Qualität ä 6 Pfg., empfiehlt 6839) S. Elsoffer, Marktftr. 205.

Trottoir-Rinnen, Canal-Deckel mit Rahmen in allen G'ößen vorräthig bei (7010 August Kröll.

Accht chinesische Thee s mit der Schutzmarke C. H. L. empfiehlt 7015) Dr. Hempel, StpotlKfer.

Goldfische

sind angekommen bei

6959) I. Schäfer, Kirchenplatz.

Vorzügliches Sauerkraut, Salzgurken

empfiehlt (6927

Carl Hoffmann.

Frisch ringelroffen.

Gänsebrust und Gänsekeule empfehlen (7026

j. A. Busch Söhne.