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Selbsterhaltungspflicht hier die Nothwendigkeit auf, sich mit allen zu Gebote stehenden Mitteln zu vertheidigen? In der That, man sehe wohl zu, daß man sich hier nicht durch eine nicht zu rechtfertigende Milde täuschen und das liebel so lange wachsen lasse, bis die Heilung zu spät ist!"

Berlin, 22. August. Der Militärverwaltung erwächst bei den bevor­stehenden Herbstmanöoern insofern eine erweiterte Arbeit, als diesmal Maga­zinverpflegung an die Stelle der Verpflegung durch bte Quartiergeber eintreten soll. Zum ersten Mal werden auch bie Maximalste für den Vorspann deS Militüreffecten-TranSports auf den Märschen und in den Cantonnements ein- / treten, über welche hinaus nicht bezahlt weiden darf. Sind innerhalb dieser höchsten Sätze Fuhrunternehmer nicht zu gewinnen, so kann die Militärver­waltung die Civtlbehörde zur Gestellung von Zwangsfuhren requtriren, zu deren Leistung in erster Linie diejenigen Bezirkseinwohner heranzuziehen sind, welche das Lohnfuhrwerk als Gewerbe betreiben. Diese Anordnung ist infolge der großen Uebervorthetlungen erfolgt, welcher die Militärverwaltung bisher vielfach ausgesetzt war, und wobei es vorkam, daß die Ortsüblichkeit hoher Sätze von Setten der Civtlbehörde aus Rücksicht auf die Beztrksetngesesienen vielfach amtlich bescheinigt wurde.

liebet die Zustände in Elsaß-Lothringen brachte jüngst dasCorre- spondenzblatt des deutschen Vereins der Rheinprooinz" eine auf Mitthetlungen von berufener Seite sich stützende Correspondenz, die erwähnenswerth ist. Da heißt es im Gegensatz zu anderen Schilderungen, daß ein Rückgang der deut- schen Sympathien zu bemerken sei.Die Auswanderung nach Frankreich nimmt wieder zu, seitdem man denen, die optirt haben, das Wiederkommen in das Reichsland so erleichtert. Die Bauern selbst sangen wieder an, unangenehm von den hungrigen Preußen zu sprechen, mit denen sie zusammengespannt feien und mit denen sie zusammen Steuern zahlten. Einige Beamten finden, daß der Statthalter allzu nachgiebig sei und die Geister wenig unterscheiden könne. Ein reicher Fabrikant hier und dort rühmt seinen Einfluß auf den obersten Reichsbeamten, er hebt hervor, was er schon bet diesen durchgesetzt habe, und macht sich anheischig, auch noch diesen und jenen Beamten fortzubringen. Gern glrubt man ihm, und so entsteht eine schlimme Unterströmung in französischer Richtung. Die Ultramontanen sind wieder zuversichtlicher geworden. Ihre französischen Sympathien find zwar nicht so lebhaft für den Augenblick, da man jenseits der Vogesen sich in die bekannte Unternehmung gegen die Jesuiten rc. gestürzt hat. Aber fle erkennen wohl, daß sie auch von dem wesentlich protestantischen Deutschland nichts zu erwarten haben. Vor der Hand begnügen sie sich, überall das canontsche Recht hervorzuheben, z. B. auf den Kirchhöfen die Protestanten in einen besonders ummauerten oder doch wenigstens mit Grenzsteinen markirten Raum zu bringen. Daß Staatsgesetze dem entgegenstehen, geht sie nichts an. Was sind Staatsgesetze gegen canoni- sches Recht? denken sie, wie ihre priesterlichen Genoffen ziemlich überall. Kurz, allgemeiner Rückgang in der deutschen Sache. Was fett Jahren durch mühe­volle Arbeit gewonnen war, geht verloren. Wenn das einmal offenbar her- vortrttt, so daß man es auch im Centralpunkt der Retchsverwaltung hand­greiflich faffen kann, so wird die Methode wieder abgeändert werden; das hat man ja von vornherein in Aussicht stellen muffen. Aber es ist immerhin zu bedauern, daß man darauf zu warten hat, und vor Allem, daß gut gemeinte Bestrebungen so trefflicher Männer, wie der Statthalter doch offenbar ist, ihr Ziel zu verfehlen scheinen." Wir glauben Angesichts der so außerordentlich verschiedenen Stimmungsberichte wegen, welche uns aus den Retchslanden zu- kommen, auch diese Auslastung notiren zu sollen. Sie ist der Beach­tung werth.

DieKöln. Ztg." schreibt: Wir haben wiederholt betont, daß die gemäßigt-liberalen Parteien nicht umhin können werden, dem Fürsten Bismarck die Hand zu bieten zur Fortführung der angebahnten Steuerreform, unter ge­wissen Bedingungen und innerhalb bestimmter Schranken. Diese Bedingungen sind die Gewährung constttuttoneller Garantieen und möglichst baldige Beseiti­gung des Antrages Fcanckenstein aus dem Zollgesetz, sowie die Entlastung der minder bemittelten und überbürdeten Klaffen; die Schranken werden gezogen einerseits durch die Forderung äußerster Beschränkung der Ausgaben im Staats-, bezw. Reichshaushatt und andererseits durch die der äußersten Grenze nahe gebrachte Steuerfähigkett der unteren Volksklaflen. DieNat.-Liber. Corresp." hat an der Hand einer Broschüre von F tzer die Steueifrage in mehreren Artikeln behandelt, die mit unseren Ansichten in der Hauptsache übereinsttmmen. Wir beschränken uns daraus, die Schlußbemerkungen des nattonalliberalen Organs hier wiederzugeben. Daffelbe kommt zu dem Schluffe, daß die Steuer­reform, wie sie Fürst Bismarck im Sinne und theilweise durchgeführt habe, die Armen schwer belasten, dem Mittelstand geringen, den Reichen, vor Allem aber den großen Grundbesitzern mit dem Maß ihres Besitzes wachsenden großen Vortheil bringen würde. Selbstverständlich aber dürfe eine Partei, die nicht das Jnterefle einzelner Bevölkerungsklaffen, sondern das Wohl der Maffe der Bevölkerung vertritt, in eine solche Reform nicht willigen.Sie muß dagegen einer richtig angelegten Börsensteuer zustimmen, sie darf eine nicht zu hohe Branntwein- und Brausteuer, wenn beide combtnirt sind, bewilligen, muß aber verlangen, daß die Erträge dieser Steuern vorzugsweise zur Entlastung der Minderbesitzenden verwandt werden, daß neben der Ermäßigung, nicht Beseiti­gung der Klaffen- und Einkommensteuer, neben thetlweiser Ueberweisung der Grund- und Gebäudepeuer an die Communalverbände, unter eingehender Be­rücksichtigung aller in Betracht kommenden Verhältniffe, die drückendsten indi- recten Steuern beseitigt werden. Eine liberale Partei darf nicht dem großen Grundbesitz zu gleicher Zett die völlige Ueberweisung der Grund- und Gebäude­steuer an ihn selbst (b. h. an die selbstständigen Gutsbezirke) und Getreide- und Viehzölle zugestehen. Das Verlangen einer derartigen Entlastung des Grundbesitzes, deren Nutzen wesentlich nur dem Großgrundbesitz zu statten kommt, darf keineswegs als gemäßigt conservattv bezeichnet und zur Grundlage eines Bündnisses der gemäßigt Konservativen und einer liberalen Mittelpartei gemacht werden. Diese muß vielmehr neben den bekannten constitutionellen Vorbedingungen die betonten wirtschaftlichen Gesichtspunkte festhalten ehe fie auf eineSteuerreform" eingeht."

Telegraphische Depeschen.

Wagner'S telegr. Correspondenz-Bureau.

Stuttgart, 23. August. Der deutsche Kronprinz ist, einem Tele­gramm desSchwäb. Merkurs" zufolge, heute früh 7 Uhr in Neu-Ulm an- gekommen und von der Generalität empfangen worden. Die Besichtigung der Truppen nahm den günstigsten Verlauf. Sodann erfolgte ein Besuch des

Ulmer Münsters und darauf die Abfahrt des Kronprinzen nach Friedrichshafen und Mainau.

Berlin, 23. August. DieNordd. Allg. Ztg." hebt in einem Leit­artikel bezüglich der Auslassungen Gambetta's in Cherbourg hervor: Die Aeußerungen Grevy's und Freycinet'S in Dijon und Montauban geben zu leb­hafter Befriedigung die Gewißheit, daß in der auffälligen Rede des Kammer- Präsidenten nicht Frankreich, sondern Gambetta persönlich gesprochen. Der Artikel beleuchtet sodann den Begriff der von Gimbetta angerufenen Gerech­tigkeit , welche sich auf die Raubkriege Ludwigs XIV. und auf die Schwäche und innere Zerrissenheit Deutschlands gründe, erinnert ferner an die feit 200 Jahren von Frankreich in Deutschland gemähten Einfälle. Bisher schienen die Staatsmänner der französischen Republik in richtiger Würdigung der Thatsache, daß die Mehrheit auch der französischen Nation sich kaum je für einen Krieg erwärme, zu welchem sie nicht durch einen Angriff gezwungen sei, ihrerseits friedlichere Wege zu gehen als die Bourbonen und bonapartistischen Kaiser. Namentlich hatte Gambetta sich den Ruf eines Freundes man kann fast sagen einer Bürgschaft des Friedens erworben. Wenn nun die Rede vom 9. August zeigt, daß er diesem Rufe entsagt, so habe dies in Deutschland zwar keinePanique", aber doch Verwunderung und aufrichtige- Bedauern erregt. Deutschlands Politik wird deßhalb genau so friedliebend bleiben wie bisher. Aber dem Vertrauen aus die Dauer des Friedens hat die Kundgebung Gambetta's einen harten Stoß versetzt. Wir sehen in Folge derselben nicht etwa Verwickelungen voraus, aber jene Kundgebung beweist doch, daß die Küegspartei auch unter den Republikanern bedeutende Anhänger hat. Wolle das republikanische Frankreich unter Gambetta's Führung bie Traditionen Ludwig's XIV. und XV., Napoleons I. und IIL uns gegenüber fortsetzen, so müßten wir uns leider mit dem Gedanken vertraut machen, daß der Friede auf der Westgrenze unsicher bleibt. Nur muß die friedliebende Mehrheit beider Nationen wissen, wer den Frieden heute bedroht. Deutsch­land wird nicht müde werden, in feiner nationalen Politik den Beweis zu liefern, daß es Frieden halten will und den Krieg verabscheut. Wir bedauern, daß der kriegerische Geist, welcher unseren Nachbar heute wie seit 300 Jahren beseelt, uns zwingt, unsere Sicherheit in einem starken schlagfertigen Heere zu suchen. Mehr als Sicherheit suchen wir nicht, aber wir haben den Willen und das Vertrauen, sie zu finden.

London, 23. Aug. DieTimes" meldet aus Skutart vom 20. ds.: Riza Pascha ist heute Abend mit 2000 Mann Truppen hier eingerückt und wurde von dem Ausschuß der Liga empfangen. Alle Chefs der Albanesen und Mitglieder der Liga find zu einer am Montag stattfindenden Versammlung eingeladen. Die anderen 2000 Mann unter Riza Pascha blieben in Dulcigno und bezogen ein Lager gemeinsam mit Albanesen auf den die Stadt beherr- chenden Anhöhen.

Der Staatssecretär für Irland, Forster, ist hierher zurückgekehrt. Die gestrigen Landmeetings in verschiedenen Theilen Irland- sind ruhig verlausen.

London, 23. August, Abends. Unterhaus. Generalsecretär Forster erklärt: ES ist keine Veranlassung, Ausnahmegesetze für Irland zu verlangen. Es wird absolut kein Aufstand befürchtet. Aber wenn die Regierung finden sollte, was fle indeß durchaus nicht erwarte, daß im Laufe deS Herbstes ober Winters bie bestehenden Gesetze sich als unzulänglich erwiesen, so werde sie keinen Augenblick anstehm, das Parlament zu berufen, um Ausnahmegesetze zu verlangen. Hartington spricht die Hoffnung auS, daß, wenn die Budget- berathung am 30. August erledigt sei, der Schluß des Parlaments am 6. September erfolgen könne.

London, 24. August, früh. Unterhaus. Forster erklärt auf eine Anfrage Finnian's Die Polizei in Irland schieße mit Rehposten anstatt Kugeln, weil da­durch bei Straßenaufruhr das lieben Unschuldiger minder gefährdet sei. Die irischen Deputirten proteftiren lebhaft gegen die Neuerung. Dillon will Forster Gelegenheit geben, sich betreffs seiner jüngsten Antwort, worin er Dillon der Böswilligkeit und Feigheit bezichtigte, zu erfläreii. Forster hält jedes Wort ferner damaligen Antwort aufrecht. Dillon habe das irische Volk zur Uebertretung der Gesetze aufgehetzt, welche die Regierung trotz der Agitation aufrecht zu erhalten gedenke- Seitens irischer Deputirter wird namentlich das WortFeigheit" getadelt. Hartington erklärt: Nichts in den Reden der Irländer rechtfertige die Zurücknahme des Wortes. Die Regierung könne jetzt ihre Politit bezüglich Irlands nicht darlegen. Sie wünsche die dortigen Uebelstände abzustellen. Redner fordert das Haus auf, die unnützen Debatten fallen zu lassen und die auf der Tagesordnung stehenden Geschäfte, insbesondere das irische Ausgaben-Budget zu erledigen._______________________________________________________

Lokales.

Gießen, 24. August. Sonntag Abend, sowie Montag Nacht wurde in zwei Häusern mittelst Einstcigens durch das Fenster außer verschiedenen Kleinigkeiten eine silberne Uhr mit Haarkettc gestohlen. Der Dieb scheint es nur auf Werthgegenstände abgesehen zu haben, da er Wäsche und Kleidungsstück liegen ließ.

Heute Narbt geriethen zwei Kutscher, welche sich schon aus der Kirchweih zu Heuchel­heim rempelten, am Neustädter Thor aneinander, wobei der eine einen Messerstich in den Kopf erhielt.

Vor ca. 14 Tagen wurden in einem Hause der Neuen Anlage 2 silberne Löffel ge­stohlen. Die Diebe sind mittlerweile in Seligenstadt verhaftet worden.

Bet der gestrigen Mittheilung über die II. Ludwigs Regatta zu Bad Nauheim ist durch ein Versehen Nr. IV des Programms ausgeblieben. Wir boUn solches nach. IV. Vier- rudenge inrigged Naceboote. Preis: 1 silberne Fruchtschaale und 5 Ehrenzeichen Es siegte der Offenbacher Ruderverein mit Boot Möve gegen den Mainzer Ruder-Elub mit Boot Alice.

Vermischtes.

Cassel, 21. Aug. (Die liebe Concurrenz.) Bei dem am 10. auf dem Bau- bureau an der Katlenburg abgehaltenen Submissionstermine für die Maler- und An- slreichcrarbeiten im Innern des neuen Justizgebäudes hat sich eine Differenz in den Forderungen ergeben, w e sie bisher wohl noch nicht oorgekommen sein dürfte. Es waren 22 Offerten eingelaufen, darunter 17 aus Cassel und 5 aus Berlin, Frankfurt a. M., Leipzig, Barmen und Dinslaken bei Wesel. Der Offerte der beiben Meist- fordernden mit 40,500 «A stand die Offerte des Mindestfordernden mit 11,800 JL gegen­über, also eine Differenz von ppr. 29,000 Jt. bei einem Objecte von 40,500 JL\ \ Mindestfordernder blieb eine Frankfurter Firma mit obengenannter Summe von 11,800 JL; dieser zunächst folgte eine Leipziger Firma mit 13,400 JL und eine Barmer Firma mit 15,400 vH. Die dieser letzteren Offerte zunächst folgende steigt sofort auf 26,100 vH. und bewegen sich alle übrigen Offerten lsämmtlich aus Cassel) zwischen 26- und 45,000 Jt. Die mindestfordeinde Firma hat ihre Leistungsfähigkeit beigefügt und ist auaenblicflid) mit denselben Arbeiten im neuen Gebäude bei Kunstakademie zu Düsseldorf beauftragt.

Aus Wattenscheid wird Folgendes geschrieben: Ein Witzbold klebte i.i einer Restauration den Titel eines marktschreierischen Prospectes, lautendBandwurm mit Kopf" auf die in der Gaststube hängende Speisekarte. Es erscheint nun ein Hand­lungsreisender, um beim Gerstensaft etwas aus der vortrefflichen Küche der Restau­ration zu verzehren. Er nimmt also die Speisekarte und sieht da mit großen ßettein verzeichnet:Bandwurm mit Kopf". Eine solche Speise war ihm noch nicht präsentirt

worben. -

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fSn di' 6»*' Oberammergau weit«

Gastein, k-hm Md d-rt üin Men von Dem Witt Wenige Minuten na Thore, in wilchem o

Gewitter beobact Handgepäck zu schaffe Stoiüverkes herunter danack an den Wirt HauSflur steht?" - Also kennen Sie _Der Graf Moli gegeben!".....

Legion Gntschuldlgun Zimmern bleiben; ei tta8 ich Ihnen gsch Aber die Sxcellenz btt kurzen Bemerkun das Wort ab. Und und demonstrativ ar bemerkt dieser wiedl M OmnibuS i" . Neffe (der vorhin thaten den vorgesr^ in dir bewußten C Unb richtig wurde

- In der und Artbur». El rverthen Muffe]} u ein Häuschen bestßi in neuerer Zeit die derselben früher er katholischen Pfaner ärmsten HäuSler a tesondne Lorkennb ringen, aber verhäl

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