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Mr. 249. Erstes Blatt. Sonntag den 24 October 4889.
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Erscheint tkßkich mit Ausnahme des Montag-.
Prei» vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Poft bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.
Amtlicher Theil. Bekanntmachung.
Die diesjährigen Herbst-Control-Versammlungen werden im Kreise Gießen, wie folgt, abgehalten werden:
!• Im Bezirke der I* Compagnie (Gießen).
!♦ Zu Gießen am 30. October 1880, Vormittags, im Oswald'schen Garten
und zwar um 8 Uhr für sämmtliche Reservisten der Infanterie, sowie sämmtliche zur Disposition der Truppentheile und der Ersatz-Behörden entlassenen Mannschaften aller Waffen, um 9 Uhr für sämmtliche Reservisten der übrigen Waffen und die cm Schluffe näher bezeichneten Wehrleute.
Hierzu gehören die Orte:
Annerod, Burkhardsfelden, Gießen mit Schiffenberg, Heuchelheim, Klein-Linden, Oppenrod.
.. , 2. Zu Lollar am 1. November 1880, Nachmittags 12*/4 Uhr, neben dem neuen Bahnhofsgebäude.
Hierzu gehören die Orte:
Mendorf a. d. Lumda, Alten-Buseck, Bersrod, Beuern, Climbach, Daubringen mit Heibertshausen, Großen-Buseck, Lollar, Mainzlar, Rödgen, Ruttershausen mit Kirchberg, Staufenberg mit Friedelhausen, Treis a. d. Lumda, Trohe, Wieseck.
... , 3 Zu Grünberg am 2. November 1880, Vormittags 8*/2 Uhr, am Bahnhöfe.
Hierzu gehören die Orte:
Allertshausen, Beltershain, Geilshausen, Göbelnrod, Grünberg, Hattenrod, Harbach, Keffelbach, Lauter, Lindenstruth, Londorf, Lumda, Odenhausen mit Appenborn, Queckborn, Reinhardshain, Reiskirchen, Rüddingshausen, Saasen mit Bollnbach, Veitsberg und Wirrberg, Stangenrod, Stockhausen, Weickartshain, Weitershain mit dem Hainer Hof, Winnerod.
II. Im Bezirke der II. Compagnie (Lich).
1« 3« Hungen am 9. November 1880, Nachmittags 12*/4 Uhr, am Friedhöfe.
Hierzu gehören die Orte:
Bellersheim, Bettenhausen, Hungen, Inheiden, Langd, Langsdorf, Muschenheim, Nonnenroth, Obbornhofen, Rabertshausen mit Ringelsbausen, Rodheim mit Hof Graß, Röthges, Steinheim, Trais-Horloff, Utphe, Villingen.
k _ 2. Zu Lich am 10. November 1880, Vormittags 9 Uhr, am Bahnhofe.
Hierzu gehören die Orte:
Älbach, Allendorf a. d. Lahn, Birklar, Dorf-Gill, Ebersta^i .üt Arnsburg, Etttngshausen, Garbenteich, Großen-Linden, Grüningen, Hausen, Holzheim, Lang-Göns, Leibgestern, Lich mit Albacher Hoff Kornhansen und Mühlsachsen, Münster, Hof-Gill, Nieder-Bessingen, Ober-Bessin- gen, Ober-Hörgern, Steinbach, Watzenborn mit Steinberg.
Es haben aus diesen Orten zur bestimmten Stunde sämmtliche im betreffenden Bezirke wobnenden beurlaubten Militärs aller Waffen des Deutschen Re chs zu erscheinen, welche zur Reserve gehören, zur Disposition der Truppentheile beurlaubt oder zur Disposition der Ersatz- Behörden entlaßen sind, sowie diejenigen der Landwehr angehörigen Mannschaften, welchen eine besondere Ordre zur Gestellung bei der Herbst. Control-Versarnmlung vom Bezirksfeldwebel zugegangen ist.
Alle übrigen Mannschaften der Landwehr erscheinen nicht und haben sich von jetzt ab bei den Frühjahrs-Control- Bersammlungen zu gesteüen. Die Eljatz-Reservisten haben ebenfalls nicht zu erscheinen.
Dispensationen können nur in ganz dringenden Fällen eintreten und muffen darauf bezügliche Gesuche spätestens 8 Tage vor den betreffenden Control.Versammlungen auf dem Dienstwege eingereicht werden.
Die ohne Entschuldigung fehlenden Mannschaften haben sich der gesetzlichen Strafe zu gewärtigen.
Es wird noch bemerkt, baß die Leute mit dem Militär-Paß und Führungs-Attest versehen, in bürgerlicher Kleidung zu erscheinen haben und vor dem Beginn der Control-Versammlung Schirme. Stöcke, Pfeifen k. fortznlegen sind. Franck,
____ Oberstlieutenant z. D. und Bezirks-Commandeur.
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Derlm, 21. October. Mit B?zug auf die Mittheilung der „Köln. Ztg.", daß der Kaiser schon seit längerer Zeit an eine Amnestirung der katholischen Geistlichen denkt, daß indessen die Vorgänge beim Kölner Dombauseste dies nicht sitzt haben als rathsam erscheinen lasten, schreibt die „Germania": „Wir können der „Köln. Ztg." versichern, daß die milden Absichten des Kaisers an ganz anderer Stelle Hemmnisse finden, als bei den Ultramontanen. Im Uebrigen geben wir zu bedenken, daß eine Amnestie zur Lösung des kirchenpolt- itschen Conflicts und insbesondere zur Abhülfe der geistlichen Roth der Gemeinden kaum etwas beitragen kann, so lange die Doctrin des Justizministers Friedberg maßgebend bleibt, welcher der Krone, deren Rathgeber er ist, durch künstliche Interpretation das Recht abspricht, die Folgen der sog. „Absetzungs-
— Die Ausschüsse des Bundesraths sind folgendermaßen zusammcnge- setzt: für das Lmdheer und die Festungen, in welchen außer Preußen und Bayern auf Grund der Vcrfaflung vertreten sind: Sachsen, Württemberg, Baden, Mecklenburg-Schwerin, Sachsen-Koburg-Gotha; für das Seewesen: Bayern, Sachsen, Mecklenburg-Schwerin, Hamburg; für Zoll- und Steuer- wesen: Beyern, Sachsen, Württemberg, Baden, Großherzogthum Sacksen, Braunschweig und als Stellvertreter Hessen, Anhalt; für Handel und Ver- kehr: Bayern, Königreich Sachsen, Württemberg, Hessin, Großherzogthum Sachsen, Hamburg und als Stellvertreter Lübeck; für Eisenbahn, Post und Telegraphen: Königreich Sachsen, Vaden, Heffen, Großherzogthum Sachsen, Sachsen-Altenburg, Lübeck und als Stellvertreter Württemberg; für Justiz- Wesen: Bayern, Königreich Sachsen, Württemberg, Hessen, Braunschweig, Lübeck und als Stellvertreter Baden, Schwarzburg-Rudolstadt; für Rechnungswesen: Bayern, Königreich Sachsen, Württemberg, Baden, Heffen, Braun- chweig und als Stellvertreter Mecklen-Schwerin; für die auswärtigen Angelegenheiten: Baden, Mecklenburg-Schwerin; für Elsaß.Lothringen: Preußen, Boyern, Königreich Sachsen, Württemberg, Baden, Mecklenburg-Schwerin, Braunschweig und als Stellvertreter Hessen. Lübeck; für die Verfassung: Bayern, Königreich Sachsen, Württemberg, Baden, Oldenburg, Sachsen-Mei-
ntngen; für die Geschäftsordnung: Bayern, Württemberg, Heffen, Großherzogthum Sachsen, Sachsen-Altenburg, Schwarzburg-Rudolstadt.
Telegraphische Depeschen.
Wagner'- telegr. Correspondenz-Burean.
Berlin, 22. October. Der Kaiser ist heute Nacht wohlbehalten hier eingetroffen.
— Der Kaiser wohnte heute der Einweihung des neuen Gebäudes des Joachimsthal'schen Gymnasiums bei und nahm nach Beendigung des Gesanges des Choralts „Nun danket Alle Gott" das Wort zu dem Wunsche, daß der Segen Gottes, der das alte Haus gegründet und begleitet, auch über dem neuen Hause walte. Er könne nur wünschen, daß die von den Rednern in den Anreden eben ausgesprochenen Gesinnungen Fleisch unb Blut werden möchten an Allen, die sitzt und künftig in diesem Hause weilten, und zwar auf dem Grunde, auf dem alles Heil allein ruhe, wie eben gesagt worden. — Direct an die Schüler gewendet sagte der Kaiser: Es sei zu Ihnen gesprochen, die Sie hier die erste Erziehung erhalten. — Vergessen Sie nicht, was Staat und Lehrer für Sie gethan, so werden Sie tüchtige und treue Unterthanen werden, dann wird es um Preußen immer wohl stehen, wie die Stifter es bei Gründung und Erhaltung dieser Anstalt beabsichtigt haben. Das walte Gott!
Paris, 22. Octbr. Die „Agence Havas" läßt sich melden, anläßlich der Verzögerung der Uebergabe Dulcignos hätten Frankreich, Oesterreich und Italien ihre Vertreter in Konstantinopel angewiesen, dem Sultan sein Ver- sprechen, Dulcigno bedingungslos übergeben zu wollen, in Erinnerung zu bringen.
Dortmund, 22. October. Der gestern Nachmittag 5 Uhr 23 Min. von hier nach Berlin weiter gegangene Kölner Eisenbahnzug ist unweit Courl entgleist. Der „Wests. Ztg." zufolge stürzte dabei die Maschine den Bahndamm hinab; mehrere Wagen fuhren aufeinander und gingen in Trümmer. Der Locomotivführer und ein Reisender blieben tobt, 26 Personen wurden schwer oder leicht verwundet.


