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Dienstag den 24. August
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Ailseige- asd Amisdiatt für de« Kms Gießt»
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«rpedttionsdureaur / Schulstraße s. IS.
im gleichen Zeiträume des Jahres 1879, mithin weniger 948,184 Jt.H Dieser coloffale Rückgang deS gesummten Personen- wie Güterverkehrs, für den cs keine anderen Ursachen gibt, als die falsche Zollpolitik, spricht doch mit unwi- derleglicher Logik ein Uriheil über die letztere. In der That hört man denn auch, wie die „Weser-Ztg." bemerkt, aus zuverlässigen Prtvatnachrichten von
bm BicI im ganzen Lande herumkommen, daß die Mißstimmung in den östlichen Gegenden eine sehr große ist. Nicht blos in den großen Städten, wie Königsberg und Danzig, herrscht Mißvergnügen und hier namentlich nicht blos tu den kaufmännischen Kreisen, sondern ebensowohl in denen der Hand- werker, wo man den Verlust des nahrungbringenden Handels, und in denen der Arbeiter, wo man das Verschwinden der Arbeitsgelegenheit spürt. Die Kaufleute können flch noch am ersten helfen; sie sind in großer Zahl nach dfan ubcrgestedelt, ober sie haben dort ihre Filialen errichtet; aber der Handwerker , der Arbeiter kann nicht so schnell nach. So laflcn diese städtischen Emporien deutschen Wesens, die Vormauern gegen den Slavismus, den Kopf hängen. Aber auch auf dem Lande, und zwar nicht blos in Ost. und Westpreußen, sondern sogar in Schlesien ist man keineswegs rosig gestimmt, und dtis ist um so auffallender, als Herr v. Heydebrand bekanntlich zu erzählen wußte, nirgends sei man entzückter von der schutzzöllnerischcn Politik, als in Schlesien.
Berltzr, 21. August. Die „Rordd. Allg. Ztg.« sagt in einem länge, ren Artikel, welcher die der Ernte widerfahrenen Schädigungen bespricht, es licxe auf der Hand, daß von jeder Calamität, welche die deutsche Landwtrth. schift treffe, zunächst die Landwirthe zu leiden haben und die große Majorität de? Bevökerung, welche von der Landwirtschaft lebe, nämlich 20-25 Millionen. 3« dem Artikel heißt es ferner, wenn wirklich die Abgaben, welche das Ge> treibe zahle, bevor es zur Consumtton gelange, auf ben Preis beffelben einen entscheidenden Einfluß haben, wenn es als nothwenbig erkannt würde, behufs ''k^^^?/ViiL??^rodmiion''des^ÄroKWvWer, Abgaben herbeizuführen, rea>.^«Estia?ng M steuerfreien ausländischen L-ndwirthes durch die Äüp. Hebung der Kornzölle in vollem früherem Umfange herzustellen denke.
Berlin, 21. Aug. Jntereffante Mittheilungen gehen der „Deutschen Tabaks-Neituna" über das Verfahren der Straßburger Tabaksmanufactur zu. DiesUbe scheint sich für ihr. Operation zunächst Baden als Feld ihrer Thätig- leit ausersehen zu haben; bald hier, bald dort wird in denjenigen Lanbdistncten, wo Cigarrenfabric-tion betrieben wird, von der Straßburger Manusactur eine Fabrik eingerichtet, und an Arbeitern fehlt es nicht, da der Lohn im Anfang etwas höher!, als in den Privatfabriken normirt zu werden pflegt. Ob dcr- ielbe freilich nicht später, wenn die Concurrenz der Privatfabrtcatton allmählich gan aus dem Feld geschlagen sein wird, noch unter den jetzt üblichen Norma. satz herabgehen dürfte, da die Straßburger Verwaltung es alsdann unbeschränkt in der Hand hat, ihn nach Gutdünken festzusetzen, ist eine Frage, die sich bie Arbeiter wohl schwerlich vorlegen. Die thatsächliche Wirkung der Geschäftsausbreitung der Straßburger Manusactur ist unleugbar eine starke Beeinträchti- gung der Privatfabrication, dte, mehr und mehr veZchwindend, dem heran, ziehenden Monopole den Platz räumen muß. Gleichwohl geht das Urtheil der Sachverständigen allgemein dahin, daß das Fabrikat der Straßburger Manusactur erheblich theuerer, aber keineswegs bester ist, als dasjenige der Prtvatfabriken.^ Kundgebungen gegen bie Beschränkung bei allgemeinen Weckselfäbiakeit tritt am stärksten das Gutachten der Hamburger £anbel$« £2Är. Dieselbe erklärt das Mittel gänzlich fruchtlos gegen den Wucher/ Helfen könne nur Vereinfachung unb Beschleunigung des Verfahrens gegen säumige Schuldner im Kleinverkehr gegen unge undes Crebitnehmen. Die Beschränkung der W-chs-lfähigk-it wäre eine unerhört-Härte gegen Hand. werker und Kleinhändler; der Credit in den Nachbarländern würde dadurch schädigt; der Vorschlag, in Deutschland ein Register über kreditfähige Per- tonen anzulegen, sei praktisch undurchführbar, ebenso wie die ®ren$e der Wechselsähigkcit nach der Gewerbesteuer, die nicht einmal m allen Staaten er- bobeu werde Der Vorschlag sei daher ebenso nutzlos als undurchführbar, hoben * « ZI August. Der deutsche Kronprinz ist heute Mittag um 12-/» Uhr hi? " getroste? und reiste um 1 Uhr 50 Min. mit der Erbprn- zessin von Meiningen und dem Großherzog und der Großherzogin von Sachsem Weimar nach Murnau (Oberammergau) weiter. Bet der Abfahr^war der Minister des Innern, v. Pfeuffer, gegenwärtig.
meltc Publikum begrüßte den Kronprinzen bei der Abfahrt mit dreimaU gem Hoch- ^derbayerische Handels- und Gewerbekammer sprach sich ein- stimmig gegen jede Beschränkung der Wechstlfähigkett aus, mit der ®rfIarun^ 'Sniß^'Die Kammer prokstirt
^7m7ach'b?Lchtige^die städtisch7n Behörden in Augsburg dem deutschen Kronprinzen ein Festmahl Ybiettn^^ ^taats-Anz." schreibt: Die Taufe des n?geb°!enen Sohnes de/Prinzen Wilhelm findet am 24. August in
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Die deutsche Erziehung.
Die rastlosen Bemühungen, das Untcrrichtswesen zu heben, haben den deutschen Schulunterricht berühmt gemacht. Die Volks-, Mittel-, Gewerbe- und Realschulen, bie Gymnasien, tue technischen Lehranstalten und endlich bie deutschen Universitäten gelten in ber ganzen civtlisirten Welt als Muster- anpalten. Aber man kann wohl hier fragen: Was hilft cs uns, so wir bie ganze Welt moralisch eroberten unb litten boch Schaben an unserer Seele? Der Verein bei beutschen Jnenärzte hat soeben In Bezug auf bie Gymnasien einen hoch beachtenswerthen Mahnruf erlaflen, weil bk bebauerltche Thatsache vorliegt, baß an den Schülern der oberen Klaffen mehr Geistesstörungen als bisher beobachtet werden. Der Grund derselben sei bie Urberbürdung bei Jugenb mit getstigei Arbeit, unb bei Veiein verspricht, bie Angelegenheit einer wiffenschaftlicheu Untersuchung zu unterziehen.
Dieses Thema ber Ueberbürdung ist auch von hervorragenben Päba- zogen bereits vielfach erörtert worben, nicht allein in Bezug auf bie zu großen Ansprüche ber Schule in ben zu Hause anzuf.rtigenben Arbeiten, den gestet- gerten „Schul-Anfgaben", sondern auch in Bezug auf den Lehrplan, auf die sich immer mehr steigernden Ansprüche der höheren Schulen in der Quantität des Wiffcns. In letzterer Beziehung hat schon 1869 ber berühmte Lehrs ausgerufen : „Kurz unb schlagend, ist bes Heraklttos ewiges Wort: Vielwissen- schäft unterrichtet ben Geist nicht, — unb man sollte es als Motto über alle mvbernen Universitätsgebäube unb Examinationshallen schreiben I" — Man sollte sich auch in ben Schulen bieser griechischen Lebensweisheit wieder erinnern.
Technik und Mechanik, Physik und Naturgeschichte, Mathematik und ein umfassender „Anschauungs-Unterricht", welche schon ben Schüler in alle Wissensgebiete des modernen Lebens einführen, haben sich zu sehr hervorge- drängt. Die Pflege der praktischen Interessen hat die unprakjMM^M-en" , unb 's Ucgt nicht an der^ HZMMe bie Klassiker, b.e all ff?piiV/ faUS Alles, was meditativ stimmt, „nicht tobt zu Rächen ist " Erkämpfe! auch in der Schule zwei Parteien die eine für d e vrrmehrte Tetailkelwtniß der Außenwelt, jur die Empirie, die andere für die ewigen Wahrheiten, für die Soffitte »ilbunÄ. »«
Schule entstammt der Periode, in welcher utan ihnen die griechische Bildung und Alles, was unsere Klassiker davon für „Altdeutschland' heimisch gemacht haben,^E^zkhung?o°ll Mcht alles reizvolle Neue den Köpfen eintrichtern, sie ioll nickt die Notizenkrämerei und zu viel „praktische Kenntnisse bieten, für
EwiwWahr-, das zwar als angestammtes Besitzthum der Menschheit gilt, das 2 in der Schule von jedem Einzelnen aus eigener Kraft neu erobert werden muß. Geschieht diese Rückkehr Seitens der Gymnasien, die es häufig den Realicktllen in der Pflege „praktischer Kenntniffe" gleich thun wollen dann wird es nicht nöthlg sein, daß die Irrenärzte den deutschen Schulmännern gute Rathschläge geben.______________________ _
Deutschland.
Darmftadt, 21. Aug. Seine Königliche Hoheit der Großherzog nahmen beute militärtsche Meldungen entgegen unb empfingen ben Obersten ö. Strong, n Ma r Frank vom Oberschlestschen Feld-Artillerie-Regiment % 21 ben (Smititrnann Deiß vom 1. Pommer'schen Feld-Artillerie,Regiment Nr. 2, den Niäsidenlen des Oberlandesgerichts Kempff, den Pfarrer Waltz von Bad- Raube m den Gymnasiallehrer Dr. Oßwald, ben Reallehrer Dr. Schaum von Rwaen den Kreisbaumeister Grimm von Nidda, sowie eine Deputation aus beliebend aus dem Bürgermeister Küchel und den Beigeordneten Sifide? unb Heil; zum Vortrag den Staatsminister v. Starck und ben Mini- sterialpMdenten ®^le^“^tT’Uegcr Gambetta's Cherbourger Pmschrede be- " für Deutschland liege keine Ueberraschung in diesen merkt die „Krenz-Ztg. , für bflj» aag man bel un8 feit unseren
l“ÄbUa® im Auge Gehalten habe. Nur in unserer Bereitschaft liege ™ «sÄbeit Wenn wir aber durch Gambetta zu fortwährender Bereit- unsere • 6 , at cr un§ auf diesem Wege eine unermeßliche
K ^TTe?" im Vergleich zu welcher die bekannten fünf Milliarden nichts
NationalwMst""f^ ntuen Aera ber Zollpolitik hat man stets nachge-
—T AßiJk.» girnnimeii am furchtbarsten unter der Schutzpolitik zu
wiesen, daß t ie 6ftll*eV?mn l rn1b fei b r ist das von den Vertheidigern der leiden haben würden. Damals und^seUyer tro^em fn)e ye,
Schutzzollpolitik dre st g 0 Qug vachstehenden amtlichen Angaben : „Die hauptung war, sieht' .... Südbahn per Juli 1880 betrug nach vor-
Betriebseinnahme der °^°^s°nverkehr 105,788 M., im Güterverkehr läufiger Feststellung. , 12000 M zusammen 251,054 M., im
133,266 an "ßl 484 T mÄ weniger 110,430 JC.. Vom
^Januar bis ult. Juli 1880 im Ganzen 1,856,921 A gegen 2,805,105 M.,
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iu virmiethen.
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