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schlug er in eine Badebude am Geestemünder Teiche,

Vermischte-

engen helmathüchen Verhältnisse zu verlassen und in die Fcemde zu gehen. Nachdem er einige Jahre in Indien das dortige Mtlitäcwesen zum Gegen­stände eingehender Studien gemacht, wurde er in Konstantinopel an der Kriegsschule als Militärlehrer angestellt und verheirathete sich mit einer 'Tochter des Generals von Molinowsky (Emin Pascha), der früher als Haupt» mann dem preußischen Heeresverbande angehört hatte. Drigalsky rückte schnell bis zum Obersten auf und wurde dann durch das Vertrauen der hohen Pforte aus den schwierigen Posten deö Präsidenten der internationalen Donau-Com­mission berufen, welche Stellung er bis zum Ausbruch des türkisch«russischen Krieges mit Geschick und Tact verwaltete. Hernach war er dem Auswärtigen Amte der Türket zugetherlt, wurde mit mehreren schwierigen Missionen betraut und figurirte u. A. auch als Candtdat bei der Besetzung des Gouverneur- postens für Ostrumelten. Vor einigen Wochen erhielt er aus der Hand des Sultans selbst das Berat als Lioa (Generalmajor). Mit gründlicher Kennt- niß der verwickelten orientalischen Verhältnisie verbindet Drigalsky Pascha eine umfasiende allgemeine Bildung, tüchtige Sprachkenntnisie, die feinen Umgangs- formen der vornehmen Welt und eine seltene Liebenswürdigkeit des Benehmens. Die Familie des Generals lebt seit einigen Jahren in Dresden; eine seiner Töchter ist an einen Hauptmann verheirathet, von seinen Söhnen ist einer Osficter, einer Martnecadett. _________________________________

Heddernheim, 21. Juli. Gestern ging der 8jährige Sohn des Taglöhners Franz von Heddernheim mit 2 anderen Knaben nach Eschersheim. Als die Kinder auf der über die Nidda führende Brücke angekommen waren, legte der Sohn des Franz sich auf das Geländer und nunmehr faßten ihn bte beiden Begleiter bet den Füßen und warfen ihn über das Geländer

den Festplatz des fünften allgemeinen deutschen Turnfestes schreiet die officielle Festzeitung u. A. - Günstiger hätte der Festplatz nicht gewählt werden können; er befindet sich auf demselben Raume, auf welchem im Jahre 1862 das so glänzend verlaufene allgemeine deutsche Schützenfest abge­halten worden ist. An der Peripherie von Frankfurt dehnt sich die weite Fläche hin, aber sie scheint gleichsam in die Stadt hinemgezogen, indem sie von drei Seiten umbaut und vom städti­schen Leben umflulhet ist. Im Osten und Süden ist der Platz von der Haidestraße und Born­heimer Land-raße, im Westen von der Friedberger Landstraße umfaßt. Die Nordseite des P'atz's, welche nach rechts und links ausläuft, eröffnet den Blick auf's freie Feld und wird

Slelegraphische Depeschen.

«Mg»er'S teleg«. E»rresp»«be«z *

München, 22. Juli. Abgeordnetenkammer. Marquardsen und Kopp beantragen, eine Commission zur Abfasiung einer Hukdigungsadresse anläßlich des Jubiläums der Dynastie niederzusetzen, bestehend aus dem Directorium und den Äbgg. v. Schlör, Fischer, Freitag, Ruppert und Xaver v. Hasenbrävl. ES folgt nunmehr die Berathung des Antrages v. Hafenbrädl auf Ab­schaffung des siebenten Schuljahres. Nachdem v. Hasenbrädl den Antrag be­gründet, beantragt Rußwurm die Ueberweisung desselben an einen Ausschuß von 15 Mitgliedern. Rußwurm bekämpft den Antrag als schädlich für die stttliche Volksbildung, doch sei in einzelnen Districten Abhülfe geboten. Sittig erklärt sich Namens der Linken absolut gegen den Antrag und dessen Verwei- sung an einen Ausschuß. Der Antrag Rußwurm wird vom Hause ange­nommen ; dafür stimmt die Rechte, dagegen die Linke. Nächste Sitzung Dienstag; Tagesordnung: Militär-Etat.

Pari-, 22. Juli. DieAgence Havas" meldet aus Konstantinopel vom 22. ds.: Der Fürst von Montenegro hat den Vorschlag der Pforte, eine Untersuchungs-Commission bezüglich des Seitens der Albanesen unternom­menen Angriffes einzusetzen, abgelehnt und seinen Geschäftsträger angewiesen, Konstantinopel zu verlassen; Letzterer wird wahrscheinlich morgen abretsen.

London, 22. Juli. Unterhaus. Harttngton antwortete Onslow, es scheine besser, die Aufklärungen über die Lage in Cabul und die Politik der Regierung bezüglich Afghanistans bis nach dem heute in Cabul stattfindenden Durbar zu verschieben; er hoffe, er könne sie nächsten Montag geben. Unterstaatssecretär Dilke antwortet Wolff, er sei nicht informirt von einer Concentrirung bulgarischer Truppen bet Jchtiman; die Schriftstücke über die uniontsttsche Bewegung in Bulgarien und Ostrumelien würden demnächst vor­gelegt werden. Was den Schriftwechsel mit Rußland über die Einfüh>- y'\ russischer Osficiere und Waffen auf der Balkanhalbinsel betreffe, so seien die russischen Mittheilungen ohne Zustimmung Rußlands nicht vorlegbar; es sei kein Grund, zu glauben, daß Rußland die Zustimmung verweigern werde. Dilke antwortet ferner Otway, die Antwort der Pforte aus die Collectivnote sei bis heute Nachmittag noch nicht erfolgt. Auf eine Anfrage Dawney's erwidert Gladstone, er besitze keine definitive Information, daß Earl Z-tland als Kammerherr der Königin demtssionirt habe.

Wien, 22. Juli, Abends. Der Kaiser verbleibt bis zum 20. August in Ischl; die Reise desselben nach Schlesien ist ausgegeben. Der galizische Landtag nahm eine Resolution an, wonach der jüdische Religionsunterricht in polnischer Sprache erfolgen soll. Der Landtag der Bukowina ist heute ge­schlossen worden.

Mailand, 23. Juli. Der wegen Entwendung des dem Don Carlos gehörenden Orden des goldenen Vließes angeklagte Boet wurde fretgesprochen.

Lokales.

Gießen, 20. Juli. In der heute Abend im @af 6 Ebel abgehaltenen zahlreich be­suchten Versammlung wurde, nachdem Herr Pfarrer Naumann den Zweck der Berufung |n warmen Worten dargelegt, zunächst über die Wahl der Mitglieder des Kirchenvorstandes berathen und der Beschluß gefaßt, über einzelne Persönlichkeiten keine Abstimmung eintreten zu lasten, vielmehr die Auswahl der Personen der Einsicht und Gewistenhaftigkeit der Wähler anheim zu stellen.

Der andere, ebenfalls von Herrn Pfarrer Naumann in Anregung gebrachte Gegen­stand, nämlich periodisch Versammlungen zu halten, fand ungeteilte Zustimmung und es wurde beschlossen, daß vorerst sechs mal jährlich die Mitglieder der Gemeindevertretung und des Kirchen- vorstandes zu freien Besprechungen zusammentreten sollen. Hoffentlich trägt diese Vereinigung, wodurch ein reger Austausch bei Meinungen vermittelt unb Anregung zu mancherlei Ideen gcp geben wird, segensreiche Früchte für das kirchliche lieben.

Gießen, 23. Juli. Nach derDarmst. Ztg." hat das Großh. Ministerium des Innern und der Justiz auf Auftrag der Großb. Centralstelle für Landwirtschaft 2C. veranlaßt, durch den in landw'.rthschaftlichen Kreisen viefach laut gewordenen Wunsch, daß eine allgemeine Zäh-, hing aller in Folge des Winters 1879/80 abgestorbenen und aller gesund gebliebenen Obstbaumr im Großherzogthum vorgenommen werden möge, eine derartige Zählung für die erste Hälfte des Monats August angeordnet. Es werden demgemäß die Großh. Bürgermeistereien angewiesen werden, während des genannten Z-itraumes in den betr. Gemarkungen die bezeichnete Zählung vornehmen zu lassen und das Ergebniß der Aufnahme nach Art und ungefährem Alter der Bäume geordnet in ein Verzeichniß einzutragen. Die Ergebniste der Gemarkungsverzeichntste werden von dem bett. Krcisamte in einem Hauptverzeichniß zusammengestcllt und dieses mit den Gemarkungs Aufnahmen dem Großh. Ministerium zugesendet.

Eine Dienstmagd stahl in einer hiesigen Wirthschaft zwei daselbst logirenden Handels­leuten mehrere Meter Hosenzeug. Als die Leute fort waren, wurde das Tuch in ihrem Bett vorgefunden. Dieselbe ist sogleich flüchtig geworden.

Ein Arbeiter stahl dem anderen einen Arbeitskittel und gelangte deßhalb zur Anzeige.

Dampfers int Bremerhavener Hafen, die er zerstörte. Funken in den am alten Hafen nach dem Außendeiche rieth dichter Qualm, daß er gezündet hatte. Leider nichtung vor. Es stehen oder vielmehr standen am

Ätz- . ' ich. Ä

gegen Westen durch die fernen Höhen des Taunusgebirges, in der Mitte und gegen Osten durch Ocstwäldcr und die nahegelegenen gewaltigen Baumgruppen des Rothschüb'ichen Parkes um- grcnzt Der Platz selbst, die sogenanntedicke Oedk" geheißen, ist ein Besitzthum des Herrn Baron Mayer Karl v Rothschild, welcher ihn zum Zwecke der Abhaltung des Turnfestes dem Festeomite pachtweise überließ. Die zur Verfügung stehende Fläche umfaßt 89 Frankfurter Morgen, wovon jedoch nur 52 Morgen (lO6,5uU Quadrat Meter oder l,du4,000 Quabrat-- fuß) zum Festplatz benutzt wurden. Der vordere, an der Stadt liegende Theil dient zur Ab­haltung des eigentlichen Turnfestes, während der gegen Noroen liegende Raum für Aufstellung von Buden und Sehenswürdigkeiten bestimmt ist. Gelangt man auf den Festplatz, so fällt zuerst die auf der Nordseite gelegene Festhalte, welche fast deren ganze Breite entnimmt, in's Äuge. Sie ist möglichst einfach, aber doch geschmackvoll gehalten. Der hohe Mitielbau ist sehr schön gegliedert. Die Länge der Halle beträgt 117 Meter, ihre Tiefe 45 Meter, ihre Grundfläche umfaßt über 5200 Quadratmeter. Es ist Sitzraum für 4000 Personen darin vorhanden. Hinter der Festhalle befindet sich der Raum für die Küche und deren Annexe. Sie ist 48 Meter lang und 2u Meter breit. Das Buffet wird mit fernen einzelnen Abteilungen fast die ganze Länge der Festhalle einnehmen. Gegenüber der Festhalle ist auf der Südseite des Festplatzes längs der Bornheimer Landstraße die Tribüne für die Zuschauer gelegen. In langer gerader Linie erheben sich 1518 Sitzreihen, welche etwa 3500 Peisonen Platz gewähren werden. Die Lage der Tribüne ist äußerst glücklich gewählt, weil auf derselben das Publikum möglichst gegen die Sonnengluth geschützt ist. Die beiden Dienstgedäude nehmen die südöstliche und nordwest- lidli Ecke des Festplatzes ein. Das erstere ist für Äerzte und Ordnungsmannschaften re., das letztere für die Ausschüsse u. A. (Zimmer für den Centralausschuß, ein Auökunftsbureau, Telegraphen und Post, Feuerwehr, Reduktion der Festzeitung, Preßausschuß rc.) Den Mittel­punkt des Festplatzcs nimmt der Turnplatz für die Freiübungen ein. Derselbe ist 115 Meter lang unb 170 Meter breit, umfaßt einen Flächenraum von 10,550 Quabratmetern und kann 5- bis 6000 Turnern zu ihren Hebungen dienen Südlich und nördlich schließen sich die Turn­plätze für das Geräthturnen an. Der südliche ist 40 Meter breit und 170 Meter lang und umfaßt 6800 Quadratmeter Grundfläche. Der nördliche (denselben Raum einnehmend- ist durch einen 15 Meter breiten Verbindungsweg des Freiübungsplatzcs nach dem Platz vor der Festhalle in zwei Theile gethetlt. Der südliche Gerätheplatz, auf dem das officrelle Turnen, wie z. B. das Musterturnen der Riegen, das Turnen der außerdeutschen Turner, das Wettturnen :c. stattfindet, enthält: 16 Recke, 1 Kreuzreck, 14 zweiholmige und 1 drecholmigen Barren, 10 Pferde, 8 Böcke, 10 Schnursprungsgeräthe mit 50 .Sprtngstäben, 4 Paar Schaukelringe, 2 Schweberecke, 1 Tiefsprunggeräth, 2 Sturmläufe, 2 Vdlttgirtijche mit Febertrampolin, 1 Mast mit Klettertau, 1 Platz mit 10 Stoßsteinen, 1 Platz zum Stemmen mit 5 Kugelstäben ä 5i» Kilo unb 5 Gewichten ä 25 Kilo. Die nördlichen Gerätheplätze, welche denjenigen Turnern zur Verfügung stehen, die während der Vorführung auf dem südlichen Gerätheplatz dort nicht turnen dürfen, enthalten: 14 Recke, 15 Barren, 10 Pferde, 8 Böcke, 10 Schnursprunggeräthe mit 50 Spri^gstäben, 4 Paar Schaukelringe, 2 Schwebereck, 1 Platz mit 10 Stoßsteinen, 1 Pratz zum Stimmen mit 5 Kugelstäben ä 50 Kilo und 5 Gewichten ä 25 Kilo, 3 Ringplätze. Eine erhöhte Tribüne dient den Vorturnern zum Vormachen der Freiübungen. Um die Turnplätze führt ein Weg von 17 Meter Breite. Vor der Festhaüe finden sich 2 Tanzpodien und 1 Musik­podium errichtet. Der Steigerthum für die Hebungen der Freiwilligen Feuerwehr ist auf bet östlichen Seite vor dem Freiübungsplatz errichtet. Um ben Freiübungsplatz befinden sich etwa 300 Richtfähnchen für das Richten der Reihen und Rotten bet den Freiübungen.

W etzlar, 21. Juli. Wie uns berichtet wird, wurden am Sonntag den 18. d. Mts. gegen Abend in unmittelbarer Nähe von Ehringshausen im Chauffeegraben zwei Handwerks- burschen aufgefunben, von benen der eine tobt unb bet anbete schwer betrunken war. Von ber Polizei unb einem Arzt würbe sofort bet Thatbestanb festgestellt und die Ueberführung des Tobten in bas Gemeindehaus und des Lebenden bei einem Einwohner angeordnet. Wer ber Verunglückte ist, hat bis jetzt nicht festgestellt werben können, da sich keinerlei Papiere bei ihm vorgefunden haben. Er besaß nur eine Branntweinflasche, einige Pfennige und etwas Brod. Es ist ein untersetzter, mittelgroßer Mensch mit schwarzem Haar und Vollbart. Der Überlebende Handwerksbursche sagt aus, er habe den Verunglückten vor ein paar Tagen auf der Straße gefunden und wiffe von demselben nur, daß er Schlosser, unverheirathet und i/i Stunde von Köln zu Hause sei. Wie verlautet, sollen Ehringshäufer Burschen die Betven, als sie schon am Wirthshaus vorbei gewesen, zurückgerufen und mit Branntwein regalirt haben, und zwar den Lebenden mit Liter, nach deren Genuß ex erklärte:Ich kann nicht mehr vertragen," den Gestorbenen aber mit 1 % Liter Zwetschew und 2/s Liter Kornbranntwein. Die Unter« suchung ist im vollen Gange. Auf den 22. d. M., 7 Uhr, ist die Obduetion der Leiche durch den ersten Staatsanwalt in Limburg angeordnet. Die Rohheit der Burschen, sowie des Wirths wird der verdienten Strafe nicht entgehen- ' * (W. A.)

Düsseldorf, 17. Juli. Der Prozeß gegen die beiden Gladbacker, die angeschuldigt waren, eine Frauensperson in der Kesselfeuerung einer dortigen Fabrik verbrannt zu haben, ging vorgestern zu Ende. Die Beweisaufnahme hat auch nach der ersten Vertagung der Sache nur Jndieien gegen die Angeschuldigten zu Tage gefördert; diese waren aber so belastend, daß der erste Staatsanwalt gegen beide Angeklagte das Schuldig beantragte, bei dem Heizer aber auch die Unterfrage stellte, ob derselbe nicht wenigstens der Körperverletzung der Verschollenen schuldig sei unb dadurch ihren Tod herbeigeführt habe. Die Geschworenen bejahten sämmtliche ihnen vorgelegten Fragen nach ihrem ganzen Umfange, schloffen jedoch bei der als vorhanden ange­nommenen vorsätzlichen Tüdtung des vermißten Mädchens eine Heberlegung Seitens des ersten Angeklagten aus. Der Schwurgerichtshof erkannte auf 15 Jahre Zuchthaus gegen den Heizer, auf drei Jahre gegen den Quacksalber, Ehrverlust von zehn bezw. fünf Jahren und Tragung der Kosten je zur Hälfte. Dem Quacksalber wurden sechs Monate von den verbüßten 22 Vor­haft in Anrechnung gebracht.

Bremerhaven, 17. Juli. sDas Feuer in Bremerhavens Ein entsetzliches.Gewitter mit Wolkenbruch entlud sich gestern Nachmittag über unsere Stadt. Der Blitz schlug zuerst einige Flaggenstangen um, darunter die am Eingänge des Geestemünder Hafens, und fuhr in ein Haus in Geestendorf, wo er an den Wänden die Spuren seines Weges zurückließ. Später " n ' ~bann in die Stengen eines englischen

Gegen 5</2 Uhr fuhr der electrische stehenden Lagerschuppen und bald ver» fand er ein riesiges Material zur Ver- . . alten Hafen die Schuppen von Anton

Günther, Mathias Rhooe, Uhlmann u. Co., Kimme, Bachmann; neben den letzteren liegt der Koblenplatz von Stolr, zwischen Rhodes und Uhlmanns Schuppen ein massives Gebäude, das Wafferreservvir der Eisenbahn, gegenüber von den Schuppen der hart gedeckte, in Stein gebaute Schuppen des Norddeutschen Lloyd. Sämmtliche Schuppen lagen bis oben voll von Gütern, Baumwolle, Hans, Harz, Oel, Farben, Theer u. s. w. Wohl erschienen die Spritzen unb griffen in Anbetrackt des erschwerten, durch bte Geleise der Bahn in allen Richtungen coupirten Terrains in kurzer Zeit ein; das verheerende Element aber fand zu günstige Verhältnisie vor, die furchtbare Hitze, die der Brand entwickelte, der erstiekende Qualm machten eine Annäherung fast unmöglich; so suchte man zu retten, was zu retten war. Aus den Schuppen wurden so viel Maaren wie möglich geborgen, das Hauptaugenmerk richtete man auf die Harz- und Oel- fässer; die Polizei beorderte alles müssig umherstehenve Volk zur Arbeit, aber ber Erfolg war boch nur gering. Das Feuer hatte bald über das Wasserreservoir hinweg Hhlmanns Schuppen ergriffen, darauf geriet!) Kimmes, dann ein Bachmannscher Schuppen in Brand unb bie Gefahr stieg auf's Höchste Die Pumpen ber in ber Koje liegenben LloyodampferStrauß",Sperber" Falke", sowie bie kleine^ Spritzen ber DampferMain" unbHermann", bte bislang bei ber Löschung bes Feuers thätig waren, mußten abcommanblrt werben, um ben Lloydschuppen selbst zu schützen, besten Mauern bereits zu rauchen anfingen. Noch einige Zeit würben bie Bergungs­versuche fortgesetzt, an denen die mittlerweile erschienenen Leute der Lloydftevedores sich wacker betheiligten, bann würben auch biese unmöglich bie sieben nebeneinanber stehenben Schuppen, ein baneben befinblicher Stall, sowie das in Branb gerathene Wasserreservoir boten ein emzigeS Flammenmeer ein schaurig schönes Bilb. Bet dem Stolt'schen Kohlenplatze, auf dem ein Theil der Kohlen ebenfalls in Brand geraten war, gelang es dem Weiterschreiten des FeuerS

Einhalt zu thun, Dank dem Hmstande, daß der Wind aus West nach Ost drehte und die

Flammen jetzt der Weser zutrteb. Die Annäherung an die Brandstätte wurde dadurch möglich und die Wirkung der Spritzen, namentlich der sich vortrefflich bewährenden Dampfspritzen, in­tensiver. Die Gefahr war gehoben. Langsam sank die Nacht herab, unb bte Branbstälte bot

jetzt mit ihren glimmenben, glühenben ober in Hellen Flammen brennenben, tiefrothen Rauch zum Himmel fenbenben Trümmern und Waarenresten einen schauerlich schönen Anblick. Die sDer Festplatz bes 5. allgemeinen beutschen Turnfestes zu Frankfurt a. M.1 Heber ®PTbcn waren die ganze Nacht hindurch und gestern Morgen thätig, die Reste zu löschen, die k-fl kV vi. fr.«...,J - - von Zeit zu Zeit noch Immer hell aufflammten. Was den angerichteten Schaden anbetrifft, so

sind an demselben fast alle hier vertretenen Gesellschaften theils direct, theils durch Rück­versicherung beteiligt; derselbe beläuft sich nach vorläufiger Schätzung auf etwa drei Millionen Mark, eine genaue Hebersicht wird erst nach Aufmachung der Lagerlisten herzusteüen sein.

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