— (Sterblichkeit in Gießen.) Die Zahl der Todesfälle während der Woche vom 12. bis 18. December belief sich im Ganzen auf 7. Es starben von zwei nur einen Monat alten Kindern eins an Krämvfen, das andere an Gehirnentzündung. Ein älteres Kind erlag der Diphtheritis. Von den 4 erwachsenen Personen starb eine an Altersschwäche, eine an Lungenerweiterung, eine an Krebs, eine an EiteiVergiftung.
— Auch auf der Cöln-Gießener Bahn ist ein Unglück zu verzeichnen. Bei Betzdorf ist gestern ein Theil des Tunnels, im Moment als ein Zug durchfuhr, einaestürst. Nach mündlichen Nachrichten des Zugpersonals sollen der Maschinen- führer und Heizer, 2 Postschaffner, der Zugführer und Packmeister schwer verletzt fein. Üeber Verletzung von Passagieren ist bis jetzt noch nichts bekannt. Eine ofstcielle Mittheilung über den Umfang des Unglücks ist bis jetzt noch nicht hier eingegangen.
_ Bezugnehmend auf die Notiz im gestrigen Blatte betr. Unfall auf der Ober- bessischen Bahn theilt uns Großh. Dlrection heute berichtigend mit, daß die Beschädigung des Wagens glücklicherweise eine unbedeutende gewesen sei. Wir berichtigen damit unsere gestrige Nachricht.
Literarische-.
Ernst Eckst ein's großer kulturhistorischer Roman aus der römischen Kaiser- reit • Die Claudier", mit welchem die von L. C. Zamarski herausgegebene „Deutsche Mustnrte Leitung" (Leipzig, SB. Opitz) ihren neuen Jahrgang eröffnet hat, erregt ungewöhnliches Aufsehen. So hat Maurus Jükai, der gefeierte ungarische Romancier sich bereits nach Erscheinen der ersten zwei Nummern an den Verleger gewandt um bezüglich einer Uedersetzung Unterhandlungen anzuknüpfen, Unterhandlungen die denn auch nach kurzer Correspondenz zu einem befriedigenden Resultat geführt haben. Maurus J6kai wird den Roman selbst übersetzen und zunächst in dem von ihm redigirten „Hon" — wahrscheinlich vom 1. Januar 1881 an — publidren. Jäkai äußerte sich dem Verleger gegenüber betreffs der „Claudier" in beinahe enthusiastischer Weise Das Werk" — so schreibt er — ist von einer geradezu eminenten Dichterkraft durchleuchtet, und von einer Feinheit und Kenntniß in den Details, wie sie noch nicht dagewesen ist " Dieses Urtheil darf um so höher angeschlagen werden, als es in einem Augenblicke gefällt wurde, da Maurus Jükat als Geschäftsmann bezüglich der Erwerbung des also von ihm gepriesenen Werkes unterhandelte, daher er denn gewiß fein Interesse hatte, seinen Sympathien allzu begeisterte Worte zu leihen. Wie verlautet, verhandelt der Verleger nunmehr auch bezüglich einer italienischen und einer russischen Uebersetzung.__(&J&3______
Deutsch oder Amerikanisch?
Die Agenten amerikanischer Nähmaschinenfabriken bestreben sich fortgesetzt durch Schmäh-Annoncen kräftigster Art den Ruf der deutschen Nähmaschinen-Jndustrie, welche jetzt ca 500,000 Stück per Jahr producirt und an 10,000 Arbeiter beschäftigt, unter Berufung auf unfindbare deutsche „Fachmänner" zu untergraben. Das Weltblatt „Die Gartenlaube" schreibt in seiner Nr. 42 von diesem Jahre in einem sehr gedie
genen Redactionsartikcl über die deutsche Nähmaschine: „Die deutsche Nähmaschinen- Jndustrie befindet sich gegenwärtig in einer Krisis, aber sie steuert auf den völligen Sieg los. Die „eisern- Nähmamsell" ist bekanntlich von Geburt eine Amerikanerin. Dankbar erkennt das der Deutsche an und wir wollen diese Pietät auch gar nicht verdammen, wenngleich die „junge Nation" von der alten Welt schon hundert andere Erfindungen als Gegenhonorar im Voraus empfangen; zu verdammen ist e§ aber wenn wir durch das zähe Haften an Vorurtheilen unsere nationalen Lebensinteressen' schädigen, wenn wir die anfänglich berechtigte Vorliebe für das Fremde auch dann noch aufrecht erhalten, wenn es in der Heimath längst überholt ist — war es doch gerade die deutsche Nähmaschinen-Jndustrie, die sich an der feinen Erziehung und Ausbildung dieser Amerikanerin am hervorragendsten beiheiligt." Indem der Artikel die betäubende amerikanische Neclame bespricht, heißt cs weiter: „Das Geheimniß, daß unsere Nähmaschinen-Jndustrie in diesem Humbug nicht erstickt ist, liegt n-cht tief. Die deutschen Nähmaschinen sind durchweg sauberer gearbeitet, als ihre überseeischen Concurrentinnen rc. Ucbcrbem haben die Deutschen eine große Zahl Verbesserungen an den amerikanischen Systemen angebracht. An der Singer-Maschine brachte man unter Anderem die Spulradauslösung an, die von den Amerikanern anfänglich verhöhnt, jetzt aber von ihnen allgemein nachgebaut wird." (Und darum die Warnung der Amerikaner vor Nachahmungen!! Anm. des Einsenders).
„Wir sehen also, fährt die „Gartenlaube" fort, die Amerikaner können ihre deutschen Concurrenten nur im Lärm überbieten, und diesen überlassen wir in Zukunft besser den Nankee-Nerven; er gehört wahrlich nicht zu den begehrenswerthen Import- Artikeln, um die wir unseren Nationalwohlstand noch ferner zn schädigen hätten.
Die Sorge für eine gesunde Weiterentwickelung dieser hochwichtigen Industrie kann das deutsche Volk mit Ruhe dem treibenden Motor der einheimischen Coiicurrenz überlassen. So weit die in vieler Beziehung sehr lesenswerthe Abhandlung der „Gar- t nlaude "
Nun noch ein Zeugniß von der obersten Reichspostbehörde, welches dieselbe der Wertheim'schen Nähmäschinenfabrik bereitwilligst ausstellte. „In meinem Schreiben an die Kaiser!. Ober- Post- Directionen habe ich auf die zu meiner Ensicht gelangten zahlreichen günstigen Zeugnisse ganz besonders Bezug genommen und zugleich erwähnt, daß auch das Kaiser!. General-Postamt von diesen Schriftstücken mit Jnterefse Kenntniß genommen habe; auch werde ich ferner gern bereit fein, die dortigen vorzüglichen Fabrikate wo immer angänglich zu empfehlen. Der Kaiser!. Ober-Postamts-Director Geheimer Postrath (gep H elbberg.
welche am Tage der Ausgabe erscheinen sollen, vJ; (IlC# bitten wir bis längstens Vormittag-10 Uhr
" an uns gelangen zu lasten. Im Interesse der
rechtzeitigen Fertigstellung unseres Blattes sind wir zu dieser wiederholten Bekanntgabe genöthigt.
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