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satten der regelmäßigen Verwaltung vorbereitet. Die Lage in Hollä disch- Jndien sei zusrtedenstellend. In einigen Distrtcten werde die Bevö-k-rung von verheerenden Krankheiten heemgesuchr; auch der Viehstans sei von solchen betroffen.

Arankreich.

PariS, 20. Septbr. DasJournal officiel" veröffentlicht ein Schrei­ben des Präsidenten der Republik an den Ministerpräsidenten Freycmet. Herr Präsident I Ich bedauere, daß Sie aus dem Entschiuffe, zu demissiomren, beharren. Ich werde der Dienste nicht vergessen, welche See dec Regierung leisteten und bewahre Ihnen meine Zuneigung und Sympathie. Ferner publictrt das Blatt eine Note, welche die Demission Freyctnet's anzeigt und außerdem mittheilt, daß die übrigen Minister, welche demisstoni t haben, mit der Erledigung der laufenden Geschäfte beauftragt sind. Als wahrscheinlich gilt, daß Ferry, Constans, Cazor, Tirard, F-rre, Magnin und Cocheiy ihre bisherigen Ministerposten behalten und sür die drei Poiteseutlles des Auswär­tigen, der Marine und der öffentlichen Arbeiten neue Minister eintreten. Als zukünftiger Minister des Auswärtigen wird Noatlles, als Aibeitsmtnister Sadi Carnot genannt; das Marine-Portefeuille würde interimistisch einem anderen Minister übertragen.

Soir" will wtffen, daß der Minister des Unterrichts, Ferry, dem Vice-Admiral Poihuan das Marine-Ministerium angeboten habe. Für das Ministerium des Auswärtigen würde Challemel Lacour, der Herzog von Roailles oder Jaures-Gutberry in Frage kommen. Die Bildung eines neuen Cabinels sei übrigens unter 2 bis 3 Tagen wohl nicht ausführbar. Andere Blätter meinen, die Krisis mache die Einberufung der Kammern nothwendig

Rußland.

Petersburg, 19. Sepibr. Wie man derN. Fr. Pr." telegraphirt, hat die in England nach dem Systeme des Avmirals Popoo erbaute Dicht Livadia" bei der Probefahrt die ungünstigsten Resultale ergeben. Die Fahc- geschwindigkeit beträgt nur sieben Knoten, obwohl die Maschine gegen 10,000 Pferdekrast stark ist. Auf der Werste kam es zu einer Scene zwischen dem Admiral und dem englischen Erbauer, welcher ausrief, er habe cs wohl über­nommen, die Maschinenkraft auf'S Möglichste zu bringen, nicht aber es zu ermöglichen, daß eine Kuh wie ein schnelles Pferd lausen solle. Der Bau dieses Schiffes soll 5 Mill. Rubel gekostet haben. DiePresse" begleitet dieses neue Fmsco des Systems Popow mit beißenden Bemerkungen. (Fr. Z.)

Telegraphische Depeschen.

Wagner'S telegr. Correspondenz-Bureau.

Stuttgart, 21. Septbr. Der Staatsmintster v. Sick hat nach sieben- monatlicher Amtsverhinderung durch Krankheit das Ministerium des Innern wieder übernommen und spricht imStaats-Anz." seinen wärmsten Dank für die ihm während seiner Krankheit erwiesene Theilnahme aus.

Puris, 21. Septbr. Ein Telegramm derAgence Havas" aus Stutt­gart sagt, Freiherr v. Varnbüler hat formell erklärt, daß er niemals irgend­welche Mitthetlungen bezüglich der behaupteten Unterhandlungen zwischen Frank­reich und Rußland, von denen in der tmprovisirten Rede zu Ludwigsburg ge­sprochen, erhalten habe und daß er sich einfach zum Echo der Gerüchte in den Journalen gemacht habe, welche seit dem vorigen Jahre über jene Angelegen­heit wi-derholt aufgetaucht seien.

Berlin, 21. Septbr. Der Kaiser besuchte gestern Abend das Schau­spielhaus und nahm heute Vormittag die regelmäßigen Vorträge entgegen. Se. Majestät reist voraussichtlich am 27. Septbr. nach Baden-Baden ab.

Now, 21. Septbr. Durch königliches Dekret ist eine Amnestie für Preßvergehen erlassen. In Pesaro versuchten 40 Anhänger der Internatio­nale vorgestern eine Demonstration; 10 wurden sofort verhaftet, bie übrigen entflohen.

Konstantinopel, 21. Septbr. Hiesige Zeitungen stellen in Abrede, daß die Lage Riza Paschas Seitens der albanischen Liga gefährdet sei. Der­selbe sei noch in Dulctgno und verhandle noch wegen der Uebergabe. Es heißt, der englische Botschafter habe den Vertretern der anderen Mächte in Folge erhaltener Instruction den Vorschlag gemacht, dem Wunsche der Pforte zuzusttmmen, und, wenn Dulctgno nach dem österreichischen Vorschlag (ohne Dinosch und Gruda) ungesäumt übergeben werde, von jeder wetteren Flotten- demonstratton abzusehen, dte Rechte der Einwohner Dulctgnos zu schützen und weitere Ansprüche sür Montenegro Seitens der Mächte nicht zu erheben.

New-Aork, 21. Septbr. Der DampferAlsatia" von der Anchor- Linie, welcher am 18. ds. nach Liverpool abgegangen war, ist in den hiesigen Hafen zurückgekehrt, da an Bord desielben in den Kohlenbunkers eine Explo­sion von Kohlengas und darauf eine Feuersbrunst stattgefunden hatte. Gestern wurden dem New-Aorker Getreidemarkte 517,606 Bushels Weizen und 808,400 Bushels Mais zugeführt, dte größten Quantitäten, welche bisher an einem Tage etngetroffen sind.

Paris, 21. Septbr., Abds. Die Pourparlers wegen der Wahl eines Ministers des Auswärtigen dauern fort- Ein Resultat ist vor Mittwoch nicht zu erwarten. Die sieben Minister, welche nicht demissiontrt haben, werden ihre Portefeuilles behalten. Ewigen Blättern zufolge wäre das Ministerium des Aeußeren Tissot angetragen.

Wien, 21. Septbr. DiePolit. Corr." meldet aus Konstantinopel: Zwischen heute und morgen wird die Aufforderung des Geschwader-Com« Mandanten, Dulcigno zu übergeben, erwartet.

Elberfeld, 21. Septbr. DieElberf. Ztg." meldet aus Düsseldorf: Bei dem gestrigen Festmahle des Centralverbandes deutscher Industrieller theilte der Präsident Haßler einen Brief des Commerzienraths Baare aus Bochum mit, wonach Letzterer auf Einladung des Reichskanzlers soeben zwei Tage in Friedrichsruhe mit dem Fürsten über dte Frage der Arbeiteroerstcherung con- ferirte. Dec Schreiber des Briefes erklärt sich ausdrücklich ermächtigt, öffent­lich zu erklären, daß der Reichskanzler diese Angelegenheit energisch zum Ab- jchluffe zu bringen gedenke, unter dem Betrath von Sachverständigen.

Haßler brachte ein begeistertes Hoch auf den Kaiser aus und die Versammlung sandle sofort ein Danktelegramm an den Reichskanzler, den ener­gischen, nimmer müden Förderer nationaler Wohlfahrt.

Lokales.

Gießen 22. Septbr. Morgen Nachmittag trifft unsere Garnison aus den Manövern wieder bi er rin. Daß untere Negimentsmusik auch außerhalb recht gut gefallen hat, beweist nachstehender Artikel desDarmstädter Tägl. Anz.":

Am Sonntag Abend concertirte im Garten des Saalbaues dte Kapelle des 2. Großh. Heff. Jnf.-Regts. Nr. 116, oas sich gegenwärtig im Gnrshelmer Barackenlager im Quartier befindet. Die Kapelle, unter Leitung des Herrn Musikmeisters C. Krausse stehend, erfreut sich in Gießen und den benachbarten Städten eines ganz besonderen Renommäs und verdient daffelbe im vollsten Maße, wie wir uns schon zu öfteren Malen zu überzeugen Gelegenheit hatten. Um so mehr muffen wir bedauern, vaß das Concerr am Sonntage so überaus schlecht besucht war, wie wir uns deffen kaum erinnern, obwohl die vorgeführten Musikstücke des ge­wählten Programms sich durchweg durch practse und saubere Ausführung auszeichneten, die dem Dirigenten und den Mitgliedern gleiche Ehre machte. Wtr hoffen, daß bet einem dem­nächst an einem Wochentage wiederholten Concert der Kr a uss c'schen Kapelle sich unser hiesiges Conecrtpubiikum in recht großer Menge überzeugt, daß die Leistungen genannter Negimentsmusik denjenigen der einheimischen Militärkapellen in keiner Weise nachstehen.

Die Zahl der während der Woche vom 12. bis 18. September erfolgten Todesfälle betrug in hiesiger Stadt 4. Es starben nämlich 3 Kinder (eins im ersten Lebensjahre an Ruhr, eins von l^z Jahren an allgemeiner Abzehrung, eins von 5 Jahren an DiphtheritiS) und eine erwachsene Person (Lungenschwindsucht). G.

Heute Nacht wurde das Ausflußrohr der Pumpe auf dem Neuenweg abgerissen und fortgeschleppt. Gewiß eine Heldenthat!

Verwischtes.

Darmstadt, 21. Septbr. sMilitärdicnstnachrichten.j v. Rode, Sccondelieutenant vom 2. Großh. Infanterie-Regiment (Großherzog) Nr. 116 ist in das 3. Pomm. Infanterie- Regiment Nr. 14 versetzt.

Darmstadt, 20. Septbr. Dte in einigen, besonders den östlichen Bezirken der Provinz Oberheffcn herrschenden Masern haben in neuerer Zeit eine weitere Verbreitung ge­nommen, und sind solche mit allgemeinem leichten Verlauf ausgetreten in dem Kreise Schotten, in den Orten Rebgeßhain, Betzenrod, Breungeshain, Sichenhausen, Herchenhain und Helpers­hain, und tm Kreise Bübingen in Ortenberg unv Lißberg. Im Krüse Gießen sind Masern neben der fortdauernden Epidemie in Gießen, in Llch vorgekommen.

sKtuger Einfaü.s Ein reicher junger Mann bewarb sich in einer Familie, wo mehrere Töchter waren, um die Jüngste, die ihm besonders gefiel und bat den Vater um die Hand derselben. Dieser lehnte den Antrag dadurch ab, daß er den Gebrauch vorschützte, dte jüngeren Töchter nicht eher zu verhetrathen, bis dte älteren versorgt seien.Aber ich sehe dazu gar feinen Grund," sagte die Jüngste, die in einiger Entfernung gehorcht hatte,bringt man doch die jüngsten Kinder auch imm.-r zuerst zu Bette!"

sSelbsterkenntntß j ImPulsnitzer Wochenblatt" (Lausitz) liest man wörtlich: Ich mache hierdurch bekannt, daß mir kein Gastwirth, wenn ich betrunken bin, etwas verabreichen soll, sondern sofort herauszuwetsen. Friedr. Wilh. Klotsche, Steinarbeiter in Laußnitz."

(Was einer amtlichen Commission passiren kann.j In Badaesony, nächst dem Plattensee, wo einer der besten Ungarweine wächst, ist der Phylloxera Commission eine ganz eigenthümliche Geschichte passirt. Sie waren, wie demP. geschrieben wird, eben daran, den schönsten Rebstock in einem dortigen Weingarten, da einige gelbliche Blätter denselben plylloxeraverdächtig machten, auszugrabcn, als auf einmal dte Frau des Winzers dazu kam, welche in höchst energischem Tone gegen das Ausgraben des rebcnreichsten Stockes Protest er­hob. DieHerrschaften" ließen sich in ihrer Arbeit indessen nicht stören. Als dte Dame sah, daß ihr Schreien wenig nütze, sprang sie in den Keller, um bewaffnet mit einem langstleltgen Besen eiligst zurückzukehren. Sie stürzte -sich zuerst auf den Arbeiter, der mit der Grabschaufel hanttrte und versetzte ihm einen so tüchtigen Hieb, daß derselbe, Spaten und Commission im Stiche lassend, sich eiligst davonmachte Nun hantirte aber das Weib so wacker mit ihrem Besenstiel, baß selbst die hocklöbliche Commission keinen Spaß darin finden konnte und ge­zwungen war, eine Rückwärtsconcentrirung vorzunehmen und das Schlachtfeld zu räumen. Am anderen Tage wurde mit Aufgebot von bewaffneten Panduren das tapfere Weib bewältigt und erst dann konnte die Untersuchung der Weingärten ungehindert vor sich gehen.

[(Sin medicinischer Eomperativ.j Ein Herr, so erzählt derGaulois", ging kürzlich an der Klmik der mcdtcintschcn Faeultät vorüber und hörte, wie die Studenten einem Professor frenetischen Beifall klatschten. Er erkundigte sich nach der Ursache.Es handelte sich," so sagte ihm ein Student,um eine sehr schwere, aber vollkommen gelungene Entbindung."Und wie befindet sich die Mutter?"Sie ist an den Folgen der Operation gestorben"Und das Kind?"Auch tobt."--Der Herr geht ganz verblüfft oaoon. Wenige Tage

später begegnete er demselben Studenten, der ganz niedergeschlagen aussieht.Nun, mein Lieber, was haben Sie denn heute vorgehabt? -- Eine Entbindung, die einen sehr schlechten Ausgang gehabt hat."Ach, ich verstehe, diesmal ist auch der Vater darauf gegangen!"

Der Rechnungs-Abschluß der Victoria zu Berlin, Allgemeine Versicherungs- Actien-Gcsellschaft, zeigt für das Geschäftsjabr 1879 einen in allen Richtungen befriedigenden Geschäfts-Verlauf. Insbesondere gestattete das günstige finanzielle Jahres-Ergebniß neben der statutengemäßen Vertheilung der Dividende an die Aktionäre von 2O2/3% wieccrum einen hohen J-lbres-D'.videnden-Vrocentsatz für die mit Gewinn-Antheil auf den Todesfall Ver­sicherten zur Verrechnung zu bringen. Die Letzteren erhalten nach dem System der steigen­den Dividende 11 y2° 0 ber vom Beginn an gezahlten Jahresprämien, also der Jahrgang 1878 = 23O/o, der letzte Jahrgang 1879 = 111/2°/o der einzelnen Jahresprämie als Gewtnn- Antheil, welcher schon nach zwei Jahren zur Vertheilung resp. Verrechnung kommt. Daneben ist für die mit Gewinn-Antheil Versicherten eine besondere Gewinn-Prämien Reserve zurück gestellt, welche nur zur Gewinn Vertheilung für die nach den betreffenden Tarifen Versickerten bestimmt ist. Die letzteren genießen also bei der Victoria erhebliche Vortheile.

Die Tran sport-Versickerungs-Abtheilung ergab wie in allen borangegangenen 24 Geschäftsjahren auch in 1879 einen wesentlichen Ucbersckuß.

Der Umfang der Geschäfte in der Lebens-Verlicherungs-AbtHeilung war be­deutender als in dem Vorjahre. Es gingen 4711 Anträge über 14.425.280 Versicherungs­summe und 1375 Jl. Rente ein. Äusgefertigt winden 3743 Policen über 10.661.067 JL Versicherungssumme unb 1375 Rente, so daß sich der gelammte Veisickerungsbestand der Lebens-Vkrsicherungs-Abtheilung ult. 1879 auf 19,194 Policen über 51 787.806 JL Ver­sicherungssumme stellte. Hiervon participirte die im Jahre 1878 neu eingeführte Branche der Todesfall-Versicherung mit Gewinn-Antheil allein schon mit 1554 Policen übet 6.163.024 Versicherungssumme.

Die Prämien Einnahme der Lebens-Branche stieg auf 2 182.572 J4, zerfallend in 1.692.428 Baar Prämie und 4 90.143 gestundete Prämien, die Zinsen Einnahme auf 292.903 «X, während die Gesammt-Reserve des Geschäftes den Betrag von 6.402.924 JL erreichten.

Die Sterblichk it unter den Versicherten war in den Vorjahren eine günstige, indem sich aus derselben für die Gesellschaft ein Gewinn von 68.921 ergab. Zu einem Proceffe gab auch in 1879 kein Sterbefall Veranlassung.

Die Geschäftsentwickelung der Victoria zeigt sonach in allen Beziehungen einen recht gedeihlichen Fortgang.

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