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den andern Mächten handeln werde.

Die irische und schottische Volks-

Lrltgraphische Depeschen.

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Berlin, 20. Juli. DerReichsanzetger" veröffentlicht das von dem Kaiser in Mainau untrrm 14. Juli vollzogene Gesetz, betr. die Abänderung der kirchenpolitischen Gesetze.

In drr Ankiagesache gegen die Reichstagsabgeordneten Fritzsche und Haffelmann wegen Zuwiderhandeln gegen § 28 des Socialistengesetzes (Bann- b. ucb) erkannte die Strafkammer des Landgerichts Berlin II aus Freisprechung; die Strafkammer nahm an, daß das vorübergehende Betreten des Nachbarortes Lichterselde als Aufenthalt daselbst nicht anzusehen sei und die Ausweisungs- Befugniß des Berliner Poltzetprästdenten sich auch nicht über das Weichbild Berlins hinaus erstrecke.

Wien, 20. Juli. In der Schützensesthalle hat gestern Abend ein hef­tiger Gewittersturm große Verwirrung durch herabsallendes Gebälk angerichtet. Vier Personen wurden verletzt. Ein von Frohnmüller (Fürth) im Namen des deutschen Schützenbundes bei dem Schützenbanket auf die Allianz Oesterreichs und Deutschlands ausgebrachter Toast wurde mit stürmischen endlosen Jubel- rufen ausgenommen.

Konstantinopel, 20. Juli. Aus Philippopel wird gemeldet: Der Mörder der Frau dcs Generals Skobeleff war ein russischer Lieutenant im rumelt- schen Diensten, mit Namen Uzatis, welcher die Generalin aus ihren Ausflügen be­gleitete. Die Ecgretfnng Uzatis erfolgte in der Schlucht von Oermendere. Daß sich der Mörder entleibte, als er sich ergriffen sah, wurde bereits ge­meldet. Die v'.er wegen Verdachts der Theilnahme Verhafteten sind Croaten. Die Generalin hatte Schmucksachen von beträchtlichem Werthe bei sich.

Die ermordete Frau Skobeleff wird anderweitigen Nachrichten aus Philippopel zufolge als die Mutter des Generals Skobeleff bezeichnet. Die- selbe war auf der Fahrt nach dem Hospitale in Tztrpan, welchem sie Unter- stützung bringen wollte, als das Verbrechen verübt wurde. Die Berichte nennen den Mörder bald Uzatis bald Ouffoff.

London, 20. Juli. DieMorntng-Post" erfährt, daß Lord Listowel, Kammerherr der Königin, wegen der Haltung der Negierung bezüglich der irischen Pachtschutzvorlage demissionirt habe. Wie verlautet, wird das Denkmal für den Prinzen Louis Napoleon in der Georgs-Capelle zu Windsor errichtet werden.

Petersburg, 20. Juli. DerRegierungsbote" meldet: Der Ober- Procurator des Senats, Geheimerath Markow, ist zum Adjunkten des Unter­richts-Ministers ernannt worden.

Loudon, 20. Juli. Oberhaus. In Beantwortung einer Anfrage er­klärte Earl Granville, das Gesuch um Ueberlaffung deutscher Finanzbeamten scheine von dem Sultan vor etwa 5 Monaten an die deutsche Regierung gerichtet worden zu sein. Gleichzeitig sei ein Gesuch um Ueberlaffung deutscher Offictere an die deutsche Regierung ergangen. Dem Gesuch sei willfahrt wor­den, weil es schon seit lange Gebrauch der deutschen Regierung sei, Osstciere nach Konstantinopel zu senden, indem der dortige Dienst als gute Uebung an- gesehen werde. Uebrigens seien dieselben nicht als deutsche Officiere nach der Türket gegangen, sondern hätten nur ihr Patent als deutsche Offictere niedergelegt. Daffelbe werde ihnen häufig bet der Rückkehr zurück­gestellt. Bet früheren Gelegenheiten habe unter den deutschen Officteren große Bereitwilligkeit geherrscht, in türkische Dienste zu treten, gegenwärtig schienen dieselben aber allgemein nickt geneigt, nach Konstantinopel zu gehen. Earl Granville bemerkte noch, es sei ihm versichert worden, daß der Berliner Ver­trag und die Arrangements der Berliner Conferenz die deutsche Regierung veranlaßten, ihre Offictere nicht zur Uebernahme türkischer Dienste zu er- muthigen; auch habe die deutsche Regierung versichert, daß sie in Betreff ihres Wunsches einer concentrirten Aktion Europas nur in Ueberetnsttmmung mit

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Butzbach, 20. Juli. Am Sonntag Nachmittag gegen 2 Uhr zog ein heftiges Ge­witter, verbunden mit Hagelschlag, über unsere Stadt. In den umliegenden Fluren hat der letztere großen Schaden angerichtet. Im sogenannten Degenfeld und Röderfeld hat die Ernte besonders stark gelitten. Nach Mittheilung von Oeconomen ist in den genannten Districten durch dieses Unwetter theils die halbe Ernte vernichtet worden. Ferner berichtet man uns, baß in den Fluren der Orte Ebersgöns. Pohlgöns, Kirchgöns, Langgöns und Münzcnberg durch den starken Hagelschlaa theils mehr theils weniger Schaden angerichtet wurde. In Ebersgöns soll Hagel in der Größe von Taubeneiern gefallen sein.

Münster, 19. Juli. Gestern Morgen L'/zUhr entlud sich hier ein Gewitter in einem sogenannten kalten Schlage. Derselbe traf den nördlichen Giebel der Conrad Theis'schen Scheune, zerstörte das Fachwerk, warf in einer Linie auf der vorderen Dachseite die Ziegel hinweg, lief den Kandel der Scheune und des anstoßenden Seitenbaues entlang und ging an der Ecke der Waschküche, deren Eckpfosten er zersplitterte, in die Erde. Dabet war die Luft weithin von Schwefelgeruch erfüllt und wie durch aufsteigenbcn Rauch verdüstert, weßhalb man Ent­zündung fürchtete und zum Löschen herbeietlte. Doch kam man mit dem bloßen Schrecken davon.

Revidirt Eure Blitzableiter! Der Umstand, daß kürzlich in Holstein ein mit zwei Blitzableitern versehenes Gebäude vom Blitz getroffen und voll.ändig eingeäichert wurde, hat großes Aufsehen erregt und Anlaß zu einer Untersuchung gegeben, die ergeben hat, daß die völlig verkehrte und veraltete Anlage an dem Unglück schuld war. Wir erinnern bet dieser Gelegenheit daran, daß Blitzableiter, die nicht richtig angelegt sind, nicht ein Schutz für das damit versehene Gebäude sind, sondern nur eine in hohem Grade vermehrte Gefahr bilden. Man sollte deSbalb solche An.agen stets nicht nur von wirklich Sachverständigen machen, sondern sie auch in ancmuffenen Zeiträumen untersuchen und auf ihre Lcitungsfähigkeit prüfen lassen.

Frankfurt, 19. Juli. Gestern Morgen um 11 Uhr fand im großen Saal des Saal- baucs der feierliche Act der Ueberreichung der Bundesfahnc des Turnfestes an den Cenrral-

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zählungsbill wurde in zweiter Lesung angenommen.

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Gießen, 21. Juli. Tas so überaus seltene Fest der Diamant-Hochzeit beging das würdige Ehepaar Herr und Frau Rendant Bieler gestern in einfacher und stiller Weise. Von nah und fern wurden Briefe und Gratulationen gespendet. Blumensträuße und -Körbchen en mässe versicherten dem Jubelpaar, daß dasselbe viele Freunde besitzt, die regen Anthetl an seinem Wohlergehen nehmen. Am meisten Freude jedoch hat dem Jubilar ein eigenhändiges Gratulationsschreiben Sr. König!. Hoheit des Großherzogs gemacht. Das Schreiben lautet:

Mein lieber Redant Bieler.

Es ist zu Meiner Kenntniß gekommen, daß Sie am 20. d. Mts. der 6vjährigen Feier Ihres Hochzeitstages entgegensetzen. Ein so seltenes Fest, zumal wenn es einen alten Veteranen betrifft, welcher bereits während der glorreichen Freiheitskriege unter den hessischen Fahnen ge­standen, möchte Ich nicht unbeachtet vorübergehcn lassen und spreche Ihnen hierdurch Meine aufrichtigen Glückwünsche für diesen Tag aus, indem Ich Sie zugleich Meiner Wohlgewogenheit versichere.

Wolfs gart en, 18. Juli 1880.

Ludwig.

Daß der Krtegervercin die Gelegenheit wahrnahm, dem Jubelpaare zu gratultren, meldeten wir schon gestern. Auch das Offictercorps, die L'oge u. s. w. sandten ihre Vertreter zur Be­glückwünschung m die Wohnung des Jubelpaares.

Ausschuß statt. In dem festlich geschmückten Saale hatte sich ein sehr zahlreiches Publikum eingefunden. Die für die Damen reservirten Logen waren dicht besetzt. Die Feier wurde durch einen Gesang desLieberkranzes" (2 Strophen vondas deutsche Lied" von Dr. H Weismaun) eingeleitet. Hierauf sprach Frau Clara Lindheimer-Wolff folgende Worte im Namen des Dam-n-Comite's: Geehrte Herren vom Central-Aasschuß des deutschen Turnfestes! Hoch­geehrter Herr Präsident! Gestatten Sie, daß ich Ihnen im Namen des Damen-Comites ver­bindlichen Dank ausspreche für die Freundlichkeit, mit welcher Sie unserer Einladung Folge geleistet haben. Wir haben persönlich die Bitte an Sie richten wollen aus unseren Händen ein« Dunoesfahne für die deutsche Turnerjchaft entgegcnzunehmen. Die freudig gespendete Gabe möge Ihnen ein Beweis sein, baß auch Die Frauen und Jungfrauen unserer Staor den Werih und die hohe Bedeutung des bevorstehenden nationalen Festes zu würdigen wtffen. Das Banner selbst möge den Turnern als Wählzeichen bienen der Einheit und der Grötze unseres Vaterlandes; ihm zu Ehren mögen sie es Hochhalten und bewahren für alle Zeiten. In diesem Sinne bitten wir Sie, meine Herren, bas von Frauen und Jungfrauen gestiftete Banner Der deutschen Turnerschaft überreichen zu wollen." Ein stürmischer Applaus folgte ben Worten der Rednerin uno begrüßte bas Banner, von welchem in bresem Augenblicke dir Hülle fiel. Ein Kunstwerk, auf welches die sinnigen Spenberinnen in jeber Hinsicht stolz sein dürfen, ent­faltete sich vor den Augen des Publikums. Namens des Central.AusschuffeS antwortete Herr Oberbürgermeister Dr. Miquel:Meine hochgeehrten Damen! Namens uno im Auftrage des Central-Ausschusses des 5. allgemeinen deutschen Turnfestes, aber auch, deß bin ich sicher, im Sinne oer ganzen deutschen Turnerjchaft sage ich Den edlen Geberinnen und Allen, welche Thetl haben ax der Widmung dieser schönen, kunstvoll gearbeiteten Fahne den herzlichsten Dank. Diese Fahne wird den deutschen Turnern ein bisher entbehrtes äußeres Zeichen der Gemein­schaft, ein Panier sein, welches die friich vorwärts strebenden deutschen Jünglinge zur dauernden En'gkett ermahnt und ihnen den Segen der Zujammenhaltung der vereinzelten Kräfte m einem großen und festen Verband zeigt. Das Wappen des neu erstandenen deutschen Reiches auf dieser Fahne wirb die deutschen Turner stets auf das Neue an den Ursprung und die unerläß­liche Grundlage ihrer Bestrebungen erinnern, die vaterlänoische Gesinnung, die Liebe zur deutschen Heimath und deutschen Gesittung wecken und beben. Die zarten Hände, aus welchen ich diese Fahne empfange, werden die Turnerei unablässig darauf Hinweisen, daß ihr Ziel nicht die rohe Kraft nein, die Harmonie Der Kräfte freie und doch maßvolle, zweckbewußte Ver­fügung über dieselben, Stählung und Beherrschung des Willens, Sicherheit in der Leistung ist. Ihr patriotisches Werk, meine verehrten Damen, wird der deutschen Jugenb beweisen, daß die Turneret in der Gunst der Frauen uno Jungfrauen steht und dadurch Die männliche wie die weibliche Jugend ermuthigen und zu immer größerer körperlicher und geistiger Ausbildung an- spornen. Mit solchen Gedanken nehmen wir diese Fahne in unsere Obhut, mit solchen Ge­sinnungen werden wir sie in Ihrem Auftrage getreu der deutschen Turnerschaft überreichen, ein wallendes Wahrzeichen, daß das Turnen nicht ein vorübergehendes Kind des Tages, vielmehr ein endlich allseitig anerkanntes organisches Glied der nationalen Erziehung eines freien und einigen Volkes geworden ist. Wollen Sie mir am Schluffe noch gestatten, Ihnen auch als Vertreter der Feststadt und der Fest-Ausschüsse meinen besonderen Dank auszubrücken Ihre schöne Arbeit ist uns ein ermuthigendes Zeichen, daß, wie bei allen früheren nationalen Festen, die Bewohner unserer Stadt unsere Bemühungen mit Sympathie begleiten und daß Jever an seinem Theil freudig mithelfen will, baß das Fest zu Ehren der Vaterstadt würdig und in wahrhaft deutschem Geiste gefeiert werde. Wir sind sicher, im Sinne unserer patriotischen Bürgerschaft zu handeln, wenn wir die Frauen und Jungfrauen, weiche tei keinem schönen und guten Werke fehlen, auch diesmal auf unserer Seite haben. In dieser Zuversicht, Festgenoffen, laßt uns zu Ehre und zum Dank den liebenswürdigen Spenderinnen em kräftiges herzhaftes Gut Heil zurufen. Gut Heil!" Ein kräftiges dreifaches Gut Heil bewies, baß die Anwesenden einverstanden waren mit den Worten des Redners. Ein Gesang des GesangvereinsLieder­kranz" schloß die Feier.

Mittwoch, 21. ds., Abends 7 Uhr, findet auf dem Turnfestplatze die feierliche Enthüllung und Uebergabe der Germania Statue an den Central-Ausschuß statt. Bezüglich der Eis- lteferung zum Fest ist nachträglich zu bemerken, daß Die Weinlieferanten dem Beispiele der Großbrauer in zuvorkommendster Weise gefolgt sind; auf die erste Anregung Zeichneten neun Firmen 300 Die Lieferung des Gefrorenen u. s. w. auf dem Festplatze ist der Firma Röder Nachf. (A Bütschly) übertragen worden.

Darmstadt, 19. Juli. Der 17jährige Schriftsetzerlehrling Schubkegel von hier wurde am Samstag Mittag von seinem Principal, Buchdruckereibesitzer Winter, mit einem Tausend- markschein zum Wechseln forlgejchickt, ist aber bis zur Stunde noch nicht wieder zurückgekehrt.

Lorsch, 18. Juli. Gestern Morgen wurde hier ein vom Gerstenschneiden zurück- kehrender Mann auf freiem Feld vom Blitz erschlagen.

Hanau. Es ist kein Fädchen so fein gesponnen.....Seit 5 Jahren ist der Ge­

meindegelderheber S. von Calden im Kreise Hofgeismar verschwunden. Ueber seinen Verbleib fehlte jede Spur. S. hatte an dem Tage, an dem er zuletzt gesehen wurde, größere Geldsummen für die Gemeindekaffe in Cassel eingenommen. Die einen verrnutheten, er sei mit Dem Gelde durchgegangen, die anderen behaupteten, er sei über die Seite gebracht worden. Vor einigen Tagen soll man nun den Leichnam in einer Grube zwilchen Mönchehof und Calden gefundm haben In Mönchehof soll ein Sohn seinem Vater bei einem in Tätlichkeiten ausgearteten Streite zugerufen haben:Mache mir es nur nicht wie d.m S., ich habe kein Gelb bei mir!" Diese schleunigst weiter colportirte Aeußerung habe Den Alten zum Geständniß und zur Vor­zeigung des Grabes veranlaßt.

M. - G l a d b a ch. Augenblicklich schwebt vor dem Schwurgericht in Düffeldorf eine Anklage gegen einen hiesigen Keffelheizer und dessen Complicen, welche in dem dringenden Ver­dachte stehen, ein Mädchen ermordet und die Leiche im Keffelfeuer verbrannt zu haben. Zur Aufklärung der Sache ordnete das Gericht einen Verbrennungsversuch an, um klarzustellen, ob es möglich sei, eine Leiche in dem Kesselfeuer eines größeren Fabriketablissements binnen kurzer Zeit zu verbrennen. Zu bie)em Zwecke war das Hinterviertel einer schweren Kuh mit seinen starken Beckenknochen auf diejenige Breite zugeschnitten, wie sie der erwachsene Mensch zu haben pflegt, das Stück wurde nun in das Kesselfeuer des Schultze'schen Etablissements am Pesch geschoben. Zunächst ergab sich, daß das m gewöhnlicher Stärke brennende Feuer keineswegs durch das große Stück Fleisch gedämpft oder vermindert, sondern sofort, jedesmal durch das ausströmenbe Fett lebhafter wurde. Der sich entwickelnde Geruch wurde ,m Kesselhause selbst nur von einigen der Anwesenden wahrgenommen, von Anderen nicht, draußen indeß machte sich derselbe in Folge der Ausströmung durch den Schornstein weiter und stärker bemerkbar. Nach Verlauf einer Stunde war das schwere Stück so weit verbrannt, daß nur noch ein Theil oeS starken Beckenknochens sichtbar blieb, nach Verlauf einer weiteren halben Stunoe war auch Dieser soweit verzehrt, vaß er nicht mehr im Feuer zu bemerken war. Hierauf wurde die gelammte Feuerung aus dem Kessel gezogen und abgekühlt, worauf sich dann in der Asche nur noch einige hühnereigroße Knochenreste voxfandcn, welche vollstänDig calcinirt waren uno bei der leisesten Berührung in Staub zerfielen.

sUnglücksfall am See Baaven in Schweden.) Am 3. D. M. fand in der Nähe von Helgesta in der Provinz Südermannland eine Gefechtsübung von 800 Mann statt. In den Dienstfreien Nachmittagsstunden begab fick ein großer Theil Derselben nach Der in Dem See Baaven gelegenen Insel Adö, wo die Musik des Regiments spielte; als die Mann|chaften gegen 9 Uhr Abends in ihre Bivouaks zurückkehren wollten, stürzten sich gegen 50 Mann sämmt- lich mehr oder minder berauscht auf Die nach Dem anDeten Ufer führende Fähre und be­gannen die Fahrt, obgleich der Fährmann mit Bestimmtheit erklärte, bas Fahrzeug könne nicht mehr als 30 Mann trage» uno sich, als seine Worte kein Gehör fanden, sogar weigerte, die Mannschaften überzusetzen. Auf halbem Wege, etwa 50 Meter von der Abfahrtstelle entfernt, kenterte die Fähre und sämmtliche darauf befindlichen Personen stürzten in das Wasser. Trotzdem von Seiten der am Ufer diesem gräßlichen Schauspiel beiwohnenden übrigen Mannschaften des Regiments unter Leitung der Officiere und Unterofficiere alle nur denkbaren Rettungsversuche angestellt wurden, ertranken dennoch 15 Personen, darunter ein Knabe und ein Mädchen von der Landbevölkerung, sowie ein Korporal Sjöstedt, welcher vom Lande her bereits zwei Mann gerettet hatte und nun seiner edlen Pflichterfüllung zum Opfer fiel. Eine kriegsgerichtliche Untersuchung über diese schmerzliche Begebenheit ist eingelettet.

[(Seltenes Familienfest s Aus Elberfeld vom 12. Juli berichtet dieElbf. Ztg.": Am gestrigen Tage wurde auf Uellendahl in einer der geachtetsten Familien unseres Kirch­spieles ein Familienfest seltener Art gefeiert, indem 87 Kinder, Schwiegerkinder und Enkel um ihre noch rüstige Mutter und Großmutter zur Feier ihres 78. Geburtstages sich ver­sammelt hatten.

Sehlll'sberleta». Mitgetheilt von dem Ägenten des norddeutschen Lloyt,

«. W. Dietz in Gießen.

Bremen, 19. Juli. [Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Köln, Capt. Th. Jüngst, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 30. Juni von Bremen abgegangen war, ist am 16. Juli 6 Uhr Morgens wohlbehalten in Newyork angekommen.

Bremen, 19. Juli. [Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Ohio,

i Capt. G. Meyer, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 30. Juni von Bremen abgegangen war, ist am 16. Juli wohlbehalten in Baltimore angekommen.