die logische Folge aus dem: Du b st Petrus und aus diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen. Seit der Günther'schen Bewegung innerhalb der kirchlichen Philosophie — dem letzten, an der damals schon unverkennbaren Unfehl, barkeitssucht des Vatikans gescheiterten Versuche, die Kirche philosophisch zu retten — rangen in Deutschland zwei Richtungen unablässig innerhalb der Kirchenphilosophte um die Herrschaft, die aristotelisch -thomtstische und die platonisch - cartesianische miteinander um die Herrschaft. Jene siegte im Unfehl- barkeitsdogma, diese sieht ihre letzten heldenmüthigen Kämpen in den Führern der Altkatholtken und einigen wenigen Inhabern von philosophischen Lehrkanzeln an den Universitäten zu Bonn, Breslau und einigen anderen Städten. Nachdem die Cartesianer unterlegen waren und die Thomisten mit dem Unsehlbarkeitsdogma nur noch die Radikalen duldeten, drängten die wenigen, die sich in der neuen öglise machine denn doch nicht wohl fühlten, über die kirchlichen Philosophen überhaupt hinweg zu den Kant'schen Prolegomenen einer jeden Metaphysik, die bekanntlich mit dem Selbstmord an sich selber beginnt. Die Güntherianer werden aussterben — wenigstens für geraume gett — und der Unfehlbare hat nur einen Act der Dankbarkeit an die katholischen Lehranstalten und den großen Universalgelehrten Thomas abgetragen, wenn er ihn für alle Zetten zum Universal-Patron der studirenden katholischen Jugend htnstellt. In der erfloffenen päpstlichen Ordre aber darf man einen neuen Beweis dafür erkennen,, daß dieselben Leute, welche Pius zur Unfehlbarkeit drängten, auch Leo's XIII. Ohr besitzen und von ihm Dank für das verlangen dürfen, was sie Pius IX. gethan. Und daraus ist der Schluß erlaubt, daß wir auch mit Leo XIII. zu keinem Frieden gelangen. Er mag von Frie- denssehnsucht reden was er will, „der Andere hört von Allem nur das Nein" — und die Jesuiten, die es dtcttren. »
telegraphische Depeschen.
«Sag»eU's telegr. (Ettrefotrtttti •
Rom, 19. August. Die „Agenzta Stefant" erfährt, daß die italienische Regierung dem neuesten Vorschläge Englands zugestimmt habe, wonach betreffs der hinsichtlich der griechischen Angelegenheit an die Pforte zu ertheilenden Antwort die Einwürfe der Pforte wegen der neuen Grenzlinie entschieden zu- rückzuwetsen seien.
— Die Nachricht verschiedener Blätter, die italienischen Botschafter in London und St. Petersburg seien nach Rom berufen worden, ist der „Agenjia Stefani" zufolge unbegründet.
Paris, 19. Aug. Ministerpräsident Freycinet hat wiederum in einer bei einem Banket zu Montauban gehaltenen Rede Frankreichs besonnene und gemäßigte Politik im Innern und friedliche Politik nach Außen hervorgehoben. Der Minister bezeichnete ferner alle beunruhigenden Gerüchte als unbegründet; Frankreich werde sich niemals in eine Politik der Abenteuer etnlaffen und niemals den vom Lande entschieden gewollten Frieden aiffs Spiel setzen.
Petersburg, 19. August. Von gut unterrichteter Seite wird über die bevorstehenden Personal-Aenderungen weiter gemeldet: Die Commission unter dem Vorsitz des Loris-Melikoff wird aufgelöst. Die dritte Abtheilung der kaiserlichen Kanzlet wird in ein Departement des Ministeriums des Innern umgestaltet. Gras LoriS-Meltkoff wird Minister des Innern. DaS Gens- darmertecorps, weiches bis jetzt von der dritten Abtheilung reffortirte, wird Loris-Melikoff unterstellt. Der bisherige Minister des Innern, Makoff, wird künftig Minister der Post und Telegraphen und behält das bis jetzt dem Ministerium des Innern zugehörige Departement der auswärtigen Cultus- angelegenheiten. Der frühere Gehülfe des Ministers des Innern, Martinoff, tritt in den Senat zurück. Gehülfe Lorts-Melikoffs wird Kochanoff. bisheriger Geschäftsleiter des Minister-Comites. (Siehe jedoch nachstehendes Telegramm.)
London, 19. August, Abends. Unterhaus. Dtlke erklärt auf Befragen Wolffs: Die Regierung ist bereit, auf vollständige Ausführung des Berliner Vertrags zu dringen, und lenkte die Aufmerksamkeit der bulgarischen Regierung auf die Stipulation, betreffend die Festungswerke von Rustschuk. Aber die Frage, wie auch die wegen Uebernahme eines Theiles der türkischen Schuld durch Serbien interesstre in gleichem Maße die anderen Unterzeichner des Berliner Vertrages; etwaige Schritte seien daher im Concerte mit anderen Mächten und nicht Seitens Englands allein zu thun. Von der Strangulirung einer türkischen in die britische Botschaft geflüchteten Frau sei ihm nichts bekannt, Göschen indeß telegraphisch zur Erkundigung darüber angewiesen. Bulgarien seien wegen Mißhandlung von Mohamedanern von England und anderen Mächten fortwährend Vorstellungen gemacht worden; die bulgarische Regierung habe auf's Bestimmteste versichert, sie wolle den Mohamedanern ausreichenden Schutz gewähren; nach den neuesten Nachrichten befferten sich die dortigen Zustände.
— Einer Meldung aus Simla war heute früh das Gerücht verbreitet, Ayub Khan habe Kandahar von Süden angegriffen. Eine Kanonade sei von drei Setten der Stadt her von Morgens bis Abends hörbar gewesen. Die Verluste der Briten seien unbedeutend.
Petersburg, 20. Aug. Officiell. Loris-Melikoff wurde zum Minister des Innern und General Tscherewin zum Leiter der dritten Abtheilung der kaiserlichen Kanzlei und zum Unterstaatssecretär im Ministerium des Innern ernannt.
Lokales.
Gießen, 20. Juli. Es wäre gewiß vielen Spaziergängern unserer Stadt sehr erwünscht, wenn die noch vorhandenen alten Schoorwege mit ihren schönen schättengebendcn Bäumen so weit und so lange intact erhalten werden könnten, bis die neu angelegten einigermaßen Ersatz dafür bieten.
Verwischte-.
Mainz, 18. August. Unsere Schutzmannschaft hatte gestern Glück. Es ist derselben nämlich gelungen, den berüchtigten, von Frankfurt a. M. aus verfolgten, Schriftsetzer E. Haas, welcher der Falschmünzerei verdächtig ist, zu verhaften. Schon öfters hat die Polizei Milchet- lung erhalten, daß sich der berüchtigte Falschmünzer hierher begeben habe, um seine Falsifikate zu verausgaben und ist ihm dies auch in vielen Fällen mit Erfolg gelungen. Endlich hat gestern Abend den Verbrecher das Schicksal erreicht. Haas befand sich hier und verausgabte, einen falschen 20 Markschein in einem Cigarrengeschäft; in dem Moment, als er dieselbe Operation in einem anderen Geschäft verursachen wollte, wurde er von einem Schutzmann sofort erfaßt. Die körperliche Untersuchung führte zu dem Resultat, daß man in den Taschen des Verbrechers noch 35 falsche 20-Markscheine vorfand. Haas gestarid sein Verbrechen in der Voruntersuchung alsbald ein, auch gab er an, daß sich die Platten zur Anfertigung des Papiergeldes in Frankfurt a. M. befänden. fSiehe unten Frankfurts
Frankfurt, 19. August. Die offizielle Festzeitung des Turnfestes hat zu Gunsten der Centralcasie des Festcomites einen Reinertrag von etwa 800 Ji. ergeben. Der Gesammt-
überschuß des Festes wird auf über 20,000 JL berechnet, wovon ein Theil den durch daS Feuerwerk Verunglückten, der andere den hiesigen Turnvereinen, welchen ein solcher Geldbeitrag sehr zu Statten kommt, überwiesen werden soll. Für die nicht im deutschen Turnerbund be- finvlichen Turner und Festtheilnehmer wird ein Gedenkblatt gestiftet.
Gestern fand dahier in der Wohnung eines Buchdruckers eine Haussuchung statt, welche versteckte Apparate zum Druck von Papiergeld und eine Menge falscher 20-Markscheine ergab. Von letzteren hatte der Besitzer in Mainz einige auszugeben versucht, was seine Verhaftung veranlaßte.
Die Falschmünzer-Werkstätte wurde in einem Hause der Obermain-Anlage entdeckt. Der Verhaftete heißt Haas und ist Buchdrucker; sein Complice, welcher Wind bekommen haben mußte, ist entsprungen. Es wurde ermittelt, daß die Fälscher in fünf Fällen falsche 20 Mark- schetne ausgegeben haben, nämlich in der Markthalle, bet zwei Viktualienhändlern, im Wirths- haus und bet einer Dirne.
— Ueber die Wickershetmersche Flüssigkeit, welche bereits früher erwähnt wurde, wird aus Berlin geschrieben: Unter den Mitgliedern des Anthropologencongresies hat neben der Anwendung der Wickersheimer'schen Flüssigkeit zur Erhaltung von Thiercadavern und Beweglich- machung von Skeletten namentlich diejenige Fähigkeit der Erfindung auf's Höchste überrascht, welche gestattet, menschliche Leichen 1) tm Allgemeinen zu conscrviren, 2) bereits Fäulnißerschei- nungen zeigenden diese zu benehmen und 3) dem Cadaver jede Ansteckungsgefahr auch für den secterendcn Arzt zu nehmen. In vier eklatanten Fällen, welche dem allgemeinen Leben, nicht streng der Wissenschaft angehören (hier sind die Erfolge bereits sehr zahlreich und anerkannt) hat Herr W. menschliche Leichen längere Zett im ersten Zustande erhalten. Im ersten Falle starb hier vor zwei Jahren auf der Durchreise ein Brasilianer; er sollte in heimatliche Erde kommen und wurde daher von W. mit seiner Flüssigkeit injizirt. Das Resultat ist glänzend gewesen, keinerlei Ausstellungen sind nach hier gemeldet worben, in bester Form ist die Leiche nach langer Reise angekommen. Einen gleichen Erfolg errang W. tm vorigen Jahre: es starb ein hiesiger Kaufmann, die Hitze begann bereits stark Protest gegen die Aufbewahrung etnzulegen, da nahm man zu dem Verfahren seine Zuflucht und — all' und jeder Geruch verschwand und noch später ankommeiide Angehörige konnten ungestört ihre Wünsche nach Besichtigung erfüllt sehen. Für den dritten obengedachten Vortheil der W.'schen Injizierung ist ein vor drei Monaten hier vorgekommener Fall beweiskräftig: ein hiesiger bekannter älterer und beliebter Arzt bat speciell für eine Sektion um W.'sche Desinfektion und war überrascht von dem ausgezeichneten Erfolge. In voriger Woche ereignete sich schließlich in Rathenow ein interessanter Vorgang. Am Samstag erschoß sich ein Husar, man bestellte hier Jnjectionsstoff, welcher erst Montag, nachdem zwei Gewitter über den Ort gegangen waren, eintraf und zur Verwendung gelangte. 15 Minuten nach der Procedur begann die Sektion und der dieselbe leitende höhere Arzt tottf von dem schnellen Erfolge dermaßen überrascht, daß er die nach dieser Richtung gemachten Beobachtungen in bas Protokoll aufnahm. Die Erfindung ist also von höchster Wichtigkeit und zur Unterstützung der Wünsche nach obligatorischer Leichenschau wie geschaffen. Für zweifelhafte gerichtliche Fälle hat Herr W. eine Flüssigkeit componirt, von gleicher Wirkung, welche aber durch ihre Bcstandtheile die Erkennung beigebrachter Gifte nicht beeinträchtigt. Die Flüssigkeit ist durchaus nicht theuer und schnell und leicht von der bekanntm Firma Paetz und Flohr zu beziehen.
Mainz, 17. August. Unter Führung eines höheren Officiers kamen gestern Nachmittag circa 40 junge Leute, welche die Kriegsschule zu Kassel besuchen, hier an, um die Festungswerke unserer Stadt in ollen ihren Theilen einer eingehenden Besichtigung zu unterziehen. Von hier aus begeben sich die Zöglinge der Kriegsschule nach Wiesbaden. — Am Sonntag Mittag mietheten zwei junge Herren im Alter von 18—20 Jahren von dem hiesigen Schiffer Herrn Johann Broff eine Schaluppe, angeblich um damit nach Kostheim zu fahren und wollten dieselben in einigen Stunden wieder zurück sein. Allein bis heute (Dienstag) sind dieselben weder zurückgekehrt, noch haben die mittlerweile angestellten Nachforschungen auf eine Spur ihres Verbleibens geführt, so daß man annehmen muß, den beiden Leuten sei ein Unglück zugestoßen. — Heute Vormittag haben tm Rhein die Taucherarbeiten zur Untersuchung der Pfeiler der alten Karolinger'schen Rheinbrücke begonnen.
— Am Burgdorfer Gesangfest zeigte sich vor einer Bude ein braunrother Wilder, der thiertsche Laute ausstieß und sich eben anschickte, einem lebenden Täubchen den Kopf abzubetßen. Im selben Augenblick gingen mehrere Berner Ltedertäfler vorbei und der eine derselben, ein bekannter Metzger und Witzbold, wandte sich auf's Gradewohl an den vermeintlichen „Indianer" und fuhr ihn tm reinsten Berner Dtalect an: „Bisch du jetze hie, du Herrgottsoonner?" Der „Sohn der Prairie" aber erwiderte verblüfft und erschrocken: „B'kennst du mt?" und verschwand schleunigst.
Frankfurt, 17. August. Seit gestern bildet ein aus dem Justizministerium bei dem hiesigen Concursgericht eingetroffenes Telegramm mit der Meldung, daß die Gebrüder Sachs, welche den vielbesprochenen Schwindelconcurs gemacht und durchgebrannt waren, in St. Jago (Ehili, Westküste von Südamerika) aufgegriffen worden seien, das allgemeine Tagesgespräch. Auf den Straßen bilden sich zahlreiche Gruppen, zumeist den Börsen- und kaufmännischen Kreisen angehörig, die sich über die intereffante Nachricht, welche dieses Mal Thatsache zu sein scheint, lebhaft unterhalten. Weiter verlautet, zwischen Chile und dem deutschen Reich bestehe zwar kein Auslieferungsvertrag, wohl aber ein solcher zwischen Nordamerika und Chile, so daß die Verbringung der Betrüger über Nordamerika auf Kosten des deutschen Reichs geschehen könne. Diese Kosten würden freilich sehr bedeutend sein. Bei Dem Gläubigerausschuß waren bis 6. Juki d. I. 150 Anmeldungen nebst 83 Aussonderungsgrsuche eingelaufen, deren Prüfung sich vor Ende October nicht bewältigen ließ, weßhalb sich der Ausschuß bis dahin vertagte. In der letzten Versammlung deffelben wurde von dem Concursverwalter u. A. mitgetheilt, daß in dem Jahre 1876/78 von der Firma Sachs u. Co. bei einer hiesigen Möbelhandlung allein für 34,000 JL Möbel gekauft und — bezahlt worden sind, von denen der Vater Sachs später behauptete, daß sie, die Möbel, ihm s. Z. von den Söhnen geschenkt worden. Unter den Gläubigern befindet sich u. A. ein Bauer aus einem Nachbarorte, der bei den Schwindlern gegen hohen Zins 87,0"0 J4 deponirt hat. Baares Geld oder Werthpapiere sollen sich bei dm Gaunern, als sie ergriffen wurden, nicht vorgefunden haben. Der Concurstermin ist auf den 26. October anberaumt. — Der Ueberschuß aus unserem Turnfest soll sich, neuerlichem Bernehmen nach, günstiger Herausstellen, als bisher angenommen wurde, nämlich auf 22,000 J4, außerdem wurden 8000 JL für etwaige nachträgliche Forderungen zurückgelegt.
— Ein Glauchauer Fabrikant, welcher dem Passionsspicl in Oberammergau beiwohnte, hat folgende gereimte Chronik seiner dortigen Erlebniffe nach der Heimath gesandt: „Für's Passionsspiel voll Passion — Bis nach Murnau — Endstation — Eisenbahnbillet genommen. — Halb gerädert angckommcn. — Vost besetzt, kein Platz mehr krtegbar, — Andres Fuhrwerk nicht verfügbar, — Leiterwagen nehmen müssen, — Ohne Federn, ohne Kiffen, — Stundenlang umhergeschüttelt, — Durchgcrollt und durchgerüttelt — Körperflecke braun und blau, — Endlich — Oberammergau! — Schachmatt durch die Ortschaft trollen, — Gasthaus suchen, — Zimmer wollen, — Durch die Rechnung großer Strich, — „Zimmer frei?" höchst lächerlich! — Alles längst vermiethet, denn — Vorbestellung. Englishmen. — Schließlich Kuhstall aufgetrieben, — Nothgedrungen dageblieben, — Morgens Rechnung überdies — Mit Bougie und mit Service, — Nachtruh schwach, Bezahlung stark — Zwanzig Mäuse — dreißig Mark. — Umgekleidet ohne Pause, — Hingeeilt zum Festspielhause. — Gute- Spiel und böse Miene, — Zwischen meinem Platz und Bühne — Luftdistanz ein Hektometer — Oder etwas mehr peut-ßtre. — Aus der Näh' gewiß sehr schön, — Nichts gehört und nichts geseh'n. — Fünft- halb Stunden ausgehalten, — Plötzlich Krach und Wolkenschalten, — Donnerwetter, Regenguß, — Ueberschwemmung, Festspielfchluß. — Schleunigst fliehen, Obdach suchen, — Bitten, weinen, fluchen, — Kuchen, — Schnell entschlossen weggerannt, — Rücken Ammergau gewandt; — Murnauwärts bei Regenströmen, — Ohne Weit'res Fußweg nehmen, — Schirm auf, Hosen aufgekrempelt, — Aufgewetchter Gottestempel! — Endlich Bahnhof, schön heraus, — Tutzing, München, — Krankenhaus. — Graue Schwestern, gute Pflege, — Gottlob auf dem Beff'rungswege. - Also selber, unbestritten, — Hier Passionsgeschicht gelitten."
— Ein gräßliches Eisenbahnunglück hat sich am 13. d. M., Morgens gegen 8 Uhr, auf der Strecke Reibnttz.Hirschberg ereignet. Nachdem die beiden Frühzüge passirt waren, wurde von Arbeitern zwischen dem Otttlienberge und dem Bober-Viaduct bei Hirschberg eine neue Schiene eingezogen, und zwar an einer Stelle, wo der Bahndamm wenigstens 20 Meter hoch ist Ehe diese Arbeit beendigt war, kam eine leere Maschine von Reibnitz zurück, bis wohin sie Vorspann geleistet batte. Als dieselbe durch den Einschnitt am Ottilienberg hindurch war, befand sie sich schon ziemlich nahe an der betreffenden Stelle. Sei es nun, daß der Maschinen- i führer das Haltesignal bei der nächsten Wärterbude nicht bald bemerkt hat over daß sonst ein Versehen vorliegt, kurz, trotz der Anstrengungen der Arbeiter, die Annäherung der Maschine zu verhindern, war dieselbe apf dem abschüssigen Terrain bei aller Mühe, die sich der Maschtnen- führer tm letzten Augenblicke offenbar gab, nicht zum Stehen zu bringen, sondern fuhr mit voller Kraft auf die neue, noch nicht festgeschraubte Schiene auf; Da Die Strecke an dieser Stelle auch noch eine Curve macht, so wurde die lose Schiene herausgerückt, die Maschine entgleiste nach links und stürzte im nächsten Augenblicke lammt dem Tender den steilen Abhang hinunter in den tiefen Abgrund. Dieselbe bat sich dabei mehrere Male überschlagen und liegt
nun zerschmettert in der Tiefe. Der Masckinenführer Lux und der Heizer Jäkel sind beide
toot. Ersterer kam an der tiefsten Stelle unter den Tender zu liegen und wurde so zerquetscht, daß mau seinen Leichnam stückweise hervorgesucht hat. Der Heizer wurde ebenfalls gräßlich
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