_ . m ,, N-iaeordneten baben mit den Militärpflichtigen ihrer Gemeinden anwesend zu sein und sich darum zu bemühen,
M T.U l" ®«=- »«». nüchtern m» --milch ,-II-ld-, -md »-h-.»d M »fta-««-
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jßcnii em M»tarpstrlytlge^>wegen W ?eru&eni)e8 oeiiitiii6 des Arztes und der Bürgermeisterei, bezw. eine Bescheinigung des Gerichts vorzulegen.
i0 D^n GroßherwalLn Bürgerm!^ Uegt ^es ob, daraus -rufmerksam zu machen, daß -in Militärpflichtiger wegen gerichtlicher Bestrafung des Militär
dienstes unwürdig ist und sind deßhalb di- erforderlichen Nachweise amtlich zu erwirken und vorzulegen.
gm Anschluß an das Ersatz^GesäM findet^ . Gaschais zum Rappen zu Grünberg,
Samstag den 17. April im Saale des alten Rathhauses zu Gretzen und Lreitaa den 23. April im Rathhaussaale zu Lich
... s», mtb LandweKr-Mannscpasten rücksichtlich ihrer häuslichen und gewerblichen Verhältmsie statt.
bte KlasM-'ES d-r R ft v u^d^L । » ’tm4nn«, ’ie Ersatz-Reservisten 1. Elaste welche im Falle einer Emberufung auf Zurückstellung
wegen häusliche! Ve?HMniste einen Anspruch machen zu können glauben, an den bezeichneten Tagen, Morgens 11 Uhr, zu erscheinen und ihre Gesuche zu
begründen.
Gießen, den 5. März 1880.
Der Civil-Vorsitzende der Ersatz-Commission des Kreises Gießen. Dr. Hoffmann, Reqierunqsrath.__
Politische Uebersicht.
Der 18. März veranlaßt Die Demokratie alljährlich, den gefallenen Kämpfern für Deutschlands Einheit und Freiheit am Geburtstage des polti- fcben Lebens in Deutschland einen Lorbeerkranz aus das Grab zu legen. Mehr als drAg Iah« sind verflosten, feit der Freiheitsdrang einen Weg beschritt den man als zur Revolution führend bezeichnete, während man 1848 das tolle Jahr nannte. Heute denkt man ruhiger über jene «türm- und Drang. Periode des Constitutionalismus. Die Männer des 18. März timpften unb starben für ihre Ueberzeugung. Es galt damals teocluiionac, für die Ideen von Stein, Schön und Humboldt einzutrelen, welche heute zum großm Theü zur Wahrheit geworden sind. Gerade in der jetzigen Zeit, i» welcher sich mandie Bestrebungen zeigen, das deutsche Bolk tn die vormarzlichen Berhält- M- urüLührm erinnert uns an die Worte des Schön-Stein',chen „Politischen Testaments" : „Der Wille freier Menschen ist der unerschutter- Ii$e M^^Eichsia?tt,"mmelten sich die mittelalterlichen Kämpen wider die Gewerbefreiheit. Die bedeutendste Rede hielt Delbrück, indem er nachwies, daß auch im Mittelalter das Kleingewerbe schwer zu kämpfen hatte und auch das Handwerk nicht so glänzend dastand, w e man annimmt. Treffend bemerkte Delbrück, wie alle Forderungen der Zünftler wiederholt gestellt gewährt worden und verunglückt sind. Es ist in der Thai eine unselige Täuschung, alle Hülfe von der Gesetzgebung zu erwarten, während sie nur in bei Selbsthülfe bes Handwerks und der Gewerbe zu finden ist. Einige kleine Beschränkungen der Gewerbesreiheit werden nicht allzuviel schaden. wenn man aber auf dem betretenen Wege der Bevormundung des Volkes wertergeht, so wird man bald empfinden, daß die konservativen Heilmittel schlimmer sind, als die Krankheit der gewerblichen Verhältnisse.
Das deutsch-österreichisch« Bündniß spielt jetzt beinahe dieselbe Rolle, wie einst die Drei-Kaiser-Allianz. Wenigstens wissen die Offic osen alle Augenblicke von einer Großmacht zu berichten, welche sich als Dritte in den Bund in gesellen gedenkt. Erst ist Rußland, dann Italien, jetzt England an die Reihe gekommen. Angeblich soll die Reise der Königin Victoria nach Deutschland zu einer Zusammenkunft mit Kaffer Wilhelm fuhren , in toeldicr eine Tripel-Allianz Deutschlands, Oesterreichs und Englands abge- MVsienwerdensoll Hi-rbei scheint mehr der Wunsch einiger Zukunstspoli- ttker der Vater des Gedankens zu sein, als daß man den Gerüchten einen ernsten Untergrund beilegen könnte. o ,
^n Italien bekämpfen sich mächtige Strömungen, welche diesem Lande etne bestimmte auswärtige Politik vorschreiben wollen. Man liebäugelt mit Lnkreich und versichert Oesterreich der Friedensliebe, während man doch argen die Italia Jrredenta nicht energisch auftritt. Dem italienischen König - iei(6e fehlt ein großer Staatsmann, denn Cairoli vermag weder die republi- kanische Strömung im Innern, noch bie politische ^oßEw^"^ . welche zur Action gegen Oesterreich drängt, zu beherrschen. Wie die Verhältnisse jetzt liegen, find fie nahezu einer Bedrohung des europäischen Friedens gleich a*®ie englischen Blätter schildern wieder einmal die Lage in Afghanistan alz „sehr befriedigend", während doch der allgemeine Ausstand der Bergvölker Thatsache ist und zu einem neuen Feldzuge nöthigen wird.
Der zum Tode verurtheilte chinesische Gesandte Chung-How, welcher den Vertrag über Kuldscha mit Rußland geschlosien, ist bis jetzt nicht enthauptet worden; er befindet sich noch in Hast, doch wird der Freispruch der Mächte genügen, ihn vor feinem barten Schicksale zu bewahren
Vermischtes.
— Dom GotthardLunnel. Die „Gazz. Piemontese" macht darauf aufmerlsam, dah die tm Gotthardtunnrl beschäftigten Arbeiter einer eigenthümlichen Krankheit unterworfen sind. Die Kranken haben gelbe Gesichtsfarbe, feuchte Haut, sind abgezehrt, können schwer reichlichere Nahrung vertragen und bekommen nach dem Weingenuß Erbrechen, '»te sehen fast wandelnden Leichen gleich Mag ein Arbeiter noch so kräftig sein, wenn er mehr als vier
Monate im Tunnel arbeitet, sei er gefährdet, nach einem Jahre geliefert. 70—80 pEt. der Arbeiter werden von der Krankbett ergriffen und 30 pCt. davon seien schwere Fälle Professor Bozzolo aus Turin habe die Krankheic als Ankylostoma bezeichnet, weil m^n in den Ein- geweiden eines an dieser Krankheit Verstorbenen die unter dem Namen Ankylostoma bekannten Würmer gefunden hat. Es wurde constatin, daß diese Krankheit nur bei den tm Tunnel Beschäftigten vorkam. Das Zufrteren einiger luftzuführenden Kompressoren, die außerordentlich hohe Temperatur, die schlechte Ventilation, die mit Wafferdampf und giftigen Dünsten (von den Dynamitsprengungen, gischwängerte Luft, Mangel an Reinlichkeit und Vermischung der Würmer mit dem im Tunnel getrunkenen Wasser erzeugten und förderten die Krankheit. DaS Ankylostoma komme in Brasilien und Aegypten vor, wo es ähnliche Krankheiten erzeuge.
— Aus Bonn wird geschrieben: Auch hierorts hat sich diesen Winter ein Eisklub gebildet und Dank der allseitigen Teilnahme über die kühnsten Erwartungen hinaus prosvertrt. Der in Wittcrungsangelegenheiten als Autorität geltende Göttinger Professor Dr. Klinkerfues hatte den Verein stets rechtzeitig durch Telegramm betreffs Herrannahen und Dauer der Frost- und Thauperioden benachrichtigt und denselben dadurch in die Lage gesetzt, seine Arrangements für Eisfeste und Reuntons in umfassender Weise treffen zu können. Es ergab, um nur eins der Wohlthättgkeitsseste hcrvorzuheben, der zweite Weihnachtstag für die nothleidenden Oberschlesier den für eine Provtnzialstadr erheblichen Betrag von »ber 1700 Beendeter Winter- saison sandte nun Der Eisklub seinem Göttinger Wetterberichterstatter eine Kiste feinsten Rheinwein mit folgendem Zettel:
„Hast uns oft zur Winterszeit Lang' im Voraus prophezeit, Ob das Wetter bald schlüg' um Oder blieb um Null herum.
Ob Frost, ob Thau mit Niederschlägen, Ob Schnee würd' kommen oder Regen, Oder ob, wie's Heuer Mode, Naht ’ne neue Frostperiode.
Unser Eisklub Dir verbunden Für gar viele frohe Stunden, Sendet heut' ein feurig Glas Von des Rheinweins edlem Naß, Nie trinkt man genug davon, Denkt der Eisklub hier tn Bonn." Darauf langte umstehende, reizende illustrirte Antwort an: „Der Eisklub hat kein Herz von Eiß, Vertheilt gern seine Gaben: Als überflüssiger Beweis Thut heut' sein Wein mich laben- Der Bonner Eisklub lebe hoch!
Fei'r manche frohe Stunde noch; Ob Winter oder Sommer,
Das schönste Eis bekomm er. Klinkerfues.
— Ans d er Schweiz, 14. März. Eine wie ernste Berechtigung Der bei Gelegenheit des Durchbruchs des Gotthard-Tunnels angeregte Gedanke hat, eine dauernde Fürsorge für die beim Bau verunglückten Arbeiter und deren Familien zu treffen, mag folgende Angabe lehren: Jnsgesammt sind bis Ende 1878 106 Arbeiter gelobtet worden; die Zahl der Verletzten beläuft sich vielleicht auf 300. Rechnet man Die noch im vergangenen und in diesem Jahre bis zum glücklichen Durchbruch der beiderseitigen Firststollen Verunglückten hinzu, so wird die Zahl der Getödteten annähernd 150, die der Verwundeten 400 betragen. Es sind das wahrlich große Ziffern, auch tm Derhältniß zu der gefammten Arbeilerzahl, Denn durchschnittlich kommen auf diese 1 pCt. Tödtungen und 2</2 pEt. Verletzungen.
Göttingen, 14 März. Am 8. März fand auf der Rasenmühle in der Nähe der Stadt zwischen Dem Referendar Liezmann von hier und dem Studiosus jur. Krieger aus Hannover ein Duell auf Säbelglaeä statt. Dabei erhielt der Letztgenannte einen unparirten scharfen Säbelhieb über die Brust, der bis auf die Knochen durchdrang und selbst daS Brustbein zerschmetterte. Die Verwundung war eine so bedeutende, daß der Verletzte gestern Morgen Daran verstorben ist. Seine Leiche wird heute Abend unter Fackelbegleitung von der Studentenschaft zur Bahn und von da nach Hannover übergeführt werden. Die Untersuchung gegen Den überlebenden Duellanten, der sich dem Gerichte gestellt hat, aber gegen eine von seinem Vater geleistete hohe Kaution bis jetzt auf freiem Fuße belassen wurde, ist in vollem Gange. Wie man hört, ist eine in dem am Sonntag Nachmittag tm Burhenne'schen Loeal stattgefundenen «öierconccrte entstandene Reiberei, welche zu Tätlichkeiten geführt hatte, die Veranlassung zu dem in seinem Ausgange so beklagenswerthen Duelle gewesen.
Schitifeberleht. Mttgetheilt von dem Agenten deS norddeutschen Lloyd T. W. Dietz in Gießen.
Bremen, 17. März. sPer transatlantischen Telegraph.j Der Postdampfer Donau, Capitän R- Bussius, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 6. d. Mts. von Newyork abgegangen war, ist heute 11 Uhr Vormittags wohlbehalten in Southampton an- qekommen und hat nach Landung der für dort bestimmten Passagiere, Post und Ladung 2 Uhr Nachmittags die Reise nach hier fortgesetzt. Derselbe überbringt 73 Passagiere und volle Ladung- _________________________________________
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