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Die Erklärung wurde in der Kammer wesentlich beifälliger, als im Senat ausgenommen, besonders die Stellen über die Unterrichlsgesetze und die Magistratur.
Telegraphische Depeschen.
Wagners telegr. Correspoudenr • «urean.
Berlin, 18. Januar. Unter den heute Decorirten befinden fich der Generalpostmeister Stephan und der Gesandte in München, Graf Werthern, welche den Kronenorden 1. Klasse, und die Botschafter Graf Hatzfeldt und v. Keudell, sowie der Director des Generalpostamtes Wiebe, welche den Stern zum Rothen Adlerorden 2. Klasse mit Eichenlaub erhielten.
Wien, 18. Januar. Die ungarische Delegation votirte in ihrer heutigen Plenarsitzung das Marine Budget nach den Ausschuß-Anträgen und ge- nehmigte einstimmig den Nachrrags-Credtt von 636,000 st. sür Repatriirung der bosnischen Flüchtlinge, nachdem die Regierung erklärt hatte, unter diesem Titel keine weiteren Summen zu verlangen. Der Regieruagsoertreter legte gleichzeitig «inen Ausweis über die tn der Staatskasse befindlichen gemeinsamen Activa vor.
New-Uork, 18. Januar. Die republikanische Legislatur von Maine trat auf Grund der ihr günstigen Entscheidung des Obergertchts zusammen unb wählte den Republikaner Davies zum Gouverneur; derselbe leistete sofort den Eid, worauf auch die übrigen Beamten des Staates gewählt wurden. General Chamberlain erkannte die Autorität des Gouverneurs Davies als legal «n. Einige Fustönisten schlossen sich der republikanischen Legislatur an.
Paris, 18. Januar. Der Herzog von Gramont, Minister des Auswärtigen im Jahre 1870, ist gestorben. Das Befinden Jules Favre's, welches gestern besser war, hat sich heute wieder verschlechtert.
Lokales.
Gießen, 19. Januar. Am Samstag Nachmittag stürzte eine kranke Frau, aus einem Dorfe in der Nahe von Laubach stammend, auf der Straße zusammen. Sie wurde vorläufig tn das Bürgerhospttal, sodann aber schleunigst in die Klinik verbracht, weil Rekurrensfieber an ihr constatirt worden.
— Seit vorletzten Sonntag, den 11. d8., wirv ein junger Mann, welcher in einem hiesigen Herrnkleidergeschäft thätig war, vermißt. Da der Fehlende seine sämmtlichen Effekten zurückgelaffen, überhaupt kein Grund zur heimlichen Abreise vorliegt, vermuthet man, daß ihm «in Unglück zugestoßen sei.
— Heute Nacht gegen 12 Uhr wurden in einer Restauration auf der Mäusburg diverse unruhige Gaste, welche um allen Preis Krakehl haben wollten, an die Luft spedirt. Herbeigeholter Succurs, welcher wiederum tn das Wirthschaftslokal eindrang, wurde auf dieselbe Weise, nur etwas gründlicher, befördert. Diverse Fensterscheiben gingen vabei entzwei. Einer
der Helden (?) und Hauptkrakehler, welcher mit einem armsdicken Knüppel tn der Luft herumfuchtelte und xief: „Jever Schlag eine Leiche l" verduftete sich während der Exmission und wohin? tief tm Keller tn einer Ecke hockend und zitternd fand ihn später der Wirth. Sein Prügel wurde ihm abgenommen und er einfach laufen gelassen.
— Eine neue Auflage der starren Kälte scheint sich wieder einstellen zu wollen. In der Außenstadt wurden heute Morgen um 7 Uhr 19 Grad kalt beobachtet, während tm botanischen Garten 17 Grad notirt sind.
— Die Volksküche vertheilte gestern 802 Portionen 46 verkauft, 756 an Kinder und Arme und an Handwerksburschen. Heute 828 Portionen. Verkauft 96, verschenkt 732.
Vermischtes.
Köslin, 12. Januar. Die Entdeckung von nicht weniger als drei Verbindungen unter den hitsigcn Gymnasiasten jührte vorgestern, wie die „Danz. Ztg." »on hier meldet, zu einer Conferenz des Lehrercollegmms, die sich mit der Untersuchung dieses Vorfalles zu befasien hatte. Den Gymnasiasten, welche in die Affaire verwickelt waren, hatte man während dessen ein Klaffcnzimmer angewiesen, wo sie ihr Urtheil erwarte sollten. Un dieser Untersuchungshaft hatten sie sich Spirituosen zu verschaffen gewußt, und nachdem sie das ihnen zugethetlte Zimmer mit den Tintenfäffern und in noch ärgerer Weise verunreinigt hatten, begaben sich die Musterknaben in angetrunkenem Zustande, mit Cerevis und farbigem Bande angethan, vor das Con- ferenzzimmcr, das sie in förmlichen Belagerungszustand versetzten, bet welcher Gelegenheit es auch zu Jnsultirungen der Lehrer gekommen sein soll. Vier Hauptschuldige wurden von der Lehranstalt verwiesen. Die übrigen mit Karzer bestraft. Nach Schluß der Conferenz wurde einer der Lehrer von den „Geschwenkten" verfolgt, so daß er flüchten mußte, um thätUchen Be» leidigungen zu entgehen. Unter den Entlassenen befindet sich auch der Sohn eines am hiesigen Gymnasium angestellten Professors.
Gingesandt.
Anknüpfend an den Artikel in diesem Blatte vom 15. Januar bezüglich der Neu-Numme- rirung der Häuser in der Stadt Gießen, wollte Einsender dieses besonders darauf aufmerksam machen, daß diese Neu Nummerirung nur auf Grund eines genauen geometrischen Planes vorgenommen werden kann. Nur in dieser Weise kann dem schon lange gefühlten Bedürfntß gründlich abgeholfen werden. Dieser neu zu schaffende Plan muß nicht nur sämmtliche Straßen und die nächste Umgebung der Stadt, sondern auch die sämmtlichen Gebäude enthalten. Die Nummerirung müßte alsdann zuerst auf diesem Plan geschehen und dann auf die Wohngebäude übertragen werden. Nur hierdurch kann die Nummerirung systematisch und zweckentsprechend werden, während ein planloses Verfahren nur eine unvollkommene Arbeit liefern würde. Ist erst die Stadt im Besitze eines solchen Planes, so können alsdann weiter gehende Interessen gefördert werden. Der bereits fertige Bauplan entspricht diesen Bedürfnissen tn sehr unzureichendem Maße, indem derselbe nur eine sehr primitive Aufnahme der Straßenwegs, aber keineswegs das Innere der Stadt (die einzelnen Häuser und Hofraithen) enthält und nachweißt. Auch beruht bissen Anfertigung nicht, wie man irrthümlich anzunehmen scheint, auf amtlichen Quellen. Diese „amtlichen" Quellen im concreten Sinne sind nur aus der hier im Gang befindlichen Parzellenvermcssung, welche gegenwärtig durch den damit beauftragten Geometer geschieht, zu entnehmen, und ist derselbe allein im Stande, einen solchen Plan auf die wenigst kostspielige Weise zu liefern. — Das demnächst zu renovirende Adreßbuch der Stadt würde dann mit dem Sradtplan in Uebereinsttmmung zu bringen sein und kann letzterer auch durch litho- graphirte Vervielfältigung dem Pubblikum zugänglich gemacht werden. M—r.
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Oberhesßslht Eisenbahnen.
Vom 1. März d. I ab kommt für den Localverkehr derOberhessischen Eisenbahnen ein neuer Tarif für die Beförderung von Leichen, Fahrzeugen und lebenden Thicren zur Anwendung, von dem gleichen Tage ab treten dagegen die im Specialreglement und Tarif für Beförderung von Personen, Reisegepäck, Leichen, Fahrzeugen und lebenden Thieren vom 29. December 1869 enthaltenen bezüglichen Vorschriften und Tarifsätze außer Kraft.
Der neue Tarif ist bei allen diesseitigen Stationen sowie bei der Drucksachenver- rvaltung dabier vom 20. Februar ab zum Preis von 0,40 JL pro Exemplar käuflich zu haben, jedoch ertheilen wir auf Wunsch der Interessenten jetzt schon nähere Auskunft.
Gießen, den 16. Januar 1880. 459) Großherzogliche Direction.
Bekanntmachung.
467) Ueber das Vermögen des Kaufmanns Karl Richard Textor in Gteßm ist von dem Amtsgerichte in Gießen am 15. Januar, N chmittags 3 Uhr., der Concurs eröffnet worden.
Zum Concursverwalter 'st Max Pilger in Gießrn ernannt.
Allen, welche eine zur Concursmaffe gehörige Sache tn Besitz haben oder zur Goncursmasse etwas schuldig sind, wird ausgegeben, nichts an den Gemeinschuldner zu verabfolgen oder zu leisten, auch die Verpflichtung auserlegt, von dem Besitze der Sache und von den Forderungen, für welche sie aus der Sache abgesonderte Befriedigung in Anspruch nehmen, dem Eoncursverwalter spätestens bis zum 17. Februar 1880 Anzeige zu machen.
Die Concurssorderungen sind binnen vier Wochen, spätestens bis zum
17. Februar 1880
anzumelden.
Zur Beschlußfassung über Wahl eines anderen Gläubiger - Ausschuffes, eventuell zur Wahl deffelben, sowie zur Prüfung der Forderungen ist Termin auf
Dienstag d. 24. Februar d. I.,
Vormittags 9 Uhr, in dem Zimmer Nr. 4 anberaumt.
Gießen, den 15. Januar 1880.
Großh. Amtsgericht Gießen.
Zur Beglaubigung:
N e t d h a r d t,
Allgemeiner Anzeiger.
141)
Müller.
398)
Marktstraße.
Scheith. Prü^elh. Stockh
soll auf dahiesigem Ortsaericht die Hof- raithe des Karl Kratzenberger, als:
R
t
J. Blitz.
320)
den 27.
471)
105
Eichenstämme von
100
6
(140
7
L7. Roth,, Neue Bäue.
33
Urtheile ärztlicher Sommitäten über die
Buchen^ Eichen- Nadel-
Januar
18—71 cm
a tt
5
6
4
Reish. Wellen 5190 1400 3610
3400
m m e 122
35
21
16
Chiffon- Damen - Hemden
per Stück zu 1 sind eingetroffen.
M» Kann
Weinsaal.
Flur 4O/4oa 40/4oa/Vio "V40/V10 40/<o/8/io 40/40/’/10 4%o/°5/ioo
FRANZ JOSEF'
|B ITTERQBBUB]
Durchmesser unb 4—16 m Länge mit 72 cbm,
Kiefern- und Fichtenstämme von 15—29 cm Durchmesser und
6—19 m Länge mit 46 cbm, Hatnbuchenstämme mit 2,17 cbm
Inhalt,
Lindenstämme mit 4,04 cbm Inhalt,
Eichen-, 18 Buchen- und 126 Fichtenstangeu.
214) Ein gebrauchter zweispänniger Wagen (Mylord) mit Patentaxen und sehr gut erhalten zu verkaufen.
Ehr. Horeyseck, Sattler.
Hofraithe links d. Chaussee, Grabgartcn daselbst, Grabgarten daselbst, Straße daselbst, Grabgarten daselbst,
Aeilgeöotenes.
Grüne Schnittbohnen, Sauerkraut, ^sffggurken
empfiehlt
Dienstag den 2. März
Nachmittags 3 Uhr,
Mtr. 353 481 487 427 79 403
468) Laaer in Steinkohlen, Braunkohlen, vom Heffenbfückcc Hammer, kleingewachteS Holz, empfiehlt Fh. Kreiling, (Aambrinus.
__ . Geh. San.-Rath, Mitglied des kgl. deutschen
JDr. \f 3Xr©Hura,pp, Gesundheitsamtes, Frankfurt a. M.: „Empfiehlt sich vor allen, wo es gilt, dem Magen geringe Wassermengen zuzuführen. Das Wasser wird (oft auch für längere Zeit) leicht vertragen und gerne genommen“. Frankfurt a. M., 27. April 1879.
Großherzogliches Ortsgericht Gießen. Müller.£361
ASpeu- u. | __ Weichholz!
Dienstag
e r. 92 52 24
474) Ein Haus mit Schlosserwcrkstatt ist wegen Sterbfall zu verkaufen event. zu verpachten. Näheres bei
I. Blitz.
Dienstag d. 3. Februar 1880,
Nachmittags 2 Uhr,
soll auf dahiesigem Ortsgericht die Hofraithe des Schreiner Kauß II. Flur V233/1 163 Meter Hofraithe in der Kaplansgasse meistbietend versteigert werden.
Gießen, den 22. December 1879. Großherzogliches Ortsgericht Gießen.
Holzderfteigerung in der Fürstl. Dbersörsterei Ltch. Im District Meilbach soll nachverzeichnetes Holz versteigeit werden:
Montag den 26. Januar
Ahorn-Laubsägeholz in großer Auswahl wieder eingetroffen be: Wilhelm Seibert,
........ Grabgarten daselbst, meistbietend versteigert werden.
Gießen, den 13. Januar 1880.
e ö ■ Geh. Rath, Würzburg: „Die Wir-
JrlOi. JD1T« V. öCSLUZOHl, kung der Franz Josef Bitterquelle ist ausnahmslos rasch, zuverlässig uhd schmerzlos“.
Würzburg, 26. |Juli 1877.
Verkauf
von zweispännigen Wagen.
Donnerstag den 22. d. MtS., Nachmittags 3 Uhr, läßt die Unterzeichnete am Hause des Herrn Fuhrunternehmers Ehriftian Jng- hardt III. drei gut erhaltene zweispännige Waaen gegen Baarzahlung verkaufen, wozu Kauflustige eingelodeu sind. (449
^Gewerkschaft Schalker
Zusammenkunft fedeso^al
Morgens 10 Uhr euf der Hattenröder Straße ca. eine Stunde von hier.
Lich, am 17. Januar 1880.
466) Wimmeuarier, Forstrath.
Die auf nächsten Donnerstag Den 22. l. MtS. anberaumte Versteigerung in der Hofraithe des Karl Müller in Nieder-Ohmen kann nicht abgebalten werden.
Grünberg, 18. Jan. 1880.
Der Maffevecwalter: 464) Karl, Sparkasserechner.
Bäckerei.
sehr frequent, billig zu verkaufen durch
K. k. AUgem. Krankenhaus, Wien,
L. d. H. Prof. Dr. Dräsche. — nBei Magen- und Darmkatarrh, hab. Stuhlverstopfung, Appetitlosigkeit, Blutansohoppung, Hämorrhoiden, Loberleiden und Frauenkrankheiten wurden vorzügliche Erfolge erzielt.u 1878.______________
Vorräthig in den meisten Apotheken und allen renommirten Mineralwasser- Depots. Depdts werden auf Verlangen überall errichtet durch die Versendungs-
Direction in Budapest. (461
Ksr das anerkannt wirksamste aller Bitterwässer.
- TT7 T Erlangen: „Die Franz Josef Bitterquelle
x XOI. «OXe W ■ wirkt sicher und macht keinerlei Be
schwerden. Selbst in Fällen, wo es bei reizbarem Darme verabreicht wurde, erzielte das Wasser schmerzlose Wirkung“. Erlangen, 26. December 1878/ < — , —t k. General-Stabsarzt, München :
dPlTOf. Dr. V. Nussbaum, „Wirkt schnell, schmerzlos und oft in überraschend kleinen Quantitäten“. München, 11. März. 1879.


