Ausgabe 
18.8.1880
 
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1880.

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Mittwoch den 18. August

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die Krankenpflege und Unter­

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am 10. August 1880.

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2ßtr erinnern Sie an die Einsendung der Schülerverzeichnifse^in rubr. Betrefs. Dr. Hoffmann, RegierungSrath.

Zur Finanznoth.

Dem schlichten Sinne des Volkes ist es unverständlich, daß die Ftnanz- mintster aller Staaten, die politischenGenies" und selbst eine Anzahl großer Leitungen fortwährend Klagelieder von einer herrschenden Finanznoth singen und die seit vielen Jahren mit Erfolg betriebene Jagd nach neuen Steuer- objecten fortdauert. Es müßte doch zunächst einmal festgcstellt werden, ob denn die Lage des Reiches und der einzelnen Staaten eine so traurige ist, daß zur Rettung aus größter Nolh neue und große Steuern unabwetslich «oth- wendig sind. Durch den Zolltarif und neue Steuern indirecter Art sind doch bereits höchst beträchtliche Mittel aufgebracht worden, und es ist männiglich bekannt, daß die Einnahmen des Reiches dadurch in den nächsten Jahren noch bedeutend steigen werden. Sollte es denn völlig unmöglich sein, in Ftnanzsachcn warten zu können? Es ist höchst wahrscheinlich, daß in 2 bis 3 Jahren die Ueberschüsse des Reiches sich stark erhöhen, und wenn dies der Fall ist, so genügt es, vorläufig sparsam zu wtrthschaften und mit den späteren Ueberschüsse« das Minus der Gegenwart zu begleichen.

Unsere gegenwärtige Lage ist natürlich keine rosige; sie ist schlimmer als die Lage der Egvpter nach den sieben mageren Jahren Pharaonis , denn das neue deutsche Reich besaß zwar «ine große Anzahl von Volkswirthcn, welche die Sparsamkeit, und von Ftnanzmänncrn, welche ihre Finanzwissenschaft lobten, aber keinen Joseph, der Fürst und Volk den guten Rath «rthctlt hätte, in den vorangegangenen fetten Jahren der Milliarden und der Gründeret ein Paar hundert Millionen für schlechtere Zeiten zurückzulegen. Wir haben viel Geld in unproductiven Anlagen verloren; wir sind genöthigt, eine starke und kost­spielige Landesvertheidtgung zu erhalten; unsere Ernten sind höchst mittel­mäßige gewesen; der Handel und die Industrie haben schwer gelitten und btt Arbeitsgelegenheit hatte sich gemindert; mit dem Sinken der Löhne und der Beschäftigungslosigkeit war der wirthschaftliche Verfall vielerkleinen Leute verbunden. In Folge dieser widrigen Umstände haben sich die Steuercrträge vermindert, und sämmtlichc Einzelstaatcn haben mehr oder minder beträchtliche Defictts zu verzeichnen, zu deren Deckung die Ueberschüsie der Einnahmen des Reiches nicht ausreichen. Diese schlimme Lage ist aber ganz ebenso eine vorübergehende, als die gute, zu krast- und saftvolle Situation der Mtlltarden- Aera. Wäre dies nicht der Fall, so thäte die ganze Nation wohl daran, in irgend ein gelobtes Land auszuwandern; aber so schlimm sieht es in Deutsch­land nicht aus, und viele Anzeichen deuten darauf hin, daß wir am Anfänge b^"°Aber"gcrad? aus^dtescm Grunde ist es eine verkehrte Finanzpolitik, sofort neu- und beträchtliche Steuern auszuklügeln und durchzusetzen. Bessern sich die Zetten, so werden sich auch die Einnahmen der Einzelstaaten und d-S Reiches besiern; sind nun aber dringende Ausgaben nöthig, existirt wirklich die große Finanznoth, die Geldverlegenheit der Staaten, zu deren Abwendung an den Patriotismns, an neue Steuer- Opfer willig kett deS Volkes appelltrt wird, so wäre es viel richtiger, di-Mittel zur Deckung durch Anleihen aus- zubringen, als durch Steuern. Das auswärtige Großkapital, ganz besonders in Amerika, dem abermals eine glückliche Ernte überflüssige Millionen in den

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Schoß wirft, sucht eine solide Anlage, und es ist außer Zweifel, daß eine große deutsche Reichsanlethe leicht und gut ohne Verlust zu pl-ciren «st; auch soll ja in Deutschland viel Geld müßig liegen. Der große Unterschied zwt. schen Anleihe und Steuer ist aber bekanntlich, daß die Anleihen das Geld nur dort nehmen, wo es willig und frei ist, während die Steuerer es ohne Unter­schied der nützlichen productiven Verwendung entziehen und, weil sie Jeden in seiner Erwerbsthätigkeit beschränken, wtithschastltch um so nachthetliger wirken, je höher und mannigfaltiger st- werden. Die Steuer muß ferner von der Gegenwart gegeben werden, die Anleihe wird von der Zukunft getilgt. Sei tausend Jahren aber gab es-keineGegenwart", die mehr-an Gut und Blut für die Zukunft geopfert hat, als unsere Zeit, und darum würden d e unftb gen Bürger Deutschlands nichts begreiflicher finden, als daß ihre Vorfahren ihnen auch gestatten, ein Scherfletn zu den Kosten betzutragen, welche die Eini- gung und der erste Ausbau des Reiches veranlaßt baben.

Deutschland.

Darmstadt, 16. Slug. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allerguädigst geruht: ^sten Assistenzärzte bet der Landes ° Irrenanstalt,

Dr. Eduard Werte, den Charakter alsMedictnalrath zu verleihen,

ün demselben Tage den seitherigen provisortschen Assistenzarzt bet der Landes-Irrenanstalt, Dr. med. Eugen Wittig aus Holzhausen, im König- reich Württemberg, zum zweiten Assistenzärzte bei der Landes-Irrenanstalt zu Cln<nnam 14. August den L-ndgerichtsrath bei dem Landgerichte der Provinz Rheinheflen, Karl Weber, auf sein Nachsuchen mit Wirkung vom 15. August " to d°- M l. d« «ft-»

Reichshaushalls-Etat ein namhafter Betrag für Küstenbefestigungen gefordert werden wird- Sieben einer verstärkten Armtrung von Ptllau zur Deckung ho» iasbergs soll auch, im Widerspruche mit anders lautenden Versicherungen, eine Befestigung des den größten Panzerfahrzeugen wegen seiner Tiefe zugäng. lich-n Hafens von Wismar In Aussicht genommen fein- In einigen Blattern wird freilich darauf hingewiesen, daß dieser letztere Plan wohl-«Rücksicht auf Schweden nicht zur Ausführung gelangen durfte weil d es«: Staat einen Ä S!.*. - .»« >«»« Di.,.. »7-d §

wohl nur ein antiquarisches Interesse und ei" solche-' b-r CuOost ät. Tha sz»lick> wird Niemand im Ernst daran denken, daß solche pergamentenen jeet^te e a lttnd aemach?w-rdm könnten Es mag interesstren, zu erfahren, haß die lc gcueno gematyi ßtnoaä von Mecklenburg" vom

letzteren sich A dFlben Jahres zwischen Mecklen-

bur^g und Schweden in Malmö abgeschlosienen V-rtrag- halten. Kraft dieses ^7» h ( von Schweden an den Herzog von Mecklenburg-

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Summe von 1,250,000 Hamburger Bankthalern auf 100 Jahre das ^tutz

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An die evangelischen Decanate des Landes.

Wir beehren uns Ihnen eine Anzahl Abdrücke unserer Ansprache vom Heutigen mit der ergebensten Brite nntzuthetlen, tn den evangelischen Gemeinde« Ihres Bezirks auf eine möglichst erfolgreiche Collecte beim Sedan-Gotttsdte^

B Der Vorstand des Hülfsvereins tm Großherzogthum Hessen für die Krankenpflege und Unterstützung

der Soldaten im Felde, als Landesverein der Kaiser-Wilhelms-Strftung für deutsche Invaliden.

Weber, Ministerial'rath, A. Buchner, Rechtsanwalt,

Vorsitzender. Schriftführer. __

DreiS vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn.

Erscheint täglich mit Ausnahme deS MontagS. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50

® 1 Gießen, am 16. August 1880.

Betreffend: Die Fortbildungsschule. ~

Die Großherzoaliche Kms-Schul-Commisfion Gießen an die Schulvorstände des Kreises.

Lang-GönS, am 16. August 1880.

Su Das GroHer^ogliche evangelische Dekanat Gießen

an sämmtliche Pfarrämter.

Unten anstehend theile ich Ihnen das von dem Vorstand des Hülfs-Vereins im Großh. Hessen für stützungd^ld^ der Kaiser-Wilhelms-Stiftung für deutsche Invaliden erhaltene Schreiben zur Be-

Strack.

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