Ausgabe 
18.2.1880
 
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~~ ®lc Handelsleute, welche heute den Viehmarkt befahren hatten, beschwerten sich un1) c? ^dcht, über den Schmutz und Schlamm, welcher zwischen den Thorhäusern ^n Neustadtcrthor auf der Straße lagert. So gut wie von Privaten die Reinigung der Straßen verlangt wird, ebenso gut kann man solches von der Stadt verlangen. Der Viehmarkt ist eine der einträglichsten Quellen unserer Gtavtelnnahmen und sollte man dafür sorgen bafc Beschwerden wie vorstehende nicht stattfänden. H

'Volksküche« vertheilte heute 1031 halbe Portionen, verkauft wurden hiervon 81, 950 Portionen erhielten Arme, Kinder und Handwerksburschen.

t oon der Armenkasse bei der Stadt Gießen angelegten Kapitalien

2. Die Unterhaltung des Faselvtehs.

5}Q9C Ortsarmenverbands Hamburg gegen den Ortsarmenverband Gießen.

Klage des Ortsarmenverbands Gießen gegen den OrtSarmenverband Günterod.

Expropriationsverfahren gegen Jeremias Friebel Wittwe und Erben.

Expropnationsverfahren gegen den Restaurateur Balthasar Lenz

Tonnenetnrichtung betr.

Revisionsbemerkungen zur Rechnung für das Jahr 1877.

Die Erhebung des Schulgeldes.

Gesuch wegen Ueberlassung eines Schulsaals zum Zeichnen-Unterricht.

Die Straßen-Bezeichnungen betr.

Die Straßen-Beleuchtung betr.

13. Kosten Decreturen.

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Telegraphische Depeschen.

Wagver's telegr. Correspsudenr * ©ureiuu

Petersburg, 16. Februar. Anläßlich des Regierungs-Jubiläums des Kaisers, welches, soweit es die Gesundhettsverhältntsse der Kaiserin zulassen, nach dem Präcedenzfall von 1850 begangen wird, sind irgendwelche politische Organisations-Acte gutem Vernehmen nach nicht zu erwarten. Alle Gerüchte bezüglich neuer Finanzprojecte werden von gut unterrichteter Seite als unbe­gründet bezeichnet.

Puri-, 16. Febr. Großfürst Nikolaus von Rußland besuchte gestern Nachmittag 3 Uhr den Präsidenten Grevy und dankte demselben für die der Kaiserin von Rußland während ihres Aufenthaltes in Sannes erwiesenen Auf« merksamketten; der Großfürst fügte hinzu, die Kaiserin leide zwar noch an einer gewisien Abspannung und müße das Zimmer hüten, ihr Befinden sei jedoch weniger beunruhigend.

Stuttgart, 16. Februar. Der Abg. v. Hölder begibt sich dem hie­sigenReuen Tagebl." zufolge heute nach Berlin; die Ablehnung der Wahl zum zweiten Diceprästdenten des Reichstags erfolgte, wie daffelbe Blatt ersah- ren haben will, in Folge besonderer an Hölder gelangter bezüglicher Auffor­derung von liberalen Reichstags-Abgeordneten.

Berlin, 16. Februar. Di-Nordd. Allg. Ztg.", auf die Samoa- Vorlage zuruckkommend, hebt hervor, c$ handle sich nicht einmal um den Ansatz zu einer eigentlichen ColonialPolitik. Was die finanzielle Last betreffe io betrachte cs Jedermann als eine selbstvcrstLndltche Pflicht, daß zum Schutze der deutschen Handelsintereffen Kriegsschiffe in di« fernen Welttheile geftndet und Konsuln ernannt würden. Im vorliegenden Fall- handle es sich für den deutschen Südseehandel, den Verlust der seinen Miltelpunkt bildenden Facto- rewn auf Samoa zu verhindern, wozu nicht Hülfe durch Krtegsschiff-, sondern durch pekuniäre Unterstützung erforderlich sei. Sei dieser Unterschied nicht be­deutend und erheische die Absendung und Stationirung von Kriegsschiffen nickt dauernd erhebliche Kosten? Noch erstaunlicher sei, daß ein Th-il der deutscken Preffe behaupte, es handle sich lediglich um ein Privatunternebmen, während das Ausland das Vorgehen der deutschen Regierung, als durch nationale In- tereffen geboten, an-rkenne. Der Reichstag werde sicherlich seine Entscheidung nach nationalen Gesichtspunkten treffen.

Breslau, 16. Februar. DieBresl. Ztg." meldet: Bei der die«, maligen Löhnung in der Scharley-Grube ist es zu argen Exceffin aekommen. Das Zechenhaus ist demoltrt, die gewerkschaftlichen Scripiuren vernichtet, die

erwartenden Rückkehr höchst wahrscheinlich zum Eontre-Admiral ovanctrt; der zweite der Oberwerft-Director in Danzig, LtvoniuS; der dritte Graf Monts, der die gescheiterte PanzerfregatteGroßer Kurfürst" commandirte und bis jetzt kein Commando mehr erhklt.

Kchwetz.

Bern, 14. Februar. Wenn nicht besondere Umstände eintreten, hofft man, daß sich am 5. März nächsthin die Arbeiter von der Nord- und Süd­seite des Gotthard-Tunnels die Hände reichen werden. Am Mont-Cenis wur­den die Tunnelarbetten im August 1857 begonnen und der Durchschlag des Stollens erfolgte am 25. December 1870, also nach mehr als 13 Jahren. Im Gotthardtunnel, welcher 2696m länger ist als der Mont-Cenis-Tunnel, begannen die Arbeiten im September 1872; somit werden, Dank den gort» schritten der Technik, für seinen Durchstich nicht ganz ?i/2 Jahr gebraucht werden. Daß am 1. October d. Js. die ganze Gotthardbahn dem Betriebe übergeben werden soll, ist bekannt.

Zlrankreich.

Paris, 14. Februar. Wie verlautet, beabsichtigt der Kriegsmtnister, die Infanterie und die Kavallerie umzugestalten. Mit den betr. Vorarbeiten ist der Infanterie-General Clinchant und der Kavallerie-General Galltset be­traut, welche sofort ihr Gutachten über das vom Minister ausgestellte Pro­gramm geben sollen. An der Spitze desselben stehen zwei Gesetzentwürfe, welche das organische Gesetz vom 13. März 1875 ändern sollen. Betreffs der In­fanterie wird der Vorschlag gemacht, die Hauptleute beritten zu machen, was die Unterdrückung dercapitaines adjudants majors und wahrscheinlich eine Umgestaltung der jetzigen Bildung der Regimenter, Bataillone, Compagnien und Depots nach sich ziehen würde. Beim Entwürfe für die Kavallerie han­delt es sich um eine Neugestaltung der Cadres; man findet nämlich, daß die Zahl der Stabsofficiere und Hauptleute zu groß ist, und will diese vermin­dern. Die übrigen Fragen sind von geringerer Wichtigkeit und bedürfen nicht der Lösung durch das Parlament. Dazu gehören die Umgestaltung der Mil'.- tärschulen von St. Cyr, Saumur, St. Maixent, La Fleche und Rambouillet, d. h. alle Mtlitärschulen mit Ausnahme der von Fontainebleau; ferner die Verbesserung der Taktik und des Dienst-Reglements, der Recrutirung, der Re- Monte, der Bekleidung der Truppen u. s. w.

ItaNm.

Ikom, 14. Februar. Mit dem Befinden der Königin von Italien scheint es übel bestellt zu sein. In einer römischen Korrespondenz der Turiner Gazrtta Piemontese" findet sich folgende b-sorgliche Mittheilung:Man ver­sichert mir, daß die arme Königin Anzeigen einer traurigen fixen Idee gege­ben habe, welche sie ab und zu schmerzlich beherrscht, sie mit Befürchtungen erfüllt und überall Gefahren und Drohungen eines tragischen Endes erblicken läßt. Sie fürchtet sich vor Allem und Jedem und will Niemanden sehen, nicht einmal die Personen, weiche ihr eines Tages theucr und befreundet waren. Man fährt sic zuweilen im Wagen spazieren, um sie zu zerstreuen, sowie damit man sie öffentlich sehe, aber am Hof empfängt sie niemals und nimmt auch weder an den Hostaseln noch an sonstigen Festen Antheil. Man bemüht sich, die Sache auf jede Weise geheim zu halten."

Rom, 14. Februar. DasNeue Wiener Tagebl." bringt aus Rom einen Brief, worin berichtet wird, Königin Margarita, welch- seit dem Nea­peler Attentat physisch leidend ist, leide an Verfolgungswahn ganz wie die Kaiserin Eharlotte. Sie ziehe sich furchtsam von den Ihrigen zurück und wähnt ihr Leben von ihnen bedroht. Sie hat Moment- völliger Geistes­störung. Neulich wollte sie durchaus in den Senat, um dort eine Rede über die Mahlsteucr zu halten. Beim Abendeffen spritzte st- den Hofdamen Suppe tn's Gesicht und versicherte, cs sei Weihwasier. Der Zustand flößt den Aerzten schweres Bedenken ein.

Gießen, 16. Februar. Da« gestrige, wie immer sehr stark besuchte Concert unseres I ^oncertvereins kann sich nicht ganz gleichberechtigt den vorhergegangenen anschließen. Herr

I « dolph Peschrer aus Wiesbaden trat noch mit anzuerkennender Liebenswürdigkeit in der

| letzten Stunde an die Stelle des ganz unerwartet verhinderten Herrn Joseph Beck, des Lieb^

I ^8 Frankfurter Publikums. Mit prächtigen Stimmmitteln begabt, geschult durch einen der

I bedeutendsten italienischen Meister, konnte der hochangesehene Theatersänger, dem ein bedeutender I vorausging, durch Untugenden, die vielleicht vielen Opernsängern zur Tugend angerechnet I werden, in unserem Concertsaole nicht deninnigen" Beifall erringen, der an dieser Stelle so oft und so gern von Musikverständigen gewährt wurde. Unsere Kritik gilt besonders in Bezug auf die Arie m der Iphigenie auf Tauris, weniger in Bezug auf die aus dem Rossini'schei- Barbier, welche schon eher eineheitere" (italienische) Auffassung zuläßt, abgesehen davon, daß wir Coloraturgesang überhaupt nicht gern von Männern hören. Sehr zu bedauern war es ^,Herr Pesckier nicht einige Lieder sang, da seine Vorzüge in diesen Vorträgen voraus­sichtlich noch bedeutender hervorgetreten wären. /-«orts folgt)

k 17: 8-d-u°r. Heute Nacht statteten D.eb. tm Kr°usg.ttl'sch-N Hau,- tn

bei Bahnhasstraß- einen Besuch ab. Durch ein unveychlosiems Fenster (ileoen fle -in und 2» °N Cin.n Sllb-rschrank ziemlich ganz aus. Der Werth Ist ein zi-mlick b-deutenb-r. - Dl«ichf°llS heute Nacht wurde im g-genüberstehenben Bauunternehmer Ko ch'sch-n Hause ein; zubrechen versucht. Frau Koch erwachte plötzlich burch ein Geräusch, al« wenn Glas -erbrochen wurve; sie zündete sofort Licht an unb im Moment sprang ein Mensch vom Fenster hinweg une | »-'schwand. TI- Diebe müssen sich j-benfalls vorher orienttrt haben unb mit ben häusliche» 93cI^Itn,'ffen 0etoe'cn !ein' Es spricht bles schon dafür, baß sowohl Herr Krau«- grill als auch Herr Koch von Hause abwesend stnb unb nur bie resp Frauen allein sich be- fanden. Hoffentlich werden die Spitzbuben baldigst ermittelt.

_ ~ Gin total bekneiptes Frauenzimmer, welches sein Logis auf einer Labentreppe am Seltersweg aufgelchlaqen hatte unb bie hellsten Töne sang, verursachte gestern Xbenb ein« ziemlichen Auflauf. Die Polizei verschaffte ihr Nachtquartier. 91

m l7- Seit. Vom 9 bis 14 Februar I. I sind In ben Reeurrenshospitälern

zu Gießen zugegangen 13 Kranke (11 M., 2 SB.), baiunter 3 Kinder unter 15 Jahren; ge­nesen ent asten wurden 8; Sterdefälle sind nicht »orgekommen; es verblieb «m 14. gbenbg ein Krankenbestand von 72 (64 M., 8 SB.). Die Zahl bet vorn Beginn bet Epibemie an Ins- gefammi aufgenommenen Kranken betrug 165 (148 M., 17 SB.); von bielei fino ber Krank- «8" VJL3 'W>- 3? bem Reeurrenshospltale'z'u

14. ßebtuat 28 Kranke, sammtlich mannl.chen Geschlechts, barunter einet untet 15 Jahren. ®i_njelnc Falle befanden sich in Behandlung in den Hospitälern zu Lauterbach, Rieder-Weisel, Büdingen und Darmstadt; zuvor in Butzbach, Ortenberg, Rainrod (Kreis Schotten) und Saasen. ($). g.j

x » ^cht. unerqui ckliche Zustände herrschten heute bei der Schutzmannsckaft. Richt weniger

denn 9 Schutzmänner von 14 waren als Zeugen vor das SchLffengericht geladen. Es blieben also noch 5 Mann übrig. Bedenkt man, daß für heute, wo em starker Viehmarkt war, 4 bei-- Oben auf dem Markte notwendig sind, zwei Leute auf dem Bureau und der Wache ihre volle Beschäftigung haben und ein Mann einen freien Tag haben sollte, so kann der polizeiliche Schutz durch solche Verlegenheiten in Frage gestellt werden. Wie wir die Sache kennen unb verliehen, sind es der Mannschaften zu wenig, um in unserer ausgedehnten Stadt den Dienst regelrecht versehen zu können. p

14. Straßenanlagen zwischen Neustadt und Wallthor.

15. Die städtische Lastwaage betr.

16. anfrage bes Schteinetmeisters Philipp Bauer II. bezüglich bes Elgenthvms bet Stabt an bem Gäßchen Flut XVII Nt. 178» in bet Scheppecke.

17. Gesuch des Schreinermeisters Philipp »euer II. um Bauerlaubniß.

18. Gesuch des Geometers Korner um Bauerlaubniß.

®e|"u$ ^ks Turn und Schwimmlehrers Rübsamen um Bauerlaubniß.

20. Gesuch des Peter König um Bauerlaubniß.

21. Gesuch des Dachdeckeimeisters WnrffhtM lim fövlnitftntG liir (SvAaiiiih»

ßo^nfaffe abhanden gekommen und die Beamten mißhandelt. Zur Herstellung der Rübe mußte Militär requtrttt werden.

,, dkvm- l6. Februar. Heute ist eine päpstliche Encyclica vom 10. ds. über tne Ehe veröffentlicht worden. Der Papst weist darin zunächst auf die Wvhlthaten der Kirche für die Gesellschaft hin. Die Ehe sei von Gott etn- gksetzt, Der ihr bie wesentlichen Merkmale der Einheit und Beständigkeit ver­lieh. Durch die heidnische Corruption gesunken, sei die Ehe von Christus zur vornehmsten Ehre wieder aufgerichlet und zur Würde eines Sakraments erhoben. Die Ehegertchtsbarkeit gehöre demnach der Kirche. Der Papst -adelt ote Usurpation der weltlichen Gewalt. Alle Völker stellten die Ehe unter dcn L-chutz d-r geistlichen Autoriläk, dcn heiligen Charakter der Ehe ihrC,lf*,*'ib' n «ubte anabhängig von der wclilichcn Gewalt

ihre Rechte betriffs der Ehe aus. Der Papst weist die gegnerische Au- schauung widerlegend nach, daß der Heirathsvertrag vom Sakramente untrenn- ^irf«birtinän d-r °hn- Zuhülfenahme der kirchlichen

Jurisdiction abgeschlossenen Ehen auf und verweist auf den bei einigen Gesetz- gcbungeu erörterten Plan der Einführung der Ehescheidung hin. Er betont die verhängnißvollen Folgen der letzteren, welche die menschliche Begierde von jedem Zugel befreien und di- Ehen den bösen Leidenschaften überantworten Eb-n. Die Kirche machte sich um die Gesellschaft verdient, indem sie die Heiligkeit und Unauflösbarkeit d-r Ehe verthetdigte. In wohlwollendem Tone fordert der Papst die weltlichen Behöiden auf, den Rechten der Kirche bezüg. V» Eh° Ächtung zu verschaffen, gleichwie die Kirch- wünscht, daß die ein­schlägigen Rechte des Staates geachtet werden. Schließlich appellirt der Papst in warmen Worten an die Eintracht der geistlichen und weltlichen Behörden.

Gesuch des Bauunternehmers Hoch um Erlaubniß zur Erbauung eines Anbaues.

Gesuch des Spenglermeisters Moll um Erlaubniß zur Vornahme von Bauver- anderungeu.

Gesuch des Kaufmanns Emil Loos um Erlaubniß zur Vornahme von Bauver- anderungen.

Gesuch des Restaurateurs Balzer um Erlaubniß zur Vornahme von Bauver- anberungen-

Sckupp?ns ^^^ckermeisters Joseph Ruckstuhl um Erlaubniß zur Erbauung eine«

Lokales.

Gießen, ^-Februar. Tagesordnung für die Stadtverordneten - Sitzung am ßfbäube^0' * * * * * * * * * * 19 * * * * * * ^bruar 1880, Nachmittag- 4 Uhr, im alten Nealschnl-