Ausgabe 
17.6.1880
 
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und die Neisse sind aus ihren Ufern getr-ten. Von Zittau und Dresden ist Militär an die Unglücksstättc abgegangen. Der Minister des Innern ist ebenfalls dorthin gereist. t r v. m ,, n-

Paris, 15. Juni. Man glaubt hier, daß stch für die Berliner Con­serenz England den diesseitigen Anschauungen anschließt und für diese An­schauung durch Instructionen, welche Seitens der anderen Mächte ihren Bot- schaftern sür die Konferenz spätestens heute zuzehen, principtelle Uebercinstimmung aller Mächte gewonnen wird. Für die Ausführung der Grundgedanken wer­den wohl unmittelbar nach der ersten ArbeitSsitzung der Conferenz die Experten in Juni. Der König begab stch heute, von den Ministern

v. Nostiz und v. Könneritz begleitet, in di- Oberlausttz, wo der gestrige Wol­kenbruch schwere Opfer gefordert hat. In Ober-Oderwitz wurden etwa 100 HLuscr zerstört und blieben 6 Menschen tobt. In Nieder-Oderwitz blieben 8 Menschen tobt, in Herrnhut werben 14 Menschen vermißt. Das Elenb

^London, 15. Juni. Unterhaus. Unterstaatssecretär Dilke erklärt auf Befragen Simon's. Die Regierung berathe mit anderen Mächten behufs gemeinsan«r Vor­stellungen in Marokko zugunsten der Religionsfreiheit. Derselbe erwidert auf Erring- ton's Anfrage: Die beabsichtigte zwangsweise Conoertirung des Elg.nthums des Collegiums der Propaganda zu Rom Seitens der italienischen Regierung beruhe auf gesetzlichen Bestimmungen; eine Einmischung sei daher unthunllch. Errington meldet einen Antrag an, der auf Erhebung bez. Vorstellungen gerichtet ist. Monk bean­standet Odonnel's Interpellation, betreffend Challemel-Lacour. Der' Prmrdent erklärt, Odonnel handele auf eigene Verantwortlichkeit. D'lke antwortet Odonnel und wider­legt alle gegen Challemel in Odonnel's Anfrage enthaltenen Anschuldigungen. Redner erklärt, Challemel sei nie zum Botschafter in Berlin ernannt, ebensowenig habe die deutsche Regierung privatim der französischen angcdeutet, daß er nn Falle seiner Er­nennung nicht empfangen werden würde. Gras Münster habe seit Anmeldung der Interpellation Lord Granville benachrichtigt, jene Insinuation entbehre jeder Begründung und hinzugcfügt, falls Challemel-Lacour ernannt worden wäre, würde er in Deutsch­land mit äußerster Herzlichkeit empfangen worden sein. Odonnel ist mit der Antwort nicht zufrieden und will seine Behauptungen unterstützen. Das gibt Anlaß zu einer sehr le^aften Scene. großen Mißbrauch solche Anschulbirgungen gegen

einen fremden Botschafter nicht m der regelrechten Weise, durch Ankündigung einer Resolution vorzubringen. . c m .... .

Odonnel setzt seine Rei»e dennoch fort, woraus der Premier Gladstone den An­trag stellt, dem Redner das Wort zu entziehen. Parnell beantragt Vertagung d.er Debatte. Er habe keine Sympathie für den Gegenstand der Interpellation, aber Glad- stone's Antrag sei eine Beschränkung der Redefreiheit Andere Redner, u. A. Rorth- cote sprechen die gleiche Ansicht aus. Die Regierung erklärt, sie müsse den Botschafter gegen Angriffe schützen, bestehe daher auf dem Antrag, worauf Parnell's Antrag mit 245 gegen 106 Stimmen verworfen wird. Rolan beantragt Vertagung des Hauses. Dieser Antrag wird nach abermaliger längerer Debatte verworfen.

Lord Elcho beantragt hierauf Vertagung der Debatte. Es entspinnt sich aber­mals eine sehr lebhafte Discussion Gladstone zieht hierauf feinen Antrag zurück. Schließlich begnügte sich Odonnel, eine Interpellation ohne Rede anzukundigen; er werde dieselbe am Donnerstag begründen. Damit ist der Zwischenfall erledigt und wird die Sitzung geichlossen.

London, 15. Junt. Unterhaus. Rlcharo beantragt schritte zu Gunsten «luer gleichzeitigen Entwaffnung Europa?. Glabstone erklärt, burch bi- Kriege in Europa seit 30 Jahren seien Zustände geschaffen worben, welche einen perman-nteren Trieben begünstigten. Die Einigung Italiens, bie Reconstruction Deutschlnnbs, bie jüngste Befreiung bei Slaven hätten nicht mit frieblichen Mitteln erreicht werben können. Es sei erwünscht, rationellere minber kost­spielige Mittel als ben Krieg zur Schlichtung bei Differenzen bei Nationen nt finben. Der Regierung muß bie biscrettonäre Beurthetlung in Betreff bet Leit unb Umstände einer so belikaten Frage überlasten bleiben- Courtney be- antragt ein Amenbement, wonach es Pflicht bei Regierung sei, jebe pastenbe Gelegenheit zu ergreifen, ben fremben Regierungen eine Entwaffnung anzu- empfehlen. Glabstone will bas Amendement nicht empfehlen, aber auch nicht bekämpfen. Richarb'S Antrag wirb abgelehnt, Cvurtney's Amenbement genehmigt.

Oberhaus. In bet Specialbebatte bet Begräbniß-Bill werben mehrere von bei Regierung bekämpfte Amenbements nach längerer Debatte angenommen, wonach bie Beerbigung bet Neuconformisten auf ben kitchlichen Ftiebhösen nut zulässig ist, wo bie Neuconfotmisten keine Gottesäcker besitzen unb wonach ferner bie consecrirten Theile der Friebhöse von ben Bestimmungen der Vorlage aus- geschlosten bl-iben.

London, 16. Juni.Reuters Bureau" meldet aus Kon­stantinopel: Die Pforte hat die Botschafter benachrich­tigt, die Befchlüffe der Berliner Conferenz könnten für ste nicht bindend fein, da die betheiligten Parteien von der Conferenz ausgeschloffen feien.

unseres Platzes bewährte sich in der altgewohnten Weis-, denn Zahlungseinstellungen kamen nur sehr vereinzelt und von untergeordneter Bedeutung vor.

Bezüglich der Einführung der neuen Gerichtsorganisation bemerkt der Jahres­bericht:

Die am 1. October v. I. in Kraft getretenen neuen Reichsiustizgesetze können als ein sehr bedeutender Fortschritt bezeichnet werden, weil sie ein einheitliches Rechts­verfahren für ganz Deutschland sichern und dem deutschen Volke in erweitertem Maße eine Mitwirkung bei der Vollziehung zutheilen, wenn auch manche Bestimmungen Ab­änderungen wünschenswerth machen. Ist es doch ganz natürlich, daß fast alle neuen Einrichtungen, die ursprünglich auf theoretischer Grundlage gefchaffeu werden, erst in der Praxis Fehler entdecken lassen, deren Beseitigung erforderlich ist. Bis jetzt haben ich solche Mängel vor Allem bezüglich der Höhe der Gerichtskosten, des Gebühren­wesens im Allgemeinen und desjenigen der Gerichtsvollzieher insbesondere, sowie der Art und Weise der Erhebung dieser Gebühren herausgestellt, und wir haben darum die Annahme des Antrags auf baldige Revision der Verordnung, die Gerichtskosten und Gebühren betreffend, seitens der Kammern des hefsischen Landtags begrüßt.

Wir erwarten zuversichtlich, daß die Ausführung der für das rechtsuchende Publicum höchst nothwendigen Erleichterungen von Grobherzoglichem Ministerium recht bald in's Leben gerufen werde, in der Ueberzeugung, daß dieselben nicht nur von dem hessischen, sondern von dem ganzen deutschen Volke als eine große Wohlthat empfunden werden, da die einschlägigen Klagen nach mannigfachen Richtungen hm bereits aus den verschiedensten Theilen Deutschlands laut geworden sind und überall klüftigen Wiederhall gesunden haben. t L

Unserem Ersuchen vom 27. April 1878, daß auch bet dem hiesigen Landgerichte eine Kammer für Handelss achen errichtet werden möchte, ist von Seiten Großherzoglicher Regierung willfahrt worden, und statten wir dafür an dieser Stelle besten Dank ab.

Zugleich wurde auch unseren Bedenken dagegen, daß die Zahl der im Ganzen aus dem Handelsstande zu designirenden Richter auf zwei beschränkt werden sollte, Rechnung getragen, indem von Seiner Königlichen Hoheit d:m Großerzog auf gut­achtlichen Vorschlag der Handelskammer hin drei Handelsrichter und ein Ergänzungs­richter ernannt wurden.v r.,

Wir wollen hoffen, daß das neue Institut, welches, in ähnlicher Zusammen­setzung, als Handelsgericht sich jenseits des Rheins so ausgezeichnet bewährte, im flamen deutschen Vaterlande die gleichen Sympathien, rote dort, erwecken und in seiner Ge­staltung in allen beteiligten Kreisen als nützliches und nothwendiges Glied im Orga­nismus der rechtsprechenden Factoren anerkannt werden wird. (Forts, folgt-)

Lokales.

Gießen, 16. Juni. (Sterblichkeit in Gießen ]. In der Woche vom 6.12. Juni starben in Gießen im Ganzen 6 Personen, darunter ein Kind von 4 Jahren an Krämpfen. Bei den verstorbenen Erwachsenen wurde als Todesursache bezeichnet: Altersschwäche, Brightische Krankheit, Krebs, Gehirnentzündung, Rose je einmal- G.

Gießen, 16. Juni. Der Jahresbericht der Großh- Handelskammer pro 1878/79 ist erschienen und uns zugegangen. Der Bericht sagt in seiner Einleitung:

Zunächst können wir für ben erwähnten Zeitraum nur conftatiren, daß die um aünftmen Geschäftsverhältnisse ohne irgend welche Wendung zum Besseren andauerten, wozu Die herrschende Unsicherheit der Entwickelung des neuen Zoll- und Steuersystems das ^^e^beitrug^^^ iq79 berechtigte zu keinen Hoffnungen auf eine entschiedene Besserung obwohl die Thätigkeit in einigen wenigen Zweigen der Industrie und des Handels allmählich zugenommen hatte; die Stimmung mußte angesichts der aufs Aeußerste reducirten Consumtionskrast, insbesondere des Mittelstandes und der arbeiten­den Classen, sowie der dadurch herbeigeführten Einschränkung der Production eine ge­drückte bleiben. Diese Kalamität würde durch die mangelhafte Ernhte und den überaus strengen Winter, welche die Roth der unbemittelten Classen in vielen Dfftricten des deutschen Vaterlandes auf's Höchste steigerten, noch weit nachtheiligere Wirkung gehabt haben wenn nicht gegen den Schluß des Jahres hin eine Besserung auf fast allen Industriegebieten und damit die Hoffnung eingetreten wäre, daß man nunmehr die schlimme Lage und den Arbeitsmangel, der so lange angehalten, als beseitigt ansehen dürfe Wir wünschen, daß diese Besserung von Bestand sein werde, daß sich im Ge­folge derselben die Verhältnisse in befriedigender Weise gestalten und die wirthschaftliche Krisis, welche alle Jndustrievölker sechs Jahre hindurch heimgesucht hatte, überwunden sein möchte jedoch, darauf Hinweisen zu sollen, daß eine günstige Gestaltung der Lage auf allen Gebieten erst dann zu erwarten sein dürfte, wenn die Beunruhigung der Industrie und des Handels durch stets neue gesetzgeberische Maßnahmen im Bereiche der Holl- und Steuerpolitik aufgehört haben wird.

Auch unser Bezirk fühlte in dieser Berichtsperiode die niedergegangenen Geschäfts­verhältnisse mehr als in den vorhergegangenen Jahren, nichts desto weniger sind wir so glücklich, conftatiren zu können, daß die Thätigkeit in fast allen hier vertretenen Zweigen immerhin noch eine relativ günstige war, da Entlassungen von Arbeitern, oder Beschränkungen der Arbeitszeit nur in geringem Maße statft'anben. Die Solidität

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Vermischtes.

0. Darmstadt. Die Ermittelungen der hiesigen Polizeibehörde über den an­geblichen Landwirthschaftslehrer C. G o e t h l i n g in Berlin haben als unzweifelhaftes Resultat ergaben, daß derselbe mit dem ehemaligen Schuhmachergesellen CH. Gg. Goeth- ling eine und dieselbe P.rson ist. Derselbe ist bereits wegen unbefugten Gewerbe­betriebes im Umherziehen mit 64Thalern eoent. mit zwei Monaten Gefängniß bestraft unb ist dabei gleichzeitig auf Consiscation der bei ihm Vorgefundenen Bücher über Thierheilkunde erkannt worden-

Welcher Art die von Goethling feilgebotenen Medicamente sein mögen, laßt sich hieraus nicht ermessen. Leider sollen trotz erfolgter Warnung viele Landwirthe aus den Leim gegangen fein. In einzelnen Orten soll derselbe sogar, wie berichtet wird, für mehrere 100 v*t werthloses Zeug abgesetzt haben.

Die bei der Zugentgleisung in Blumenberg verunglückten Herren Koschcl und Callinich aus Breslau, welche im Leben unzertrennliche Freunde waren, hatten einen Erbvertrag ein sogenanntes gegenseitiges Testament abgeschlossen, in welchem jeder den Ueberlebenben zum Erben einsetzte. Es wirb sich nun kaum feststellen lassen, wer von beiben ben anbern überlebt hat, unb es bürfte sich bemnächst eine Streitfrage barüber erheben, wer nun ber Erbe ist.

Kassel, 14. Juni. In Folge wolkenbruchartiger Regengüsse ist am 13. er. auf bet Strecke Gesecke-Lippstadt der Westfälischen Bahn die Lämmerbachbrücke ganz und em anderes Brückenbauwerk zum Theil zerstört und ein Geleise auf etwa 300 Mtr. Länge unterspült worden, wäbrend aus der Strecke Malsfeld-Oberbeisheim der Berlin-Wetzlarer Bahn in Folge gleichen Ereignisses eine Wegebrücke eingestürzt ist. Sonstige Unfälle sind hierbei nicht vorgekommen. Die Betriebsstörung wird voraussichtlich auf der ersteren Bahn in etwa 4 Tagen, auf der letzteren in 6 Tagen behoben sein. Bis dahin müsien die Passagiere an den betreffenden Stellen umsteigen. .

Elberfeld, 10. Juni. Hebet das eigenthümliche Resultat einet Klage auf rückitandige Miethe im Betrage von 55VL liegen derElberf. Ztg." die Acten vor. Dem Beklagten, resp. Verurteilten wurden gepfändet und zwangsweise verkauft ein Sopha, eine Wanduhr, ein großer Küchenschrank, ein Blumentisch mit Gewächsen, ein Kleiderschrank, ein Mantelofen, zwei Schtldereien, zwei kleine viereckige Tische, ein Waschtisch. Die Kosten des Gerichtsvollziehers betrugen 52,05, der Verkaufserlös Jt 52,60, so baß dem Kläger noch JL 0,55 ausbezahlt wurden. Kläger hat außerdem bezahlt für Ladung resp. Klage X 4,60, Zustellung der Klage JL 1,25, Urtheil J4 0,70, in Summa 6,55. Rach beendigter Klage, Pfändung und Ver­kauf der Mobilien ist also die Forderung des Klägers gegenüber dem Beklagten um JL 6 größer geworden, als sie vorher war.

Ein Bild von dem Leben auf einem deutschen Geschwader gibt dieKielet Zeitung" in Folgendem:Der Dienst bet Schiffe zerfällt im Allgemeinen in einen äußeren und einen Inneren; der äußere bezieht sich auf alles, was mit dem Geschwader von außen her in Be­ziehung steht; die Uebungen, die Reinigung, Unterhaltung und Ausbefferung Der Schiffe und Die abzuhaltenden Wachen dagegen begreifen den inneren Dienst. Morgens 4 Uhr wird auf jedem Schiffe Reveille geschlagen oder geblasen. Auf das Signal:Ueberall, überall!" verläßt die Mannschaft die Hängematten, welche regelmäßig zusammengeschnürt an Deck gebracht und in numerischer Ordnung in bie Finkennetze gestaut werben Nach Reiniguug des Schiffes werben auf bas Kommando:Backen und Banken!" die Eßtische und Banken heruntergeschlagen die Speisen von der Kombüse geholt. Vierzig Minuten nach Dem Frühstück werben beide Macken auf Deck gepfiffen, um dieses aufzuklaren und Vorbereitungeu zu den Manövern bei ber Flaggenparade zu treffen. Jedes einzelne Schiff richtet sich mit den verschiedenen Ab­schnitten der Flaggenparade und des Manövers nach dem Flaggschiffe; die Flaggenparade ist um 8 Uhr. Danach erfolgt die Jnspection der Mannschaft, die Reinlichkeit ben vorschrifts­mäßigen Anzug und den Gesundheitszustand derselben betreffend. Um 9 Uhr wirb zu den Uebungen und Arbeiten des Tages übergegangen, die in der Regel bis HV2 Ubr dauern. Rach Beendigung derselben hat mit Dem CommandoKlar Deck!" das Schiff sich innen- und außen­bords wieder in ebenso kriegsschiffsmäßigem Aussehen zu befinden wie vor Beginn der Exer- citien und Arbeiten. Um Mittag 12 Uhr wird die Wache gewechselt, die immer aus der einen Hälfte der Besatzung besteht; sie wird von einem Officiet befehligt, ber mit ihr eine schwere Verantwortlichkeit übernimmt. Unendlich viel hängt von seiner Wachsamkeit, seinem Eifer und von seinen Kenntniffen ab; seiner Obhut ist die Ehre der Flagge, kostbares Eigenthum des Staates und das Leben von Hunderten seiner Mitmenschen anvertraut. Die Wache dqrf sich nur an Deck, wie immer auch das Wetter sei, aufhalten. Um 12 Uhr wird bas Signal Alle Mann Mittag!" gegeben, bei dessen Ausführung ebenso wie vor dem Frühstück b erfahren wird. Für Mittagessen und die daraus folgende Freizeit werden in ber Regel V/t Stunden gerechnet. Um 2 Uhr beginnen wieder bie Uebungen und Arbeiten. Das Abendbrot wiro gewöhnlich um 6 Uhr gehalten. Die Zeit nach demselben bis zum Zapfenstreich ist Freizeit. Im Augenblicke, wo bie Sonne unter dem Horizont verschwindet (sei dies sichtbar oder nach ber angestellten Berechnung) findet die abendliche Flaggenparade statt, bei der die Flagge an bet Gaffel heruntergeht und ein Commandozeichen für die Nacht an ihre Stelle tritt. Die Aus» gäbe der Hängematten erfolgt hierauf; um 9 Uhr wird der Zapfenstreich gepfiffen und darf alsdann in keinem Theile des Schiffes die eingetretene Ruhe mehr gestört werden, die durch daß SignalRuhe im Schiff Pfeifen und Lunten aus!" befohlen worden ist. Zu dieser Zeit müsien auch alle Lampen gelöscht werden. Rauchen ist streng verboten. Der erste Offi' eter begleitet von den Unterlieutenants der Decke, dem Ingenieur, den Deckoffieieren und dem Wachtmeister, tritt durch alle Theile des Schiffes die Runde an, worauf er eine Meldung dem Cornmandanten abstattet tiefe Stille herrscht im Schiff, nur der Ruf der Posten und Schild- wachenAlles wohl" untereinander unb alle halbe Stunben unterbricht sie.

In Rinteln ist eine eigenartige Abonnements-Einlabung umhergeschickt worden. Dieselbe lautet wie folgt:Mit Anfang des nächsten Monats erscheint zu Rinteln eine neue technische Zeitung", herausgegeben von verschiedenen abgegangenenAutoritäten". Die i Abonnenten erhalten jedes Quartal eine Photographie von einem berühmten Plastiker, zu Ostern eine gestreifte Frühjahrshose und zu Johannis einen neuen Hut. Auch tocrocn den ! Abonnenten unentgeldlich alle sechs Wochen die Haare geschnitten und bie Kuhpocken geimpft. \ Wer drei Jahre voraus bezahlt, bekommt im Sterbefalle einen Sarg oder sechs silberne Löffel * und eine künstliche Zahnbürste. Dieses Werk wird schon bei ber bloßen Ankündigung so