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Baden-Baden, 15. April.
Die Königin von England ist heute
rintreffen.
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Die Pfarrgeschäfte für die Woche vom 18. bis 24. April besorgt Pfarrer Dr. Naumann.
D E N Bi E. Ni
Kirchliche Anzeigen der evangelischenGemeinde zuGießen
Gottesdienst: Sonntag, den 18. April. Morgens: Pfarrer Dr. Naumann. (Feier deS heil. Abendmahls.) Nachmittags: Pfarrer Schlosser.
Lokales.
Giepen, 16. April. Wir haben für unsere Leser die Antrtttspredtgt des Herrn Pfarrer Dr. Naumann stenographiren lassen und legen dieselbe der heutigen Nummer unseres Blattes vollständig bei. Mögen die herzlichen Worte, welche in der Prevtgt enthalten sind, das gebührende Entg.-g.nkommen finden.
Girßcn, 16. April. Wenn man die Hoffnung hegen konnte, daß die Rekruten von Gießen sich anständiger an den Müsterungstagen betragen würden, als diejenigen von einzelnen Ortschaften, wo man es nicht besser gewohnt ist, so hat sich diese Hoffnung im Ganzen bewahrt bis auf zwei Bürschchen welche, in der Reichshauptstadt geboren, hier in Gießen den Berliner Jungen berausböngten. So mißhandelten dieselben gestern Abend auf dem Kreuz einen kleinen Hund auf ickändlicke Weise und veranlaßten dadurch einen Menschenauflauf Don den Schutzliulen zur Rede gestellt verweigerte der eine Name und Wohnung, was zur Folge hatte, raß er sich im Hotel der Bachgaffe die Mauern von innen betrachten durfte, während der andere wegen der verübten Rohheit zur Anzeige gebracht wurde.
— Wie man uns von glaubwürdiger Seite ' mittheilt, wird das Zollamt mit Lagerhaus nicht, wie vorgesehen, in das Arresthaus auf dem Seltcrsberg verlegt werden. Es soll sich her ausgestellt baden, daß das alle Bezirksgefängniß in der Backgasie seinem Zwecke nicht mehr entspreche und baufällig sei. Für diesen Fall wird dann jedenfalls das sog. neue Arrest: Haus seinem Zwecke entiprechend weiter verwendet werden. Morgen wird an Entsche d von zuständiger Stelle jedenfalls erfolgen.
Vermischtes.
Kassel. Ein Kartoffelhändlcr F. aus Ober Roßberg bei Marburg ist dieser Tage in Iserlohn von einem Bauernfänger auf sehr empfindliche Weise beschwindelt worden Don einem Augenzeugen wird mir über den Vorgang Folgendes mitgethcilr: F. erhielt den Besuch eines Herrn, der sich für den ortsansässigen Metzger Sch. ausgab und ein Geschäft mit ibm abschließen wollte. Das Geschäft wurde wie gewöbnlich bei der Flasche zum endgültigen Abschluß gebracht. Der liebenswürdige Käufer animirte unseren Kartoffel Lieferanten fortwährend zum Trinken, welchem Ansinnen dieser auch nachkam. Der angebliche Metzger ließ nun gelegentlich des Bezahlens seine mit Gold vollgespickte Börse merken und gab auch mehrere- . mals ostentatiös Goldstücke in Zahlung. Hierdurch wie durch sein ganzes Auftreten hatte er *! bald das ganz? Vertrauen des arglosen hessischen Kartoffelhändlerö gewonnen. Als es nun > später zum Abschlüsse des Vertrages kam, nach welchem F. an Sch. 40 Waggon Kartoffeln zu liefern hatte, forderte Sch. Ersteren auf, 300 Kaution zu stellen, welchem Wunsche ; dieser auch nachkam. Als er jedoch darauf auf kurze Zeit das Local verließ, war er c\ seiner j Rückkehr sehr erstaunt, seinen Geschäftsfreund nicht mehr anzutreffen. Da dämmerte in ihm ; denn doch eine leise Ahnung, daß er in eine plumpe Falle gegangen war. Die angestelltcn ' Ermittelungen bestätigen dieses nur zu sehr. Bis zur Stunde ist man des raffinirten Gauners noch nicht habhaft geworben.
Jrischbiicker in Gießen.
Sonntag, den 18. April. Ludwig Kroneberg, Neustadt. Karl Plank, Wolkengaffe. Gustav Eger, Lmdcnplatz.
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Abend 73/4 Uhr mit Extrazug abgereist und wird via Straßburg und Luxem- bürg morgen früh 9i/2 Uhr in Brüssel rintreffen.
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Eingesandt.
In den neuesten Nummern der „Gießener Familtcnblätter" figurirt unter der Ueberschrift „Das Turnen und die neue Militärvorlage im Reichstage" ein Artikel, der eine Krtlik gewiffer sich an die Militärvoilage anknüpfenber Vorschläge enthält, der aber in vieler Beziehung m Hohem Grade zu einer Kritik über sich selbst Veranlaffung gicbt und eine solche geradezu heraus fordert, schon die Rebaction setzt großen Zweifel bann, dan die vorgetragenen Schilderungen überall zutreffen, und wir schließen uns dieser Ansicht an. Wir wollen uns indessen hier nur mit einem Punkte befassen, der uns gerade besonders interejsirt: wir meinen die pessimistischen Anschauungen, rn denen der Herr Verfasser über das „jetzige Unteroffizierpersonal" sich zu ergehen beliebt und die er hier so unumwunden auezusprechen sich nicht scheut. Wenn nun der He** Verfasser erstens die Frage, ob ein Unteroffizier sich überhaupt für einen solchen Jn- structorenpoften qualificire, augenscheinlich mit „Rein" beantwortet wissen will, so ist dies, gelinde gesagt, em sehr übereiltes Urthal, entsprungen auö völliger Unkenntniß mit unseren heutigen Armeeinstructionen. Denn abgesehen davon, daß sich dieses Unteroffizier-Personal nicht nur zum großen Theil aus solchen Leuten zusammensrtzt, die sich bereits seither einen ganz ansehn- Uchen Bildungsgrad erworben haben — ein beträchtlicher Procentsatz hat Gymnasien und andere höhere Schulen besucht — abgesehen davon ist die weise Fürsorge getroffen, dag ihnen während ihrer Dienstzeit durch tüchtigen Unterricht in den verschiedensten Fächern Gelegenheit gegeben wird, ihre Kenntniffe zu bereichern und sich mit Benutzung aller ihnen zu Gebote stehenden Mittel einen solchen Bildungsgrad zu verschaffen, um sich mit dem Herrn Verfasser jedenfalls meffen zu können. Es kann dies wohl nicht durchweg von Allen behauptet werben, aber doch von der großen Mehrzahl, und daß unter diesen auch solche sich finden lassen würden, die es verständen, in jenem Fache als vehrer der Jugend zu fungiren, ist für uns völlig zweifellos.
Es wird sodann eine andere Seite hcrvorgehoben, auf welcher ber Unteroffizier ichlechihin, in allerdings verblümter Weise, aber doch unverkennbar als Bluthund und Geißel seiner Unter gebenen dargestellt wirb. Solcher Vorwurf trifft aber eben nur die Schuldigen und Gott sei Dank gehören derartige Exceffe heutzutage doch mehr zu den Seltenheiten, wenn sie leider auch nie ganz fehlen werden. Auf der anderen Seite kann aber auch von einem ängstlich zarten Verfahren und Anfaffen mit Glacehandschuhen durchaus keine Rede sein, da man im Dienst nur militärische Disciplin kennt; dasselbe außerdem aber bei den Objecten, die der militärischen Ausbildung anvertraut werben, sehr schlecht angebracht wäre Wer nur einigermaßen in die Verhältnisse angeweiht ist, muß dies zugesteben und wiffen, wie bei seinem so verantwortlichen Berufe selbst ber Sanfteste und Geduldigste sich für einen Moment in Erregung bringen läßt; d«nn oon ihm allein wirb cs verlangt, baß bas Gesorverte geleistet wirb. Aber natürlich ist der Unteroffizier sofort verschrieen, der in solch' mühevollem Kampfe mit der Dummheit Dem natürlichen Menschen einmal nachgiebt und seinem Unmuth lauten Ausdruck giebt. Solche Ver hältniffe würden aber nicht in dem Umfange existiren, wenn es überhaupt schon dazu gekommen wäre, Schritte in der vorgeschlagenen Weise zu thun. Die auf die vorgeschlagene Weise Vor gebiloeten würben dann schon einen gewissen Fond von Gewanbheit besitzen und mit Tüchtigkeit und Freudigkeit den zu stellenden Anforderungen genügen können. Und wir sind überzeugt, daß geeignete Persönlichkeiten aus dem Unteroffiziers-Personal gewiß nicht die schlechtesten Arbeiter auf diesem Felde sein würben Nach dem hier Gesagten wirb auch Die weitere Bemerkung des Nerfasiers, „daß mit der etwaigen Wahl von Unteroffizieren zu Instructoren auch gleichzeitig alle Gepflogenheiten des Exercierplatzes rc.- von leibst hinfällig. Der Unteroffizier-Stand in seiner Gesamrntheit muß sich dcßhalb entschieben gegen solche Anzüglichkeiten verwahren, wie sie von jenem Herrn ausgesprochen sind, und wir glauben, letzterem solche Leute an die Seite stellen zu können, die ihm an Tüchtigkeit in ihrem Fache, Anstano uno Bildung durchaus nicht nachstehen._______________________________________________________________
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Theater.
M. Wir besprachen in einer der vorigen Nummern Paul LmDau's neuestes Schauspiel „Gräfin Lea" und können uns daher bei der Besprechung Der Ausführung desselben etwas kürzer fasten. Wir freuen uns vorauöschicken zu können, daß das Gesammtspiel glatt vor sich ging uno wir stehen daher nicht an, allen Mitspielenden für Den Fleiß, welchen sie bei dem Stubiurn ihrer ganz neuen Rollen angewenDet, unsere Anerkennung auszusprechen. Frau Schubert-Scvneeberger leistet: wirklich Vortreffliches, s o dachten wir unS Lea Bränbel unD f o war in Der That Gräfin Lea von Fregge. Jede Bewegung, jedes Wort drückte den Seelenadet aus. „Persequor inimicos“, „ich jage meinen Feinden nach!" rief zürnend die verletzte Gattin des Grafen Fregge, und: „Verfolgen bis aufs Blut!" Die in ihrem Vater geschmähte Tochter Moses Bränbel's. Hier liegt die Schürzung des dramatischen Knotens, Dcffcn Lö,ung aber einer anderen Person, dem Dr. juris Decker zuficl. Dem Kampfe mit Paula zeigte sich Frau Schubert Schneeberger vollständig gewachsen, da war jedes Wort, jede Bewegung, jede Miene ein Bild des inneren Kampfes; man sah deutlich, mit welcher Mühe sie Die Flamme der Entrüstung unterdrückte, mit der sie ihre Verfolger versengen konnte. Bei dem Zusammensein mit Der Gräfin Julie hätten wir mehr Feuer erwartet, cs wäre Den Sticheleien Die,er „Salon- schlange" gegenüber eine bessere Pomtirung der Antworten am Platze gewesen. Frau Debauer gab Gräfin Julie, die „Salonschlange", zu unserer vollen Zufriedenheit. Ihre fortwährenoen Sticheleien mußten bei Der trefflichen Betonung immer fest sitzen. Fräulein König als Paula war in der That das eigensinnige Kinb, welches sich dem Will n seines Vaters, heimzukehren, widersetzte und in Diesem Eigensinn auch nach Dem ToDe ihies Vaters gegen Lea weiter beharrte', sie war aber auch die gute Seele, welche ihren Fehler erkannt und eingesteht und gewann durch Den richtigen Ausdruck nicht nur Lea'S Herz, soncern auch das unjrige. Herr Dr. Decker, der Vertreter Lea's, hatte eine schwierige Rolle und Herr Schubert war ihr gewachsen. Er zeigte schon bei der Zusammenkunft mit Dem Grafen Erich Fregge eine Ruhe unD Würde, wie sie Dem gewiegten Juristen eigen ist. Da war fein Ueberstürzen, fein Erschrecken über die Schachzüge des Gegners, er zog ruhig unD gemessen dagegen, um später in der Hauptverhandlung Den Gegner matt zu setzen. Sein PlaiDoyer war eine rhetorische Leistung, welche nicht getrübt wurde durch Die Worte der Entrüstung, welche ihm Die Beschuldigungen seines Gegenabvocaten ent* lockten, auch sie waren maßvoll gesprochen. Herr Gärtner als Äbvocat LenDhcim war Vertreter einer Idee, Die unterliegen mußte unD dieser, nicht seiner recht gut gehaltenen Rede, ist es zuzuschreiben. daß er unterlegen ist Herr Müller gab Den Grafen Erich Fregge unD dürfte über die Auffassung dieser Rolle ein Zweifel entstehen, ob nicht bas fortwährende DiSputiren eine natürliche Beschränftheit des Grafen verrathe. Wir glauben, baß dies nicht der Fall, vielmehr daß Graf Fregge em leichtlebiger Sporrmann, das Leben nicht io ernst genommen wie z. B. Dr. Decker, daß er eine jener Naturen ist, die sich aus Bequemlichfeit und Gleich gültigfeit dem Gängelbande Anderer überlassen und wir sehen ja, baß der Einfluß des Dr. Decker Den früheren Einfluß der Gräfin Julie paralisirie und der Graf seiner von Grund aus gut- müthigen Natur folgte und Gräfin Lea um Verzeihung bat. So faßte Herr Müller die Rolle des Grafen richtig auf. Herr Mahler sah in Dr. Brückner mit Reckt eine komische Figur uno stellte diesen als solche dar. Das war nicht „der Liebe heil'ger Götterstrahl", Der fein Herz so leicht und so oft entzündete Wir vermissen ungern Den im Texte noch auftretenden Volks- anwalt und andere Nebenpersonen bei der Gerichtsverhandlung, welche, obgleich sie mit dem Ganzen nicht im Zusammenhang stehen, dennoch für bas Ensemble gut gewirkt hätten, wir erkennen aber an, daß seenische Schwierigkeiten in Wege standen. Die ganze Auffühiung war trotzdem, wir wiederholen es gerne, eine gelungene unö wir glauben, daß sich die Direktion bei einer nochmaligen Aufführung nicht schlecht stellen wird. —
zwei Plenar-Sitzungen durchlaufen zu lasten, bevor sie zum Beschluß erhoben werden können, so daß vor der zweiten definitiven die erste Lesung stattfindet, wobei die Regierungen ihre Ansichten äußern ohne zu votiren; ferner zwischen den beiden Lesungen einen Zeitraum zu kurzer Berichterstattung zu belassen und hiervon nur abzuweichen, wenn eine Abweichung gegen weniger als 14 Stimmen beschlossen würde. Ganz unzuläsfig sei nach der Verfaffung und der jetzigen Geschäftsordnung die Duldung von Theilnehmern an Bundes- rathS-Sitzungen, welche dazu weder landesherrlich legittmirt, noch unter die schon mit der Verfaffung kaum verträgliche Ausnahme des § 19 der Geschäftsordnung fallen.
Berlin, 15. April. Reichstag. Dritte Lesung der Militärvorlage, v. Magd- zinski rechtfertigt die ablehnende Haltung der polnischen Abgeordneten. — Dernburg erklärt sich für die Vorlage unter Hinweis auf die allgemeine politische Lage, wobei derselbe auch den bevorstehenden englischen Cabinetswechsel erwähnt. Die Frage der Dauer der neuen Bewilligung sei nur eine Fruge der Opportunität Er werde auch für weitere 7 Jahre stimmen. — v. Schorlemer-Alft spricht gegen die Vorlage, da die politische Lage dieselbe nicht rechtfertige. Frankreich habe durch seine inneren Zustände die aggressive Kraft verloren und werde so bald noch nicht an Revanche denken. Schließlich empfiehlt Redner den von ihm im Namen des Centrums gestellten Antrag auf Befreiung der Geistlichen von der Verpflichtung der Theilnahme an den Uebungen der Ersatzreserve. — v. Kardorss tritt Schorlemer's Anträge entgegen und hebt ferner hervor: die Militärnovelle weide immer als den Tendenzen der neuen Wirthschasts- politik widersprechend dargestellt; von den im Voijahre geschaffenen hundert Millionen neuer Einnahmen würde aber nur ein unbedeutender Bruchtheil durch d e Vorlage beansprucht. Deutschland billige die auswärtige Politik des Fürsten Bismarck und gewähre gern die dazu nothwendigen Mittel. — Bamberger befürwortet den Antrag v. Stauffcnberg auf nur dreijährige Bewilligung.
Bamberger erklärt eine dreijährige, bei jeder neuen Repräsentation des Volkswillens widerkehrende Bewilligung des Militärbudgets für die einzig nationale. Die siebenjährige sei ohne Princip, selbst nicht einmal ein zweckmäßiger Compromiß Die ewige Präsenzziffer Frankreichs, wovon Rickert gesprochen, sei kein durchschlagendes Motiv In Frankreich sei das Parlament Alles. Die französische Ewigkeit sei noch lange kein deutsches Septennat. — v. Maltzahn erklärt sich für die Vorlage. Die Abstimmung über v Schorlemer's Antrag sei für die Conseroativen keine Parteisache; dieselben würden hierin nicht geschlossen stimmen. — Richter vertheidigt die Fortschrittspartei gegen den Vorwurf, nur eine negative Partei zu sein, und polemisirt gegen Rickert und die Nationalliberalen.
Nach Richter vertheidigt Rickert die Haltung der Nationalliberalen und ihr zustimmendes Votum, worauf die Generaldiscussion geschlossen wird. Ein Antrag auf Vertagung wird abgelehnt und SS 1 und 2 in der Fassung der zweiten Lesung angenommen. § 3 behandelt die Pflichten der Reservisten, v. Schorlemer-Alst beantragt die Wieder Herstellung des Commissionsvorschlages, wonach Geistliche nicht zu den Rescrve-Uebungen heranzvziehen sind. Baumgarten bekämpft den Antrag, woraus die Sitzung auf morgen vertagt wird.
Berlin, 16. Apiil. Der von der „Germania" anläßlich der Veröffentlichung des Staatsministerial-Beschlustes vom 17. März über das geringe Entgegenkommen der preußischen Regierung geführten Klage gegenüber sagt die „Nordd. Allq. Ztg.", es wäre viel berechtigter, über das geringe Ent- gegenkommen des Centrums Klage zu führen. Das Centrum hatte durch die Unterstützung der Retchsregierung in der Zollfrage einen moralischen Anspruch auf ein Entgegenkommen erworben. Es sei auf dem Weg gewesen, denjenigen Einfluß zu gewinnen, den die Unterstützung der Regierung jeder Fraktion verschaffe. Das Centrum habe aber diese auch für den confesstonellen Frieden nützliche Annäherung durch ein ganz entgegengesetztes Verhalten in wichtigen nicht confesstonellen, rein politischen Fragen der laufenden Session wieder neutralisirt. Die preußische Regierung sei ungeachtet der Verschiebung der Situation von Falk zu Puttkamer auf allen Gebieten mit großer Schärfe von den Centruwsrednern angegriffen und mit derselben prin- ciptellen Entschloffenheit bekämpft worden, wie dies im Reichstage bezüglich der Militärvorlage und des Socialistengesetzes geschehen sei. Wie könne die preußische Regierung durch solche Vorgänge ermuntert werden, den Wünschen des Centrums entqegenzukommen. Die Regierung, die sich durch die sie angreifende Minorität Concessionen abzwingen laffe, würde damit für alle Zeiten auf ihre Unabhängigkeit der Minorität gegenüber verzichten und anerkennen, daß sie dem Druck des parlamentarischen Stimmgewichts und publtctstischer Agression auch in jedem weiteren Falle nicht gewachsen und bereit wäre, sich vor ähnlichen Angriffen zurückzuztehen. Der Endpunkt einer solchen Rückzugslinie wäre nicht abzusehen.
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