Einzelbild herunterladen

Aafstelle et;

JM.219

mir ab-'.

Sender" LNr^ 5/m orbtnt-

»eit SnvlbliL *mtnciiy^ welcher^cken' "^^üttenr ^umDienst Äed. d. A,

kann bet L""> i@T~ SerKusde. «i 1880, Uhr.

Ben;, ^öschborn, itb übernommen. Sfltl Keßler,

Itr können Kost | tersweg C. 61. gesucht _@rün6ergerffr- lereüv oben Dienfiaz er des Tvrnnr- äeis 7 llhr. «rstand.

»siege.

,6t, fhibet im kalversam«- laten treiben.

erstand.

MMN. : wirb in dem wen WW I vrstand. _ irßcrci

)(n aller Äth £ , Decke«'l

□ckerei»

Oft

1OS m

x^tMjbXX

V

ßafe ^fL

jahiten-

bet

Mittwoch den 17. Marz

Str. «S.

ISSO

Kietzencr Anmger

Alljkize- uib Amtsblatt fit sie« Kreis Gieße«.

ESSZXZL}«"»-»"»-B-«rsch-in. m« »«smchm. d-, ».«»as». JÄT

Keutschland.

Berlin, 12. März. Die gestrige Verhandlung im Reichstage über die Brausteuervorlage hat mit ziemlicher Sicherheit ergeben, daß der Gesetz­entwurf auf Annahme keine Aussicht hat; nicht einmal die Ueberweisung an eine Commission ist beschlossen worden, wie es doch bei einem so schwierigen technischen Gegenstand geschehen sein würde, wenn eben irgendwelche Aussicht vorhanden wäre, daß eine wettere Berathung Erfolg hätte. Nur die deutsch- conservattve Fraktion erklärte sich für Annahme des Gesetzes. Von allen andern Seiten wurde hervorgehoben, daß man die Brausteuerfrage nur im Zusammenhangjntt der Erhöhung der Branntweinsteuer geregelt sehen wolle und daß man überhaupt den gegenwärtigen Zeitpunkt zur Einführung neuer Steuern nicht für geeignet halte, da der finanzielle Erfolg der (m vorigen Jahre vorgenommenen Steuerreform sich noch gar nicht übersehen lasse. Die Vertreter der Regierung machten nur ziemlich schwache und erfolglose Anstren­gungen, die Argumente der Gegner zu widerlegen, den vom Reichstag wieder­holt betonten Zusammenhang zwischen der Brau- und der Branntweinsteuer in Abrede zu stellen und die vorgeschlagene Brausteuer als ein nothwendiges Glied der im vorigen Jahre begonnenen Steuerreform erscheinen zu lasten.

Berlin, 14. März. Reichskanzler Fürst Bismarck hat an sämmtliche Reichsbehörden eine Verfügung erlassen, welche besagt, daß in seiner Vertre­tung in erster Reihe Herr Graf Otto zu Stollberg-Wernigerode, in zweiter Reihe Herr Staatssecretär Hofmann und in Abwesenheit dieser Beiden der jeweilige Vorsitzende des Bundesrathes zeichnen soll. Als Form der Zeichnung ist vorgeschrieben:Der Reichskanzler. In Vertretung N. N." Anlaß zu dieser Verfügung bot der Umstand, daß der Chef der Admiralität, Herr v. Stosch, den Gesetzentwurf, betr. die Pensionsverhältniffe der Bediensteten an dem Marinelazareth in Dokohama, an den Reichstag gelangen ließ, indem er denselben zeichnete:In Vertretung des Reichskanzlers, v. Stosch." Das persönliche Verhältntß zwischen dem Fürsten Bismarck und Herrn v. Stosch ist niemals ein sehr intim-freundschaftliches gewesen.

Von der Marine wird aus Kiel geschrieben: Von glaubwürdiger Sette erfahren wir, daß auf der kaiserlichen Werft zu Kiel an der Ausrüstung der erst im vorigen Jahre vollendeten kaiserlichen DachtHohenzollern" mit allen Kräften gearbeitet wird. Die Indienststellung soll schon zu Anfang April erfolgen. Wie wir hören, wird der Kronprinz auf der Dacht nach Italien gehen, seine Gemahlin aus ihrem dortigen Winteraufenthalte abholrn und gemeinschaftlich mit ihr der auf der Rückreise befindlichen CorvettePrinz Adalbert" entgegenfahren, welche bekanntlich den Prinzen Heinrich von Preußen nach seinen zweijährigen See-Abenteuern heim bringt.

Die Osterferien des Reichstages werden spätestens am 19. ds. begin­nen. Vom Kricgsministerium ist -ine Verfügung ergangen, worin erklärt wird, daß alle Schriftstücke fernerhin in der bisher gebräuchlichen alten Ortho­graphie abgesaßt werden sollen.

Nach einem dem Reichstage zugegangenen Bericht des Reichskanzlers über die Thättgkett des Reichscommtssars für das Nuswanderungswesen wäh­rend des Jahres 1879 nebst dazu gehörigen statistischen Nachweisen ist die Bestimmung erlassen worden, daß in den Ueberfahrtsverträgen ausdrücklich ersichtlich zu machen ist, ob die Beförderung nach dem überseeischen Hafen direct vom Etnschiffungshafen oder ob und über welche Zwischenhäfen sie zu bewirken ist. Ferner ist zu erwähnen, daß Beschwerden vorgekommen sind, denen zufolge deutsche Einwanderer in Australien in der Regel mit deutscher Münze versehen ankommen, während es fast eine Unmöglichkeit ist, solche dort auch nur zu an­näherndem Wertbe gegen Landesmünze umzuwechseln. Infolge dessen ist Ver­anlassung genommen worden, die Auswanderer in geeigneter Weise hierüber zu belehren. Eine bemerkenswerthe Erscheinung war im verflossenen Jahre die Rückkehr größerer Züge von russischen Auswanderern (meist Mennoniten), welche im Jahre 1877 nach Brasilien ausgewandert, dort aber in ihren Erwartungen getäuscht waren und nunmehr über die deutschen Häsen nach ihrer Hetmath zurückkehrten. Die Verpflegung und die Rückbeförderung dieser zum Theil mittellosen Einwanderer nach Rußland war für die betheiligten Behörden und Rhederelen der deutschen Hasenorte mit nicht geringen Schwierigkeiten und Kosten verbunden. Nach den statistischen Nachweisen sind im Jahre 1879 von Hamburg und Bremen aus dem deutschen Reiche 28,993 Personen, aus nicht­deutschen Staaten 2252 Personen von Bremen und Hamburg aus befördert worden, und zwar aus deutschen Staaten: nach den Vereinigten Staaten von Nordamerika 27,176, nach Britisch Nordamerika 44, nach Central-Amerika und Mexico 17, nach Westtndten 69, nach Brasilien 942, nach den Argentinischen Staaten 203, nach Peru 48, nach Chile 113, nach andern südamertka- nischen Staaten 64, nach Afrika 22, nach Asten 31, nach Australien 2747 Personen.

Berlin, 14. März. Nach den bereits früher mitgethetlten Erklärun- gen des Reichs-Gesundheitsamts betreffs Ausführung des Retchsgesetzes vom 14. Mai v. Js. über den Verkehr mit Lebens- und Genußmitteln wird es, soweit eS sich um öffentliche UntersuchungSAnstalten handelt, lediglich den Ge­meinden überlassen bleiben, solche öffentliche Institute einzurichten. Freilich hat diese Einrichtung schon wegen der dazu gehörigen verschiedenen Sachver­ständigen Schwierigkeiten und auch nicht unerhebliche Kosten im Gefolge, sie dient jedoch dem allgemeinen Besten und dürfte daher von amtlicher Seite

angeregt werden. Zu große Erwartungen dürfen jedoch nicht daran geknüpft werden.

Nußland.

Petersburg, 12. März. Der jetzt in England befindliche Hartmann wird auf Schritt und Tritt durch Petersburger und Moskauer Geheimpoli­zisten beobachtet. Man hofft dadurch erstlich genügende Beweise seiner Schuld und vor Allem Kenntlich der sich noch in Rußland befindlichen Mitschuldigen von dem Moskauer Verbrechen zu erlangen. Das zweideutige Benehmen der französischen Regierung hat, wie ja nicht anders zu erwarten stand, in Peters­burg sehr verstimmt. Nur ein Blatt, es ist derGolos", unternimmt es, für Frankreich eine Lanze zu brechen, indem er den geharnischten Artikel des officiösenJournal" angretst und zu beweisen sucht, Frankreich habe vollkom­men correct gehandelt und verdiene durchaus nicht die Vorwürfe des Peters­burger Blattes. Hieran anknüpfend meint die deutschePetersburger Zeitung", man brauche sich nur an die Schmutzsalven zu erinnern, welche die französi­schen Blätter bei dieser Angelegenheit gegen Rußland abgefeuert hätten, um zu wiffcm woran man sei.Ein Theil der russischen Gesellschaft, und er ist nicht ganz klein", sagt dasselbe Blatt,hat geradezu eine unglückliche Liebe für la bella Franke, eine Liebe, die sich unmöglich auf den Besitz derselben Chausonetten-Sängerinnen stützen kann, sondern einen tieferen, psychologischen Hintergrund haben muß. Wir sind der vielleicht irrigen Ansicht, ein Theil der russischen Gesellschaft liebe Frankreich so sehr, daß es sogar unver­hohlene Unbill schweigend hingenommen, daß zwei schwere Kriege, endloses Kokettiren mit dem Polenthum u. s. w. übersehen wird nur weil Deutsch­land das Unglück hat, unsympathischer zu sein, als das gallische Wesen. In Deutschland weiß man das, man kennt diese natürliche Abneigung der russi­schen Gesellschaft gegen Deutschland und hält d ieselbe für eine große Gefahr der Zukunft." Das ist sehr klar und deutlich, drmgewissen" Theil der russi­schen Gesellschaft gegenüber aber tauben Ohren gepredigt. Das russische Volk sieht in Harrüwnn natürlich nichts anderes, als den Moskauer Bösewicht, der das Leben seines Kaisers bedroht hat, und ist etwas weniger gut auf bie Pariser zu sprechen, als diese schon erwähnte bessere Classe der hiesigen Ge­sellschaft. DerRegter.-Anz." ist ermächtigt, die Meldung einiger Blätter, Fürst Orloff sei am Samstag in Parts auf dem vom Minister des Auswär­tigen gegebenen Gesellschafts-Abend anwesend gewesen, zu dementiren ein Zeichen der Zeit und der gegenseitigen freundschaftlichen Beziehungen bei den Regierungen.

Am 27. Februar ist von der social-revolutionären Partei Rußlands ein Aufruf an die Arbeiter erlassen worden, worin es unter Anderm heißt: Brüder! Man hat versucht und versucht fortwährend, uns in euren Augen als Auswürfe der Menschheit, als Verbrecher und Scheusale hinzustellen! Glaubt daö nicht, liebe Brüder, denkt daran, daß Alles, was wir unternom­men haben, nur darauf gerichtet war, euer Loos zu verbessern, unserm gut­gesinnten Volke ein menschenwürdiges Dasein zu bereiten. Was geschehen ist, mußte geschehen, denn" u. s. w. Es folgen hier die bekannten Redensarten. Werra Saffulitsch hat, wie hierher berichtet worden, die Schweiz, wo sie zuletzt im Innern, nicht mehr wie bis vor Kurzem noch in Genf wohnte, gänzlich verlassen und ist nach der russisch - österreichischen Grenze abgeretst. Daher stammte die hier verbreitete Nachricht von ihrer Ankunft in Petersburg, welche die gesammte Polizei nicht wenig in Athem hielt. Augenscheinlich galt es, einen anderen politischen Flüchtling über die Grenze zu bringen und des­halb mußte die Sassulitsch herhalten, um die Aufmerksamkeit der Polizei von dort abzulenken.

Telegraphische Depeschen.

Waguer's telegr. Correspsndeur - Buresm.

Berlin, 15. März. DerNordd. Allg. Ztg." zufolge sind zur Be­seitigung der Klagen über den Druck des der Landesgesetzgebung unterliegen­den Immobilien-Stempels Seitens der preußischen Regierung vorbereitende Schritte zur Reform der bezüglichen gesetzlichen Bestimmungen eingeleitet.

DieGermania" veröffentlicht eine Uebersetzung des bereits stgnalt- sirten Schreibens des Papstes d. d. Rom, 24. Februar a. er. an den Erz­bischof von Köln. In demselben heißt es:Die Gebete und Wünsche, daß Gott die Freiheit der Kirche im deutschen Reiche glücklich wieder schenke, seien zwar noch nicht in Erfüllung gegangen, allmälig werde aber der leere Verdacht und die ungerechte Eifersucht gegen die Kirche aushören. Die Staatslenker werden einsehen, daß wir nicht in fremde Rechte etngreifen und daß zwischen der kirchlichen und staatlichen Gewalt ein dauerndes Einvernehmen bestehen kann, wenn von beiden Setten der geneigte Willen, den Frieden ausrechtzuer- halten und wo nöthig wiederherzustellen, nicht fehlt. Daß wir von diesem Geiste und Willen beseelt sind, steht bet allen Gläubigen zuverlässig fest. Ja, wir hegen diesen Willen so entschieden, daß wir in Voraussicht der für da- Hetl der Seelen und die öffentliche Ordnung daraus hervorgehenden Vorthetle kein Bedenken tragen, Dir flu erklären, daß wir, um dieses Einvernehmen zu beschleunigen, dulden werden, daß der preußischen Regierung vor der canont- schen Jnstttutton die Namen jener Priester angezeigt werden, welche die Bisä öfe der Dtöcescn zu Theilnehmern ihrer Sorgen In Ausübung der Seel­sorge wählen.