1880
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bereits vor einiger Zeit schriftlich mit dem Tode bedrobt hatte und war von 50 Verschworenen durch das Loos zu dem Morde bestimmt. Die Aufregung in der Stadt ist sehr groß, die Untersuchung eingeleitet.
Bukarest, 14. Decbr. (Ausführlicher.) Als Bratiano nach seiner Rede in der Kammer heute den Sitzungssaal verließ, wurde er von einem In. divtduum Namens Petraru mit einem Messer angegriffen. Bratiano faßte denselben beim Arm, so daß das Mesier nur durch den Paletot b's gegen die Brust drang. Bratiano kämpfte einige Sekunden mit dem ziemlich kräftigen Mörder und wurde dabet am Kopf und am Arme leicht verletzt. Da eilte der Deputirte Goga herbei und versetzte dem Mörder mit dem Stocke eüten Schlag über den Kopf, in Folge desien dieser das Meffer fallen ließ. Der schlecht beleumundete Mörder wurde von einem Huissier und mehreren Depu- tirten verhaftet. Die Aerzte erklärten die Wunde Brattanos nicht für bedenklich. Das Meffer hat eine neue Klinge, ist 20 Zentimeter lang und mit Blut befleckt. — Brattano wird nach dem neuesten Bulletin morgen voraus« sichtlich seine Arbeiten fortsetzen können.
Cork, 14. Decbr. Di-Anhänger der Landlrga widersetzten sich und verhinderten heute die Weiterbeförderung von 30 Kindern und von Vieh, deffen Eigen thümer unter dem Banne der Landltga stehen. Das Vieh wird jetzt von 40 bewaffneten Polizetdienern bewacht. — Richter Dowse, welcher bei den Assisen tn Connauaht den Vorsitz führt, erhielt einen Drohbrief.
Kesterreich.
Wien, 9. Decbr. Die letzten Schiffe der seligen Demonstrattons« Flotte haben den bisherigen Ankerplatz verlaffen, die österreichischen Schiffe nämlich. Davon sind der „Prinz Eugrn" und „Sansego" zu der in Gravosa liegenden Escadre gestoßen und „Custozza" ist nach Pola abzegangen. — Der Kaiser trifft am 13. December in Wien ein, der Kronprinz geht morgen von Prag direct nach B'üffel. Eine höchst interessante Vermählungsgabe hat ihm das Kloster der Eltsabethmertnren in Klagenfurt dargebracht, die Trauringe, welche Maria Theresia und Franz I. mit einander gewechselt. Sie waren dem Kloster von der Erzherzogin Maria Anna (der Tochter Maria Theresias) vermacht, die sich dorthin zurückgezogen hatte.
tzngtand.
London, 13. December. Aus Nivoy wird gemeldet: Heute (8 ds.) Vormittag wurde in der Nähe von Cookstown ein entsetzlicher Mord verübt. ($tn Gerichtsdiener hatte bei einem kleinen Pächter in Lonph Fay eine Pfän- dang vorzunehmen und begab sich in Begleitung zweier Gehilfen des Kauf- u «uns, auf deffen Klage Lia der Befehl zur Auspfändung crtheilt worden war, nach deffen Gute. Dort eingetroffen, trat der Pächter ihnen entgegen, zog eine Scknur über den Weg und droht-, Jeden zu erschießen, der über die Schnur birwegschre^te. Der Gerichtsdiener beachtete die Drohung nicht, ihat b n ve-hänanißvollen Schritt und sank im gleichen Augenblicke, von einer Kugel durch' Herz getroffen. lobt nieder. Die Leiche wurde spater nach Cookstown gebracht, während sofort eine Polizeiübtheilung nach Lough Fay abgeschickt wurde. — Vor den Assisen in Omaah ist ein Pächter, Namens Nangle, der auf seinen Gutsherrn einen Schuß abgegeben hatte, zu zwanzigjähriger Zuchthausstrafe verurteilt worden.
_ Die irische Bewegung nimmt immer größere Dimensionen an, und di« englische Regierung Wit sich beeilen müffen, wenn sie das Schlimmste verhindern will. Gleich ohl erklären sich die radikalen Mitglieder des Mtni- stcr-ums nock immer entschieden gegen jede energische Maßregel, und es droht d-shalb im Cabiret zu einer Krisis zu kommen.
Telegraphische Depeschen.
Warner'« tekßt. Cvrrespoudenz-Bureau.
Darmstadt, 14. December. Die deutsche Kronprinzessin besuchte heute Vormittag feie Grabstätte der Großherzogin Alice auf der Rosenböhe, wird Nachmittags der Gedächtnißfeier im Alicespital beiwohnen und voraussichtlich morgen nack Berlin abreisen. ,
Gaffel, 14. December. Der Vertrag zwischen den Bevollmächtigten Preußens und dem Landgrafen und dem Prinzen von Heffen - Philippsthal- Barchfeid ist gestern in Berlin unterzeichnet worden. Darnach verzichten Letztere auf das kurhessische F-.deicommiß und erhalten eine Jahresrente, sowie emitze ^^5^’ December. Der königl. württemb. Gesandte und Bevollmächtigte zum Bundesrath, Frhr. v. Sp'tzemberg, ist gestern Abend gestorben.
Konstantinopel, 14. Decbr. Eme von dem persischen Gesandten bei Pforte überreichte Note verlangt Gutmachunq der durch den letzten Kur- deneinfall verursachten Schäden. — Der französische Botschafter Tiffot hatte gestern eine lange Unterredung mit dem Stiltau.
y ' agien, 14. December- Ein im heutigen Gemeinderathe verlesenes Schreiben deS Grafen Taoffe teilt mit, daß der Kaiser anläßlich der Erörte« -lunaen über einen von der Commune von Wien bei der Vermählung des Kron- vrinzen im Oprrnhavse zu gebenden Festball denselben ablehnt und ersucht, die Kosten hierfür den Armen Wiens zuzuwenden, denen er, wie der Kronprinz, noch je 20,000 Gulden spenden werde.
Paris 14. December. Rochefort hat dem Secretär Gambettas, Reinach, der'seinen (Rocheforts) Brief aus dem Jahre 1871 an Gambetta veröffentlicht hat, eine Herausforderung zustellen lasten. Remach erwiderte, er habe Nickt getan, als einen von Rochefort ae- und unterschriebenen Brief veröffentlicht: er sei ihm keinerlei Genugthuung schuldig. ,
London, 14. Decbr. Nach glaubhaften Versicherungen sprach sich der gestrige Mmisterrath dahin aus, daß keine Nothwendigkeit vorliege, die irische «recutive zu ermächtigen, über die bestehenden Gesetze hinauszugehen oder das Parlament zur Genehmigung neuer Repressivgesetz- sofort etnzuberufen. Der Miristcrratb sei einstimmig ter Ansicht gewesen, im Falle die Zustände Irlands nichtbts zum 6. Januar sich wesentlich gebessert hätten' Nepressivmaßregeln muer Aufhebung der Habeas-CorpuS-Acte einzubringen, jedoch gemeinschaftlich mit Vorschlägen zur Reform der Bobenverlältmffe. Der heute ftattfinter.be Mimsterrath würde die irische Lanifrage weiter erwägen.
Mukareit 14. Decbr. Br ittano wurde heute Abend beim Verlosten kpr Kammer von einem mit einem Küchenmester bewaffneten Individuum über. Mtn unb B«Tunbd %«r S.°ß ««’ «f W1 «m des M.n.stns g.rWeb Sfirntlano varirte den Stoß und erhielt eine leichte Wunde im Gesicht an der Unken Backe. Der Mörder ww.de von Brattano s.lber festgehalten, bis Hülfe herbeikam. Derselbe ist ein untergeordneter Bean ter im Finanzministerium unb nach seiner eigenen Angabe Mitglied einer V rschwörung, welche Bratiano
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Lokales.
(fließen, 15. December. Provinzialausschußsitzung vom 29. v. Mts. Fort- sei-una. Weitrr kam unter dem Vorsitz des Großh. Provmzialdnectors Dr. Boekmann zur Verhandlung die Klage des Orts-Armcnverbandts Frankfurt a M. gegen den Ortß.Armen- verband Gedern wegen Unterstützung der Katharine Stohr. Der Sachverhalt ist folgender' r b(e e^efroU be8 Wilhelm Stohr aus- Gedern mit Rücksicht darauf daß sie ist Folge der am 7. November 1878 erfolgten Einziehung ihres Ehemannes zur dre-iahngen Dienstzeit in Beilin, sowie wegen eines Augenleidens sammt ihrem am 6. October 1878 geborenen Kinde bülfsbedürftig geworden war, unterstützen unv verlangt nunmehr Ersatz der aufgewendeten £%/ Wer beanstandet nun'den Ersatz der seit Juni 1879 entstandenen Kosten weg er ... dieser önt die Uebersührung der Katbarlne Slödr in eigne Verpflegung des Bek.agten nach Gede rn in Gemäßheit des § 52 pos. 3 des Gesetzes vom 6 Juni 1870 beantragt habe und feiere Uebersührung durch eigne Schuld des Klägers verzögert worden sei. Klager setzt diesem Einwande ^^uebcrfübrung der Stohr nach Gedern habe gesetzlich gar nichts verlangt werden können, well die Unterstützung wegen einer nur vor übergebenden Arbeitsunfähigkeit des Ehemannes der Katharine Stöhr nothwendig geworden fei und zwar in so lange a s Wilhelm Stöhr genöthigt sei, seiner gesetzlichen Conwnptionßpflick't in Berlin Genüge zu leisten. Es ließe sich also ein bestimmter Zeitpunkt zum Voraus absehen, wann die HulfSbedurftigkeit das Ende erreiche; die Hülfsbcdürftigkeit sei demnach keine dauernde; es könne überdies und muffe angenommen werden, daß Stöhr alsbald nach Beendigung feiner zuruckkehrt
uno die Ernährung seiner nur bis dahin hülfsbedürftigen Familie alßbald wieder zu uber- ne'mCn) die Uebersührung der re. Stöhr hätte aber auch, selbst wenn sie für zulässig hätte erackitet"werden sollen, erhebliche Härten und Nachtbetle füt die Ehefraui Stöhr mit sich geführt denn die Stöbr sei ausweislich der vorgelegten ärztlichen Atteste schon jahrelang äugen- idend und habe lediglich in Frankfurt, wo mehrere aus Pr.vatm tteln dotirte Augen-He,l- anstalten unter Leitung bewährter Augenärzte bestanden, die Gelegenheit zu dauernder kostenloser Augenbebandlung. Ohne Gefahr des gänzlichen Verlustes der Sehkraf wäre sie aus dieser unausgesetzten ärztlichen Pflege nicht hcrauszunehmen. Eine solche Harte, einen solchen Rach- theil für die Gesundbeit der -c. Stöbr habe Kläger nicht verantworten können, er habe daher Den Transport der Person nack Gedern, wo sie voraussichtlich ohne genügend Augenpflege bliebe, nicht zulasten Dürfen und berufe sich zum Beweise dessen auf die Bestimmung des $ 56 M i>.r ei»6r °bn° °°° ilp< S4ulb beS ®§<manm8 «b.r
der Ehefrau eingetreten. Sie sei ganz allein veranlaßt durch die gesetzliche Verpflichtung des Ehemannes Stöhr, sich für den Bundeskriegsdienst vorzubereiten ein Grund mehr die nur baDurcb hülfsbedürfiig gewordene Familie nicht von Frankfurc auszuweisen. Schließlich könne d-r Betrag von 3 Jt wöchentlich, welcher der Familie gereicht nrerte nut alg twipoäft mäßiger erachtet werden. Die Gemeinde Gedern hätte bei Uebernahme der Familie dieselbe jedenfalls nicht billiger unterhalten können, abgesehen von der Unmöglichkeit, dem Gesundheitszustand der Ehefrau irgendwie förderlich zu werden
Der Provinzialousschuß erkannte in Erwägung,
daß die Unterstützung Der Katharine Stöhr aus anderen Gründen als wegen emer nur vorübergehenden Arbeitsunfähigkeit nöihig gewotDen ist da d - dreiiahrige Dauer des Militär^ dienstes des Wilhelm Stöhr, sowie das langwierige Augenleiden der Kacharine Stohr doch wohl nicht unter die Bezeichnung „nur vorübergehender Arbeitsunfähigkeit gebracht werden könne, wie denn auch in ähnlichen Fällen bereits wiederholt entschieden wurde;
daß demnach der beklagte Orts-Armenveibano Gedern, wie nach § 31 des Unterstützungswohnsitzgesetzes zur Uebernahme verpflichtet, so nach § 32 des Gesetzes zu dem Ue6er= fuhrunBveUangen^berechtig^ m'enverband Gedern wiederholt die Uebersührung der Katharine Stöhr in seine unmittelbare Fürsorge verlangte, nämlich 1 in Beantwortung Zuschrift des 5^its Armenverbondes Frankfurt a. M. vom 7. December 1878 am 14. rvecemver rv/v ftrne'r 2. im Juni 1879 (wohl in Beantwortung der Zuschrift des Orts-Armenverbandes Frankfurt a M. vom 21. Juni 1879, worauf die vom Kläger selbst zugegebene Erstattung der bis März 1879 erwachsenen Kosten, sowie die unwidersprochene Behauptung in der Klagebeant- wb,7ng'sch»°ß.n A I-tzt!.« bi, SufforbbTuni, ,ur U. J*«! °°"dm - " den Beginn des Monats Juni 1879 verlegt), endlich 3 m B.antwortung der Zuschrift des zur Uebersührung der Hülföb,dürftigen nach Gedern und Angesichts der d r e t Aufforderungen, w,Ich, bir Dri8 ÜTmenMrbanb G-brrn nadi S'«”»«« a; ®' S Ä ’.» 0tlof.nbune« b.fll,it,t »ar,», C»-'»»
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