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Nx 13 Freitag den 16. Januar 1880.
Aießener "Anzeiger
AWße- uab Amtsdlütt fit btn Kreis Gießen.
MetMtieutlmteaut \ Schulstraße B. 18.
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Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags.
511261.
Hafer.
Gerste.
Roggen.
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von
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statt-
I Pfg. per Pfd. 9 Pfg. per Pfd,
160—200 170—205 170—202 183—215
1. Ott. 195-225
1. Nov. 205-245
1. Dec. 200-240
110-185 110—185 105-186 100-180 110—180 120-185 100—180 115—180 123—185 145-190 140-200 137—200
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1. April
1. Mai
3. Juni
1. Juli
112-128 130—130 113-128 116—130 110-130 117-139 107-134 124-145 128-150 140-158 157—183 160-176
95—135 98—137 95—135
103-138 115—145 118-155 112—146 112-155 128-155 125-153 135—155 133-155 135—156
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Volk in Waffen" bezeichnen können.
Die Vüchowlche Ansicht über eine auswärtige Volks Politik ist eine Utopie. Es Kelten darüber noch heute die Worte, welche Fürst Bismarck im preußischen Landtage vor 15 Jahren dem Professor Virchow zurief: „Dem unzünftigen Politiker erscheint jeder Schachzug im Spiel als das Ende der Partie, und daraus geht die Täuschung hervor, daß das Ziel wechsele. Die Politik ist keine exacte Wissenschaft; mit der Position, die man vor sich hat, wechselt auch die Benutzungsart der Positionen. Der Herr Vorredner (Virchow) hat gesagt, er wünsche, daß ich dereinst in meinem Fache mich derselben Anerkennung ersreuen möge, nie er in dem seinigen. Ich erkenne die hohe Bedeutung des Herrn Vorredners in seinem Fache vollkommen an und gebe zu, daß er in d estr Beziehung einen Vorsprung vor mir hat. Wenn aber der Herr Vorredl er sich aus seinem Gebiete entfernt und aus mein Feld unzünftig übirgeht, so muß ich ihm sagen, daß über Politik sein Urlhril zien llch leicht für mich wiegt. Ich glaube wirklich, meine Herren, ohne Ueberhebung, diese Dinge verstehe ich besser."
2. Jan. 150-190
1. Febr. 150-190
PreiS vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.
Anschauungen Rechnung tragen.
Grundfalsch erscheint es uns endlich, mnn Professor Virchow auch sür die auswärtige Politik das Dogma ausstellt, sie sei derartig zu leiten, daß die Volkestimmung besriedigt würde. Es ist gewiß erstrebenswerth, daß diese Politik sich nicht in einem Gegensatz zur öffentlichen Meinung befindet. So lange aber eine geschulte Diplomatie rxistirt, wird man zugeben müssen, daß bei uns, wie in andern Ländern Ereigmffe möglich find, welche die Regierung nöthigen, die auswärtige Politik selbstständig zu treiben. Salus publica snpreina lex esto, nicht der wechselnde Wille des Volkes! Die Politik des Fürsten Bismarck in allen auswärtigen Fragen war Regierungspolitik, ihre Anerkennung durch das deutsche Volk beweist nur, daß die Regierung verstanden hat, sie volksthümlich zu machen. Es ist unzweifelhaft, doß wir die Erfolge Deutschlands seiner guten und zünftigen Diplomatie, daß wir sie der Armee mindestens ebenso sehr zu danken haben, als dem Volke, und es ändert nichts daran, daß wir unsere Armee mit dem ehrenvollen Namen „das
Die auswärtige Politik.
Profeffor Rudolf Virchow hat in einer Rede, welche er in der fortschrittlichen Vereinigung zu Berlin gehalten hat, als die beste Politik eines Landes diejenige gepriesen, welche der allgemeinen Volksptmmung Ausdruck gtebt. Eine solche Politik laffen wir gern gelten, so wett sie sich auf die inneren Verhältniffe des Landes bezieht, obwohl wir auch hier ihre unbedingte Wahrheit nicht anerkennen können, denn so conpitutionell es sein mag, im Sinne der politischen Majoritäten einer Volksvertretung die Regierung zu leiten, so würde sicherlich von konservativer wie liberaler Seite gewünscht werden, daß, wenn z. B. einmal die Soctaldemokratie eine Majorität erringen würde, die Regierung die Pflicht hätte, im eigenen Inter«ffe, wie in dem des Volkes jener Partei nicht willfährig zu fein. Auch in den wirtschaftlichen Fragen ist das Schlagwort ton volkstümlicher Politik nur von sehr bedingter Wahrheit. Es giebt zur Zeit fein Mittel, um eine einmüthige Volksanschauung über die national'öconomischen Principieu, nach denen Deutschland zu regieren ist, sestzustellen. Die politischen Parteien find darin uneinig, und gerade der Versuch, eine Partei mit dem Freihandel oter mit dem Schutzzoll zu ideutificiren, hat zur Lockerung und zur Sprengung der politischen Parteien gesührt; er wurde zum Keil, den die konservative Regierung in den Liberalismus trieb, mit dem fie ihn zersprengte. Will man ein politisch festes Gefüge sür eine neue freisinnige Partei erhalten, so ist die erste Bedingung, in das Programm derselben die Toleranz sür wirthschaftl. diffentirende Meinungen aufzunehmen. Dies gebietet die einfache Rücksicht aus die tatsächlich verschiedene Volksanschauung, welche im Norden dem Freihandel, im Süden Deutschlands sich dem nationalen Schutz der Arbeit zuneigt. Wer im Kampfe sür politische Freiheit keine neue Mainlinie schaffen will, muß den Volks-
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Wien 11 Januar, Abends. Im auswärtigen Ausschuffe der ungarischen Delegation erklärte in Erwiderung einer Anfrage Karman's der Mini-
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1. Aug.
1. Sept. 183—215
ärz 150-190 - 153-193
Aerrtschland.
Berlin, 13. Januar. Die „Freihandels-Correspondenz" schreibt: „Die am 1. ds. Mts. zur Thatsache gewordene Einführung der Getreidezölle fällt mit einer Steigerung der Getreidepreise zusammen, welche damals, als diese Zölle von den gesetzgebenden betören beschlossen wurden, gewiß vielfach für unmöglich gehalten worden ist. Hieht sich doch wie ein rother Faden durch die Zolldebatten des Reichstags der Gedanke, daß der niedrige Stand, den die Getreidepreise damals einnahmen, unter den heutigen Zollverhältnissen gewissermaßen als normal anzusehen sei daß die Concurrenz Rußland und Amerikas ein wesentliches Steigen der Getreidepreite auf absehbare Ze so gut wie unmöglich machen müsse, wenn Getreide ferner zollfrei bleibe. Es bietet ein besonderes Interesse, an der Hand der Zahlen nachzuweisen, wie diese Behauptung, zu der sich Vertreter des Bundesraths und „sachverständige" Interessenten zusammen- ionden, durch den Gang der Getreidepreise vor Einführung der Zolle Lugen gestraft worden ist. Die folgende Zusammenstellung enthalt für den Anfang der einzelnen Monate des vergangenen Jahres
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Steuer - Commissuriut Gresten.
Amts rage: Dienstag und Samstag, Vormittags von 8—12, Nachmittags von 2—4 Uhr.
Preise sür Locowaare an der Berliner Börse in Mark per 1000 Kg.
1879. Weizen. m----
31' Dec. 200-240 173—180 137-200 — —
Diese Uebersicht, in welcher bei jeder Gttreideatt-die Grenzen der Preisnotirungen für die verschiedenen gehandelten Qualitäten angegeben sind, läßt erkennen, daß eine wesentliche Preissteigerung zwar bei allen Getreioearten, aber bei den einzelnen Arten in verschiedenem Umfange eingetreten ist und daß überall bei der unteren P^bisgrenze die verhältnißmäßig stärkste Erhöhung erfolgt ist. Am meisten gestiegen ist diggen, Anfangs Januar, wo sein Stand noch nicht am niedrigsten, ist er mit^112 JL notirt. Am 31. December lautete die Notirung für die geringste Qualität auf 1/3 A das ist eine Steigerung um ca. 55 Procent. Für die beste Qualität betragt die Steigerung indessen nur 40 Procent. Weizen ist um 26 bis 33*/3 Procent Stiegen, Gerste um 10—25 Procent, Hafer um 10—40 Procent. Daß Roggen in einem so viel höherm Maße als die anderen Getreidearten gestiegen, erklärt sich allem Anscheine nach dadurch, daß nach den diesjährigen Ernteergebnissen d,e Deckung des Bedarfes ^r verhaltnitz- mäßig am knappsten ist; der reiche Erntesegen Amerikas fallt vornehmlich, nur der Weizen in's Gewicht. Da Roggen stärker als Weizen gestiegen hat sich die Preiv- differcnz zwischen beiden erheblich verringert. Anfangs Juli betrug ste JL, Ende Decembir nur 27- 60 JL Daß als eine Folge dieser Preisverschiebung em relativ stärkerer Consum von Weizen eintreten solle, ist zwar nicht ausgeschlofien, aber doch nicht wahrscheinlich, weil Weizen an sich ebenfalls eine bedeutende Erhöhung erfahren Hai. Jedenfalls sind die Preisverhältnisse zur Zeit überall derartig, daß das in den Zolldebaiten am meisten benutzte und am meisten verfangende Argument von den niedrigen Getreidepreisen, die die Landwitthschaft ruimren müßten, schon heute nach 6 Monaten vollständig hinfällig geworden ist.
Berlin, 13. Januar. Aus den Seitens des Reicht etsinbahwAmtes angestillten Erhebungen über die Eintheilung und Dauer des Dienstes derjeni- gen Esenbahn-Unterbeamten, welchen die Sicherheit des Betriebes Vorzugs- weise anvertraut ist, hat sich ergeben, daß das Dierstwoß, welches aus den einzelnen Eise,bahnen Deutschlands (e;cl. Bayerns) ton diesen Beamten in einem einmonailichen Zeitraum verlangt wird, ein sehr verschiedenes ist und im Durchschnitt beträgt: Für Bahnwärter 368 Stunden, für Weichensteller 364, für Schaffner 283, sür Lokomotivführer 288 und sür Lokomotivheizer 293 Stunden. Erscheinen auch diese Durchschnittssätze cn sich — nach Ansicht des Reichseiserbahn-AmteS — nicht übermäßig hoch, so wnd dcch von einzelnen Eisei bahn-Verwaltungen in einer sür die Sicherheit des Betriebes nicht unbedenklichen Weise darüber hinausgegangen; z- B. beträgt das m einem einmonatlichen Zeitraum in maximo zu leistende Dienstmaß bei einigen Bahnen sür Bahnwärter 540 bis 555 Stunden, sür Weichensteller 555 und für Lokomotivführer und Heizer 522 Stunden. Selbst wenn die vorstebenden Zahlen nur die nominelle Dienstzeit incl. der Dienstbireitschaft — zur Darstellung bringen, welche durch einzelne arbeitsfreie Stunden unterbrochen wird, so bleibt doch zu berücksichtigen, daß diese arbeitsfreien Stunden nicht der dienstfreien Zeit gleichgestellt werden können. Im Hinblick aus diese Erde- bungen und wohl bewogen durch die gegenwärtig sich in erschreckender se vermehrenden E'senbahnnnsLlle bat der Miitstcr der öffentlichen Arbeiten an sämwlltche lönigliche Eisenbabn^Directionen und Commissionen >f. 'wen Erlaß unter dem 31. December 1879 in Erinnerung gebracht, welchen das Re chs- eisenbahn-Amt bereits am 31. Januar 1875 in Betnff dis zulöisigen Mait- mums der täglichen Dienstzeit d.r Bahnwärter :c. an sämmtliche Eisenbahnen Tenlichlants (excl. Bayerns) gerichtet hatte. Danach ist «»r Bahnwärter und Weichensteller eine tägliche Diei stzeit von 14 Stunden als r»>ä figes Moximalmaß zu betrachten, uobet beträchtlichere Entfernungen von dem Wohn- orte des Betreffenden bis zu dem Orte ihrer dienstlichen Thät,gleit tn der Weise zu berücksichtigen sind, daß die für den Hin- und Rückweg »olbwendlge »eit als Dienstzeit in Anrechnung kommt. Diesen Beamten sollen äußere em rod dienstfreie Tage im Monat btlltgerweise nicht versagt werde». Bn Rege- lung der Dtenststunden des Maschinen- und Fab'personals soll darauf Bedacht genommen werden, daß di- b-tr. Beamten nicht ub-rmäßiß lange und über ihre Kräfte hinaus ununterbrochen Dienst zu thun Haden und daß die Ruhe- vausen möglichst nach dem Stationsorte des Betreffenden gelegt werden. Schließlich wird noch daraus ausmerksam gemacht, daß den Beamten thnnlichst zur Befriedigung ihrer religiösen Bedürsniffe Gelegenheit verschafft wird.


