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fudit Der Augenspiegelbefund ergab die Atrophie der Sehnerven, welches Leiden nach inb nach sich entwickelt, inanchuwl in 2 Jahren, manchmal tn Ve Jahre. Die s. Z. dabier beobachteten Befunde weisen darauf hin, daß das Leiden schon langer bestand. Das damals constatirte Sehvermögen befähigte ihn auch schon vier Wochen vorher nicht mehr zu einer Beschäftigung als Schriftsetzer, da die Fortschritte in der Ent­wickelung der Krankheit nicht sprungweise erfolgen. Er kann also positiv behaupten, daß Deller in Plauen schon erwerbsunfähig war, sowohl als Schriftsetzer, wie auch für andere Arbeiten, da diese, insbesondere solche, welche körperliche Anstrengungen erforderten, das Leiden nur verschlimmert hätten. .

Augenarzt vr. Keller bestätigt sein früheres schriftliches Gutachten sowie dasjenige des vorigen Experten. Die Beobachtung Deller's gab ihm die Ueoerzeugung, dast er schon 2 Jahre vorher als Schriftsetzer untauglich war. Mit Bestimmtheit kann er behausten daß Deller bei seinem Eintritt in die Klinik dahier vollständig unbrauch­bar war als Schriftsetzer und er dies auch schon 3 bis 4 Wochen vorher gewesen ist. oum Kgrb- und Stuhlflechter konnte man ihn wohl brauchen, wie überhaupt Bunde, zu anderen anstrengenden Arbeiten aber nicht.Einen Menschen mit solcher Sehkraft, wie sie schon in Berlin und Pirna bestand, wurde er schon lange für untauglich er­klärt haben, es wäre eine Quälerei gewesen, ihm noch langer Arbeiten als Schrift- keker unumutben. Deller's Leiden schloß die Möglichkeit jeder Arbeit aus. Es war U größte Vorsicht geboten, da bei jeder Anstrengung die Gefahr der Netzhautablosung drohen mußte. Er würde dem Deller die Arbeit jeder Art schon lange vor Plauen untersagt^ habem^ Dr- ® [ a f 0 r schließt sich aus vollster Ueberzeugung den Aus­führungen des vorigen Experten an- Zu anderen Arbeiten konnte man den Deller nicht brauchen Stuhl- und Korbflechten hatte er vorerst lernen müssen.

Der Provinzialausschuß entschied, in Erwägung die Hülfsbedürstigkeit des Her­mann Deller im Sinne des Gesetzes nach den stattgefundenen Erhebungen bezüglich seines Augenleider^ schon bestand, als er. in Plauen am 17. Juli 1877 öffentliche Unterstützung in Anspruch nahm, alsdann im folgenden Monat m Frankfurt a. M. Die Aufnahme in eine Augen-Heilanstalt vergeblich versuchte und dann in Gießen am 31. August 1877 Hospital-Aufnahme erhielt, worauf er sich nach Cassel begab; in Er­wägung neben der durch Arbeitsunfähigkeit in Folge eines schweren Augenleidens her­vorgerufenen Hülssbedürftigket, welche nicht erst in Gießen eintrat sondern vorher schon bestand auch die in Plauen bereits anerkannte Landarmen - Qualität des Her­mann Deller'noch fortbestand, als er in Gießen in das Hospital eintrat; in Erwä­gung Hermann Deller seiner eidlichen Anssage nach seit April 1880 keine Unter­stützung aus öffentlichen Mitteln mehr bezieht, sondern sich durch1 Musiciren ohne remdc Beihülfe seinen Unterhalt erwirbt, sonach dermalen nicht mehr hulssbedurftig ist; in Erwägung hiernach die Klage, welche auf Zah ung der in Cassel erwachsenen Unterstützungskosten des Hermann Deller, sowie aus Uebernahme desselben in Verpfle­gung gerichtet ist, in beider Hinsicht als nicht begründet erscheint; - dahin, daß die Klage des Ortsarmenverbandes Cassel gegen den Landarmenverband Gießen auf Zah­lung der in Cassel erwachsenen Unterstützungskosten des Hermann Deller aus Hers­feld sowie auf Uebernahme desselben in Verpflegung, als unbegründet abzuweisen und Kläger in die Kosten des Verfahrens und zur Zahlung eines Averstonalbetrags von Vierzig Mark in die Prooinzialkasse zu verurtheilen sei.

Ziesten, 14 Decrmber. Schwurgerichtsverhandlung am 13. December d. o. gegen Karl Sommer, Forstwart zu Ettingshausen, wegen Verbrechens un Amte.

Karl Sommer von Ettingshausen, 35 Jahre alt, verherrlichet, evaugel., wurde als Forstwart der Gemeinde Ettingshausen angestcllt, nachdem er am 21. Juli 1874 von Grosch. Landgericht Lich in eidliche Pflichten genommen worden war

Im Frühjahre d. I. war in den Waldungen der Gemeinde Ettingshausen die Vor­nahme von Culturarbeiten nothwendig, deren Ueberwachung dem Forstwarten Sommer Mag. Er hatte namentlich die Lohnzettel bezüglich der Arbeiter zu führen, d. r. die Ar­beitstage der einzelnen Arbeiter zu verzeichnen und auf Grund derselben die Bescheimgimg über die Höhe der fälligen Löhne zu ertheilen. ...

Bei den in Rede stehenden Eulturarbeiten war der Tagelohn jur einen männlichen -Arbeiter über 16 Jahre auf 1 X 17 4, für einen solchen unter 16 Jahren auf 77 H und für eine Frauensperson auf 87 accordmäßig festgesetzt.

Forstwart Sommer, welcher für seine Mühe, die er bei den Eulturarbeiten hatte,, euch etwas für sich erlangen wollte, notirte, um dies zu ermöglichen, m den Lohnzetteln

mehrerer Arbeiter eine größere Anzahl von Arbeitstagen, und dem entsprechend auch höhere Löhne, als die Arbeiter in Wahrheit zu beanspruchen hatten. Auf Grund dieser absichtlich unrichtig geführten Lohnzettel bescheinigte der Forstwarth Sommer die Höhe des auszuzahlenden Lohnes, woraufhin der Großh. Bürgermeister die Zahlungsanweisungen

ertheilte.

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2

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51

17

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W. Mohr 3 Tage mit . . Georg Keil 2 Tage mit . . Nicolaus Pfeifer 3 Tage mit Karl Sann 1 Tag mit . . Johs. Mohr 2 Tage mit. .

4

5

3

2

3

So hatte namentlich Forstwart Sommer

1) am 9. April 1880 eine Bescheinigung über 160 X und

2) am 24. April 1880 eine solche über 93 X 87 H

ertheilt, obwohl er zugestandenermaßen in den Lohnzetteln, auf Grund deren die vorstehen­den Bescheinigungen ausgestellt wurden, den nachverzeichneten Personen aus Ettingshausen zu viel in Ansatz gebracht hatte, nämlich:

1) dem Georg Diehl 10 Tage mit .

2) dem Wendelin Diehl IV2 Tage mit

3) dem Reinhard Löbrich 4 Tage mit

4) dem H. Abendroth 5 Tage mit .

36 X 86

Nachdem auf Grund der obigen Bescheinigungen Zahlungsanweisung ertheilt und auf Grund der von Georg Diehl (dem Accordanten) ausgestellten Quittungen die Aus­zahlung der angewiesenen Beträge erfolgt war, zahlte Forstwart Sommer, welcher den Georg Diehl zu bestimmen wußte, die Quittungen im Voraus zu unterschreiben, und sich den Besitz des Geldes verschaffte, nur den den Arbeitern wirklich zu gut kommenden Lohn aus und behielt die oben unter 1-9 berechneten Beträge für sich, indem er die Arbeiter in den Lohnzetteln in die ColumneEmpfangsbescheinigung" ihre Namen setzen ließ und nachher die fälschlich berechneten Summen in der vor den Empfangsbescheinigungen befind­lichen Columne eintrug.

Angeschuldigter ist der ihm zur Last gelegten falschen Beurkundungen, wie der Ab­sicht, sich einen rechtswidrigen Vermögensvortheil zu verschaffen, geständig und auch durch die Aussagen der oben bezeichneten Arbeiter überführt.

Die Geschworenen erkannten den Angeschuldigten für schuldig, worauf der Gerichts­hof denselben in eine Zuchthausstrafe von 1 Jahr, 200 X Geldstrafe und tn die Kosten verurtheilte, ihm auch die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 2 Jahren absprach.

Die auf Dienstag, den 14. December d. I., anberaumte Schwurgerichtsverhandlung wurde weaen einqetretener Krankheit eines wichtigen Zeugen auf das nächste Quartal vertagt.

Gießen, 14. December. Heute Morgen wurde ein Kutscher verhaftet, welcher vor einigen Tagen von einem Fremden statt eines 50-Pfennigstücks em 20-Markftück irrthümlich erhalten und solches stillschweigend für sich verbraucht hatte. Nach langem Leugnen suchte er den Rest des- Geldes im Stroh des Pferdestalles hervor.

Handel und Verkehr.

Gießen, 14 December. Auf dem heutigen Wochenmarkte kostete: Butter per Md- X 1,20 bis X 1.25 Hühnereier 1 Stück 7OH, 2 St. 00 H, Gänseeier 1 St. 10-11 H. Käse per Stück 59 H, Käsematte per Stück 30 H, Erbsen 1 Liter 22. H, Linsen 1 Liter 24 H, Lauben bc8 Paar 6070 H, Hühner v. St. X 0.851.20, Hahnen p. St. X 0.701.20, Gänse pr. Pfd. 4856 H, Enten per Stück X 1.602.00, Ochsenfleisch 66- 00 H per Pfd., Kuh« und Rindfleisch 4550 H, Kalbfleisch 4550 H, Hammelfleisch 5066 H, Schweinefleisch 6468 H, Kartoffeln per 100 Kilo X 4.00-0.00, Zwiebeln p. Etr. X 910, Milch per Liter 16 und 18 H, Weißkraut 100 Stück X 4.006.00.

Frankfurt, 13. December. Der heutige Vtehmarkt war gut befahren. Angetrieben waren ca. 320 Ochsen und Stiere, 230 Kühe und Rinder, 190 Kälber und 700 Hammel. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qual. X 6869, 2. Qual. X ^264, Kühe und Rinder 1. Qual. X- 5052, 2. Qual. X 4448, Kälber 1. Qual. X 5254, 2. Qual. 40 -46, Hämmel 1. Qual. X 52-54, 2. Qual. X 40-46 per 100 Pfd. Schlacht, gewicht. Schweine je nach Qualität das Pfund 61 00

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Holzversteigerung.

Montag den 20. December,

VormitiagS von 9 Uhr an, sollen in dem Beuerner Gemeindewald, in verschiedenen Districten, nachverzetch« nete Holzsortimente versteigert werden, als:

58 Stämme Eichen-Bau- und Werk­holz mit 11 Fstm.,

49 Stämme Nadel - Bauholz mit 13 57 Fstm.,

155 Eicben-Derbstgn. mit 10,65 Fstm.

585 Nadel- 31 48

.2910 Nadel-Reisstgn. 37,98

17 Nmtr. Buchen-Knüppel,

21 Eichen-

32 Nadel-

3300 Wellen Buchen-Reisholz, 1100 Eichen-

3500 Nadel-

450 Aspen-

3 Rmtr. Eichen- und NadelStöcke.

Die Zusammenkunft ist oberhalb Fünfhausen.

Beuern, den 13. December 1880. Großherzogl. Bürgermeisterei Beuern. 8097)_______Ranft.___________

Versteigerung.

Freitag den 17. December, von Vormittags 9 Uhr an, werden in der Restauration Bramm «Neustadt) nachstehende Gegenstände gegen Baarzahlung versteigert:

Eine Parthie Kragen, Manschetten, Shlipse, Handschuhe, Stickereien, Lätz­chen, Barben, Leinwand, Handtücher, Taschentücher, Shirting, Matapolam, Tafeltücher, Futter- und Leinenzeug, Strümpfe, Hauben, Schürzen^ Kleider für Mädchen, Hemden, Vorhänge und sonstige in das Weißwaarenf. ch ein­schlagende Artikel; ferner 1 Copirpresse, 2 Hobel, 2 Schraubzwingen, 2 Koffer, 2 Musterkarten, 1 Petroleumherd rc.

Gießen, den 13. December 1880. 8099) Bauer, Gerichtsvollzieher.

Allgemeiner Anzeiger. Bekanntmachung.

Aus der Stiftung des Gemeinderathsmitgliedes Louis Labroisse ist 'm Januar nächsten Jahres Brennmaterial an zehn arme Familien zu vergeben. Bewerbungen nimmtArmenkafserechner Wittich bis zum 31. d.M.

entgegen.

Gießen, den 13. December 1880.

Die Armen-Deputatton der Stadt Gießen.

A. Bramm.

Holzversteigerung.

8102) In den Waldungen der Stadt Lich kommen nachstehende Holzsorttmente zur Versteigerung:

1) Dienstag den 21 December 1880:

I. Dau-) Werk- und Nutzholz:

den Districten Eichwald und Fichtenkopf am Hattenröder Weg):

(in

Länge,

Durchm. und

bis

m

>r

December

1880:

II. Brennholz

113

158

316

651

15

20

7

18

Eichenstämme von 1245 cm

Fichtmstämme 1236 Eichenstangen 812

Fichtenstangen 712

2) Mittwoch den 22.

(in den Districten Eichwald, Ftchtenkopf, Unterspeierlingskopf und Maurer- kasperskopf):

36 rm Buchen-Scheitholz,

98 Knüppel,

1180 Buchen-Wellen,

2500 Eichen-Wellen,

2400 Nadel Wellen,

32 rm Buchen-Stockholz,

93 Eichen

113 Nadel-

DaS Werk- und Nutzholz eignet sich besonders für Wagner.

Die Zusammenkunft ist jedesmal am Hattenröder Weg vor dem Wald,

Morgens 9 Uhr, der Anfang im District Eichwald.

Lich, den 12. December 1880.

Großherzogliche Bürgermeisterei Lich.

Walz.

8104) Ein Mitleser für die Darm- I 8116) Eine goldene «rille verloren, städter Zeitung wird von 1881 an ge- Abzugeben gegen Belohnung Neue Anlage | sucht. Näheres Seltersweg C. 104. I Lit. C. 29, 3. Stock.

Mittwoch den 5. Jan. 1881,

Vormittags 11 Uhr,

soll auf dahiesigem Ortsgericht die Hof- raithe der Justus Traudt Eheleute, als: Flur. Mir.

V989 50 Hofraithe in der Flügelsgasse, V992 85 Miststätte daselbst,

meistbietend versteigert werden.

Gießen, den 30. November 1880. Großherzogl. Ortsgericht Gießen.

7799)_____Müller.__

Mittwoch den 15. December, Nachmittags 2 Uhr, sollen in der Flett'schen Hofraithe (Gast­haus zum Schwanen) nachstehende Gegen- stände versteigert werden:

1 Küchenschrank, 3 Sopha, 1 Ernte­wagen, 3 Kommoden, 1 Schränkchen, 2 Stühle. 4 Spiegel, 1 Tisch, 2 Uhren, 2 Schränke, 1 Waschtisch, 1 Nähmaschine.

1 Sekretär, 1 Nachttisch, 1 Nähtisch, 2 Kleiderschränke, 1 Pferd.

Gießen, 9. December 1880. 8092) Bauer, Gerichtsvollzieher.

Aeilgeöotenes.

Billige Weihnachtsgeschenke. Eine Parthte wollene Kleider­stoffe sind mir zu Händen gekommen und gebe solche zu 45 H per Meter. 8109) EL G-rünebaum. Kaiseranis empfehlen (8113

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