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Nr, 293, Mittwoch den 15. December 1889.
Mßener ^Anzeiger
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-- ——og. ' -7 --------------------- " " 7 Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Brmgerlohw Redacttonöbureairr I Schulstraße B. 18. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.
Amtlicher Hheit.
Gießen, am 13. December 1880.
Be treffend: Die Landgestüts-Anstalt, insbesondere die Bedeckung der Stuten durch die Landgestütsbeschäler für 1881.
Das Großherzogliche Kreisamt Gießen
an die Großberzoglichen Bürgermeistereien des Kreises.
Sie haben binnen 8 Tagen zu brrichten, wie viele Scheine Sie im Mr 1881 für zum Bedecken zu bringenden Stuten bedürfen werden.
Dr. Boekmann. ____________________
welches mit der Zeit revolutionäre Schriften eingeschmuggelt wurden, für die fich die Damen mit der ihrem Geschlecht eigenen Lebhaftigkeit zu interesfiren anfingen, bis fie selbst zu agittren begannen. Gravtrende Schriften sollen in großer Zahl mit Beschlag belegt worden sein. So berichtet unser Gewährs« mann, für den wir jedoch volle Verantwortlichkeit noch nicht übernehmen können." ____________________________
Telegraphische Depeschen.
Wagner s telegr. Correspoudeuz-Vureau.
Darmstadt, 13. Decbr. Die Kronprinzessin des deutschen Reiches ist heute Mittag 12 Uhr 45 Mm. hier eingetroffen. Dieselbe verweilt hier bis morgen, dem zweiten Jahrestage des Todes der Großherzogin Alice, an welchem die Kronprinzessin mit der Großherzogltchen Familie das Mausoleum auf der Rosenhöhe besuchen wird.
Pari-, 13. December. Das „Journal des Ddbats" schreibt: Das europäische Schiedsgericht, dessen Einsetzung von Tag zu Tag an Conststenz zu gewinnen scheine, sei das einzige Mittel, dem Kriege zwischen Griechenland und der Türket vorzubeugen. Auch die übrigen Journale sprechen sich für das europäischen Schiedsgericht aus.
Altenburg, 13. December. Resultat der Stichwahl zum Reichstage. Kämpffer (Fortschritt) ist mit 12,283 Stimmen gewählt; Große (nat.-liberal) erhielt 8963 Stimmen.
Loudon, 13. Decbr. In Folge der ernsten Lage in Irland wurde ein Cabinetsrath unerwartet auf beute anberaumt. — „Standard" erfährt, das Cabinet werde wichtige Brschlüsie faffen. Der Generalsecretär für Irland, Forster, habe erklärt, er müffe ohne Ausnahmegewalten die Verantwortung für die Regierung in Irland ablehnen. Ein sofortiger Zusammentritt deS Parla« ments sei möglich.
Berlin, 13. Decbr. Zum commandirenden General des 8. Armee« Corps ist der bisherige Commandern: der 21. Division Generallieutenant v. Thtle ernannt; an seine Stelle tritt der Eommandeur der 58. Infanterie- Brigade v. Böhn und an deffen Stelle der Commandeur deS Leibgrenadier- Regtments v. Retbnitz.
London, 13. Decbr. Der Herzog von Cambridge und der Staats- secretär deS Kriegsdepartements Childers conferirten heute im Kriegsministerium. Gutem Vernehmen nach sind Dispositionen getroffen, zwei weitere Regimenter nach Irland zu senden. w f
Dortmund, 13. Decbr. Heute früh erfolgte auf der Zeche Bruch« straße bei Langendreer eine Explosion schlagender Wetter in Flötz 1 der zweiten Bauabtheilung, herbeigeführt durch Oeffaen einer Lampe; 4 Personen sind ge« tobtet, 2 leicht verletzt, der Betüeb m keiner Weise gestört.
London, 13. December. Abends. In Folge der unerwarteten Einberufung des Ministerrathes verlautet gerüchtweise, der Generalsecretär für Jr« land, Forster, habe die Ueberzeugung, daß es unmöglich sei, die Regierung von Irland ohne sofortige Bewilligung von Zwangsmaßregeln weiterzuführen. Es herrscht heute große Erregung in den politischen Kreisen. Dem Nachmittags stattgehabten Mintsterrathe wohnten sämmtliche Minister bei; über die Be° schlüffe deffelben ist noch nichts bekannt.
m. Darmstadt, 12. December. (Verspätet eingetroffen). Von dem Gesetzgebungs-Ausschuß der ersten Kammer, welcher morgen abermals eine Sitzung abhalten wird, liegen eine Reihe von Berichten vor. Zunächst bean« tragt der Ausschuß, in Uebereinstimmung mit der zweiten Kammer, Annahme der Gesetzentwürfe, das Rechnungsjahr für den Gemeindehaushalt und dasjenige für den Haushalt der Provinzen und der Kreise betreffend. Dagegen wird nach dem von Herrn v. Will ich erstatteten Bericht bezüglich des An- ttaas der Abqg. Schröder und Genoffen auf Aufhebung des Gesetzes vom 3. Mai 1858, die Bildung der Ortsvorstände betreffend, und eines Theils des Gesetzes vom 22. November 1872, die Mitwirkung der Forensen bei der Festsetzung des G:metndevoranschlags betreffend, Nichtbeitritt zu dem Beschlusie der zweiten Kammer beantragt, welcher auf Antrag des Abg. Franck den von den Abgg. Schröder und Genossen vorgeschlagenen Gesetzentwurf zur Erthei« lung der verfassungsmäßigen Genehmigung empfiehlt. Der Bericht führt in dieser Beziehung aus, wie aus dem vorliegenden Materiale in keiner Weise erbelle, daß durch die in Rede stehenden Bestimmungen dem Staate, den Gemeinden und den einzelnen Staatsbürgern irgendwelche Nachtheile zugesügt worden seien, wie aber auch aus demselben Materiale erhelle, daß die Großh. Staatsregierung bisher fortwährend vergeblich bemüht gewesen, geeignete Wege wegen Aufhebung oder Abänderung der hier in Rede stehenden gesetzlichen Be« Kimmungen aufzufinden und es deshalb für am geeignetsten erachte, daß diese Materie bis zu einer generellen Revision der Vecwaltungsgesetze ausgesetzt werde. — Ein weiterer von Herrn Dr. Stüber erstatteter Bericht bezieht fick auf den Antrag des Abg. Betz, die Confervirung der Hypothekarforde- rustgen 2C- in der Provinz Rheinhessen betreffend. Der Ausschuß beantragt Beitritt zu dem Beschlusie der zweiten Kammer, welcher dahin geht, mit Rücksicht darauf, daß wir in nicht langer Zeit ein einheitliches deutsches Cwilgesetz« buch erhalten werden, dem Antrag Betz auf Beseitigung des Art. 2154 des in Rheinhessen geltenden code civil keine Folge zu geben. — Die Beschwerde des Großh. Landgerichisrathes Dr. v. Schmalkalder zu Gießen, betreffend die Feststellung des Dievstalteis der Mitglieder der Landgerichte und Amtsge- richte, wird von dem Ausschuß nach einem von Herrn Unioersitätskanzler Dr. Wasserschleben erstatteten Belicht, in Uebereinstimmung mit dem andern Hause, nicht befürwortet. — Ueber den Antrag des Abg. Muhl auf Vorlage eines den Art. 11 des Jagdgesetzes vom 26. Juli 1848 modificiren« den Gesetzesentwurfes hat Herr Dr. Buff Bericht erstattet. Die Regierung hatte dem Ausschuß der zweiten Kammer gegenüber erklärt, daß sie nicht abge« neigt sei, eine Änderung der in dem erwähnten Artikel getroffenen Bestimmungen dahin herbeizuführen, daß in Gemeinden, in denen die Städteordnung gelte, der Stadtverordneten-Versammlung das Recht eingeräumt werde, nach stattgehabter Versteigerung der Jagd eine Auswahl unter mehreren Steigerern m treffen, daß sie es aber für zweckmäßig erachte, einer bezüglichen Aenderung des Gesetzes erst dann näher zu treten, wenn eine Revision der Städteordnung auch in anderen Beziehungen sich als nothwendig darstellen werde. Die zweite Kammer beschloß, den Antrag hierdurch für erledigt zu erklären und der Ausschuß erster Kammer beantragt Beitritt zu diesem Beschluß. — Weiter wird gleichmäßige Annahme des Gesetzesentwurfes in Betreff der Pfändung in dem pichtgerichtlichen Beitreibungsverfahren, insbesondere in dem Steuerexecutions- imb in dem administrativen Beitreibungsverfahren beantragt.
Berlin, 10. December. Der Abg. Stöcker hat bei Capitel 113 das Wort genommen und eine „Liste" auf den „Tisch des Hauses" niedergelegt. Dieselbe enthält nach dem „Berl. Tagebl." folgende Namen: Geh. Sommer- »ienrath A. Delbrück, Geh. Commerzienrath E. Stephan, Geh. RegterungSrath Dr. Engel, Dr. Werner Siemens, Dr. G. Siemens, Commerztenrath R. Eger, Dr. Fr. Kapp, Geh. Commerztenrath Gelpke, Julius Kaufmann, Kieschke, Ober- Regierungsrath G- Keibel, A. Fretzel, Karsten, Justizrath, C. Dietrich, Stadt- taih Barre, Herqersberg, Commerztenrath Koffka, Rechtsanwalt, P. Parey, Dr. Albrecht. Die Liste unterscheidet sich von der der „Deutschen Landesztg. fast gar nicht. Die Erwiderungen der also Verdächtigten werden nicht auf sich warten lasten. _ ,r m
— Das „Berliner Tageblatt" berichtet: „Eine größere Anzahl von Verhaftungen, welche wegen socialdemokratischer Umtriebe vor ca. 3 Wochen fri.tr stattgefunden, haben, wie uns nachträglich gemeldet wird, 8 Tage später noch ein Nachspiel gehabt. Es sollen nämlich drei junge Damen aus angesehenen Familien etngezogen und in Haft behalten worden sein, trotzdem für fie eine hohe Caution geboten wurde. Die socialisttsche Propaganda hat sich, öie wir hören, aus einem anfänglich harmlosen Lesekränzchen entwickelt, in
Lokales.
Gießen, 14. December. In der am 29. v. M. abgehaltenen öffentlichen Sitzung des Pi ovinzial-Ausschusses kam zunächst die Klage des Orts-Armenverbandcs Caffel gegen den Land-Armenoerband Gießen wegen Unterstützung des H"ma"N Deller zu? Verhandlung und zwar unter demVorsttzedesHe^ mann, weil der Großh. Provinzialdirector die Verhandlung im Kreisausschune geleitet hatte und auch in der mündlichen Verhandlung vor das Interesse des Beklagten vertrat. M.t Rücksicht auf d'-mhohem Grade lnteresianten Giaentbümlicbkeiten dieses Falles und insbesondere den Umstand, daß durch die ent- XriXw**! d°r Mch.n °°n -m°r drufn.
Last freigesprochen worden ist, erscheint cs angemessen, das Sachverhaltmß emgeyenv
31. Muguft 1877 beanspruchte ^ermann. »er
hatten, daß Deller einen Unterstützungswohn sttz nicht: besitze^, wendete sich d r ^ris S»gl"«


