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Weise erworbenen Maaren häufig zu Sportpreisen losgeschlazen zum alleinigen Schaden des Versenders. Aber außer diesem Schaven trifft chn meistens noch der weit größere Verlust, daß sich dadurch dre angeknüpften Geschäfrsoerbin- dungen meist lockern, wenn nicht gar lösen. Der französische Geschäftsmann ist für sich und sein Vaterland reell, welches er vor Schaden aus dieser Art von Halbschmuggel bewahren will. Dem mit diesen Verhältnissen unbekannten deutschen Geschäftsmanns sei dies ein Wink, dem dre Bestimmungen nicht genau innehaltenden und nach den vorkommenden Fällen muß es deren geben, aber eine Warnung.

IranKreich.

Pari-, 10. Octbr. Die Unterredung, welche gestern der deutsche Ge­sandte, Herr v. Radowitz, mit Bnrthelemy St. Htlaire hatte, blieb nicht ohne Einfluß auf die gestrigen Beschlüsse des Mtnisterrathes, der beschloß, dem Admiral Lafont nicht sofort brn Befehl zu ertheilen, die albanischen Küsten zu verlaffen. Herr v. Radowitz hob nämlich die Nothwendigkett hervor, das euro­päischeConcert", wenn irgend möglich, aufrecht zu erhalten, und theilte mit, daß Deutschland und Oesterreich im Augenblick mit England unterhandelten, um daffelbe zu bestimmen, der Türkei gegenüber eine Politik zu befolgen, welcher die übrigen Mächte zustnnmen könnten. Frankreich verhält sich infolge deffen noch abwartend und wird vor Grevy's Rückkehr keine endgültigen Be> schlösse faffen. Lange kann das französische Cabinet aber seine Beschlüsie nlcht mehr htnausschteben, da ganz Frankreich mit größerem Ungestüm dein je die Zurückberufung der Flotte verlangt. Man zieht auch scharf gegen eme Diplo­matie zu Felde, die Europa in diese neue Krisis gestürzt habe. Das einzige Blatt, welches das europäischeConcerr" heute noch vertheidigt, ist dieReprbl. Francaise". Hier heißt es. daß Rumänlen sich dem deutsch-österreichischen Bündnisse angeschlossen habe. Wie man aus den klerikalen Kreisen erfäorr, werden alle nicht erlaubten Ordcnsgesellschaften nach ihrer Auflösung sofort Proceffe gegen die Regierung anstrengen. Dies geschieht nach dem Befehle des Vattcans, der Alles aufbietet, um Frankreich Verlegenheiten zu bereiten.

England.

London, 12. October. DieTimes" Mißt die Nachgiebigkeit der Pforte den dringlichen Vorstellungen der Botschafter Deutschlands, Oesterreichs und Frankreichs bet und beglückwünscht Europa zu der glücklichen Lösung des ver­wickelten Problems. Die türkische Note dürfe durch die Abtretung Dulctgnos als thatsächltch beseitigt betrachtet werden. Der Beschluß der Pforte bekunde die Rücksicht gegen den Willen Europas, welche zu erwarten die Mächte be­rechtigt gewesen seien. Die Türkei habe sich gewissermaßen mit Europa wieder auf guten Fuß gestellt. Die plötzliche Löjung der verbleibenden Fragen könne jetzt billigerweise nicht verlangt werden. Nach einem Hinweis auf die Ge­fahren weiterer Excenttons-Maßregeln hofft dteTimes", die Pforte werde es den Mächten möglich machen, ihr für eine Weile Frist zu gewähren. Europa könne seine Forderungen nicht zurückziehen, allein wenn die Türkei Willens sei, denselben gehörige Rücksicht zu schenken, dürften die Mächte ihrerseits wohl einwilligen, die Schwierigkeiten in Betracht zu ziehen und die weiteren Forde­rungen zu verschieben.

Türkei.

Konstantinopel, 12. October. Dte türkische Regierung wird dem­nächst ihre Botschafter in den europäischen Hauptstädten beauftragen, eine Ver» eiuigung der türkischen Staatsgläubtger zu veranlassen behufs Wahl eines Vertrauensmannes, welcher mit Vollmachten versehen, im Namen der Gläubi­ger mit der Pforte tu Konstantinopel zu verhandeln hätte. Di? Pforte beab­sichtigt, die sechs tndirecten Steuern der Türket, sowie die Jntraden von Cypern und Ostrumelien ihren Gläubigern zu überlasten. Di- Gläubiger wür­den ein Bankinstitut mit Anziehung dieser Steuern beauftragen. Es würde der Pforte gleich gelten, ob hierzu ein vorhandenes Institut benetzt wird, welches in Konstantinopel eine Filiale herstellte, oder ob die Giänb ger vor- ztehen, ein eigenes Institut zu diesem Zwecke zu gründen. Die Eintreibung der indirekten Steuern würde provinzwetse in dte Hände der Generalsteuer, einnehmer gelegt werden, welche das dte Gläubiger vertretende I.stitut zu ernennen hätte.

Telegraphische Depeschen.

Wagner'S telegr. Correspondenz-Bureau.

PariS, 13. October. Der heutige Mintsterconseil unter Grevy's Vorsitz erklärte sich einstimmig für den Antrag des Ministers. Constans, berr. die Anwendung der Märzdekrete auf dte geistlichen Covgregationen. Minister Barthelemy theilte auf den Orient bezügliche Depeschen mit, namentlich eine offictelle Notification des Einverständntstes der Pforte bezüglich der Uebergabe Dulctgnos. Dte sonstige Discussion betraf den Termin der Municipalwahlen; es wurde darüber noch kein Beschluß gefaßt. Morgen tritt der Ministerrath wiederum zusammen.

Berlin, 13. Octbr. Bezüglich der neuesten Phase der montenegrini- schcn Grenzfrage schreibt dteProv.-Corresp": Die Frtebenshoffnungen und der Berliner Vertrag haben hierdurch eine neue Bestätigung erhalten. Ferner schreibt dteProv.-Corresp." : Dte für Ende des Monats, etwa den 28. ds.,

in Aussicht genommene Eröffnung veö Landtages werde wahrscheinlich durch den Vicepräsioenten des SlaatSn inisteriumS Graf Stolberg erfolgen.

Petersburg, 13. Octbr. DerRegierungsbote" erklärt alle Gerüchte über ein Ausfuhrverbor oder einen Ausfuhrzoll auf Getreide für vollständig unbegründet.

London, 13. Ocrbr.Daily News" meldet aus Ce'.tinje von gestern: Petrovtcs begibt sich heute nach Dulcigno, um das Commanvo der Stadl zu übernehmen. DieTimes" sagt, nachdem Dulcigno definitiv übergeben und dte montenegrinische Frage erledigt fei, wäre die Kundgebung der Flotte, deren Zweck die Lösung der montenegrinische Frage gewesen, ipse facto zu Ende.

Wien, 13. October. DteNeue Fr. Presse" meldet, die den Bot­schaftern der Mächte in Konstantinopel vorgestern Nacht übergebene türktsche Note laute wie folgt: Der unterzeichnete Minister des Auswärtigen ist durch dte Regierung beauftragt, nachfolgend zur Kenntniß dec Botschafter zu bringen, daß die Pforte, um einen neuen Beweis ihrer Loyalität und ihres guten Willens zu geben, erklärt, daß sie Dulcigno abtritt und sofort den Localbe­hörden kategorische Jnstructionei» ertheilen wird, damit dte Stadt durch fried­liche Mittel den montenegrtntschen Behörden übergeben werde. Eine Conven­tion wird dte Bedingungen der Session regeln. Die ottomanische Regierung, welche nur, um die Flottendemonstration zu verhindern, dieses Opfer bringt, hofft, daß durch diese Maßregeln dte Flotcendemonstration vollständig hintan­gehalten werderi wird.

New»Nork, 13. October. Nach den bis jetzt eingegangenen Nachrichten sind d'.e Demokraten bet den Wahlen tn Indiana unterlegen und haben dte Repuöltkaner mit geringer Majorität gesiegt. In Ohio sind die republikanischen Candidaten mit großer Majorität gewählt. In Westoirginivu siegten die Demokraten, aber mit gegen früher verringerter Majorität.Herald" und Tribüne" halten diese Niederlagen der Demokraten für das entscheidende Wahlresultat und ein Anzeichen des Steges der Republikaner bei der bevor­stehenden Präsidentenwahl.

Paris, 13. Octbr. Meldung derAgence Havas" aus Skutart: Riza Pascha berief dte Führer der albanestschen Liga zusammen und forderte diesel­ben auf, sich tn die friedliche Uebergabe von Dulcigno zu fügen. Es wird in Folge dessen eine große Versammlung der Liga zusam ncntreten.

Rom, 13. Octbr., Abends.Ossecvatore" erfährt, der Papst hrbe das Gesuch des Cardinal Staatssecretärs Nina um Enthebung von seinem Amte, begründet auf Gesundheitsrücksichten, genehmigt; in' werde Nina auf Verlangen des Papstes das Amt des Präfekten dec, apostolischen Paläste auch ferner bekleiden. DieAgenzia Stefani" meldet, Jacobint sei als Staats- secretär und Vannutelle an deffen Stelle als Nuntius in Wien in Aussicht ge­nommen. Die türktsche Gesandtschaft in Rom solle den Rang einer Botschaft erhalten.

Lokales.

Girpen, 14. October. Die Betheiligung an ver gestrigen Wahl der Stadtoer - orvnetrn war nicht so lebhaft, als man bei ver Masse der Vorschläge hätte erwarten dürfen. Von 1087 Stimmberechtigten machten nur 395 von ihrem Rechte Gebrauch. Gewählt wurde: Fabrikant I. H anstein mit 345, M. Homberger mit 303, I u l. H o ch mit 2m7, H. Vogt mit 186, R i ch. Scheel mit 157 und Th. Bai st mit 155 Stimmen. Es wurven sonnt sämmtliche aussckcldende Mitglieder mit Ausnahme des Herrn May wieverge wählt. Außer Vorstehenden erhielten noch Stimmen: Anton Petri 124, Conr. Simon 88, L Georgi 86, Dr. Gutfleisch 85, F. Koch 84, Ph. Uhl, 82, Will). Wallenfels 78, Jos. Mann 74, Dr. Glasor 43, Fr. Habenicht 32, Andr. Euler 23, A. Katz 22, Carl Kreiling 20, Hermann Völker 12, Ottmar Weidig 12, Adolf Weidig 10 Von hier an zcrtheilen sich vie noch übrigen 51 Stimmen auf 30 Candidaten.

In einem Hause am Ktrchenplatz wurden dieser Tage einem Manne 60 X aus einer verschloßenen Reisetasche gestohlen. Vom Diebe hat man bis jetzt keine Spur.

Heute Nacht versuchte ein seither am Bahnhof mit Laternenanzünden beschäftigter älterer Mann auf demselben beim Ausladen der Poststücke ein Packet bei Seite zu bringen. Er wurde jedoch hierbei ertappt und mußte das Packet, welches er unter cinem Läutewerk bereits versteckt hatte, wieder herbeibolen Das Bahnpersonal ließ den -Jl-ann gehen und als heult Morgen die Polizei sich der Sache annahm war er verschwunden, ohne daß seine Familie eine Ahnung von dem Geschehenen hatte.

Zwei Sludirendo, welche heute Nacht auf dem Neuenweg ihr Unwesen trieben, wurden von der Schutzmannschaft hierbei betroffen und mußten, weil sie ihre Namen nicht an­geben wollten, den Weg nach der Polizeiwache anlreten, von wo man sie, nach Feststellung ihrer Personalien, entließe Eine richtige Polizeistrafe wird der hinkende Bote sein.

Handel und Verkehr.

Frankfurt, 13. October. «Marktbericht. Der heutige Heu- und Strohmarkt war schlecht befahren. Heu kostete je nach Qualität der Ctr. JL 2.504.00. Stroh 2.50- 0.00 Butter das Pfd im Großen 1. Qual.IL l.-'O-OO, 2 Qual 0.900-», im Detail da? Pfi. vMa 1.3000, 2. Qual. JL 1 2000. Eier das Hundert ital. 7.00, deutsche Ei -. 5.80 v4L Ochsenfleiich per Pfunr 65 '0 Kuh , Rind- und Farrenfleisch 4560 Kalv

fleisch 5070 Hammelfleisch 4565 H, Schweinellelick 75 - 80 ein Hahn JL 1.0 > bis 1.80, ein Hubn JL 1.70 -2.00, eine Ente JL 2.00-2.20, eine Taube 45 50 Gans vHi 5.00 6 00, Hasen das Stück JL 3.504.00, Feldhuhn JL 1.001.50, Rehbock das Pfo. 7580 Kapaunen JL. 0-0.00, Wälschcr Hahn JL o0 Kartoffeln 100 Ko X 5.506 Kohlrabi 68 Blumenkohl 1 St. 20-50 Wirsing 10 15 H, Gelberüben 1 Bund 10 20 H, Zwiebeln 1 Bund 6 Sellerie das Stück 6 Meerrerttg 1 Srück 00-00 Spargel das Pfund 0000 H, Romain-Salat 30 00 ^, Endivien 100 H, Rothkrart 15-20 H, Weißkraut 1020 Artischoken 50 Erbsen das Pfd. 00 Bohnen 1 C'r 10 14 J4, Gurken das Hundert JL 0.501.50.

Limburg, 13. Ociober. (Finchtmarkt.! Roiher Weizen .,H» 19.00, Weißer Weizen X 00.00, Saatweizen JL. 00.00, Korn JL. 16.25, Gerste JL 10.55, Hafer JC 6.55, Erbsen JL- 00.00. (Durchschnittspreis pro Malter.)

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