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Wenzels Garten (Saalbau).
Sonntag den 15. Februar 1880:
«BOSSES (’OM'EHT.
ausgefiihrl von der Kapelle des 2. Grofih. Heff. Inf. - Regiments Nr. 116, unter Leitung des Kapellmeisters Herrn C. Krausse.
Anfang präcis Uhr. — Entree 3S Mg.
OC Bier ixn Grlas!
(985^
993) Eine perfecte Köchin und ein Hausmädchen werden gesucht.
Von wem? sagt die Eped. d. Bl.
963) Ein erfahrenes Kindermädchen sucht auf Ostern.
Prof- Weiland, Neue Baue-
Zum Kapitel
Nothgcdrungene Abwehr.
Die Ausstreuung höchst verletzender Behauptungen der Singer Comp. gegen die deutsche Nähmaschinen-Jnduftrie, als habe dieselbe „nie" auf Ausstellungen in Con- currenz mit der Singer Comp. gleich hohe Auszeichnungen erhalten, soweit es uns betrifft, als unwahr aufzudecken, sagten wir: . .
Erstens: Die deutsche Nähmaschinenfabrik vorm. Jos. Wertheim hat erst vor einigen Monaten auf einer Ausstellung in Linz a. d. Donau für „verbesserte Singer-Maschinen" (wörtlich nach dem amtlichen Bericht) einen höheren Preis bekommen, als die Singer Comp.
Diese Firma kehrt nun den Spieß um und sucht an der Hand eines Briefes aus Linz nachzuweisen, daß wir uns einer Entstellung der Wahrheit schuldig gemacht hätten. Unsere Angaben sind wortgetreu geschöpft aus dem Jedermann zugänglichen gedruckten amtlichen Bericht der Linzer Ausstellung.
Wollte die Singer Comp. uns einer „absichtlichen Unwahrheit' zeihen, so hatte ste den geraden Weg wählen und nachweisen müssen, daß wir den amtlichen Bericht entstellt haben. Das that sie aber nicht, weil sie es nicht konnte, darum der Hinterrücks-Angrifs durch den den amtlichen Bericht als ungenau darstellenden nachträglich bezogenen Brief.
Ob nun dieser Brief oder der gedruckte Bericht der Ausstellungs-Commission die höhere Autorität für sich hat, mag dahin gestellt sein. Jedenfalls ist gerade durch diesen Brief zu unserer Genugthuung zweierlei unzweifelhaft bewiesen:
1) daß die uns gewordene Auszeichnung in Linz mindestens derjenigen der Singer Comp. gleichwerthig ist, und
2) daß die Singer Comp. demnach die Unwahrheit verbreitet, mit der Behauptung, die deutsche Nähmaschinenindustrie habe „nie" eine gleich hohe Auszeichnung wie sie selbst erlangt.
Wir quittiren der Singer Comp. diese Selbstanklage mit Vergnügen.
Wir sagten zweitens: Auf einer im Jahre 1876 in Australien stattgehabten Ausstellung erhielten wir den ersten, die Singer Comp. nur den zweiten Preis.
Wir sind nicht überrascht, daß die Singer Comp. hierauf erklärt, sie wisse nichts davon. Wäre aber das Umgekehrte der Fall, hätte die Singer Comp. den ersten Preis bekommen, dann — ja dann wüßte sie es; es wäre sogar der ganzen Welt und noch einem kleinen Dörfchen zutelegraphirt worden.
Als dritten Punkt führten wir an: Die Deutsche Nähmaschinenfabrik vorm. Jos. Wertheim hat bei einer durch den Gewerbeverein in Dresden veranstalteten Prüfung von Nähmaschinen des Singer'schen Systems einen entschiedenen Sieg über die Singer Comp. davongetragen. Der amtliche Bericht 'hebt ausdrücklich hervor, daß das amerikanische Fabrikat „ganz beträchtlich" hinter dem deutschen zurücksteht „in Bezug auf Solidität der Ausführung und sauberer »Ausstattung", „geringere Dauer" verspricht, ganz abgesehen von seinem „sehr geräuschvollen (Adlige".
Wie verhält sich die Singer Comp. diesem fachmännischen Urtheil gegenüber? Man höre und staune! Sie thut es einfach mit der Bemerkung ab, die Dresdener Prüfungsei ein „verabredetes parteiisches Manöver" gewesen.
Der Gewerbeverein in Dresden, einer der hervorragendsten, in Fachkreisen hoch- angesehensten in Deutschland, um die sächsische Industrie wohlverdient, von der sächsischen Regierung häusig als Vertrauensorgan berufen, dessen Vorstand aus dem Reichstags- Abgeordneten Walter und dem Stadtrath Christofani besteht, in seiner Ehre gerichtet — von einer ausländischen Handlungsfirma!!
Solch' empörende Anmaßung, solch' lächerliche Ueberhebung zu kennzeichnen, versagt die parlamentarische Ausdrucksweise, das könnte nur in grobem Deutschs geschehen.
Die Trauben hängen zu hoch, Reinecke-Singer, die sind sauer!
Wir hätten gern unserer Gegnerin eine goldene Brücke gebaut und die Erklärung, sie habe sich — geirrt in ihren Angaben, gelten lassen. Statt dessen verwickelt sich Master Singer immer tiefer.
Der Fuchs, in der selbstgestellten Falle gefangen, weiß sich aber zu helfen, er beißt sich das eingeklemmte Bein ab und insinuirt heulend vor Schmerz, der Hase, den er jetzt mit verstümmelten Läufen nicht mehr fangen kann, um ihn — zu liebkosen, der böse Hase habe ihm solch' bitteres Leid angethan und mehr noch, er usurpire seine Ehrenfirma: Reinecke Fuchs & Co.; sowie er auch sein altes Familienwappen, genannt Fabrikmarke täuschend ähnlich nachahme.
Bedürfte es eines Beweises, daß auch dies eine weitere grobe Unwahrheit ist, so wäre auf diese Annonce mit voller Namensunterschrift zu verweisen. Wie sollten wir auch so thöricht sein, vermittelst unserer durch eine große Anzahl von Verbesserungen ausgezeichneter Maschinen der Singer Comp. einen unverdienten Ruf zu verschasfen?
Um zu bestätigen, wie „täuschend ähnlich" unsere Fabrikmarke mit der Singer'schen, welche bekanntlich ein Nähmaschinenschiffchen im Felde führt, sei unser Heinzelmännchen, nach der Sage der Freund der Jungfrauen, also auch der eisernen Nüh- mamsellcn hierbei abgedruckt.
Wir conftatiren: Nicht einen einzigen unserer Beweise, daß die Singer Comp. Unwahrheiten gegen ihre deutsche Con- currenz verbreitet, vermochte sie zu entkräften-
Es muß zugegeben werden, es ist Methode in dem unausgesetzten und systematischen Bestreben einer ausländischen Firma, die Achtung vor der deutschen Industrie im eigenen
Lande zu untergraben durch Verbreitung von Unwahrheiten, die, wenn sie unaufgedeckt blieben, allerdings geeignet wären, in den Augen des deutschen Volkes selbst einen Schatten auf eine in höchster Blüthe stehende einheimische Industrie zu werfen, welche an 400,000 Stück Nähmaschinen per Jahr probucirt, ca. 15,000 Arbeiter beschäftigt und nach allen civilisirten Ländern exportirt, mit einziger Ausnahme von Nordamerika, wo ein Werthzoll von 45pCt. die Einfuhr vollständig ausschließt.
Möchten doch die Herren Amerikaner den Muth haben, einen ebenso geringen Zoll, wie das Deutsche Reich, nämlich ca. 2 p6t. vom Werth, auf Nähmaschinen einzuführen, damit auch die deutsche Industrie in Amerika zu concuvriren im Stande wäre.
Wir erstreben nur das Eine: daß das Publikum unsere mit zahlreichen Ver- besserungen ausgestattete, äls vorzügliche im In- und Auslande anerkannte Nähmaschine selbst prüfe. (1004
Deutsche Nähmaschinen Fabrik
vormals Jos. Wertheim.
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Sonntag den 13. Februar 1880 r
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17-21 16-20 27—31 66-71
65 51—55 17-20
Verantwortliche Redactioni A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Univ.-Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Giefien.
Hierzu ein zweites Blatt und eine Beilage.
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