Dienstag den 14. December
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Nr. 292
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Deutschland.
Darmstadt, H. Dccbr. Schluß des Inhalts Großh. Regierungsblatts (Beilage Nr. 27):
12. Ruhestandsversetzungen. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben allergnädtgst geruht: am 11. Novbr. den evang. Pfarrer Gustav Christ zu Stumpertenrod in den Ruhestand zu versetzen; am 24. Octbr. wurde der Schullehrer an der Gemeindeschule zu Dexbach Georg Adam Kisteberth auf sein Nachsuchen, — am 13. Novbr. wurde der Schullehrer an der Gemeindeschule zu Heubach Daniel Guyot auf sein Nachsuchen, — am 15. Novbr. wurde der Schullehrer an der Gemeindeschule zu Geiß Nidda Johann Konrad Muth auf sein Nachsucken, — in den Ruhestand versetzt.
13. Concurrenzeröffnungen. Erledigt sind: Eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lebrerstelle an der Gemeindeschule zu Neu-Dsenburg, mit einem Gehalt von 1000 .X; eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Wieseck, mit einem Gehalt von 1000 «X; eine mit einem kath. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Viernheim, mit einem nach dem Dienstc-lter des beir. Lehrers sich bemesienden Ge- halt von 1000 bis 1600.X.; eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Geiß Nidda, mit einem Gehalt von 900 «X; die mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Laudenau, mit einem Gehalt von 900 .X; dem Herrn Grafen zu Erbach- Erbach steht das Präsentatiousreckt zu dieser Stelle zu; an der Volksschule zu Mainz: 1) 10 Lehrerstellen mit einem Gehalt von je 1300 «X., von diesen Stellen sind 7 mit katholischen und 3 mit evangelischen Lehrern zu besetzen, und 2) 6 Lkhrerinrenstlllkn mit einem Gehalt von je 1200 «X, von diesen Stellen sind 4 mit katholischen und 2 mit evangelischen Lehrerinnen zu besetzen; die m t einem evang. Lehrer zu besetzte Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Dornberg, mit einem Gehalt von 900 -X; die mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Ober-Sensbach, mit einem Gehalt von 900 .X; dem Herrn Grafen zu Eröach-Fürstenau steht das Prä- sentationsrecht zu dieser Stelle zu; eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemrindrschule zu Butzbach, mit einem Gehalt von 1000 .X, welche sich von 5 zu 5 Jahren um je 150 .X. bis zu einer Höhe von 1600 steigert; dem in Betracht kommenden Bewerber werden die in anderen Gem.inden verbrachten Dienstjahre auch über den Durchschntttsgehalt hinaus, je nach dem Dunstalter btS zu dem Maximalgehalt, in Anrechnung gebracht; eine mit einem kath. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Ge- weindkichule zu Nieder-Mörlen, mit einem Gehalt von 900 «X.; die evang. Pfarrstelle zu Ober-Mossau, dotativnsmößiger Gehalt 1290 <X; das Präsen- tattonsrecht zu dieser Stelle steht dem Herrn Grafen zu Erbach-Fürstenau zu, welcher jedoch dem Gesetze über die Classification des Diensteinkommens der evang. Geistlichen des Großherzogthums beigetreten ist.
14. Sterbefälle. Gestorben sind: am 28. Septbr. der Minister i. P. Freiherr Reinhard v. Dalwigk-Lichtenfels zu Darmstadt; am 13. Octbr. der Kanzlei-Accessist i. P. Heinr. Zehfuß zu Darmstadt; am 25. Octbr. der Ober- klarer i. P. Johann Philipp Schulz zu Offenbach; am 30. Octbr. der evang. Pfarrer Johannes August Ktßner zu Crumstadt; am 9. Novbr. der emeritirte evang. Pfarrer August Schnittspahn zu Besiungen; an berr.f. Tage der Hof- küchenwärter i. P. Adam Christ zu Darmstadt; am 16. Novbr. der evang. Pfarrer Johann K5rl Konrad Sander zu Beuern; am 19. Novbr. der Kanzlet- Jnfpector i. P. Johann Ludwig Grebe zu Darmstadt.
Berlin, 11. Dccbr. Bezüglich der Aeußerungen verschiedener Blätter über Aendcrungkn in der Reihenfolge der Etatsberathungen sagt die „Nordd. Allg. Ztg.": Wir können die Berechtigung des Wunsches anerkennen, die Möglichkeit der Realtsirung aber nicht einsehen, so lange man an den einjährigen Etatsperioden festhalte. Bet der Berathung des Reichsbudgets vor dem Landesbudget wäre eine nochmalige Verlegung des Etatsjahres unvermeidlich. Die Parlaments-Sessionen müßten dann schon im Juli oder August beginnen. Bei der Einführung der zweijährigen Etatsperioden würde eine Berathung des Reichsetats in dem einen, die Berathung des LandeSetats tm zweiten Jahre statlfinden können. Es sei zu hoffen, daß die bisherige Abneigung der libe- ralen Kreise gegen zweijährige Etatspertoden einer günstigeren Stimmung Welt$C’_ Professor Bruns ist gestorben. — Der deutsche Botschafter Graf Hatzfeld in Konstantinopel hat seinen Urlaub nach Deutschland angetreten.
— Gegenüber der bezüglichen Mttthetlung des „Hamb. Cvrresp." sagt die Nordd. Allg. Ztg." : Uebcr den Hamburger Zollanschiuß habe man in Berlin niemals Sorgen gehabt. Die Sorgen deshalb seien ausschließlich Sache der Hamburger RegierungSkreise. Die Initiative habe verfassungsmäßig von Hamburg auszugehen und werde, wenn sie erfolgt sei, hier das bereit- willige Entgegenkommen finden, welche die Antwort des Reichskanzlers auf die Zollanschluß-Adreffe ausdrücke; aber man erwarte die Hamburger Initiative ohne jede Ungeduld. Die Andeutung, daß die Arbeiten bezüglich des Altonaer Zollanschluffes ruhten, beruhe auf Erfindung. Die Arbeiten seien in vollem Gange und würden allen unberechtigten Gegenwirkungen gegenüber in Kurzem zum Abschluß gelangen. Die Weisung, dieselben ruhen zu lasten, habe nie- malS existtrt.
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Berlin, 11. December. Die „Nordd. Allg. Ztg." ermahnt die Con- servativen, zeitig die Wahlagitation zu beginnen, und fügt hinzu: „Wir haben noch einen bestimmten Grund zu dieser Mahnung. Man versichert nämlich, daß die Fortschrittspartei, sowie den Secessionisten sehr bedeutende Summen zum Zwecke der Wahlagitation zur Verfügung stehen werden, Summen, welche schwerlich blos in den eigentlichen Parteikreisen aufgebracht werden könnten, aber bei der Rührigkeit und der agitatorischen Geschicklichkeit der Parteiführer sickerltä) mit Nachdruck und — wenn man sich nicht bei Zeiten vorsieht — auch mit Erfolg verwendet werden dürften." Glaubt etwa das freiwillig- gouvernemtntale Blatt, daß Fortschrittspartei und Secessionisten auch eine Art von Welfenfonds im Hintergründe haben?
AranLreich.
Daris, H. December. Wie der „Temps" erfährt, hat nach einigem Zögern nun auch Deutschland angezeigt, daß es sich bei dem vom 1. August bis' zum 15. November k. Js. in Paris abzuhaltenden und mit einet Aus- stellung verbünde! en internationalen Congreste für Electricität und ihre praktischen Anwendungen bethetltgen werde. Die Hauptklaffen werden die folgen- den sein: Telegraphie, Telephonie, Erzeugung und Verbreitung des Lichts, L-uchtthürme und Signale, eletrische Motoren für dir Bedürfnisse der Industrie und Eisenbahnen, Drähte und Kabel, Galvanoplastik und Uebertragung der Metalle, Anwendung der Electricität auf schöne Künste und häusliche Arbeiten. Eine lithographische Sammlung und ein historisches Museum der praktischen Anwendungen der Electricität sollen die Ausstellung vervollständigen.
Paris, H. Decbr. Die Deputtrtenkammer, welche die Berathung des Einnahme-Budgets heute fortsetzte, nahm alle die Anwendung der fiskalischen Gesetze auf die Güter der Congregationen betreffenden Artikel an. — Baudry d'Äston hat eine Klage gegen Gambetra und die Quästoren bei dem C^vilgcricht und dem Criminalgertcht etngeretcht. Senator Baragnon wird für ihn plaidirem — Das Gerücht, wonach Barthelemy St. Hilaire durch Challemel Lacour ersetzt werden wird, ist nicht ernsthaft zu nehmen.
ßnglarrd.
Loudon, H. December. Die „Times" bespricht den Vorschlag, die griechische Frage einem europäischen Schiedsgericht zu überweisen und glaubt, eine solche Mediation werde die nöthige Kraft besitzen, um deren Entscheidung Nachdruck zu verleihen. Die griechische Frage dürfte nicht länger sich selbst überlasten bleiben. Das einzige Mittel, einen griechisch-türkischen Krieg abzuwenden, wäre die Aufrechterhaltung des europäischen Concerts.
— Die hiesige geographische Gesellschaft erwägt die Pläne einer neuen Nordpol - Expedition, deren Hauptzweck sein soll, auf der Route via Franz Josephland den unbekannten Flächenraum nördlich vom 7s. und 80. Bretten- 0ra e Londo^H. Decbr. Die Great Eastern Eisenbahn-Gesellfchaft läßt anzeigen, daß sie das electrtsche Licht zur Beleuchtung wenigstens eines ihrer mit dem Festlande verkehrenden Pastagier-Dampfer anzuwenden gedenkt. — Sämmtliche Wallfischfahrer aus Dundee sind nunmehr von ihren Fahrten zu- rückgekehrt. Es sind 13 Schiffe; sie haben zusammen gegen 90 000 Seehunde und 700 Walfische gefangen, erstere an den Küsten von Neufundland und Grönland, letztere in der Davis-Straße. Die Walfische haben über 34,000 Ctr. Thran und 800 Ctr. F-schbein ergeben. Der Geldwerth beträgt etwa 110,000 L. tm Vergleich zu 130,000 L. im Vorjahr.
Rußland.
Petersburg, 10. Decbr. Großer Jubel am Newastrande! Die so sehnlichst erwartete Aufhebung der Salzsteuer ist nun durch einen kaise^ichen Erlaß vollzogen worden. „Vom 1/13. Januar 1881 ab", heißt es tm Befehl an den dirtgtrenden Senat, „tst die Salzacctse aufzuheben und der Zoll auf das aus dem Auslande etngeführte Salz entsprechend herabzusetzen.' Der neue Ftnanzmintster hätte mit keinem Erstlingswerk einen größeren Erfolg erzielen können. Hauptsächlich tst es die arme Landbevölkerung, die den Druck der Salzsteuer bisher bitter empfunden hat; der Viehzucht und Fischerei hatte dieselbe einen harten Stoß versetzt. (Köln. Zt.)
Rumänien.
Galatz, H. December. Die Donaucommisston hat gestern die in der vorigen Session ausgearbeitete Zusatzacte zu der die Schifffahrt von Galatz bis zum Schwarzen Meere regelnden Acte mit geringfügigen Abänderungen angenommen.____
Telegraphische Depeschen.
Wagner'« telegr. Correfpondenz-Bureair.
Paris, 12. Decbr. Madame Tbiers ist gestorben.
Konstantinopel, 12. Dccbr. Die Pforte wird in Folge von neuerdings Seitens der Botschafter ertheilten Aufklärungen Instructionen an Derwisch Pascha senden betreffs der Grenzregulirung des Districts.von Dulcigno zwischen dem adriatischen Meere und dem See von Skutari, sowie betreffs des den Delegirten der Mächte zu gewährenden Schutzes. Bedri Bey wird die
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