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— Ein Gürtler in Berlin hatte Brustschmerzen,^ er ging daher zu^einem Metzger und ließ sich von zwei Gesellen „j " * r ' ~'
weg, sondern wurde arger, gebrochen war.
— Wie aus einer Notiz aus Fulda hervorgeht, sind zwei Pfeiler der Fulda-Eisenbahnbrücke bet Malsfeld (Berlin-Coblenzer Bahn) in Gefahr, gänzlich zu sinken. Wie heute weiter verlautet, dürfte es fraglich erscheinen, ob es möglich sein wird, einen gänzlichen Umbau zu vermeiden. Der Betrieb der Brücke ist ststirt.
Torgau, 6. October. Der Professor Wolff aus Berlin hat sich jetzt längere Zeit auf dem 3 4 Stunden von hier belegenen Hauptgestüt Gradttz aufgehalten, um den dortigen tbeuersten Vollbluthengst The Palmer, welcher seiner Zeit für den Preis von 155,000 JL. aus England zu diesseitigen Gestütszwecken angekauft wurde, in Thon zu modelliren. Nachdem Herr Professor Wolff seine Aufgabe in glänzender Weise gelöst, hat er sich vor einigen Tagen mit dem Modell wieder nach Berlin begeben. Zu gleicher Zett weilte auch der Maler Koch aus Berlin, Spezial-Artist des „Daheim", in Graditz, um verschiedene der schönsten dortigen Vollblutpferde zu malen. Derselbe pflegt schon seit mehreren Jahren daselbst mit seinen Studien zugleich eine Art Sommerfrische zu verbinden.
Köln. 10. October. Die unter der persönlichen Leitung des Herrn Julius Bödding- haus aus Düsseldorf Vertreters der Firma Siemens u. Halske für Rheinland und Westfalen, seit einigen Tagen allabendlich angestellten Versuche, den Dom electrisch zu beleuchten, wurden I gestern Abend vom Zeughausthurme aus mit günstigem Erfolge fortgesetzt. In den unteren Räumen wurde bald nach 7 Uhr ein kräftiger Gasmotor in Betrieb gestellt; glerchzeittg begann I
da« Regultren der beiden zur Verwendung gelangenden Lampen. Eine starke Stunde später ging« eine hohe Wendeltreppe und verschiedene steile Leitern hinauf zur Plattform des Thurmes auf welcher die Batterien und die von Berlin gesandten Ständer mit den Erzsptegeln Aufstellung gefunden hatten. Ein leichter Nebel verhüllte die zu unseren Füßen liegenden Häuser und legte sich schleiergleich um den Dom, dessen gigantische Formen sich wie ein hohes dunkles Viereck aus dem grauen Himmel heraushoben. Die electrischen Lampen wurden hinter den Spiegeln befestigt und eine weiße glänzende Ltchtsäule schoß von dem Thurme hoch über die Dächer der umliegenden Bauten hinweg auf den Riesentempel zu. Indessen paßten die Lampen nicht völlig und mußten deshalb umgestellt werden. Als diese zeitraubende Arbeit beendigt war kurz nach 9>/z Uhr, lieferten die weiteren Versuche ein prächtiges Ergebniß. Die beiden Thürme des Domes glitzerten und strahlten durch die electrtsche Beleuchtung in glänzender Tageshelle, die einzelnen Rosetten und Verzierungen waren mit unbewaffnetem Äuge deutlich unterscheidbar und in dem grellen Lichte schien das großartige Bauwerk völlig aus blendend weißem Marmor erbaut zu fein. Einen ganz eigenartigen Anblick bot das Baugerüst, auf dessen dunkelgefärbte Balken das electrische Licht eine weit geringere Wirkung ausübte: es erschien dem Beschauer wie ein zierliches Gitterwerk, aus dessen Umschlingung sich die Thürme kraftvoll herausreckten. Eine große Menge Menschen hatte sich in den umliegenden Straßen versammelt, um das interessante Schauspiel mit anzusehen, das noch geraume Zett fortgesetzt wurde. Von unten aus betrachtet bot die Plattform des Zeughausthurmes ein anregendes Bild: zwischen den dunklen Gestalten der Arbeiter erschien in Hellem Glanze der große Erzspiegel, aus dem eine Wolke grellen zitternden Lichtes in weiter Ausdehnung hervorschimmerte; neben dem blendenden Scheine nahmen sich die Gaslaternen nut wie matte Nachtlämpchen aus.
liehen". oaio rracyle es aucy, aver Der iscymerz war mcyt Nun ging er zum Doctor und dieser fand sofort, daß eine Rippe
Konkurs-Verfahren.
6715) Ueber das Vermögen des Bäckers Heinrich Kuhn von Gießen wird heute nm 12. Oktober 1880, Vormittags 9i/2 Uhr, das Konkurs« verfahren eröffnet.
Der Herr Max Pilger in Gießen wird zum Konkursverwalter ernannt.
Es wird zur Beschlußfassung über i die Mahl eines anderen Verwalters, , sowie über die Bestellung eines Gläu- I bigerauSschusses und eintretenden Falls über die in § 120 der Konkursordnung bezeichneten Gegenstände, sowie zur Prüfung der angemeldeten Forderungen auf
Dienstag den 16. Novbr. er.,
Vormittags 9 Uhr, vor dem unterzeichneten Gerichte Termin anberaumt.
Allen Personen, welche eine zur Konkursmasse gehörige Sache in Besitz haben oder zur Konkursmasse etwas schuldig sind, wird aufzegeben, nichts an den Gemeinschuldner zu verabfolgen oder zu leisten, auch die Verpflichtung auferlegt, von dem Besitze der Sache und von den Forderungen, für welche sie aus der Sache abgesonderte Be- i friedigung in Anspruch nehmen, dem : Konkursverwalter bis zum 10. Novbr. ' 1880 Anzeige zu machen.
Gießen, den 12. Oktober 1880.
Großherzogl. Amtsgericht zu Gießen. Gebhardt.
Zur Beglaubigung: N e i d h a r t, Gerichtsschreiber.
WechesMe Eisenbahnen.
6723) Mit dem 20. ds. Mts. tritt der Nachtrag v. zum Gütertarif für den Frankfurt-Bebra-Overhessischen Verkehr vom I 1. Dezember 1877, welcher directe Tarifsätze für die Oberhessische Haltestelle Mittel- gründau enthält, in Kraft.
Verkaufspreis 5 H pro Exemplar. Gießen, den 8. Oktober 1880.
Großherzogliche Direktion.
Freitag den 15. Minder,
Nachmittags 2 Uhr,
werden im Hause des Bäckers Heinrich Kuhn am Kreuz dahier nachstehend verzeichnete Gegenstände öffentlich gegen Baarzahlung versteigert:
1 Pferd, 1 Handwägelchen, 1 Schlittenschleife, 1 Partie Braunkohlen und Holz, 1 Haufen Mist, Backdiehlen, Kuchenbleche, Mehlkasten und sonstige Bäckerei- geräthschaften.
Giesen, den 12. Oktober 1880.
6708) M. Pilger, Concursverwalter.
Ieikgeöotenes.
6705) Das Nki-est- in:
Baschliks, Caputzen, Woll- r tirchern jeder Art, Handschuhen i in Glacö, Buckskin und Wildleder ! empfiehlt billigst
ä. Fangmann.
Zu verkaufen.
Eine vollständige noch neue kleine i HauShalteinrichtung r
Möbel, Betten, Glas, Porzellan, Küchen- geräthe u. s. w.
I ist aus der Hand billig zu verkaufen. 1 Näheres in der Exped. d. Bl. (6678
Allgemeiner Anzeiger.
Bekanntmachung.
6713) Die Rechnung über Einnahme und Ausgabe der iSrael. Religions- Gemeinde Gießen für 1879 nebst Urkunden liegt 8 Tage lang auf dem Bureau des Unterzeichneten zur Einsicht der Interessenten offen.
Gießen, den 12. October 1880.
Der Vorstand.
_________________________________M. Homberger.
Versteigerung.
6700) Donnerstag den 14. dieses Monats, Morgens 9 Uhr anfangend, und eventuell die folgenden Tage, soll im Laden des Heinrich Battenfeld dahier (Lindenplatz) eine große Parthte
Eisen waaren,
als: Sägen, Feilen, Bohrdrauben, Hobeleisen. Meisel, Fuchsschwänze, Zimmer- mannswerkzeuge, ordinäre und feine Schweizerzangen, Schrankschloß, Schubladschloß, Zapfenband, Fischband, Ktstenband, Riegel, Bohrer, Bettbeschläge, Sarggriffe, Sargschilder und Sargverzierungen, Sargschrauben, Messtngknöpfe, Glasknöpfe, Zirkel, Schraubenzieher, Schränketsen, Drtll- bohrdrauben für Holz und Metall, geschmiedete Scheeren, Hämmer, Revolver und Patronen, eine große Parthie Kartätschen und sonstige in das Eisenwaarenfach einschlagende Artikel,
öffentlich freiwillig gegen Baarzahlung versteigert werden.
Die Versteigerung findet bestimmt statt.
Gießen, den 12. October 1880.
Bühner, Gerichtsvollzieher, ________zu Gießen.
Jraueiwcrem für Lrmenpffege.
Beim Herannahen des Winters mit seiner Roth wenden wir uns wiederum an die Mtldthäkigkeit unserer Mitbürger mit der dringenden Bitte, uns in unserer schwierigen Arbeit unter den Armen mit Gaben hilfreich beistehen zu wollen. Hunderte von Armen sind in diesem Jahre von uns unterstützt, hunderte von Kranken und Elenden von unseren Schwestern verpflegt worden. Aber nun sind alle unsere disponiblen Mittel aufgezehrt. Allein 400 haben wir tm verflossenen Winter für Kohlen ausgegeben. Unsere übrigen Unterstützungen sind zu neun Zehnthetlen armen Kranken zugeflossen. Sollten wir sie nun in ihrem Elende hilflos lassen müssen? Wir bauen darauf, daß der bewährte Wohlthättgkettsstnn unserer Mitbürger uns auch diesmal in den Stand setzen werde, der Roth kräftig zu steuern. Um dazu Gelegenheit zu geben, haben wir beschlossen, Anfangs November einen Bazar mit Verloosung zu veranstalten. Wir bitten, uns dazu recht reichlich schöne Gaben spenden. zu wollen. Wenn jede Familie nach Vermögen dazu steuert, wenn die Damen ihre geschickten Hände zu hübschen Handarbeiten für uns in Bewegung setzen wollten, so könnten wir schon eine recht stattliche Ausstellung veranstalten. Möchte unsere Bitte willige Herzen finden!
Zur Entgegennahme der Gaben sind die unterzeichneten Mitglieder des Vorstandes bereit.
Gießen, den 13. October 1880.
Der Vorstand:
Fr. Br. Baur. Fr. Bürgermeister Bramm. Fr. Professor Bratuscheck.
Frl. Elisabeth Buff. Fr. Hanstein. Fr. Gasdirector Heß- Fr. Kauf. Frl. Klos. Frl. Langermann. Fr. August Noll. Frl. Clara Simon. Fil. Stammler. Fr. Landgertchtsdirector Stammler. Fr. Wagner Steinberger. Fr. Thorwart. Frl. Sophie Walther. Fr. Professor Wilbrand. Frl. Wtndecker. Frl. Henry. Fr. Pfarrer Köster.
Gas-Kochapparate und -Herdchen bewährtester Construction in allen Grössen empfiehlt
(Siessener Gaswerk. (6603
Frische Hecht und Steinbutten sind eingetroffen. (6722
___________Carl Schwaabv
Den Empfang der Mvdellhüte zeige hierdurch ergebenst an.
6707) 1. Fangmann.
6727) Von neuen Käsen sind bereits in dieser Saison eingetroffen:
Roquefort Käse, Fromage de Brie, N eufchäteler, Camenbert, Mont d’or, Grervais carrä, Edamer Käse, Gronda Käse, russ. Steppenkäse, Hamadour, Fort du Salut, Kräuterkäse, Emmenthaler Käse und empfiehlt solche
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