»eiben. — Der Minister-Präsident Braliano ist nach Berlin abgereist; der Minister des Innern, Cvgainiceano, führt interimistisch den Eonseilvorsitz, der Kriegsmtnister Lecca die Geschäfte des Aibeitsministeriums.
Paris, 12. März, Abends. In Regierungskreisen gilt es als gewiß, daß die Regierung keine neue Redaction des Art. 7 des Gesetzentwurfs, bett, ben höheren Unterricht, vorlege unb bei bet zweiten Lesung besfelben im Senat nicht tntervenire. Anlanzenb bie von Mitgltedein der Kammer beab- sichtigte Interpellation scheine die Regierung genetzt, eine Tagesordnung zu acceptiren, worin ihr die Sorge überlassen werde, die Steilung der religiösen Congregattonen unter ihrer Verantwortung und gestützt auf bestehende Gesetze zu regeln. ____________________________________________
Lokales.
Gießen, 13. März. (Schlußvortrag deS Herrn Artchtekten A u g. H ug über daS Wohnhaus.)
Mit Beginn und Ausdehnung des Christenthums vollzogen sich an Tempel und Wohnhaus verschiedene Veränderungen, jedoch zeigt das Wohnhaus der frühromanischen Zeit noch ziemlich dieselbe Grundrtßanlage wie das römische. Erst mit dem Aufblühen der Städte bildete sich, besonders in Deutschland, das mittelalterliche Wohnhaus aus. Eine Thüre mit Sitzen zur Sette führt entweder direkt von der Straße, oder durch eine vor dem ganzen Hause sich hin- ziehende Laube in eine große Halle, zu deren Setten seltener Wohnzimmer, etwa für den Hausmeister (concierge), häufiger Kaufläden, oft mit darüber entresolartig angelegten Comptoirlokalen sich befinden. Von hier führt die Treppe (meistentheils Wendeltreppe) tn das Obergeschoß und eine Thüre tn den Hof, um den sich Werkstätten und andere Gewerbs. und Wirthschaftsräumc rethen. Das obere Geschoß enthält eine meist schmale, aber sehr tiefe Prunkhalle mit dem Erker und ein Paar Nebenzimmern; nach dem Hof hinaus eine Gallerte, oft auch eine lange, nicht sehr tiefe Bankethalle, die Küche und Zubehör.
War die griechische Architektur hauptsächlich Tcmpelbau, beruhte auch im christlichen Mittelalter der Schwerpunkt des architektonischen Schaffens in den kirchlichen Denkmalen, so steht bei der Renaissance der Profanbau im Vordergrund. Seit der Römerzeit hatte der Profanbau nicht mehr diese Bedeutung gehabt; jetzt aber tritt er entschieden hervor, und indem er sich vor Allem der Verherrlichung des Einzeldasetns widmet, erhebt sich hierdurch der Profanbau zur höchsten Stufe künstlerischer Bedeutung. Das Wohnhaus, vom fürstlichen Palast bis hinab zu der einfachsten bürgerlichen Form erhält jetzt zum ersten Male seit dem römischen Alterthum eine mustergültige Behandlung. Bequeme Verbindung schön gruppirter Räume von edlen Verhältnissen unb reichlicher Beleuchtung; AuSdruck der inneren Wohlordnung durch ein lebensvoll gegliedertes Aeußere: das ist das Programm, welches keine Zeit je so vollkommen gelöst hat, wie die Renatffance. — Es liegt im Charakter des Nordländers, namentlich des Deutschen, daß er das Wohnhaus ganz anders betrachtet und künstlerisch behandelt, als der Südländer das seintge. Bet uns ist tn dem rauhen Klima das Haus in der größten Zeit des Jahres die Zuflucht Aller, der Mittelpunkt des Familienlebens, der Geselligkeit, unb wird dcßhalb zum warmen anheimelnden Sitz gemüthlichen Verkehrs ausgebildet; während z. B. der Italiener seinen Palast zu einem monumentalen Kunstwerk stempelt, und das Haus nach Kräften zum Palast erhebt. Von der prächtigen und doch zugleich wohnlichen Ausstattung damaliger Bürger- Häuser erfahren wir durch die Schilderung der Zeitgenossen; namentlich zeichneten sich die Prachthäuser der reichen Nürnberger Kaufleute durch ihren Luxus und Geschmack aus. Reiche Schätze von Kunstwerken der Renaissance-Zeit finden wir in den verschiedenen Museen unb im Privatbesitz. Das Wohnhaus blieb im Aufbau und Grundriß den mittelalterlichen Traditionen treu. Der Grundriß des Hauses ist meistentheils schmal unb in die Tiefe gestreckt. Ein Hof verbindet tn der Regel das Vorderhaus mit den Hintergebäuden, welche meist nur auf einer Seite miteinander zusammenhängen. Hölzerne Gallerten vermitteln die Verbindung und geben jene malerischen Durchblicke, an welchen noch jetzt deutsche und schweizerische Städte reich sind. Bisweilen traten steinerne Arkaden an Stelle des Holzbaues. Die künstlerische Ausbildung des Innern bewegte sich in ziemlich übereinstimmender Richtung. Die Decken der Corridore und Treppenhäuser meist gewölbt, die Wohnräumc aber in früherer Zeit durch die einfache mittels Elterliche Balkendecke gebildet; später aber erhalten Säle und Wohnzimmer geschnitzte Kasetten- decken, oft mit farbigen Intarsien geschmückt.
Die Neuzeit brachte nicht nur am Aeußern, sondern namentlich in der inneren %v theilung große Veränderungen hervor. Die fortlaufenden Laubenhallen verschwanden mehr und mehr; die Kaufläden öffnen sich direkt auf die Straße, das Gewcrbsleben zog sich mehr ins Innere der Häuser zurück. Das allmählich aus verschiedenen Modifikationen hervorgegangene moderne Wohnhaus gestaltet sich je nach Umständen sehr verschieden; aber trotz der Verschieven- artigkeit gelten für die innere Einrichtung allgemeine Grundsätze. Vor Allem ist die Wahl des Bauplatzes von Wichtigkeit, da hiervon die Gesundheit und der Geldpunkt, abhängig werden. Für die Lage der einzelnen Zimmer sind in Beziehung zu den Himmelsgegenden folgende Punkte zu beachten: Wobn- und Kinberzimmer nach Süden, damit im Sommer durch die Temperaturunterschiede gut ventilirt werden kann, im Winter dagegen der etwaige Sonnenschein den Be, wohnern eine freundliche und warme Stube schaffe. Das Schlafzimmer nach Osten, damit dieses Zimmer des Morgens früh einen freundlichen Eindruck auf dcn Erwachenden mache, hauptsächlich aber, um mittelst der reinen Morgenluft das Zimmer gut ventiliren zu können. (Gegen Westen wäre ein Schlafzimmer am ungünstigsten gelegen, da im Sommer unerträglich heiß gegen Abend und dcn Stürmen ausgesetzt.) D'e Nordseite eignet sich am besten für Speise zimmer, Küchen und Speisenkammern, Ateliers und Gemäldezimmer, sowie für Aborte; die Westseite dagegen für Salons nnd Badezimmer, Garderoben unb Treppenhaus. Die Wohnräume dürften sich am geeignetsten um etnfn geräumigen Vorplatz gruppiren, von welchem aus jedes Zimmer direkt zugänglich ist, ausgenommen das Schlafzimmer. Dieses Vorzimmer kann zugleich als Speisezimmer oder als Kinder-Spielzimmer benutzt werden. Die Waschküchen sollten möglichst außerhalb des Hauses untergebracht sein, dagegen dürfte tn keinem Hause tm Dachstock der Trockenboden fehlen. Eine richtig bemessene Stockhöhe, sowie gehörige Beleuchtung der einzelnen Räume müssen aus sanitären Gründen stets wohl beachtet werden. Wenn nun tn Städten, wo die Lage des Bauplatzes meistentheils schon festgesetzt ist, nicht immer nach Wunsch mit der inneren Eintheilung verfahren werden kann, so ist es doch in den meisten Fällen möglich, die einzelnen Räume an den richtigen Platz zu bringen.
In Bezug auf die constructive Ausführung der Wohnhäuser mögen einzelne Punkte Erwähnung finden. Vor Allem sollten die Kellermauern gegen die aufsteigende seitliche Erdfeuchtigkeit durch Jsolirichichtcn (Asphaltdecke, Luftschichten) geschützt sein. Die sämmtlichen Kellerräume sind mittelst Gewölbe abzudecken, zumal die Kosten hierfür sich kaum höher stellen, als eine dem Verderben lHausschwamm) ausgesetzte Balkendecke. Die Außenmauern der oberen Stockwerke sind aus porösem Material aufzubaucn; bei Anwendung von dichten Baumaterialien oder abschließenden Anstrichen, wird der äußeren Luft der Eintritt in die Jnnenräumc gewehrt, was zur Folge haben muß, daß sich die äußerst unangenehmen und ungesunden Niederschläge im Innern zeigen — Grund zu den schädlichen Schimmelbildungen re. Die Treppen mit Ihren Umfassungswänden sollten massiv, d. h. feuersicher hergestcllt werden, wie es in den verschiedenen Städten Vorschrift der Behörden ist; ebenso trüge es sehr zur Solidität unserer Wohnhäuser bei. wenn wenigstens eine, bester 2, innere Wände (Tragmauern) nicht aus Fachwcik, sondern massiv nnd zwar mindestens 1 Stein stark (25 Cm. > ausgeführt würden (Vorschrift in den meisten Städten), hierdurch würden die Riste an den Decken und Wänden im Innern verhindert. Bei Verwendung von trockenem, gesundem und starkem Holz für die Balkendecken ist die größte Vorsicht zu gebrauchen; ebenso ist auf eine solide Dachconstruction mit deren Deckmaterial zu achten unb find die sog. Kehlen so viel wie möglich zu veimeiven. — Bei der Auswahl der Heizapparate (Oefen) muß neben ästhetischem Gefühl auch die Größe des zu heizenden Raumes beachtet werden; glücklich könnten wir uns schätzen, wenn die so zeitraubenden, kostspieligen, schmutzbringenden Heizapparate durch die Centralheizung (amerikanisches System von Holley) versetzt würden, wo wir die Heizung ebenso miethen können, wie das Gas unb das Wasser.
Zum Schluffe sei noch über die Deeoration unserer Wobnräume bemerkt, daß eine verständigt Jnnendecoration sich ebenso von monotoner Einfarbigkeit, wie von verwirrender Bunt- scheckigkeit fern halten soll. Die Einfarbigkeit über einen ganzen in sich abgeschlossenen Wohn- TQum ausgebreitet, ist um so verkehrter, je mehr der Bewohner gerade auf diesen einen Raum angewiesen ist. Eher rechtfertigen läßt sie sich dann, wenn man eine ganze Reihe von Räumen jeden mit einer anderen Farbenoutorität betonten kann, wo durch den Einblik in die verschiedenen Räume das Auge eine angenehme Farbenabwechslung erhält.
Möchten die gegebenen Andeutungen dazu dienen, unser „Daheim" in Beziehung auf Gesundheit, Solidität und freundlichen Aufenthalt einzurichten.
Gteßeu, 13. März. Die Offenbacher Ausstellung mit ihrer electrischen Beleuchtung und Haustelegrophen re. rc. sind uns noch so frisch im Gedächtnisse, daß man fast gar nichts BeffereS zu sehe» verlangte und doch ließ un8 die Neugierde nicht Ruhe, die von Herrn Uhr-
der Provinz
Di-nstaq, 16 März, Vormittoqs 8</2 Uhr: q-g-n Heinrich E-bifer von Daubrin-en wegen Nothzucht. St.-A.: Jockel; Verth.: R.-A. Batst. 3
Mittwoch 17. März, Vormittags 8V2 Uhr: gegen Georg Philipp Bach von Dauern- heim wegen Mord. St.-A.: Jöckel; Vertl'.: R-A. Dr. Rea^
Donnerstag, 18. März Vormittags 8i/2 Uhr: gegen Joh. Adam Schmidt von Büdingen wegen Verbrechen gegen die Scktlichktit. St.-A.: Zimmermann; Verth.: R--A. Weidia
Frettag, 19. Marz, Vormittags 8 i/2 Uhr: gegen Johann Eberhard Buß, Wittwer, von Eberstadt wegen Brandstiftung. St. A. Jöckel; Verth.: R.-A. Dr. Schwarz.
_ , Montag, 22. März Vormittags 8i/2 Uhr: gegen Heinrich Konrad Eberhard von Ober- Schmitten wegen Raub. St.-A : Jöckel; Verth.; R.-A. Lauer.
Samstag den 20. März findet wegen der Feier des Geburtstages Sr. Mas. des Kaisers kerne Sitzung statt. *
Gießen, 13. März Vom 5. bis 10. März l. I. sind in ben Recurrenshospitälern zu Gießen zugegangen 7 Kranke, genesen entlasten würben 21, ein Sterbefall fand nicht statt und es verblieb ein Krankenbestand von 39 (31 M., 8 W); im Ganzen waren seit Beginn der Epidemie daselbst ausgenommen worden 1H9 Kranke (167 M., 22 W ) von welchen'der Krankheit erlagen 17 (15 M. 2 W.). — Im Recurrenshospitale zu Friedberg sind vom 5. bis 10. M: rz zugegangen 4 Kranke, genesen entlasten wurden 6, unb es verblieben in Behänd, lung 23; rnsgesammt haben bis jetzt baselbst Aufnahme gefunden 73 Kranke (71 M. 2 W ) und sind von diesen gestorben 4 (M. . Abgesehen von einigen hin und wider in den Provinzen Starkenburg unb Oberhesten, z. B. in Bensheim, BibliS, Dieburg unb Rainrob, beobachteten Erkronkungsfällen von annoch zweifelhafter Art befinden sich einzelne Rückfallsfieberkranke zur Zeit noch in Bebandinng in ben Hospitälern zu Darmstabt unb Offenbach, sowie tn den Orten Alsfeld, Ovenhausen, Reiskirchen, Saasen, Altenstadt und Feldkrücken. (D. Z.)
— Die „Volksküche" vertheilte heute 1012 halbe Portionen. Verkauft wurden hiervon 39, 973 Portionen erhielten Arme, Kinder und Handwerksbschen
13. März. Verzeichniß der Sitzungen deS Schwurgerichts
Oberhesten vom 1 Quartal 188'1 Zur Verhandlung kommen 7 Fälle, nämlich:
Zmittags 9 Uhr: gegen Heinrich König von Lmdheim wegen ? i Staatganroalt: Anim ermann; Vertheidiger: Gertchtsaccessist T h e o b a ld. m 1 m o0C9Cn 2Äarle 9Beber toon Udenhausen wegen Kindesmords. St.-A -. Schober; Verth : R. A. Lauer.
m°ch-r Baumann «moneirten -I-ctti,ch-n Einrichtung lammt Lamp- anzusch-n und macht«, wir von ferner freundlichen Einladung Gebrauch. y w
^getreten, standen wir überrascht vor einer Zusammenstellung electrischer ; tolT ^Tonedl nict)t zusammen gesehen. Da fanden wir eine eleetrische
UV nfV«^Ci'q/Th)Ctt waches mit dem im 3. Stock siebenden Regulator in Verbindunq steht und alle Minuten werter ruckt; an demselben ist eine Weckereinrichtung angebracht, welche mit n! .korrespondirt und so lange läutet, bis der Geweckte denselben an der
nnn £ Vfind Laute-Apparate, Zug- unb Druckcontacte mit
-in Bequemlichkeiten ausgestattet, in Thätigkeit angebracht, unb nun die Lampe!
UnotCr selben befindliche Knöpfchen unb sie brennt; allerbmgs kein elec- ? m iEdrson-Lampe), bas kann man von zwei Elementen, in welche die Lampe ein- LL'L ist, nicht verlangen, aber ber elektrische Funke, welcher burch bie Platinasp.rale geht, bcn Zweck, bem sie bienen soll, ist sie ausgezeichnet: im £bek Rauchzimmer Ferner der Contaet Thermometer, welcher auch als Reuet; melber benuBt tocrben fann, ba bie Glocke es meldet, wenn der Grab erreicht ist, Den die nor-
».fix u8ifi^e sj/ Empfehlenswerth, wo die Haustelegrapben-Einrichtung besteht. Das Telephon ist auch recht paffenb zum Ganzen angebracht, ebenso das Sprachrohr. ' Die an Diebsversicherungen sind äußerst sinnreich und gelungen unb finben die Luftdrückappar^I San^n3ern toenl9 Beifall. Interessant und schön sind außerdem noch bat 'nit dieser selbst ausgedachten und gemachten Anlage Herr Baumann bewiesen, daß er auch auf diesem Gebiete etwas Außergewöhnliches leisten kann, und wünschen wir, daß ihm fein Streben und Mühen durch recht viele Aufträge gelohnt werben möge. ° ° 7__
Schlffsberleht. Mitgetheilt von bem Agenten des orddeutschen Llov; W. Dtetz in Gießen.
Bremen, 11. März (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postbampfcr General Werber, Capt. H Christoffers, vorn Nordbeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 28. gebt, von Newyork abgegangen war, ist gestern 3 Uhr Morgens wohlbehalten in Southampton an gekommen und hat nach Landung der für dort bestimmten Paffagiere, Post und Ladung 6 Uhr Morgens bie Reise nach hier fortgesetzt. Derselbe überbringt 79 Paffagiere unb volle Ladung.
Börsenwochen-Bericht. (1744
(Originaldericht deS Bankhauses Max Levensitein, Berlin W„ Charlottenstraße ZF.)
Ein Umschwung, wie er am vergangenen Sonnabend gegen Schluß der Börse eintrat und wie er seitdem, bis gegen Mitte dieser Woche sich durch fortgesetzt steigende Tendenz äußerte, konnte nicht überraschen. Mit der Steigerung ist indeß das Geschäft nicht §a»b in Hand gegangen. Dies mag denn auch der Grund dafür sein, daß von Donnerstag ab die Curse etwas nachließen, ohne daß ein größeres Angebot hervorgetreten wäre..
Der internationale Speenlationsmarkt vermochte es zu einer größeren Lebhaftigkeit nicht zu bringen, obwohl die auswärtigen Plätze es nicht an Ermunterung fehlen ließen. Verhälnißmäßig rege waren eigentlich nur Creditactien, die ja zweifellos noch immer eine größere Rolle spielen, aber keineswegs mehr in dem Maße wie früher als. leitendes Papier den Markt beherrschen. Lombarden und Franzosen, besonders Letztere, folgten zwar der allgemeinen Tendenz, konnten es aber zu größerem Geschäfte nicht bringen. Größerer Regsamkeit hatten sich hiergegen Oesterreichisch - Ungarische Renten zu erfreuen; auch Russische Werthe zogen hin und wieder die Aufmerksamkeit auf sich, behaupteten sich indeß weniger gut wie andere Renten.
Deutsche Bahnen. Der Verkehr, namentlich in Bergischen, Oberschlesischen und Rechte Oderufer gestaltete sich ziemlich lebhaft. Der weiteren Entwickelung wird man, bei sonst ruhigen Verhältnissen, ein günstiges Prognostikon stellen können, weil die Betriebs« Einnahmen über alles Erwarten hohe Ziffern aufweisen. Kleine Bahnen schließen nach mäßiger Erholung wieder etwas schwächer. Reu eingeführt wurden Münster - Enschede- Stamm - Actien, welche ziemlich lebhaft gehandelt und vielfach gegen Stamm - Prioritäten umgetauscht wurden.
Banken prositirten in gleicher Weise wie alle anderen Gebiete von der eingetretenen Besserung, um wieder in den letzten Tagen der allgemeinen nach unten gerichteten Tendenz zu folgen. In besonders lebhaftem Verkehr zu erheblich gestiegenen Preisen waren Disconto-Commandit, Deutsche Bank und Darmstädter. Am meisten haben zu der Erhöhung wohl bedeutende Deckungskäuse beigetragen. Erheblich höher waren Berliner Handelsgesellschaft, welche in großen Beträgen aus dem Markte genommen wurden. Ebenso erfreuten sich die jungen Actien der Gothaer Grund - Creditbank. Hervorgerufen durch günstige Beurthcilung des neuen Gesetzentwurfs über das Faustpfandrecht der Pfandbriefe, wodurch überhaupt lebhafte Nachfrage nach Actien guter Bodencreditbanken entstand. Dieses begründet speciell für junge Gothaer Grund-Ereditbank, bei welchen noch besonders die zu erwartende gute Rente ins Gewichtfällt, einen höheren Coursstand, als den gegenwärtigen.
Unter den IBerfltvcrfeii entstand zu Beginn der Woche eine stürmische Hausse, die für einzelne Esseeten aber schon am Dienstag wieder größeres Angebot zur Frage hatte. Zunächst waren es wieder die Actien der Dortmunder Union und Laurahütte, in welcher man eine in diesem Umfange jedenfalls der Berechtigung entbehrende Hausse in Scene zu setzen für gut sand. Dieselbe war aber auch nur vorübergehend von Erfolg. Obwohl die Cassawerthe ihren höchsten dieswöchentlichen Stand nicht ganz zu behaupten vermochten, so kann doch die Tendenz im Allgemeinen eher fest genannt werden und es steht zu erwarten, daß bei normaler Entwickelung ein Rückgang wie der in voriger Woche nicht wiederkchrt. GrößSre Nachfrage bestand u. a. für Bergisch - Märkisches Bergwerk, für welches Papier man in Berücksichtigung der besonders günstigen Verhältnisse eine größere Courserhöhung erwartet. Beliebt und höher waren Westfälische Union Stamm-Prioritäten, Hibernia, Rhein-Hessisches Bergwerk, König Wilhelm und Vorwärtshütte.
Für Industrie - Papiere scheint das Interesse etwas erkaltet. Diö Umsätze, welche sich hier vollzogen haben, waren von keiner Bedeutung, doch konnten sich die Course etwas befestigen. Besonders zu erwähnen sind Passage, Stobwaffer, Unions-Brauerei und Deutsche Asphalt.
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März. 2. Zohaimelte, Tochl $ail Kratzenberger Sohn des Schneii 28. Walpurga, a Helm, außerehelich
März. 5.
<tb. Balser, 57 Za jib. Lampus, 74 3 Wer Franz Gano eit, Ehefrau des T Schlosseis August 6 M veist. Metzgerim
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