Ausgabe 
14.1.1880
 
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Iraukreich.

Paris, 10. Januar. Der Sinke der Bergleute im Becken der Loire dauert fort, und cs kam bereits zu ziemlich ernsten Austritten. Der Director der Gruben von Lachaux wurde von den Bergleuten mit Steinen beworfen und konnte sich nur mit genauer Notk) retten. Ricamarie, wo bekanntlich unter dem Kaiserreich die Truppen auf die Grubenarbeiter schossm und unter ihnen ein Blutbad anrichteten, verhält sich bis jetzt noch ruhig. In der Nähe von Angers haben die Grubenarbeiter ebenfalls den Strike erklärt. Zn Un­ruhen kam es aber dort noch nicht.

Am letzten Dienstag ging die erste Commission, welche den Bau einer Eisenbahn durch die Sahara studiren soll, von Paris nach Mar­seille ab.

einer Zett waren über Hundert Kähne dabei beschäftigt; das Ergebntß ent­sprach indesien der M^. nach nicht den Bemühungen. Gestern wurden auch verschiedene Leichen beerdigt. Der LerwaltungSrmh der Eisenbahn-Gesellschaft Will nunmehr möglichst bald die in das Master gefallenen Tyeile der Brücke entfernen taffen und ift überdies mit Einleitung der nöthigen Schritte zur Wiederaufführung der Brücke nach anterm Plane beschäftigt. Die neue Brücke soll nicht so hoch, dafür aber fester und vermuthlich auch breiter ausfallen.

London, 10. Januar. Der Prinz von Wales eröffnete heute unter großer Feteiiechkeit und großrr Theilnahme das in Wmdsor zun Andenken an den Prinz-Gemahl errichtete Albert,Institut, eine gesellige Bildunzs-Änstalt für Handwerker und Arb.iter. Der Arbeiterstrike in Bradford veranlaßte da- selbst aufgeregte Stimmung. Zur Verhütung von Ausschreitungen bewachen Polizisten die bedrohten Fabriken.

England.

London, 11. Januar. Der annähernde Werth der während des Jahres 1879 Äu Grunde gegangenen Schiffe aller Nationalitäten, einschließlich deren Ladungen. betrug nicht weniger als 25,500,000 Pfd. Steel., darunter 19 230,000 Psd. Sterl. britisches Eigenthum. Die Gesammtzavl der gemel- btten Schiffbrüche war 1688, d. i. eine Zunahme von 94 im Vergleich mit dem Jahre 1878. 883 Fahrzeuge hatten britische Eigner. Die Anzahl der an den Küsten der britischen Inseln gescheiterten Schiffe aller Flaggen betrug 425. Der registrirte Tonnengehalt überstteg 850,000, einschließlich von 170 Dampfern, deren Eigentbümer größtentdeils Großbritannien angebören. gingen ungefähr 5000 Menschenleben verloren, ca. 150 Fahrzeuge gingen in Folge von Collistonen zu Grunde und ca. 40 durch Feuer.

London, 9. Januar. Das windstille Wetter wurde gestern aus dem Tay-Strome zur Ausfischung von Leichen nach Kräften wahrgenommen. Zu

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Telegraphische Depeschen.

Wagner'S telegr. Correspondeur vrrrea».

Wien, 12 Januar. Meldungen derPolit. Corresp." Das in Konstantinopel verbreitete Gerücht von einem förmlichen Bruch zwischen der Pforte und Griechenland in der Grenzfrage ist unbegründet; die Wiederauf­nahme der btrecten Verhandlungen ist jedoch zweifelhaft. D>e von Bulga­ren am Christtage in Philippopel gewaltsam occupirte griechische Kirche ist der dortigen griechischen Gemeinde wieder übergeben worden. Montenegro wei­gert sich, Kommissare zur E tgegennahme der Cesstonsurkunde über daS abzu­tretende Gebiet zu ernennen, und verlangt zuvor die Entwaffnung der Bevöl­kerung von Gujsinje und die Heimbeförderung der in Gussinje angesammelten Albanesen.

London, 12. Januar. Ein Individuum Namens Alexander Schoffa feuerte am Sonnabend in der katholischen Kirche ^dt. Peter in Hatton Garden auf den die M-ste celebrireuden Geistlichen fünf Schüste ab, vernichtete dem­nächst die Altarbkkleidung und zündete die Vorhänge an. Der Geistliche blieb unverletzt. Schoffa wurde verhaftet; derselbe gestand ein, daß es seine Absicht gewesen sei, den Geistlichen zu tödten Die Polizei vermuthet, daß Schoffa mit den deutschen Socialtsten in Verbindung stehe.

Pesth, 12. Jan. Gestern Abend versammelten sich etwa 200 Stu­denten uno A'beiter vor dem National Casino, um gegen dasselbe zu demo-r- striren. Der Ober-Stadthauptmann requirirte eine Compagnie Militär. Das­selbe taui aber nicht zum Einschreiten, da die Abgq. Szalaw und Hermann die Menge durch gütliches Zureden zerstreuten.

Berlin, 12. Januar. Abgeordnetenhaus. Vor dem Eintreten in die Tages­ordnung bringt der Finanzminister einen Nachtrags-Etat ein; für den Bau eines Schifffahrts-Canals von Zehdenick nach Liebenwalde werden gekordert 500,000 ;tur die Canalisirung des Mains von Frankfurt bis zum Rhein 800,000 als erste Rate der 41/2 Millionen betragenden Gesammtkoften. Der Minister wünscht möglichst schleunige Berathung. , , rr . . .

Es folgt nunmehr die erste Berathung der Vorlage, betreffend den Nothstand m | Oberschlesien. Für den Entwurf haben sich zum Wort gemeldet 12 Mitglieder, dagegen Niemand. v. Hüne bemängelt den Verpflegungssatz von 20 H pro Tag und Kopf, beklagt die Ausschließung der katholischen GeistUchkett von den Notbstands-Comites und verbreitet sich über bcr. geistlichen Nothstand, den der Cu turkampf hervorgerufcn, bezüglich bei mangelnden Seelsorge und Krankenpflege. Finanzmimster Bitter er klärt: Er freue sich der entgegenkommenden Aufnahme der Vorlage. Dre Maßregeln würden nicht nur auf das platte Land, sondern auf Stadt und Land gleichmäßig aus­gedehnt werden. Bezüglich der Eisenbahnen würde Alles von reiflichen lokalen Er­wägungen abhängig gemacht werden, hinsichtlich der Dailehne nur das Erforderliche geschehen. Die Ausschließung der katholischen Geistlichkeit bei den Nothstands-Comüe 6 I bedauert der Minister; er wünsche und hoffe Abhülfe.

i Cultnsminister v. Puttkammer erklärt: Hinsichtlich der Sanitatsverhaltmsse habe sich in den Nothstandsbezirken keine bedrohliche Erscheinung gezeigt. Er und der

! Minister des Innern hätten im weitesten Umfange alles Erforderliche gethan, um Bor- \ kehrungen gegen Epidemien rc. zu schaffen. Ueberdies besitze Oberschicsten rote kaum ! ein anderer Landestheil die umfassendsten Anstalten und Einrichtungen für Kranken­pflege. Wenn es sich um Vermehrung des Personals für Krankenpflege handele, fo fei

1 solche ohne das mindeste Hinderniß Seitens der Gesetzgebung herbeizumyren Du i Gründung neuer geistlicher Niederlassungen fei allerdings durch das Geletz verboten. I wenn aber ambulante Einrichtungen für vorübergehende Nothstande gewünscht werden, ! so würde dagegen von keiner staatlichen Seite em Hindermß entgegen g es tellt werden Der Minister erinnert ferner an die Volksschulküchen, welche sehr wohlthatig wirken. Die crschiverte Ausübung der Seelsorge durch die Verwaisung ^yelntr recht beklaaenswerth, allein der Uebelstand sei durch Aushulfe aus den Nachbarbezirken namentlich in Oberschlesien wesentlich gemildert. Die Praxis der Staatsanwalte sei dort milder; verbotene Amtshandlungen seien wenig vorgekommen. Bezüglich der Klagen über die Schulen seien die allgemeinen Vorwürfe unbegründet namentlich )et die Leistungsfähigkeit der Gemeinden stets geschont^worden. Der Regrerungsbezirk

Oppeln beziehe erhebliche Staatsunterstützungen. Der Minister habe die Gehalte für emertirte Lehrer und für Hinterbliebene von Lehrern m den Nothstandsdistrlcten erheb­lich vermehrt, auch für Zuschüsse für Schulgemeinden gesorgt. Das sei ia wenig, aber I Alles, was innerhalb des Etats sich habe tbun lassen. Das Haus werde hoffentlich erkennen, daß es am guten Willen Seitens der Regierung zu helfen nicht fehle.

Aba. Schellwitz, der sich nachträglich gegen die Vorlage zum Work.gemeldet, bezweifelt den Werth der zur Hebung der landwirthschastlichen Verhaltniste Ober­schlesiens gemachten Vorschläge und mahnt zu vorsichtigem Verfahren, v. Stablcwsk' dringt auf Förderung der pölnischen Nationalität, Hebung des Bauernstandes und Beseitigung des Culturkampfes. - v. Meyer (Arnswalde) bemängelt bie den Kreis- ausschüssen gegebenen großen Vollmachten- - Virchow frihftrt bic Ausführungen Hüne's Stablewski's unb Schellwitz's und wünscht die Heranziehung von Privat­personen und Vereinen bei Vertheilung von Unterstützungen, größere Fürsorge für den Volksschulunterricht und Herstellung größerer leistungsfähiger Gesammtgemernden- Der Cultusminister stellt einige Behauptungen bezüglich der geistlichen Niederlassungen an Hand der Maigesetze richtig und gesteht zu daß eine erhebliche Anzahl vonSchitt- lehrerstellen in Oberschlesien vakant sei. Die Schulkinder seien iebod) beshalb nicht ohne jeden Unterricht. Der Lehrermangel werde hoffentlich bald verschwinden- D»c Unterballnngspflicht gegenüber den katholischen Schulen sei den Großgrundbesitze'n tn weitem Umfange auserlegt Betreffs Erlernung der deutschen Sprache durch Schulkinder polnischer Nationalität bemerke er: er könne sich keine preußische Unterrichtsverwaltuny denken welche nicht dafür Sorge trage, daß jedes Schulkind die deutsche Sprache aus­giebig und vollständig erlerne. (Beifall.) Der Finanzminister bemerkt gegenüber Virchow: es habe der Regierung ferngelegen, bei Feststellung der yroject rten Eisenbahn­linien die Jntereffen von Privateigenthümern zu fördern. Die Projecte hatten die Billigung des Provinzial-Ausschusses gefunden. Löwe iBcrlin) erörtert seinerseits die Ursachen des Nothsiandes und beklagt die der jüdischen Bevölkerung heute und bei I früheren Gelegenheiten gemachten Vorwurfe. Minister Graf Eulenburg rechtfertigt ! die erst jetzt erfolgte Einbringung der Vorlage und bemerkt weiter: die Kartoffel- Mißernte sei von der Regierung vorhergesehen und die Beschaffung von Kartoffeln rechtzeitig angeregt. Roch weiteren Ausführungen der Abgg. v. Saurma unb Schlöder (Lippstadt) wird der Gesetzentwurf an die Budget - Commission verwiesen- Nächste Sitzung Dienstag.

London, 12. Januar. Meldung desReuter'schen BureauS" am Korstantinopel: Layard hat die officiellen Beziehungen mit der Pforte wieder ausgenommen. Der Sultan zeigte Layard an, er beabsichtige die Familie

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oon der Regierung sestgestellten Grundzüge für principielle Regelung d-s Baues und Betriebes von Secundälbahnen. In einer gedrängten, höchst m- tereffauten Schilderung entwarf er ein Bild der geschichtlichen Entwicklung der Nebenbahnen im letzten Jchrzehnt. Wiederholt habe die Volksvertretung die königliche Staatsregierung aufgefordert, Normativbestimmungen für den Bau von Secundälbahnen auszusteüen; die Erfüllung sei nicht am guten Willen, sondern an der Schwierigkeit gescheitert, die vielverzweigte, einheitlich nicht zu ordnende Materie gesetzlich zu tegtln. Einmal habe man1 al« stellen wollen, die Vollbahnen seien durch den etaat, die Nebenbahnen durch die Provinz oder durch die Kreise mit provinzieller Subvention herzusteüen ; dann habe man eigene Secundärbahnen gebaut. 1877 sei zum ersten Mal die Frage der Schmalspur htnzugetreten. Alle Versuche, ein allgemeines Lan- dessvsiem von Secundärbahnen aufzustellen, seien bis jetzt gescheitert.wurden bei der großen Verschiedenartigkeit der Bedürfniffe und der Ansprüche auch wohl fernerhin scheitern. Wenn es unmöglich erscheine, einem allgemeinen Vrincip jede einzelne Forderung unterzuordnen, so sei man doch noch nicht aenötbiat, vrinciplos zu arbeiten. Das Bedürfniß sei in jedem einzelnen Fall ru prüfen nach den Jntereffen der allgemeinen Landeswohlfahrt und denen der Kreises und nach den Beisteuern auö den Jntereffenten-Kreisen, durch welche das materielle Jntereffe, welches die Landestheile an dem Bau haben konnten, am zuverlässigsten seftgestellt werde. Was man vom Staat für den Betrieb der Secundärbahn verlangen dürfe, seien erleichterte Vorschriften in Bezug auf den Bau und die Sicherheitspolizei, Aufhebung oder Verminderung der Pfl'chten, welche die Vollbahnen für Post-, Militär, und T-legraphenwesen zu erfüllen hätten, Erleichterung der Stempelgebühren zu Eisenbahnsteuern und größerer Selbständigkeit in der Tarifirung der Güter. Langsame Fahr, geschwindtgkeit sei eigentlich die einzige Definition, welche man für die Secun­därbahnen geben könne, diese mache eine große Ersparniß in Bau nvd B^tr.eb an sich möglich; mit dem Fortfall vieler Staatspflichten und Staatsabgaben könne die Hauptfrage für die Ausdehnung des Bahnnetzes minderer Ordnung die Billigkeit der Tarife, in weitestem Umfange erreicht werden. Schließlich schlugen die beiden Referenten eine Resolution vor des ungefähren Inhalts: Es erf$eine eine gesetzliche Regelung des SecundLrbahn-Betriebs zur Zeit nicht zweckmäßig, dte königliche Staatsregierung sei aufzusorder.-t, zunächst alle Erleichterungen zum Bau solcher Bahnen selbst zu geben und bei der Reichs­behörde die eben dahingehenden Schritte zu thun. Nach diesen Vorirägen wurde die Frage zur Erörterung gestellt, ob man schon in eine Vorberathung des Gesetzentwurfs und in die Discussion über die Principieu, nach welchen der Baubetrieb von Secundärbahnen zu regeln sei, eintreten wolle. Man kam bet der Schwierigkeit der Frage und unter der Erwägung, daß sich rnt Laufe der Discussion über die einzelnen zur Erörterung stehenden Bahnen dte Anschauungen klären würden, zur Verneinung dieser Frage. In Fortsetzung dieses Beschluffes ging man sofort zur Berathung des § 1 Absatz 1 der Vor­lage Bau einer Elsenbahn von Erfurt nach Grimmenthal und Rttschen- hausen, 'Kostenpreis 27,252,000 M* über. Nach sehr eingehendcn Darleg­ungen der Verhältniffe durch den Referenten und dte Regierungs-Commtffare wurde die Regierungsvorlage mit allen gegen 3 Stimmen angenommen. Da­mit schloß die Sitzung. Voraussicktlich wird dte Commission bis Ende näch­ster Woche die jetzt vorliegenden Arbeiten beendet haben und werden ihk dann wohl für die darauf folgende Woche die Anträge auf Verstaatlichung der Rheinischen und Berltu.Potüdam-Magceburge? Bahn zugehen. Das Verkchrs- mtntsterium wird mit den Motiven zn diesen Vorlagen erst tn einigen Tagen fettig fein. (Köln. Ztg.)

Dte staatsanwaltlichen Untersuchungen über das Zwickauer Gruben­unglück. welche nunmehr zum Abschluß gelangt sind, haben festgestellt, daß wegen Mangels einer nachweisbaren Verschuldung der Direction des Brücken- beraischen Stetnkohlenbau.Vereius eine Pflicht, die Hinterbliebenen der verun­glückten Bergleute gemäß § 2 des Reichshastpflicht Gesetzes zu entschädigen nicht obliegt.' Die Opfer sind tobt, sie können nichts aussagen, und es ist so gekommen wie bei der Berathung des Retchshaftpflicht-Gesetzes Fachkenner voraussagten, daß namentlich bei Maffenverunglückungen sich eine Verantwort- lichkeit der Directionen so gut wie niemals werde nachweisen laffen. Die Wiitwen und Waisen der Bergleute find auf die öffentliche Wohlthätigkeit angewiesen.

Wie wir erfahren, hatte neulich der Kronprinz eine längere Unter­redung mit dem Reichstags-Abgeordneten Dr. Schultze-Delitzsch, die sich speciell auf genossenschaftliche Angelegenheiten bezogen har. Der Kronprinz wird näm- lick, wie wir erfahren, nach feiner Rückkehr nach Pegli eine bereits angemel­dete Deputation hervorragender Vertreter des italienischen Genoffenschafts- wesens empfangen.

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