>
fc «
neuerdings wieder in Umlauf gesetzten Nachrichten verschiedener Blätter über eine bevorstehende vom Vorsitzenden des Reichsgesundheitsamts angeregte Veränderung im Resiort dieses Amtes auch diesmal unbegründet.
Telegraphische Depeschen.
Wagner'- telegr. Correspondenz-Bureau.
Darmstadt, 8. Septbr. Der Großherzog reist heute Abend nach Berlin ab und begibt sich von dort am 14. ds. über Köln und Vließingen nach Balmoral zu mehrwöchentlichem Aufenthalte. Die drei jüngsten Kinder des Großherzogs werden sich ihm auf der Reise nach England in Köln anschließen.
Wiesbaden, 8. Septbr. Die Familie des deutschen Kronprinzen wird Mitte October auf mehrere Wochen nach Wiesbaden kommen.
Loudon, 8. Septbr. In dem Kohlenbergwerk Seaham unweit Durham fand heute eine Explosion schlagender Wetter statt. Zur Zeit der Explosion befanden sich 180 Bergleute in der Grube, von oenen die Mehrzahl um
gekommen ist.
Berlin
Amerika.
New-Bork, 5. Septbr. Der Postdampfer City of Vera Cruz scheiterte am 29. August um S*/3 Uhr Morgens während eineß Orkans an der Küste von Florida, nachdem er mehrere Stunden lang mir den Wellen gekämpft hatte. Es sollen 70 Personen an Bord gewesen und nur 13 gerettet worden |em, 3 Passagiere und 10 Leute der Mannschaft. Sämmtliche Officiere deS Schiffes, sowie auch General Torbert, ehemaliger Generalconsul der Vereinig. len Staaten in Paris, sind ertrunken. Die anderen Passagiere waren größ- tentheils Einwohner von Cuba. Fünf Leichen, ein Koffer und zwei Briefbeutel find an die Küste geschwemmt worden.
Aus Kingston, Jamaica, wird gemeldet, daß der Orkan am 18. August große Verheerungen angerichtet hat. Der Eigenthumsschaden zu Lande wird auf 500,000 Doll, geschätzt. Viele kleine Ortschaften wurden in Einöden verwandelt. Während des Sturmes wurden in Kingston auch drei Erdstöße verspürt. Das Arsenal und das königliche Marinehospital in Port Royal wurden beschädigt.
8. Septbr. Der „Nordd. Allg. Ztg." zufolge find die
tzngtand.
London, 7. Septbr. Das Parlament ist heute vertagt worden. Die Thronrede bezeichnet die auswärtigen Beziehungen als sehr freundschaftliche und sagt: Durch Nichtaussührung des im April d. I. zur Absteckung der Grenze zwischen der Türket und Montenegro festgestellten Planes gemäß ihren Verpflichtungen hat die Hohe Pforte bedauernswerthe Verzögerungen in der Lösung dieser Frage verursacht. Andere wichtige Punkte des Berliner Vertrags haben ihre Ausführung noch nicht erhalten. Die Signatarmächte des Berliner Vertrags haben dem Sultan ihre Ansichten über die zur Herbeiführung einer befriedigenden Lösung der griechischen und der montenegrinischen Frage geeigneten Mittel, ebenso über die Maßregeln zur Organisation der europäischen Provinzen der Türket und die hauptsächlichsten Reformen mitge- theilt, welche in Armenien nothwendtg sind. Die Thronrede fügt hinzu: Ich hege das Vertrauen, daß diese Ziele werden erreicht werden, weil das europäische Concert bezüglich der orientalischen Frage sich fest aufrechterhalten hat und die Signatarmächte des Berliner Vertrags bet der Pforte mit der ganzen Autorität, welche aus ihrer combintrten Action resultirt, auf den Maßregeln bestehen, welche sie für geeignet halten, die Ruhe im Orient zu sichern. — Die Thronrede spricht die Hoffnung aus, daß der Steg des Generals Roberts in Afghanistan eine baldige ehrenhafte Beendigung des Krieges in jenem Lande herbetführen werde und schließt mit Aufzählung der hauptsächlichsten Gesetz- entwürfe, welche in der abgelaufenm Session vom Parlamente angenommen worden sind.
^2 ft;
Jahren eingesührten Taktik und sind entschlossen, der augenblicklich in der Relchsregierung wie in der preußischen Regierung herrschenden reactionären Strömung mit derselben Entschiedenheit Widerstand zu leisten, wie sie den Kanzler und seine auswärtige und nationale Politik unterstützen weroen. Indem sie die Initiative zur Neubildung einer derartigen Partei ergreifen, kommen sie einem immer stärker austretenden Verlangen im deutschen Volke nach. An Stelle der Fraktionen, die sich überlebt haben, tritt hoffentlich bald eine große deutsche liberale Partei. An der auf den 8. ds. einberufenen Bespre- chung der neuen Gruppe werden mit den parlamentarischen Mitgliedern auch Vertrauensmänner aus einer Anzahl Städten des Reichs, aus fast allen Berufskreisen, theilnehmen. Es handelt sich um die Schaffung einer Organisation und um die Frage, in welcher Weise die Agitation für die nächsten Reichs- tagswahlen vorzunehmen sei. Da diese Retchstagswahlen möglicherweise schon im Mai nächsten Jahres vor sich gehen können, so ist eine schleunige Organisation der Gruppe um so dringender geboten.
Aus Leipzig schreibt man unterm 1. d. Mts.: Der Reichstags- Abgeordnete Liebknecht von hier hatte in einer im April d. Js. abgehaltenen ReichstagSrede, als es sich um die Sistirung des Strafverfahrens gegen Abg. Wiemer und Genossen handelte, die durch den jetzigen Oberstaatsanwalt und damaligen Staatsanwalt Richter in Dresden veranlaßte Beschlagnahme der an Wiemer gerichteten Briese gemißbilltgt, u. A. behauptet, daß dieser Beamte seine Befugnisse überschritten habe und hinzugesügt: „und dieser Mann, der das Gesetz mit Füßen trat und einem Mann zur Flucht verholfen, der wegen eines abscheulichen (Unzucht--) Verbrechens verurtheilt werden sollte, er (Richter) ließ es zu, daß dieser Mann in eine Privat-Jrrenanstalt entlassen wucde, aus welcher er natürlich entfloh rc. rc." Das „®re$b. Iourn." hatte kurze Zeit daraus im nichtamtlichen Theile die Liebknechtsschen Behauptungen hm- sichtlich des letzterwähnten Strasfalles als unwahr zurückgewiesen; von Liebknecht aber war darauf in Nr. 56 der „DreSd. Abend-Ztg." das von ihm im Reichstage Gesagte ausrecht erhalten worden, mit der Behauptung, den Beweis der Wahrheit antreten zu können. Auf Grund des oben erwähnten Artikels hatte das königlich sächsische Justizministerium, als die vorgesetzte Behörde des Staatsanwalts und jetzigen Ober-Staatsanwalts Richter, Strafantrag gegen Liebknecht gestellt, und es fand daher am heutigen Tage die öffentliche Verhandlung vor der zweiten Strafkammer des hiesigen königl. Landgerichts statt, in welcher der Angeklagte persönlich und mit seinem Anwalt, Rechtsanwalt Freytag II., erschienen war. Die Verhandlung endigte mit der Verurthei- lung Liebknechts (in Rücksicht auf die Oeffentlichkeit und die Schwere der Beleidigung^ zu 6 Monaten Gefängniß.
Wvn
Montag bei
Motzens 1 soll das Gerne oieistentW au, titft Wetschen Nfel und auc werden.
Die Winne bi
5811) y Dienstag b sollen blt bet g-hich
Nti i ®,Ort unb Ntrt »trbti § Im Ort, ?-llnW«, *?)*■ *»
hr. Mir’ */« 2350 Ak
„j iit m 1 jjeif
5** 25**$ M 161 60,000? $an$°v AM ®T0
fiflÄ aucb '
o* * M * 28, W # nut ihm
“ T. Sj <to'
’S
„nt Sonjini N l6( if6«#Xx I.ilbtr Munden am K «Tüt.* m in «rlchon W ^Bauern an W jimtftt dem „Keng ® die zeichmbäle tz' .^dtt Nhedr Wn
Un!tX®( Lchaae von WR »g (tatet dem So Holde. Am ©tatet Lndlläzenen ol8 Ri wam dir Häuser ,Dnz Post" uaha Ltmdrn vor selnei au8 Mozoü'S Rees
- [W - vor lauter Echte sel'ge Zett g'wese. Johr b’ Gemelnd- d' Einnahme und Gmoan in’8 Wirt! unb hat zum Zoac thon gehobt, brau hat ma damals
? 2350 £
,i-
— Der Besuch des Ministers v. Haymerle bei Fürst Bismarck kann als Austausch freundschaftlicher Versicherangm charakcerisitt werden. Besonders flagrante Fragen lagen nicht zu Grunde. Auch nehmen die orientalischen Fragen anscheinend zur Zeit eine ruhigere, von drängenden I icide izfätlen freiere E itwickelung als bisher.
Straßburg, 8. Septbr. Die „Elsaß-Lathr. Ztg." Ist gegenüber Meldungen des „Gaulois" unb der „Nat.-Ztg." bezüglich des Aufenthaltes von Jesuiten im Elsaß wiederholt und in positiver Form zu der Erklärung ermächtigt. daß erwähnte Behauptungen jedes thatsächlichen Anhaltes entbehren und durchaus unrichtig sind.
Stuttgart, 8. Septbr. Heute begannen hier die Sitzungen der ständigen Tarifcommission dec deutschen Eisenbahn - Verwaltungen In Gemeinschaft mit dem Ausschüsse der Verkehrs-Interessenten. Es sind 14 Bahnver- waltunqen vertreten. Den Vorsitz führt die Eisenbahnverwaltung Berlin.
Paris, 8. Septbr. Da die Unterhandlungen der Mächte bezüglich der Flottendemonstration zu dem erwünschten Emverständniß geführt haben, so ist gestern nach Toulouse an zwei Fregatten und ein Aviso dir Anweisung ergangen, heute abzusegeln, um sich mit den Schiffen der anderen Großmächte in Ragusa zu vereinigen. Die Z-itungen sprechen die Hoffnung aus, angesichts dieses Ergebnisses, welches alle Gerüchte von eine n Bruche zwischen den Mächten widerlege, werde die Pforte nicht fortfahren in einem Widerstande, der fortan ein vergeblicher sei.
London, 8. Septbr., Abends. Depesche des Generals Roberts aus Kandahar vom 6. ds. Die Verluste des Feindes am 1. Septbr. waren sehr beträchtlich. General Phayre ist am 6. ds. in Kandahar eingetroffen; feine Artillerie unb Kavallerie lagerten 12 Meilen südlich von Kandahar.
Toulon, 8. Septbr., Abends. Die Fregatten „Friedland" und „Suff- ren" nebst dem Aviso „Hlronbelle" erhielten Befehl, nach Ragusa abzusegeln.
Ragusa, 8. Septbr. Nach hier eingegangenen Nachrichten sendet Riza Pascha am Donn'.rstag weitere Truppen von Skutari nach Dulcigno. Man hofft, er werde die Uebergabe von Dulcigno an Montenegro durchführen; er vermöge dies aber nicht bezüglich Tusis, wo Albanesen concentrirt seien, um Widerstand zu leistem___________________________________________________________
Der Dollee'sche Dampfwagen.
Am 25. October 1879 bewegte sich in den vielen deutschen Kriegern bekannten Gassen von Le Mans ein seltsamer Zug. Die Straßenlocomotive „Marie-Anne" machtunter Leitung ihres Erbauers, Herrn Bolläe, ihre erste Probefahrt und schleppte hierbei mit der größten Leichtigkeit, außer ihrem eigenen mit 2000 Kilogr. Elsenballast belasteten Leib, vier ebenso beladene Wagen, von denen jeder 6500 Kilogramm wog. Der Zug erklomm Steigungen bis zu 10 Procent, bog um die schärfsten Straßenecken und unterschied sich von den gewöhnlichen Eisenbahnzügen in angenehmer Weise darin, daß die Locomotive weder Rauch noch Dampf ausstieß und den Pferden somit keinen Schrecken einjagte. o
Die „Marie-Anne" ist die Mutter der viel kleineren, dafür aber auch zierlicheren „Mancelle", deren Probefahrt auf der Charlottenburger Chaussee wir kürzlich beizuwohnen das Vergnügen hatten.
Der von der Wöhler'schen Maschinenfabrik in Deutschland eingeführte Bollee'sche Dampfwagen zeichnet sich, abgesehen von der ganz eigenartigen Methode der Dampfverzehrung, wodurch die Dampfschläge vermieden werden, vor Allem durch die äußerst sinnreiche, ohne Zeichnung kaum zu erklärende Steuerung aus. Vorn auf dem erhöhten Bock sitzt aus dem Wasserreservoir für den Kessel der Führer des Wagens. Vor sich hat er die ganz bedeckte und daher Beschädigungen durch den Staub nicht ausgesetzte Maschine, welche die Hinterräder in Drehung versetzt, und von seinem Sitz aus handhabt er sowohl die sehr rasch wirkende Bremse rote die erwähnte Steuerung Dahinter sitzen die sechs Passagiere der „Dampfdroschke" und hinter ihnen befindet sich der Dampfkessel, welcher sich in keiner Weise unangenehm bemerkbar machte. Der Wagen überholt die schnellsten Equipagen und weicht entgegenkommenden Wagen aufs Leichteste aus.
Hat der Bolläe'sche Dampfwagen eine Zukunft? Das ist die Frage, die sich hier zunächst aufdrängt. Als Ersatz für Droschken schwerlich, obwohl die Feuerungskosten lange nicht den Unterhaltungskosten eines Pferdes gleichkommen. Dafür aber kostet der Wagen 8-9000 Ji. und erfordert zwei Personen zur Bedienung. Wir sind hingegen der Ansicht, daß der Dampswagen einerseits die Pferdebahnen vielfach entbehren machen kann und sich andererseits für solche Gegenden vorzüglich eignet, welche weder Voll- noch Secundärbahnen besitzen und die Kosten einer solchen Anlage kaum zu erzwingen vermögen. Mit einem Aufwand von 25,000 JL läßt sich ein großer Dampfomnibus und mit einer gleichen Summe die benöthigte Anzahl Güterwagen beschaffen. Billiger läßt sich keine Dampsoerbindung Herstellen.(B. T)
Vermischte-.
— Ucbcr die tödtltche Verwundung eines Hamburger Officins, Namens Höppner, durch den im Lübecker Füsilier-Bataillon dienenden Tambour Rieckhoff bringt die „Lübecker Ztg." folgendes Nähere. Am Vorabend des Sedantages, den die Soldaten in verschiedenen Localen Teterows feierten, kehrte der Tambour R. nach seinem Quartier, wie es heißt, in stark angetrunkenem Zustande zurück; der in der Nachbarschaft cinquarUerte Osficier pochte in der irr thümlichen Meinung, in dem Hause, wo der Tambour einquartiert war, liege seine Wohnung, fortgesetzt und stark an Fenster und Thür, damit man chm öffne; der Tambour, dadurch im Schlaf gestört und ärgerlich, trat vor die Tbür und gerieth mit dem Ruhestörer, den er für einen Postbeamten gehalten haben will, in heftigen Wortwechsel; im Laufe desselben nahm der Officier dem Soldaten, der sich weigerte, seinen Namen zu nennen, die Mütze vom Kopf, um dadurch am anderen Tag seine Person constatiren zu können. Als er sich damit entfernte, lies ihm der Soldat nach, wobei der Officier zu Fall kam, worauf der Tambour R. dem auf der Erde Liegenden mit dem Faschinenmesser einen sehr schweren Hieb über den Kopf versetzt. Der Thäter soll geständig sein, bringt jedoch zu seiner Entschuldigung vor, er habe sich bei Verübung der That in sinnlos betrunkenem Zustande befunden.
Haugsdorf, 30. August. Ein dreifacher Raubmord setzt unsere ganze Gegend in Furcht und Schrecken. Diesen Morgen wurde in Hadres ein alter reicher Jude, Emanuel B, sowie besten Frau und ein 5 Jahre alter Knabe in hoffnungslosem Zustand schwer verwundet vorgefunden, und zwar Emanuel B. aus nicht weniger als 70 Wunden blutend im Bette, feine Frau, mit dem Gefickte zur Erde gewandt, vor der geleerten Wcrtheim'schm Gaffe liegend unb aus einer tiefen Halswunde, einer Kopfwunde und vielen anderen Wunden blutend, sowie mit eingeschlagenem rechten Auge. Der Knabe lag im Bette mit zerschmettertem Kopf, er zuckte noch convulsivisch mit den Füßen. Die beiden alten Leute sind zwar bewußtlos, aber ihr Röcheln verräth, daß noch das Leben nicht entflohen; nach Aussage der Gerichtsärzte wird indeß der Tod in kurzem eintreten. Die Raubmörder haben vom Hofe des Nachbarhauses aus die Mauer durchbrochen und sind auf diese Art in das Gewölbe und von da in das Schlafzimmer gelangt. Auch im Gewölbe fand man die Geldlade geleert In dem Hofzimmer destelben Hauies befanden sich zwei Mägde, ein Commis unb zwei Kinder, welche nicht die geringste Ahnung von dem Vorgefallenen hatten. Die Wunden wurden nach Aussage der Sachverständigen tbeils mit einer Hacke, theils mit einem Mester beigebracht. Zwei Verhaftungen wurden bereits vorgtnommen.
— Ein von Berlin nach Glvgau reisender Pastagier hatte sich wahrend des Fahrens mit dem Rücken an die Waggonthür gelehnt. Als der Schaffner die Thür öffnete, fiel der Pastaaier rücklings aus dem Coupe, sodaß er augenblicklich todt war.
— liebet eine Defraudation bei der Reicksbonkbauptstelle in Frankfurt a M. wird berichtet, daß der erste Kassier eine Schädigung der Bank dadurch bewirkte, daß er aus einer Anzahl Packete mit lOi'0 Mark^Schetnen einzelne Scheine herausnahm. Sobald er indeß eines dieser Packete zur Auszahlung brauchte, hatte er stets, um die Richtigkeit wieder her- zustellen, die fedlende Stücke durch andere ersetzt. Nun war er aber in jüngster Zett auf vier Wochen beurlaubt unb hatte diese Z-it zu einer Grholunqsretse nach der Schweiz seTWenbet. Zwn Tage bot seiner Rückkunft erfolgte eine Zahlung von einer Million Mark In Banknoten


