Freitag den 10. September
1880.
srr. 211
Mchener Anzeiger
AnMk- inb AmtßM fir toi Kreis Gießt»
Erscheint täglich mit Ausnahme des MvntagA»
Betreffend: Die Zusammenlegung der Grundstücke in der Gemarkung Grüningen.
ins,
Wer von
, geh. Me.
liebenev.
■
Marie 6»trem Leiden, etiübt anzeigen.
allgitfttr,
ioy3 Uhr aus
tnmbttn und ichNAM tzesalien c-aaervater und
Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringertoh».
Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark M
iebenen.
tant gegeben. |
tif"e fots
'UÖC *f b»m
Aus alten Zeiten.
Die freundschaftliche Zusammenkunft des österreichischen und deutschen Kaisers in Ischl, die Conferenz des Fürsten Bismarck und Baron Haymerle, die regen Sympathien des deutschen und österreichischen Volkes rufen unwillkürlich die alten Zeiten in's' Gedächtntß, in denen Oesterreich und Preußen um die Hegemonie in Deutschland warben. Fürst Bismarck, vor 1848 ein einfacher Landjunker der Mark und conservativer Abgeordneter, sah einst, der- selben Ansicht wie Herr v. Gerlach, in den Tagen von Olmütz eine uns von der Vorsehung auferlegte Buße für die Sünden der revolutionären Bewegung in Deutschland.
Die Ansicht Bismarck's änderte sich jedoch, als die vermeintliche „Vorsehung" ihm zu Frankfurt a. M. in Gestalt des k. k- Bundespräsidial- Gesandten entgegentrak. AIS endlich diese k. k. Vorsehung eines Tages zu einer Ausschußsitzung im Hausflaus und saloppester Haltung erschien, als sie die „kleineren Staaten", darunter auch Preußen, mit vollendeter Rücksichts- lostgkeit von Oben herunter behandelte, da zog der preußische Junker seine Cigarrenlasche beider und fragte den „k- k. Excellenzherrn", ob er ihm Feuer geben könne. Das war die erste Heldentbat des Herrn v. Bismarck-Schön- hausen. Kurz darauf kam der weiland Reichsverweser Johann nach Frank- furt a. M-, von dem ein kroatischer Hauptmann der Mainzer Bundesgarnison die Charakteristik gab, es sei „ain Erzherzog wie sie ollt sain, aber sehr atn gescheider", und dieser Erzherzog fragte Herrn v. Bismarck spöttisch, ob er alle die Orden, welche er trage, im Kriege errungen. Die Antwort lautete: „Ja wohl, kaiserliche Hoheit, alle vor dem Feind erstritten, alle hier in Frankfurt."
Mit dieser Haltung Bismarck's war das caudinische Joch gesprengt, welches Oesterreich dem preußischen Staate in Olmütz auferlegt hatte. An die Stelle jener Politik, welche der Unterosficier spielte, der bei Oesterreich und Rußland um eine Civilversorgung petitionirte, trat die Bismarck'sche Politik, welche Roß und Mann daran setzte, das österreichische Joch abzuwerfen und Deutschland den Deutschen wtederzugeben.
Der gemeinschaftliche Feldzug nach Schleswig-Holstein, der deutsch- österreichische Krieg, der deutsch-französische Krieg und endlich die deutsch-östcr- reichtsche Allianz bilden die weiteren Etappen dieser Bismarck'schen Politik. Es wäre kurzsichtig, wollte man annehmen, daß damit der Feierabend der politischen Thätigkeit angebrochen sei. Wurde die neue Weltmachtstellung Deutschlands schon beneidet, so muß es sich auch der deutsch-österreichische Kaiserbund gefallen lasten, eifersüchtig von allen Mächten beobachtet zu werden. Es giebt gegenwärtig keine Großmacht, die wahre Freundschaft für Deutschland-Oesterreich hegt, und wir müssen uns mit den Worten trösten: „Besser beneidet, als bemitleidet!" Die immer noch angefeindete Meltmachtstellung der deutsch - österreichischen Allianz wird im Orient entschieden werden, und diese Entscheidung steht vor der Thür.
de" *• *
‘ierVor^
«edaettonsbureau: l Schulstraße b. 18. Ervedttiorrsdirreaur J w
rttmbtr, Rat' estiaße 6-I33)
Nachdem der Ortsvorstand von Grüningen beschlosten hat, eine zweckmäßigere Anlage von Feldwegen und eine beffere Gestaltung der Parcellen in der Art vorzunehmen, daß jedes Grundstück mindestens von einem Wege, womöglich aber von zwei Wegen auszugäng ch wird, womit je nach Beschluß der aussührenden Commission, von welcher die Mehrheit ihrer Mitglieder von den betheiligten Grundbesitzern selbst später zu wählen ist, eine Zusammenlegung der Grundstücke, nach Maßgabe des Gesetzes vom 18. Angustl871 (R-gi-rungsblat S"e 309) undde Ausführung etwa sonst noch möglicher Verbesterungen verbunden werden kann, wird Offenlegung der summarischen Darlegung und desi NamknSverzetchntfl S der betheiligten Grundbesitzer auf der Großherzoglichen Bürgermeisterei Grüningen vom 13. September bis 11. October l. I- hierdurch angeordnet. Zuglech
.„.m 3- °°NI» »» I2UH- Vormittag» auf d-m G.°»h-r,.glich.»
über diesen Antrag abzustimmen, wobei wir bemerken, daß nach dem genannten Gesetze die weder in ®elb|lper^on, nod^ buT^^ 96^0^3 tigte abstimmenden Grundbesitzer als für die Ausführung der Zusammenlegung stimmend angesehen werden. Es muffen daher nur diejenigen erscyerncn, welche gegen den Antrag stimmen oder zu demselben noch etwas bemerken wollen. , , , ,, w-vd-nd-n
8 Auswärtige Stimmberechtigte haben bis zum genannten Termine einen Bevollmächtigten in der Gemeinde zu bestellen, da bei werter nothig werdenden
Handlungen eine besondere Aufforderung an sie nicht mehr ergehen wird. . . . ~ B Abllimmuna
Schließlich weisen wir noch darauf hin, daß nur diejenigen Grundbesitzer, welche im Grundbuche eingetragen ^he", oder deren Erben, zur Abfit m g legitimirt sind, daß jedoch bei zeitigem Anträge das Ab- und Zuschreiben noch während des Laufs der Off-nlegungsfr.st erwirkt und durch das Steuer- commiffariat gewahrt werden kann.
Gießen, am 23. August 1880. Großherzogliches Kreisamt Greßen.
I. V.
Dr. Hoffmann, Regierungsrath. __
Deutschland.
Darmiladt, 7. Septbr. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 28. August 1880 den Buchhalter bet der Hauptstempelverwaltung, Georg Seipp, zum Hauptstempelverwalter bei der Hauptstempelverwaltung zu ernennen.
Berlin, 6. Septbr. Die „Prov.-Corresp." schreibt gelegentlich der Vollendung des Kölner Domes: „Am 14. August 1248, zwei Jahre vor dem
Ende der Regierung des Kaisers Friedrich IL, wurde der erste Grundstein des Kölner Domes gelegt, unter einem Kirchenfürsten, der gegen den Kaiser als einer der eifrigsten Kämpfer stand. Aber in den Entwürfen der Bäumet- ster lebte deutscher Geist, lebte die erhabene und zugleich zartsinnige Art, wie der deutsche Geist damals daS Christenthum erfaßte. Es war ein aus Nord- Frankreich herüber gekommener Baustyl, in welchem das edle Gotteshaus errichtet werden sollte, aber die deutschen Meister verwendeten diesen Styl in ihrem, in deutschem Sinne, gaben feinen Formen die höchste Vollendung, als Darstellungsmittel eines Geistes, wie er in diesen Formen noch nicht gewohnt hatte. Dieser Geist und dieser Baustyl hatte sich nie auf den ital. Boden verpflanzt, und die römische Kirche war demselben fremd, fast feindselig geworden, als sie im Gegensatz zur Reformation sich selbst mit einem neuen Geist erfüllt hatte. Die letzten Kurfürsten von Köln im 18. Jahrhundert hatten den Charakter des Doms durch fremdartige Reparaturen dem Untergang entgegen- führen laffen, weil sie den Geist des Werkes nicht verstanden. Deutscher Sinn hat diesen Geist wieder belebt, den vorhandenen Bau von fremdartigen Huthaten gereinigt und endlich den ganzen ursprünglichen Entwurf zur Wirk- Uchkeit gemacht. Als ein Denkmal deutscher Einigkeit hat König Friedrich Wilhelm IV., als er am 4. September 1842 den Grundstein zu den neuen Thürmen legte, die Vollendung des Kölner Domes bezeichnet. Am 15. October, am Geburtstage des hochseligen Königs Friedrich Wilhelm IV., so hat unser erhabener Kaiser angeordnet, soll die Vollendung des Kölner Domes an Ort und Stelle in des Kaisers Gegenwart und der Gegenwart des k. Hauses hochseierlich begangen werden."
— Aller Wahrscheinlichkeit nach dürfte die Hamburger Frage in der nächsten Session des preuß. Landtags wie des Reichstags noch zu lebhaften Erörterungen Anlaß geben. Ganz abgesehen davon, daß die gegen Hamburg ergriffe- NM Maßregeln wenig mit bem Wesen eines bundessreundllchen Verhältnisses übereinstimmen, abgesehen von der Freihafenfrage, die in erster Sinie nur eine Nützlichkeitsfrage sein kann, verdient das beabsichtigte Experiment eines Schnittes durch ein eng zusammenhängendes Hafen- und Industriegebiet, wie es durch die Loslösung von Altona und Wandsbeck vom Freihafen versucht werden soll, die eingehendste und gründlichste Erwägung, zumal da die Mehrheit der vermeintlich geschädigten Bewohner Altonas und Wandsbecks in dem gegenwärtigen Zustand mehr Vortheile als Nachthetle sehen. £. k „
— Wie es heißt, wird der nächste Etat Mehrsorderungen für das Reichseifenbahnamt enthalten. Tie feiner Zeit unter großen Erwartungen in s Leben gerufene Behörde ist durch den Widerstand der Einzelstaaten gegen einen tiefgreifenden Einfluß in das Eisenbahnwesen fast zu einem statistischen Bureau zusammengeschwunden; da muß beim eine zweckmäßige Erweiterung se ner Thätigkeit mit Beifall begrüßt werden. Das Reichseifenbahnamt soll in e ner eingehenden Eifenbahnstatistik namentlich die Frachtgutbewegung einhe tlich und methodlfch berücksichtigen, und so eine sickere Grundlage für d>- Bmrtheilung deS Umfanges und der Wege von Handel und Verkehr schaffe", als d es ledigl ch durch die Ein. und Ausfuhrstatistik möglich war. (Shic solche Statistik entspricht durchaus den vom Reichstage ausgesprochenen Wünschen.
Berlin, 6. Septbr. Der Reichstags-Abgeordnete für Schwarzburg- Sondershausen, Lipke, hat der Collectiv-Erklärung der ausgetretenen national- liberalen Abgeordneten in einer Mittheilung an seine Wähler noch Folgendes zur Erläuterung hinzugefügt: Die Austretenden Beinen , wie sich aus den in der Austrittserklärung enthaltenen Motiven ergibt, be den ursprünglichen Grundsätzen der nattonalliberalen Partei, brechen aber mit der in den letzten
in
ts,
• n . (0856
Venrwdten, ‘‘ I- c«6 unsere (
A «■’ *
Ikon* uti
1 'f‘ jihff- ft-
; L':, Bitwnkoto-
•anfl ffI®
I


