Ausgabe 
9.7.1880
 
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^r* 1S7 Freitag den 9. Juli 188«.

Aießener Mnzeiger

AMgt- uni) Amtsblatt fit i>e« Kreis Gieße«.

«edaettO»AV»re-«r l Schulstraße B. 18.

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Erscheint täglich mit Ausnahme des Morrtag-

Prei- vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 3 Mark 50 Pf.

Amtlicher Hheil.

B e k a n ii l m « ch u n g.

Betreffend: Die Prüfung der Bewerber um Berechtigung.zum einjährig freiwilligen Militärdienst im

Herbst 1880. . _

Diejenigen jungen Leute, welche beabsichtigen sick der im Herbst lfd. Jahres stattfindenden rubr. Prüfung zu unterziehen, werden hierdurch aufgesordert, ihre deßfaüsigen Gesuche um Zulasiung bei Meldung des Ausschlusies von dieser Prüfung

spätestens bis zum 1. August 1880

i.

4.

5.

6.

2.

3.

Ueber die Anforderungen^ welche an die zu Prüfenden gestellt werden, gibt Vie Prüfungs-Ordnung (Anl. 2 zur Ersatz-Ord. 1 ^^ciI ^er

Drd. vom 28. September 1875 Reg.-Bl. Nr. 55 von 1875) Aufschltch. . , .

Bezüglich des Prüfungs-Termins, sowie des Locals, in welchem die Prüfung stattfindet, erfolgt ev. weitere Bekanntmachung; auf specielle Ladung kann nicht gerechnet werden.

Darmstadt, den»28. Juni 1880. ,

Großherzogliche Prüfungs - Commission für einjährig Freiwillige.

Der Vorsitzende:

b) Ei^nwilUg^u n^s - At'test des Vaters oder Vormundes mit der Erklärung über Bereitwilligkeit und Fähigkeit den Frei­willigen während einer einjährigen activen Dienstzeit zu bekleiden, auszurüsten und zu verpflegen; _ n

c) ein Unbescholtenheitszeugniß, welches von der Polizei-Obrigkeit oder der vorgesetzten Dienstbehörde auszustellen ist;

Qu pos. V wird nod) besonders darauf hingewiesen, daß in dem Einwilligungs-Attest die Erklärung des Vaters oder Vormundes, in der > Lage zu sein, den Freiwilligen während des einjährigen Dienstes unterhalten zu können, nicht fehlen darf und daß die Unterschrift des Vaters oder Vormundes beglaubigt sein muß.

In dem Gesuche ist außerdem anzugeben, in welchen zwei fremden Sprachen (Französisch, Englisch, Lateinisch oder Griechisch) der sich Jst^ b'eretts^früher ein Gesuch um Zulaffung zur Prüfung etngereicht worden, so bleibt dem erneuten Gesuche nur ein Unbescholten-

bei der unterzeichneten Prüfungs-Commission einzureichen.

Hinsichtlich der Anbringung der Gesuche wird im Sveciellen das folgende bemerkt: , r , c. m rr

Das Gesuch ist bei der unterzeichneten Prüfungs-Commission nur dann anzubnngen, wenn der sich Meldende im Großher- zogthum Hessen seinen dauernden Aufenthaltsort hat.

Die Zulassung zur Prüfung kann nicht vor vollendetem 17. Lebensjahr erfolgen. .

Das Gesuch muß von dem Betreffenden selbst geschrieben sein und ist hierzu ein Bogen m Actenformat (nicht Briefpapier) zu ver­wenden. Auch erscheint es zweckdienlich, wenn stets die nähere Adresse angegeben wird.

Dem Gesuche sind folgende Papiere beizufügen:

Spamer.

Deutschland.

Aus Mainz schreibt man demRh. Kur." unterm 2. ds.: Heute fand hier die Generalversammlung des Landes'Lehrervereins sür das Groß' herzogthum Hessen statt. In derselben hielt Herr Lehrer Schuhmacher von Worms einen Vortrag über diemoderne Volksschule." Redner bemerkt, daß die liberalen Ideen die besten Freunde der Schule, die reactionären Besw- bungen und Anschauungen dagegen als die ärgsten Feinde deiselben zu bezeich­nen seien. Wenn es auch den Anschein habe, als ob im Augenblicke die Reaction überhand nehme, so.solle man sich dadurch nicht ine machen lassen, die liberalen Anschauungen würden sich doch wieder Bahn brechen und sör- dernd auf die Schule wirken. Herr Lehrer Backes aus Obec-Eschbach spracy hierauf überdie obligatorische Fortbildungsschule." Derselbe äußerte sich entschieden zu Gunsten der obligatorischen Fortbildungsschule, in dieser Be­ziehung habe er genügende Erfahrungen gesammelt, aber das könne er ver- fichern, daß in der facultatioen FortbilvungL)chule keine günstigen Resultate erzielt würden. Es würde zwar in Beziehung auf diese letzteren Schulen gesagt, die strebsamen Schüler kämen von felbst und die faulen würden zurück bleiben. Nach den Erfahrungen, welche er gemacht habe, sei dies nicht richtig. Im Anfang kämen die Schüler massenhaft zur Fortbildungsschule, sobald aber der Lehrer durch den leisesten Tadel sein M-ßfallen einem Schüler gegenüber geäußert habe, so seien die betreffenden Schüler aus der Schule sortgeblitben. Bezüglich des Werthes der Fortbildungsschulen äußerte sich Redner dahin, daß dieselben überhaupt Gutes gewirkt häiteu und die Ansicht, daß durch diese Schulen Auswüchse rc. gefördert würden, sei keineswegs berechtigt. Im Uebrigen beständen die Fortbildungsschulen erst eine kurze Zeit, als daß jetzt schon greifbare Resultate wahrzunehmen seien. In Bezug aus einen jüngst erstatteten Bericht des Oberconststoriums, in welchem in Beziehung auf den durch die Lehrer ertheilten Religionsunterricht gegen die Lehrer der Volksschule ein scharfer Tadel ausgesprochen wurde, kam es nunmehr auch zu einer ein­gehenden Berathung, nach welcher folgende Resolution einstimmig angenommen würde:Die in der heutigen Generalversammlung des hessischen Lehrerver- einS anwesenden Lehrer weisen die von Setten des Oberconststoriums in dem Berichte an die Landessynode erhobenen Anklagen gegen die Lehrer an der Volksschule des Großherzogthums Hessen als nicht gerechtfertigt zurück."

Berlin, 6. Juli. Eine Angelegenheit, welche gänzlich in den Hinter- gründ getreten, ja, fast vergeffen ist, bildet die gesetzliche Regelung der Eisen- bahn-Frachttarise. Zu Ende der vorletzten Session des Bundesraths war die Frage in den Ausschüffen stecken geblieben und während der ganzen letzten Session ist man nicht wieder darauf zurückgekommen. Der Reichskanzler soll

nicht gewillt sein, die Frage schlafen zu lasten. Man hört nielmehr, eS solle daraus in der nächsten Session mit besonderem Nachdruck zurückgegriffen werden. (Köln. Ztg.)

Eine Mannheimer Versammlung von über Hundert Tabakshändlern, industriellen Detailliuren, welche im Saalbau daselbst stattfand und an welcher die Reichstags-Abgeordneten Köpfer und Dr. Blum theilnahmen, verwarf ein­stimmig das illoyale Gebühren der Straßburger TabakSmanufactur als Vor­läuferin des Monopols. , , c ,r,

Der ehemalige Botschafter des beuischen Reiches bei der französischen Republik, Graf Harry Arnim, ist neuerdings schwer erkrankt. Während seines jüngsten Aufenthaltes in Florenz trat zu seinem alten Diabetes-Letden viel­leicht auch in ursächlichem Zusammenhang mit demselben die Waffersucht. Letztere machte schnell bedrohliche Fortschritte und da in Florenz ausreichende ärztliche Hülse nicht zur Hand war, wurde Graf Arnim nach Gens überge- führt, wohin auch sein Sohn, Freiherr v. Arnim Schlagenthin, sich in diesen Tagen von hier aus begiebt. Die Umgebung des unglücklichen Staats­mannes ist ohne Hoffnung, daß derselbe den nächsten Winter überleben wird.

Der Centralbahnhof zu Halle a. d. Saale ist wieder nach kurzer Frist zum dritten Male der Schauplatz eines Eisenbahnunsalles gewesen. Auf dem der Thüringeu'schen Bahn zugehörigen Theile des Bahnhofes stießen ein Rangtrzug und ein Güterzug aufeinander. Die Maschine des letzteren entgleiste, der Führer des Güterzuges kam um's Leben.

Wie derTils. Ztg." mitgetheilt wird, hat das Ministerium dorthin gemeldet, daß laut Bericht der deutschen Consuln die Diphteritis im südlichen Rußland in schreckenerregender Weise auftritt und verheerend um sich greift! die Sterblichkeit ist eine ganz bedeutende. Man befürchtet, daß sich die Epi­demie der preußisch, russische!. Greuze nähern könne und sollen bei Zetten von dieffeitigen Behörden Verhütungs- refp. Vorsichtsmaßregeln getroffen werden.

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Wien, 6. Juli. DiePolit. Corresp." meldet aus Konstantinopel: In der Antwort, betr. die Reformen in Armenien, erklärt die Pforte, daß sie zum Zwecke von Verbesserungen Specialcommissionen entsendet, die Organisirung der Gensd'armerte begonnen und nationale und auswärtige Osficiereuttt der Ausar­beitung eines Reglementsentwurfs betraut habe. Die armeniscken Distrtcte wurden in Rahta« oder Gemeinden geteilt. Der Präfekt jeder G-me nde wurde ans der consessionellen Majorität, der Unterpräfekt ans der Mmori ät entnommen. Für eine bestimmte zu einer Gruppe vereinigte Anzahl Rahien wurde ein ambulanter Schwurgerichtshof eingesetzt, welcher an den Ort des Verbrechens | ginge, um die Procedup zu beschleunigen und der zehnte Theil der Steuern,