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rückschaffuna in den Dienst gestellt habe, ferner den genannten MooSratner um den Grund deS Dienstentlaufens zu befragen, hierüber ein Protocoll aufzunehmen und folches mnerhalb 24 Stunden an das Bezirksamt zurückzusenden. In Folge dieser Anordnung schickte Häring den Gemeindediener am 20. Mai b. Js. nach Oberweilbach, um den MooSratner zu befragen, warum er den Dienst verlassen; am anderen Tag, nachdem der Gemerndedtener gemeldet, was ihm Moosrainer mitgetheilt, ließ der Bürgermeister den Gemcrndeschretber ein Protocoll auf- setzen, worin enthalten war, daß MooSratner vor der Gemeindeverwaltung erschienen war, an- gegeben habe, daß er wegen roher Behandlung den Dienst verlassen und dann das Protocoll eigenhändig unterzeichnet habe. Allein Moosrainer war weder erschienen nock hatte er das Protocoll unterzeichnet, sondern der Gemeindedirner hatte im Auftrag des Bürgermeisters das Protocoll, damit dieses schneller an daS Bezirksamt zurückgelangr, mit, dem Namen MooSrainer unterzeichnet. Zu seiner Verthetdigung erzählte nun Bürgermeister Häring unter Heiterkeit des Publikums — auch die Richter konnten nicht ernst bleiben —, daß ihn die Bauern bloß deß- wegen zum Bürgermeister gewählt hätten, weil seine Tochter gar so schon lesen und schreiben könne; er selbst könne weder lesen noch schreiben, seine Tochter schreibe für ihn und besorge die ganze Bürgermeisterei; er habe gemeint, es sei gleich, ob der Gemeindediener den Namen deS MooSrainer unterschreibe, oder dieser selbst, dann habe lhn das „Cito auf dem bezirksamtlichen Schreiben ganz auseinander gebracht. Hätte er gewußt, daß er wegen der Bürgermeisterei noch in seinen alten Tagen vor daß Gericht müsse, so hatte er lieber das ganze „Geraffel hergeschenkt und wär« betteln gegangen. In seinem ganzen Leben nehme er kein Bürgermeisteramt mehr an. Der Gemeindediener kann auch nur sehr schlecht lesen unv schreiben und glaubt, er dürfe für seinen „Vetter" Moosrainer unterschreiben. Das Bezirksamt Dachau thetlte in einer Note mit, daß der Bürgermeister Häring sehr schwach an Geist sei. Der Staatsanwalt beantragte gegen Häring 1 Monat Gefängniß und gegen Angermaicr 8 Tage Gefängntß; das Gericht erkannte indeffen auf Freisprechung, weil e8 an der rechtßwidr-gen Absicht fehle. Mlt einem tiefen Bückling verließ der würdige Gemeindevorstand mit seinem Diener den Saal.
— (Verwickelt.i Actuar: „Wen bringen Sie da?" — Gensdarm; „Melde gehorsamst: dieses mit einem Zimmermann verheirathete Fraucnzimmer befaßt sich als Zimmerfrau mit der Vermiethung von Herrenzimmern für Zimmerherrn, und —" — Actuar: „Anhalten, langsam — noch einmal, das soll der Teufel nachschreiben "
London, 4. October. Ein schreckliches Unglück ereignete sich gestern in Manchester in der römi'ch-katholischcn Kirche des heil. Aloysius. Während die aus 400 bis 500 Personen bestehende Gemeinde den oberen Raum des Gebäudes verließ, wo soeben die dritte Mrffe beendigt worden, bruch einer der Querbalken, die von einer Mauer zur anderen reichen, zusammen.
und 80 bis 100 Personen stürzten in das unten gelegene Schulzimmer, eine Höhe von mindestens 20 Fuß. Eine Frau blieb auf der Stelle tobt und zwanzig andere Personen, von denen 5 bt8 6 Beinbrüche erlitten hatten, mußten nach dem Hospital geschafft werden.
Eingesandt.
Die Ergänzungswahlen für den Stadtvorstand stehen vor der Thür. Von einer Besprechung über aufzustellende Candidaten verlautet noch nichts in der Bürgerschaft, e8 sei denn das einzeln hervortretende Agiren gewtffer Personen. Einsender dieses hält es jedoch für eine dringende Notwendigkeit, wenn sich über aufzustellende Candidaten öffentlich ausgesprochen wird resp. wenn für diejenigen abtretenden Stadtverordneten (welche au8 Krankheit oder sonstiger Ursache ablehnen) richtiger Ersatz gefunden wird. Die Sache angeregt zu haben, möge Zweck dieser Zeilen sein. X.
Handel und Verkehr.
Frankfurt, 6. October. (Marktbericht.) Der heutige Heu- und Strohmarkt war schlecht befahren. Heu kostete je nach Qualität der Ctr. X 2.00—3.00, Stroh X 2.00—0.00. Butter das Pfd. tm Großen 1. Qual. X 1.00—00, 2. Qual. X 0.90—00, im Detail das Pfv. X 1.20—25, 2. Qual. X 1.10—00. Eier das Hundert ttal. X 8.00, deutsche Eier 6.00 X Ochsenflench per Pfund 65—70 Kuh-, Rind und Farrenfleisch 45-60 H, Kalbfleisch 45-55 H, Hammelfleisch 40—65 Schweinefleisch 70-80 H, ein Hahn X 1.30 bis 1.80, ein Huhn X 1.70—2.00, eine Ente X 2.00—2.20, eine Taube 45—50 Gans X 5.00-6.00, Hasen das Stück X 3.50—4.00, Feldhuhn X 1.00-1.50, Rehbock das Pfd. 75—80 H, Kapaunen X 0—0.00, Wälscher Hahn X 0—0. Kartoffeln 100 Ko. X 5.50—6, Kohlrabi 6—8 H, Blumenkohl 1 St. 20 — 50 H, Wirsing 10—15 H, Gelberüben 1 Bund 10—20 Zwiebeln 1 Bund 6 Sellerie das Stück 6 Meerrettig 1 Stück 00—00 H, Spargel das Pfund 00—00 H, Romain-Salat 30 - 00 Endivien 10—0 H, Rothkraut
15-20 H, Weißkraut 10—20 Arttschoken 50 Erbsen das Pfd. 00 Bohnen 1 Ctr 10—14 X, Gurken das Hundert X 0.50—1.50, Essiggurken das Hundert 00 H.
Limburg, 6. October. (Fruchtmarkt.) Rother Weizen X 18.70, Weißer Wetzen X 00.00, Saatwe,zen X 19.00, Korn X 16.25, Gerste X 10.30, Hafer X 6.55, Erbsen X• 00.00. (Durchschnittspreis pro Malter.)
In der Privatklagesache des Agenten I. I. Burk zu Garbenteich , Privatklägers gegen den Land- wirth Peter Heller II. daselbst, Angeklagten, wegen Beleidigung hat das Großh. Schöffengericht zu Gießen am 15. Juni 1880 für Recht erkannt:
Angeklagter ist der ihm zur Last gesetzten Beleidigung überführt und wird in eine Gesammtstrafe von 4 Wochen und in die Kosten des Verfahrens, söwie zum Ersatz der dem Privatkläger erwachsenen nothwendtgen Auslagen verurtheilt.
Auch wird dem Privatkläger das Recht zuerkannt Urtheils- auszvg binnen einer Woche nach desien Zustellung einmal auf des Angeklagten Kosten im Gießener Anzeiger bekannt zu machen.
Die Richtigkeit der Abschrift der Urtheilsformel wird beglaubigt und die Vollstreckbarkeit des Urtheils be- scheinigt.
Gießen, den 23. Septbr. 1880. Neidh art,
Gerichtsschreiber, des Großherzoglichen Amtsgerichts.
Fischerei
in der Oberförsterei Romrod. Montag den 11. Oktober, wird der Buchhölzerteich bei Romrod, 1 Stunde von der Bahnstation Zell-Romrod entfernt, ausgefischt und das muthmaßliche Ergebniß
ca. 20 Ctr. Karpfen und 1V2 Ctr. Hechte
von Vormttttags 10 Uhr ab, in größeren und kleineren Parthien öffentlich meistbietend versteigert.
Romrod, den 6. Oktober 1880. Großherzog!. Oberförsteret Romrod. 6556)_______Seyd.____________
Frcttsft den 8. d Mts.,
Vormittags 10 Uhr,
werden in der Hofraithe des Hrn. L. Flett hier folgende Gegenstände:
1 Schrank, 1 Commode, 1 Sopha, 1 Spiegel, 1 Theke, 4 Wirthstische, 7 Wirthsbänke, 1 Kleiderschrank, 2 vollständige Betten
öffentlich meistbietend gegen Baarzahlung versteigert.
Gießen, den 4 Oktober 1880.
6542) Bühner, Gerichtsvollzieher.
Süßer und raufcher iepfelwein bei L. Herbert, 6257) Mäusburg.
Allgemeiner Anzeiger. Bekanntmachung.
6544) Die Stelle eines academtsch gebildeten Veterinärarztes dahier, mit welcher ein fixer Jahresgehalt von 1000 verbunden, ist baldthun- lichst zu besetzen. Bewerbungen um dieselbe sieht man unter Vorlage der bezüglichen Zeugniffe entgegen.
Büdingen, 5 October 1880.
Großherzogliches Kreisamt Büdingen.
K l i e t s ch.
Bekanntmachung.
Einschreib - Briefsindungen können auch außerhalb der Schalter - Dienst- stunden gegen eine besondere Gebühr von 20 H zur Beförderung eingeliefert werden. Bezüglich der Dienststellen, bei welchen die Einlieferung zu geschehen hat, besagen die Aushänge auf den Schaltervorplätzen das Nähere.
Gießen, den 5. October 1880.
Kaiserliches Postamt.
I. V.: _________________________Ritsert._________________________ Bekanntmachun g.
Amtliche Verkaufsstellen für Postwerthzeichen bestehen bei den Herren Louis Wenzel, Seltersweg; Heinzerling Af Tribus, Kreuz; Ph. Rau # Co., Wallthorstraße; I. W. Kurz, Neustadt und Gmil Orbig, Bahnhofsstraße. Vertragsmäßig sind die Herren Verkäufer verpflichtet, stets eine entsprechende Anzahl von Postwerthzeichen vorräthig zu halten, dieselben nach Bedarf rechtzeitig zu ergänzen und die einzelnen Marken zu keinem höheren, als dem Betrag ihres Wertstes an das Publikum abzugeben. Im Allgemeinen findet dieser Verkauf während der ganzen Zeit, in welcher das Geschäftslocal des Verkäufers geöffnet ist, jedenfalls aber innerhalb der für den Verkehr mit dem Publikum festgesetzten Dienststunden der Orts-Postanstalten statt.
Gießen, den 5. October 1880.
Kaiserliches Postamt.
I- V.: Ritsert.
6564) Den Empfang der Neuheiten für Herbst- und Wintersaison zeigen ergebenst an und empfehlen ganz besonders unser großes Lager in Buckskins und Paletotstoffen.
G-ebrüder Scheel, Neustadt.
Modell - Hüte
sind in schöner Auswahl etngetroffen.
6565) Johanna Lang, am Markt.
Darmstädter Pferdemarkt Loose (Generaldebit Moritz Strauß junior in Mainz)
sind ä T Mark per Stück bei «■■■bhh allen Looseuverkäufern ■■■■■
6066 zu haben.
6463) Nachdem sämmtlicke Neuheiten in
Damenkleiderstoffen, Regen- und Wintermänteln in reicher Auswahl eingegangen, empfehle solche zu billigen festen Preisen. 6463 M. Haan. vorm. S. Weimersheim.
Samstag den 9. ds. Mts - werden in der Flett'schen Hofraithe dahier gegen Baarzahlung versteigert:
um 1 Nhr: Erne Parthie Ladenreale, von 2 Uhr an: 1 Sopha, 1 Taschenuhr, 1 deSgl. mit Medaillon, 1 Kommode mit Glasaufsatz, 1 Sopha, 1 Schrank, 1 Nachttisch, 8 Oeldruckbilder, 1 Spiegel, 1 großer Schrank, 1 Kasten, 1 Tisch und 1 Nähmaschine.
Gießen, den 7. Oktober 1880.
6572) Geißler, Gerichtsvollzieher.
Aeikgeöolenes.
6554) Ein Fasselochs, roth, Vogelsberger Nace, l3/< Jahr alt, zu verkaufen bei
Heinrich Scheid II., Wirth zu Harbach.
Dr. Pattison’s tiichtwatte, bestes Heilmittel gegen
Gicht und Rheumatismen aller Art, als: Gesichts-, Brust-, Hals- und Zahnschmerzen, Kopf-, Hand- und Fußgicht, Gliederreißen, Rücken- u. Lenden weh. [H. 62050.]
In Packeten zu 1 X und halben zu 60 H bei (6563
____ Hch. Wallach.
Frische Hefe
6555) bei Carl Wei big, Sonnenstraße
Einmachfässer
in jeder Größe empfiehlt billigst (6562
Louis Lony.
Neue boll. Häringe, beste Qualität h 6 Pfg., empfiehlt 6569) S. Elsoffer, Marktstr. 205.
Strickgarne, Frauenstrümpse, Kinderstriimpse, Socken, Beinlängen, Gamaschen,
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VL
empfiehlt zu billigen Preisen (6399
Robert Stuhl,
Marktftraße 23.
Jtal. Maronen
empfiehlt (6568
Emil Fischbach.
6413) Eine größere Stcinsammlung mit schönen Versteinerungen billig zu ver- kaufen. Wo? sagt die Exped. d. Bl.
|e6raiintß Zerste als billigster und bester Kaffeezusatz empfiehlt (6467
Robert Stuhl,
Marktstraße 23.


