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dafür

sich

Türkei.

der

Umständen lieber sein

hohen Nach 15. d.

ankernde Dampfer beflaggt; letztere gaben Salutschüsie ab. Am Landeplatz wurde der Kronprinz von den Spitzen der Behörden und einem zahlreichen Publikum enthusiastisch begrüßt- Die Feuerwehr und der Kciegerverein bildeten Spalier- Zwei junge Damen brachten dem Kronprinzen den Ehrenwein und Bouquets dar, weiche huldreich entgegengenommen wurden. Bürgermeister Müller brachte ein Hoch aus. Der Kconprinz unterhielt stch freundlich mit sämmtlichen vorgestellten Personen, namentlich dem Grafen Matuschka und dem Cornmercienrathe Lotichius und begab sich zu Fuß in das Hotel Adler.

St. Goarshausen, 7. Sepibr- Gestern Abend nach dem Diner, zu welchem die Spitzen der Verwaltungsbehörden geladen waren, unternahm der Kronprinz auf dem TrajeeibooteLoreley" eine Fahrt auf dem Rhein und besichtigte die Illumination, sowie die bengalische Beleuchtung der Ruine Katz. Heute früh 7'/z Uhr begibt stch der Kronprinz zu Wagen nach Nastätten zur Besichtigung der unter dem Commando des Generalmajors v. Rauch stehen­den Brigade.

Telegraphische Depeschen.

Wagner'« telegr. Eorrespondenz-Bureau.

Mainz, 6. Septbr. Der deutsche Kronprinz ist um halb 3 Uhr Nach­mittags von Darmstadt hier eingetroffeu und hat, von dem Publikum ehr­furchtsvoll begrüßt, sofort per Dampfschiff die Reise nach St. Goarshausen fortgesetzt^,^ ß ^^,br. Anläßlich verschiedener Angaben der Zeitungen er­klärt das Amtsblatt: Dle Regierung ist weder gegenüber dem Vatikan, noch gegenüber dem päpstlichen Nuntius oder irgend einer anderen Person irgend eine Verpflichtung bezüglich der Ausführung der Märzdecrete etngegangen. »ehre Actionsfretheit ist eine vollständige und ihre Entschließungen hangen nur von ihr selbst ab. Jede entgegengesetzte Behauptung entbehrt der Begründung.

Berlin, 6. Septbr. Bezüglich der Nachrichten über angebliche Ver- Weigerung der Goldherausgabe von Seiten der Reichsbank erfahren wir, daß die Reichsbank in Berlin Gold in keinem Falle verweigerte, weder gegen Bank­noten noch gegen Checks noch sonst, und daß hieran auch künftig sestgehalten werden wird. Dagegen ist es richtig, daß bei einigen auswärtigen Zweigan­stalten in neuester Zeit Anträge auf Gewährung größerer Summen in Gold an die Hauptbank verwiesen werden mußten, weil die Goldbestände der betr- Anstalten dazu nicht ausretchten, Gold also erst auf Kosten der Reichsbank dorthin hätte geschafft werden muffen. Nach gleichen Grundsätzen wird auch Seitens der anderen großen Banken verfahren. Keine gibt bei jeder ihrer Zweiganstalten stets jede beliebige Summe Goldes her-

Akagusa, 6. Septbr. Im Laufe des Vormittags trafen eine deutsche und zwei englische Coroetten hier ein- Es sind nunmehr 14 Kriegsschiffe im hiesigen Hafen versammelt.

Straßburg, 6. Septbr. Gegenüber der Tendenznachricht desGau- lois", daß der Statthalter von Elsaß-Lothringen den aus Paris gewiesenen Jesuiten den Aufenthalt in Mirienthal gestattet habe, wie gegenüber den daran geknüpften Insinuationen ist dieElsaß-Loihr. Ztg." zu der formellen Erklärung ermächtigt, daß das für Elsaß-Lothringen Kraft und Geltung habende Reichsgesetz vom 10. Juli 1872, Betr. den Orden der Gesellschaft Jesu und die ihm verwandten Orden und ordensähnlichen Congregationen, sowie die desfallsigen Aussührungs-Veroidnungen des Bundesrathes im etntretenden Falle selbstredend unverkürzt zur Anwendung gelangen werden.

St. Goarshausen, 6. September. Der deutsche Kronprinz traf, begleitet von dem Regierungspräsidenten v. Wurmb, um 6</2 Uhr Abends mittelst des DampfersRhenus" in St. Goar ein, stieg daselbst aus und fuhr dann nach Begrüßung der dortigen Behörden mit dem TrajectbootLoreley" nach St. Goarshausen. Beide Orte sind festlich geschmückt, sämmtliche hier

jedoch spurlos verschwunden. Eine Besichtigung der Grube ergab Anfang einer Unterminirung des Bahndammes." Unter diesen wird es erklärlich, meint dasB. T.", wenn Graf Loris-Melikoff Ministerium des Innern Andern zur Verwaltung überlassen und mitwichtigen Staatsreformen" beschäftigen will.

Petersburg. DemB. T." geht folgendes Telegramm zu:Die ernste und durchaus nicht sensationssüchtigeStrana" berichtet von einer vor circa 2 Wochen erfolgten Entdeckung des Versuchs einer Unterminirung des Eisenbahndammes der Moskau-KurSker Bahn an genau derselben Stelle, wie im vorigen Jahre. DieStrana" betont, daß diesem Gerückt ein wirkliches Factum zu Grunde liege. Den Polizeibeamten siel im Hanse Rogoßki, in dem nahe der Bahn gelegenen Stadttbeil, welches von drei unbekannten Leuten be- mohnt wird, eine tiefe, in die Erde gegrabene Grube auf. Die Frage nach der Bestimmung der Grube wurde dahin beantwortet, es würde ein Keller eingerichtet. Der Policist machte seinem Vorgetzten Meldung, worauf dieser die sofortige Slrretirung der Hausbewohner befahl. Die drei Leute waren iedock ivurlos verlckwunden. Eine Besichtigung der Grube ergab den ersten

Konstantinopel. Die Botschafter der Mächte machten Pforte förmliche Mittheilung von der bevorstehenden Floitenkundgebung. ben bis jetzt vorliegenden Nachrichten wird die letztere wahrscheinlich am ihren Anfang nehmen, da den Berechnungen zufolge sämmtliche beteiligte Schiffe bis zu diesem Zeitpunkte in Gravosa eingetroffen sein werden. L--i> tens der türkischen Presse ist die Nachricht, wonach die so oft und allseitig angezweifelte Gesammtkundgebung nun endlich wirklich erfolgen wird, mit über­raschender Ruhe ausgenommen worden; man glaubt anscheinend noch immer nicht an den Ernst der Sache, oder man rechnet darauf, daß die Einigkeit der Mächte eine entscheidende Probe nicht bestehen werde.

beraten wurde. Der Gedanke fand in der Versammlung allseitigen Beifall, jedoch wurde ein Beschluß noch nicht gefaßt. Heute Abend wird eine aber­malige Versammlung über diesen Gegenstand in Beratung treten. Auf mor­gen Vormittag 11 Uhr ist eine Volksversammlung in das Thalia-Theater einberufen, um Mittel und Wege zu besprechen, eine der Stadt würdige Feier der Vollendung des Domes vorzubereiten.

Kolland.

Haag, 4. Septbr. Die beiden Kammern der Generalstaaien sind auf den 6. ds. einberufen worden, um Glückwunsch - Adressen an den König zu be­schließen , der ihnen durch besondere Botschast die Geburt einer Prinzessin an- gezetgt hat. Die gesammte Presse hat bereits der Freude des ganzen Landes über das frohe Ereigntß aufrichtigen Ausdruck gegeben. Heute hat der König die Minister und Würdenträger des Hofes empfangen. Das diplomatische Corps wird am 10. ds. in feierlicher Audienz seine Glückwünsche darbrtngen.

Hngtand.

London, 5. Septbr. Amtliche Meldung aus Kandahar vom 2. ds.: Außer dem bereits gemeldeten Verlust in dem Treffen gegen Ayub Khan sind drei britische Officlere und 68 Mann verwundet; von letzteren sind seitdem 4 gestorben. Die indischen Truppen verloren 11 Mann tobt und 72 ver­wundet. Die Kavallerie marschtrt morgen nach Kokeran. Eine andere Abthei- lung geht dem General Phayre entgegen, welcher angewiesen ist, "icht zu viel Truppen vorznschteben, sondern die verfügbaren Transportmittel für Beschaffung von Vorräten und Lebensrnitteln zu verwenden. Die Kavallerie tödtete 400 Flüchtlinge von Ayubs Armee.

Rußland.

Lokales.

Gießen, 7. September. Professor Rober t v. S chlagint weit, der am 4 März dieses Jahres Girßen verlassen hat, ist gestern Abend (6 Sept.) wohlbehalten von seinen aus­gedehnten Reisen in den Vereinigten Staaten von Amerika wieder hier eingetroffen und hat eine Anzahl von werthvollen und interessanten Gegenständen aller Art mitgebrackt. In noch ll^öllerem Maße als vor elf Jahren hat er diesmal den weiten amerikanischen Westen bereist, zunächst den getretdereichen Prairtestaat Kansas und das durch seine großartigen Naturschönheiten, seinen wichtigen Bergbau und seine merkwürdigen, über 10,100 englische Fuß hinansteigenden Eisen­bahnen berühmte Colorado. Hierauf besuchte er Neu-Mexico und von da begab er sich über Omaha mit der Pacifiebahn nach Utah zu den Mormonen und ihrer Hauptstadt, der in den letzten Jahren durch prachtvolle Bauten ungemein verschönerten und vergrößerten Salt Lake City. Sein weiterer Weg führte ihn nach Caltfornien, hauptsächlich nach dem südlichen, von wo aus er sich in das angrenzende Territorium Arizona verfügte; von hier kehrte er direct nach Deutschland zurück- . c

Während seines Aufenthaltes in Nordamerika hatte er Gelegenheit, einen großen The,, der rauhen Felsengebtrge genau kennen zu lernen; er ritt auf einen der höchsten Gipfel hinauf, den 14,335 englische Fuß hohen Pike'S Prak, auf dem sich ständig ein metereologisches Obser vatorium befindet. Ferner hat er nicht nur die Pacifiebahn wiederum zweimal ihrer ganzen Ausdehnung nach bereift, sondern auch, soweit sie überhaupt bis setzt fertig ist, die Südpacific- bahn, nämlich einerseits von Kansas City in westlicher Richtung nach Santa Fe in Neu-Mexico und andererseits von San Francisco in südöstlicher Richtung nach Tucson in Arizona- die Ent­fernung von Tucson (man spricht Tusson mit scharfer Betonung ver Silbe son) nach New-York beträgt, wie wir einem uns gütigst zur Verfügung gestellten Prtvatbriefe des Reisenden ent­nehmen, auf dem kürzesten zur Zett möglichen Eisenbahnwege 4109 englische 891 deutsche Meilen, die der Zug in neun Tagen und neun Nächten ununterbrochener Fahrt zurücklegt.

Se. Kaiser! Hoheit der Kronprinz des Deutschen Reichs wird heute Nachmittag 645 ;n hiesigem Bahnhof etntreffen und nach kurzem Aufenthalt 6*o die Weiterreise antrrten.

Vermischte

Mainz, 3 September. Gestern Abend wurde unS ein Unglücksfall von Rheindürkheim hierher gemeldet, der aber glücklicher Weise keine Menschenleben, wie dies anfänglich gemeldet, gekostet hat. Gestern Morgen verließ der der Firma Ristelhuter Nachfolger gehörige Guter dampfer Pfalz II " unsere Stadt, um mit einer Ladung Palmöl und sonstige leicht brennbar- Stoffe nach Mannheim zu fahren. In der Nähe von Rheindürkheim gextetben plötzlich die Maaren derPfalz" in Brand und wurde das Feuer zuerst von dem an derPfalz" vorüber, fahrenden RemorqueurMaximilian^ bemerkt und schleunigst wurden die Rettungsboote herab- gelassen, um den Bedrängten auf dem brennenden Schiffe zu Hülfe zu kommen. Mit rasender Schnelligkeit griffen die Flammen um sich und mit großer Noth konnten die auf dem schiff befindlichen Leute bis auf einen Matrosen, welcher in's Waffer sprang und sich an dem Ruder des brennenden Scbtsfts festhtelt, gerettet werden. Der sich am Rud» fcsthaltende Matrox gerirth nun in Gefahr, zu verbrennen, da das brennende Oel vom Scpiff m das Waffer lies und dorten auf demselben schwimmend weiter brannte. Der Unglückliche mußte sanen Kopi

beständig unter Waffer tauchen, um sich nicht zu verbrennen. Ein beherzter Schiffsmann des , Maximilian" kam aber auch bleiern Manne 8u Hülfe unb rettete ihn aus ben brennenden ilutbcn doch wurde der Retter bei dieser Gelegenheit beinahe cm Opfer seiner Mens.ven iebi indem er burch bas brennende Oel fahren mußte, sich dabei fchreckltche Brandwunden ,uz°g und , sofort in ärzNiche Pflege genommen werden mußte. Das Schiff sank, nachdem cs bis an den Wasserspiegel heruntergebrannt war, dieses sowohl als die Fracht waren versichert und zwar wie man uns mittheitt, das Schiff um die Summe von 36 000 fl.

Kassel 3. September. Bei dem zur Zeit auf dem großen Forste stundenden Uebungen der 22. Kavallerie-Brigade (Husaren-Regimcnt Nr. 14, TbürinMches Ulanen-Regiment Nr. 6 haben sich in den letzten Tagen mehrfache bedauerliche Unglucksfalle ereignet, eine gräß­liche Scene namentlich am Mittwoch. Das Pferd eines wanen im ersten Glied stürzte, wobei feine Lanze sich in den Boden festrannte, die nunmehr seinem Hintermann, dessen Pferd an der selben Stelle ebenfalls stürzte, die Brust durchbohrte, ohne daß der Reiter aus dem Sattel kam. Pferd und Reiter erhoben sich unglaublicherweise ebenso rasch als sie gefallen, wieder und so sprengt mit abgebrochener Lanze in der Brust der tapfere halbtodte Ulan noch em Stuck weiter, bis er besinnungslos vom Pferd stürzte. Ein anderer Ulan brach sich die Rippen vorgestern bei einem Sturze, ein zweiter brach ein Bein, heute wurde einem Husar welcher bei einem Sturze unter« Pferd zu liegen kam, die Nase fast abgetreten. Auch ein Artillerift bat dieser Tage bet einem Sturze nicht'unerhebliche innere Verletzungen erlitten, mdeß sind glücklicherweise bis setzt alle die vorgekommenen Verwundungen nicht tödtlich gewesen.

1 Hannover, 1. September. In der verflossenen Nacht wurde ein Nachtwächter, indem er einer Rotte wüster Gesellen, welche Unfug verübend die Straßen durchzog, wehren wollte, von den Strolchen rückwärts zu Boden geworfen und dann in brutaler Weise erschlagen. Dn Leiche wurde Morgens gefunden. Das Gesicht war total zerschmettert und von Blut überströmt, die Schläfe gleichfalls durch einen wuchtigen Schlag zerstört. Die Thater sind entdeck' und ^^d^ssau, 1. September. Gestern Vormittag wurde der Militärsträfling Joh. Hoff von der Militärftrafanstalt in Oberhaus bei einem Fluchtversuch durch die Bebeckungsmannschafk erschoffen. Die Kugel hatte ihn am Rückgrat getroffen, so daß er tobt niedcrftürzte. Hoffent ltch wird eine gründliche Untersuchung weitere Aufklärung schaffen.

Wohl zu den wunderlichsten Blüthen, welche der Deutschenhaß in Frankreich gezeitigt hat gehört die Behauptung, daß wir die Vermehrung der Wölfe verschuldet hätten. Di' Petite Republique Francaise", ein in etwa 20,000 Exemplaren verbreitetes Soub.'att, erzähl' zuerst daß im Jahre VI der republikanischen Zeitrechnung in Frankreich 5351 W5.se gegen Schußprämien in Höhe von 126,000 Frcs. getövtet worden seien; ber^erste Napoleon habe dann die Prämien herabgesetzt und der dritte habe in Mexico und Syrien brichaftigt keine Zeit gehabt, sich mit den Wölfen zu beschäftigen. Ihm und^Deutschland danken.wir die neue Geißel", fährt das Blatt wörtlich fort,die Wolfe, um deren Vernichtung eS M bandelt, sind Eindringlinge, welche im Gefolge der deutschen Armeen im Jahre 1870 die Grenz' überschritten haben. ' Diese Thatsache sollte die Wolftödter herzhaft machen. Nicht nur um eine Frage der Menschlichkeit handelt es sich hier, wie dieSoeiele d'Argiculture" meint, r« ist Cme Frage des Pa'riotismus. Darum Krieg dm Wölfen! Auf die Wolfe!'

_ Beim 8. badischen Feuerwehrtag zu Heidelberg hat die folgende Inschrift groß' Heiterkeit erregt:

Die Feuerwehr

Die ist zum Löschen ftetö zur Hand.

Hätten wir eine Steuerwehr, Wären wir nicht so abgebrannt.

fiaifcl, 2. September. Im ®aflbau8Zum legten Heller" vor dem Frankfurter Thore wurde gestern durch die Poll,er eine Scküler - Verbindung die sich aus Primanern d Gymnasiums gebildet hatte, aufgeboben Dre jungen Herren hatten stch m dem genannt Loeale vollständig tn studentischer Man.er eingerichtet; sie saßen in Cerevismutzen und MU Corpsbändern geschmückt beim .dien Gersteniaft an ber.Sffianben gingen ftm m! Mb sogar die gähne de« Corps fehlte nicht. Es scheint sich sonach hier um nichts weiter eine Nackaffung studentischen Treibens zu bandeln, jedoch wird tue Strafe be, dem strengen Verba des Verbindungsweiens wohl eine barte sein. Wenn man dem Wirth, der in fernem 8 dieses Wesen geduldet und begünstigt bat, die Schankconcession entzieht, so trifft ihn nu gerechte Strafe.