Ratten benutzt werden sollen, während man bte Ausstellung fertiger Weikstucke in den Vorgarten Nickt beanstande. - Das von der Stadt behufs Erweiterung der Reichensand-Bahnhossstraße anaekaufte ^steriing'sche Hau« soll am '.April 1880 abgebrochen und bis dahin noch vermiethet werden-Di- Reparatur des Wehrs an der Obermühle soll nach den Vorichlägen des Stadt. Laumetsters vorgenommen und die endgtltige Entscheidung bezüglich der Auswahl ber Steine aber der Bauveputation überlassen werden. — Die Anschaffung eines zweiten Schneeschltttens wird aenebmiat, ebenso werden verschiedene vorliegende Rechnungen zur Auszahlung überwiesen. - ttum Schluß wurde noch aus Anlaß der in letzter Zeit vorgekommenen BenachtheMgung des Publikums durch zu leichtes Brod der von Großh. Poltzeiverwattung vorgelegte Entwurf eines Localreglements über den Verkauf von Backwaaren in hiesiger Stadt genehmigt.
SBermifcfrteS«
Düsseldorf. Das Kind eines hiesigen Beamten wurde vor einigen Tagen von einer Mücke gestochen. Die Eltern desselben beachteten erst wenig die Geschwulst; als sie jedoch einen Arzt zu Rathe zogen, constattrte derselbe Blutvergiftung. Die Hülfe war «ndeß zu spat, das Kind ist an den Folgen des Mückenstiches gestorben.
Gernsheim 3 August. Die Ernte in unserer Gemarkung ist so gut ausgefallen, wie nock lange nicht Aus 53 Haufen Gerste wurden 71 Centner Frucht gewonnen, von einem anderen Oeconomen aus 8 Haufen 12 Centner, gewiß ein außerordentliches Ergebniß Auch die Kartoffelernte verspricht in Folge des Regens ebenfalls eine ganz ausgezeichnete zu werden. ,
Kassel 2 August Ein blutiger Vorfall ereignete sich am Samstag Nachmittag im Grünen Wrg. ' Zu einem dort in Dienst stehenden Mädchen war ihr Bruder von auswärts gekommen, um Geld für sich zu verlangen. Da bte Schwester sich wcigate ihm zu oebcn so setzte er ihr mit Drohungen derart zu, daß dos Mädchen laut um Hilfe |chne^ Auf dieses' Geschrei eilten aus der dicht daneben befindlichen Schreinerwcrkstatte ^wei Schreiner herbei und als der erste derselben sich dem Menschen näherte, erhielt er von dem Wuthenden mit einem Dolchmesser einen Stich in den Kopf und sein Gefährte gleich darauf einen in den Leib. Polizei war sofort zur Stelle und der Attentäter wurde sofort in Haft genommen. Die Verwundeten, deren Verletzungen schwere sein sollen, sind auf die Charite gebracht worden. Heute wurde erzählt, daß einer bereits in Folge innerer Verblutung gestorben sei.
— Seit einigen Tagen wird der Setzersaal der „Wiener Allgemeinen Zeitung" durch elektrisches Licht erleuchtet. Diese Neuerung wurde, wie das Blatt meldet, von den Setzern mit nicht geringer Befriedigung ausgenommen, denn sie danken tbr nicht allem bte Schonung ihrer Sehkraft, sonbern auch bte Beseitigung bet durch die zahlreichen Gasflammen hervor^ gebrachten tropischen Atmosphäre. Fünf burch Milchglaskugeln abgedampfte Flammen versehen den geräumigen Saal mit hellem weißem Lichte, bas sich sehr zu fernem Vorteile von bent des Gases unterscheibet. Das Licht dringt vis in die entferntesten Winkel des Raumes und gestattet die Lektüre der Manuskripte ohne die geringste Anstrengung. Für die Elektrische Beleuchtung wurde bas System Jablochkow gewählt. Eine Flamme an der Ecke der Hohenstaufengasse und bes Schottenringes sendet ihr weißes, klares Licht über ben Platz hinweg, bte ®a8_ flammen in per Runde überstrahlend, die in ihrem gelben Lichte unruhig und um ihre Zukunft besorgt zu flackern scheinen.
— Dte Stabt Teplitz wird wahrscheinlich, um ihre Quelle zu retten, genöthigt sein, die überflutheten Osiegger Kohlengruben anzukaufen und betnebelos liegen zu lassen. Ein kürzlich ergangener Erlaß des österreichischen Ackerbauministers erklärt, daß den Grubenbesitzern em Vor- Wurf, sie hätten die Auspumpung mit Lässigkeit betrieben, nicht gemacht werden könnte, daß dagegen dte Stadt Teplitz der thr auferlegten Verpflichtung, bte Thermalquellen unabhängig von den Kohlenwerken zu sichern, nicht nachgekommen sei, vielmehr entgegen bent Rathe ber bedeutenbsten Sachverständigen weder einen zweiten Schacht geteuft, noch rechtzeitig mit der nöthigen Energie an die Wetterteufung des Ouellenschachtes gegangen sei und sonach den Schacht nicht bis zur nothwendigen Tiefe herabgebracht habe, daß weiter den Kohlenwerken nicht die Verpflichtung obl-.ege, die Wasserhebung dem Interesse der Stadt Teplitz anzupassen, sonach vom bergpoltzetlichen Standpunkte die Einstellung der Wasserhebung nicht verfügt werden könne, vielmehr bte Expropriation bes unbeschränkten Rechts der Werksbesitzer, dte Wasser zu heben und dte Werke betriebsfähig zu machen, Platz greifen müsse. Dte Teplitzer Stadlvertretuny hatte nach Befund einer Mtnisterialcommission das schlechteste, aber auch bas theuerste Projekt zur Auffangung der Quelle zur Ausführung gebracht, indem sie nur einen Schacht von 28 Meter Tiefe mit der kolossalen Summe von 120,000 Gulden abteufte. Sämmttiche über- fluthete Ossegger Werke haben am 27. v. M. früh in Vollzug des Erlasses des Ackcrbaumin'sters mit der Auspumpung ihrer Gruben begonnen.
Osnabrück, 30. Jult. Emc Räuberhöhle, welche in einem der Stadt (Heger Laischaft) gehörenden Walde aufgefunden wurde, ist augenblicklich der Gegenstand des Stadtgesprächs. Ein sleckbrieslilich verfolgter Dteb, namens Röver, welcher bereits eine Zuchthausstrafe von acht Iahten verbüßt hat, machte in letzterer Zeit mit seinem lös jährigen Sohne die Umgegend der Stadt, namentlich die Colonie an der Eversheide, unsicher. Die Annahme, daß der freche Dieb in den weiten Laischaflsforsten Hausen müsse, wurde am letzten Montag zur Gewißheit- Am genannten Tage fand nämlich der Gendarm Meyer in einem entlegenen Walddickicht, welches wegen vieler Gräben schwer zu passiren ist, eine aufs kunstvollste angelegte Höhle, die etwa vier Menschen Raum bot, so versteckt, daß nur der aufmerksamste Beobachter sie finden konnte. Alle Utensilien, die zu erneut Wald- und Diebshaushalte erforderlich, fanden sich in dieser, sowie in einer zweiten am folgenden Tage in der Nähe der ersten aufgefundenen, ebenso kunstvoll aiigelegten Höhle vor. Am Dienstag gelang es denn auch, den Räuber abzufassen. Der Wald wurde umstellt; fünf Mann nähern sich den Höhlen und überraschen den Dieb, der in der Nähe derselben unter dichten Zweigen sitzt und sich sein Mittagsmahl bereitet. Auch der Sohn des Spitzbuben kommt in Sicht, verduftete aber, als ihm nachgesetzt wurde, im Dickicht des Waldes. Leider darf man annehmen, daß der eingefangene Röver nur ein Mitglied einer förmliche Diebesbande ist, da er wiederholt geäußert hat: „Wir sind unser mehr."
Thun, 2ö. Juli. Am Stockhorn, dessen luftige Zinne von sehr vielen Gasten besucht war, wagte sich ein junger Mann, Winkler von Blumenstein, beim Aussuchen von Edelweiß zu weit in die Felsen des jähen Absturzes der Oft)eite, glitt aus, stürzte hinunter und blieb mit furchtbar zerschmettertem Hinterhaupte an einer zahnartig aufragenden scharfen Klippe hängen. Jacob Schneller, Aclpler auf Hinterstocken, eilte mit mehreren Kameraden zur Unglücksstelle hinauf. Am Seil mußte er auf die schreckliche Klippe hinuntergelassen werden, um den zerschmetterten Leichnam Winklers zu lösen und heraufzubringen. Mit Muth und Geschick entledigte er, unterstützt von seinen Kameraden, sich dieser Aufgabe- __________________
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