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vorgekommen.

(D. Z.)

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in der Nacht vom 15. zum 16. März d. I. zu Momshausen die Scheuer des Jacob Lenz daselbst,

in der Nacht vom 8. zum 9. April h. I. zu Eschenrod die Scheuer des Bürger­meisters Kunkel daselbst, vorsätzlich in Brand gesetzt, und

am 20. zum 21. Mai 1879 dem Johannes Bodenbender zu Sichertshausen eine dem­selben gehörige Kuh,

eine solche bei Gelegenheit des Brandes in Momshausen, Dem Jobann Jost Becker gehörig,

in der Nacht vom 26. zum 27. März d. I. dem Johannes Schmidt 7r zu Nieder­welz zwei demselben gehörigen Schafe,

bei Gelegenheit des Brandes zu Eschenrod dem Bürgermeister Kunkel daselbst eine demselben gehörige Kuh in oer Absicht rechtswidriger Zueignung weggenommen habe. AngeschulDigter leugnet, Die oben unter 1 bezeichnete Scheuer angesteckt, während er zu­gesteht, den Brand bei Kunkel dadurch verursacht zu haben, Daß' er sich Abends 10 Uhr in die Scheune geschlichen uno in derselben geschlafen habe, daß er des Nachts, um auf die Uhr zu zu sehen, ein Streichhölzchen angezünoet und dasselbe im Glauben, daß es erloschen sei, weg­geworfen, er habe aber alsbald die Wahrnehmung gemacht, Daß das Strohs in Folge davon in Brand gerathen, worauf er dann fortgelaufen sei.

Sämmtliche Diebstähle hat Mesierschmidt etngestanden. Die Geschworenen erkannten den Angeklagten für schuldig, worauf der Gerichtshof denselben in eine Zuchthausstrafe von 14 Jahren verurtheilte und gleichzeitig auf Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 5 Jahren erkannte und die Zulässigkeit der Polizeiaufsicht aussprach.

Von Seiten des Wirthes zumschwarzen Wallfisch" in Gleiberg geht uns folgendes Schreiben zu:

Gleiberg, den 6. Juli 1880.

Sehr geehrter Herr Redacteur!

In der heutigen No. Ihres geschätzten Blattes befindet sich ein Passus, welcher meine Wirthschait herabzusetzen versucht und zwar unterLokales".

Ich ersuche Sie crgebenst doch gefälligst berichtigen zu wollen:Daß ich stets mein Augenmerk auf reelle und prompte Bedienung meiner Gäste richte; daß ich natür­lich aber bei einem augenblicklich starken Andrang der geehrten Gäste, einem jeden sofort bei geschehener Bestellung dasselbe verabreichen kann, besonders aber, wenn es jedesmal nicht convenirt, halte ich für ein Unrecht öffentlich rügen zu wollen. Stets vor wie nach bin ich bestrebt den Besuchern der Ruine Gleiberg das zu bieten, was mir möglich ist."

Hochachtungsvoll

Gastwirthzum schwarzen Wallfisch."

Wie uns mitgetheilt wird, soll demnächst auch hier in Gießen eine Filiale der Kaiserl. Labaksmanufaetur in Straßburg errichtet werden.

sirter Seite die Meldung derTimes" von einem Zusammenstöße russischer und chinesischer Truppen für vollständig unbegründet und sogar der Sachlage nicht entsprechend.

Athen, 6. Juli. Dem Vernehmen nach dürfte die Ueberreichung der Collectivnole Seitens der Conserenz-Mächte am 16. Juli erfolgen.

Konstantinopel, 6. Juli. Die Pforte hat den Armenien betreffen­den Theil der identischen Note der Botschafter beantwortet. Sie erklärt, die im Art. 61 des Berliner Vertrags vorgesehenen Verbesserungen stets im Auge behalten und demgemäß vorbereitend gehandelt m haben. Sie zählt die ein­zelnen Verfügungen aus und schließt sodann mit dem Hinweise, daß die Ar­menier im Ganzen nur 17 Procent der Bevölkerung der betreffenden Dtstricte ausmachten.

Paris, 6. Juli. Dem JournalVoltaire" zufolge würden Ende dieser Woche die Märzdecrete gegen die Niederlaffungen der Franziskaner, Kapuziner, Eudisten und Oblaten in Ausführung gebracht werden.

Die Kammer der Deputaten bewilligte einen Credit von 500,000 Frc. für das Nationalfest am 14. Juli. Voraussichtlich findet mor­gen die erneute Berathung über die Amnestie-Vorlage statt. Die Zahl der , richterlichen Beamten, welche ihr Amt nieoergelegt, um die Märzdecrete nicht auszuführen, beträgt bis jetzt etwa HO.

London, 6. Juli. Eine bei Lloyds aus Weymouth heute eingelaufene Depesche meldet, daß der dem Norddeutschen Lloyd gehörige DampferMain" in der Nähe von Shambles Leuchtschiff gestrandet sei. Man erwarte, das Schiff werde sich bei eintretender Fluth wieder flott machen.

Lebensjahres und 261 im Alter von 2 bis 15 Jahren erlegen. Die Sterblichkeits­ziffer insgesammt betrug 26, die der Erwachsenen 27 und die der Kinder nur 23 pr. M. An epidemischen Krankheiten verstorben waren bei allerdings geringerer Vollständig­keit und Zuverlässigkeit der Aufzeichnung der Todesursachen in mehreren Kreisen 142 Personen (gegen 152 bis 185 in dem entsprechenden Quartale der drei Vorjahre), darunter 91 an Hals- und Rachenbräune, 11 an Keuchhusten, 10 an Masern und 2 an Scharlach; ferner an febris recurrens 11. Auch in Oderhessen war die Zahl der tödt- lichen Verunglückungen mit 29 eine große, aber auch Selbstmorde hatten mit 16 einen hohen Betrag erreicht. Vorherrschende Krankheiten nicht infectiöser Art hatten eine mittlere Zahl von Todesfällen veranlaßt.

In der Provinz Rh ein Hess en, welche von epidemischen Krankheiten zumeist verschont geblieben, sind 1610 Personen verstorben, darunter 875 Erwachsene und 735 Kinder, unter letzteren 447 im ersten Lebensjahre und 288 höheren Alters. Die Sterblichkeilsziffer betrug insgesammt 24, für die Erwachsenen 19 und für die Kinder 39 pr. M. Sterbefälle in Folge epidemischer Krankheiten waren 110 vorgekommen (gegen 184 bis 203 in dem entsprechenden Quartale der drei Vorjahre), darunter an Hals- und Rachenbräune erlegen 64, an Keuchhusten 12, an Masern 9, an Scharlach 5, an Blattern 2. Sterbefälle im Wochenbett hatten mit 26 einen hohen Betrag; die Sterblichkeit durch andere vorherrschende Krankheiten war eine mittlere, nur Darm- katarrhe hatten eine für die Jahreszeit beträchtliche Zahl von Todesfällen veranlaßt; gewaltsamer Tod war nicht häufiger als in den gleichen Quartalen der vorderen Jahre

Die epidemischen Krankheiten und die Sterblichkeit im Großherzogthum Hessen.

Januar bis März 1880.

(Schluß.)

Keuchhusten, mit in Summa 95 Todesfällen, war in der Provinz Starken­burg in Darmstadt, Bessungen, Hahn, Pfungstadt, Biblis, Ober-Roden (hier neben Masern), in Dieburg, Rothenberg und Jügesheim, in Oberhessen in Ober-Eschbach und Bauernheim, dann in Bermuthshain, Altenschlirf und einigen anderen Orten des Kreises Lauterbach, in Rheinhessen in Mainz, Kastel, Kostheim und Planig nach Ausweis der Sterbfallsübersichten häufiger mit tödlichem Ausgang vorgekommen.

Masern, welchen im Ganzen 36 Personen erlagen, fehlten in der Provinz Rheinhessen, woselbst nur aus dem Vorjahre überkommene Epidemien in Mainz, Kastel und Worms fortdauerten, gänzlich; in Starkenburg traten dieselben in Erbach und Michelstadt auf, in Dieburg in vereinzelten Fällen und in Ober-Roden sehr verbreitet und mit hoher Sterblichkeit; in Darmstadt und Rüsselsheim waren die m dem Vor« jahre begonnenen Epidemien noch nicht völlig erloschen; in Oberhessen herrschten Masern in Friedberg und von hier nachgewiesenermaßen verschleppt in Bad Nauheim, Steinfurth, Schwalheim und Langenhain, dann in Kaichen und Heldenbergen und ferner, ohne sicheren Nachweis des Imports, in Nieder- und Ober-Seemen, von welchen letzteren Orten aus dieselben demnächst im Kreise Schotten zu weiterer Verbreitung gelangten.

Scharlachsieber, welches im Ganzen nur 18 Todesfälle nach sich zog, war als Epidemie nur in der Provinz Starkenburg und zwar in Kürnbach, sowie in Kröckelbach, Krumbach und Weschwtz, welche letztere Orte einem seit einer Reihe von Jahren vom Scharlach nie völlig verschonten Districte angehören, aufgetreten und kam im Großherzogthum sonst nur vereinzelt oder doch nicht in zahlreicheren Fällen vor, so in Darmstadt und Offenbach, in mehreren Orten des Kreises Friedberg, in Gießen iinb JRtnMK in WorrnS, Flvnhetm und Eichloch.

Eine beschränkt gebliebene Blattern epi de mie brach im Monat Februar in Abenheim aus, die bei 13 Erkrankungen 2 Todesfälle nach sich zog und eine Haus- epidemie in Gedern in Oberhessen; einzelne zum Theil zweifelhafte Fälle wurden in Mainz, Götzenhain, Birkenau und Langen beobachtet.

Kindbettfieber trat nirgends verbreitet auf; unter 64 im Wochenbett cin- getretenen Todesfällen wurden 44 als durch diese Krankheit erfolgt bezeichnet.

Von Abdominaltyphus, Nerveufieber mit in Summa 49 Todesfällen wurden größere Epidemien nicht bekannt; in Neu-Asenburg und Ober-Abtsteinach in der Provinz Starkenburg halten den Winter über kleine Epidemien fortgedauert und aus letzterem Orte zur Verschleppung der Krankheit nach Mackenheim Anlaß ge­geben; eine auffälligere Zahl von Typhussterbfällen hatten nur die Städte Mainz und Gießen aufzuweisen.

Ueber die Verbreitung des Rückfalltyphus im Großherzogthum wurde be­reits früher in diesen Blättern regelmäßig berichtet; auch im ersten Quartale des laufenden Jahres kamen in allen Kreisen der Provinz Oberhessen Erkrankungen dieser Art vor, in weit Überwiegender Zahl aber in dm Kreisen Gießen und Friedberg- fast alle Erkrankten gehörten zu den arbeitslos umherziehenden und vagabundirenden'Per­sonen, und nur hin und wieder wurden Einzelne von der seßhaften Bevölkerung ergriffen und unter diesen insbesondere Herbergbesitzer und deren Familie. Auch die im ersten Jahresquartale in den südlichen Provinzen, und zwar in Darmstadt Offen­bach, Bensheim, Dieburg, Worms und Bingen vorgekommenen Fälle von Recurrens- fieber betrafen ausschließlich umherziehende Personen, welche sämmtlich m Hospitälern Ausnahme fanden. Im Ganzen sind im Berichtsquartale dem Rückfalltyphus erlegen 11 Personen gegen 10 des Vorquartals, in welchem die Krankheit auftrat.

DieGesammtzahl der an epidemischen Krankheiten, ausschließlich desKindbett- fiebers tm ersten Jahresquartal im Großherzogthum Verstorbenen betrug 473 (m den entsprechenden Perioden der drei vorausgegangenen Jahre 727, 631 und 454); sie war hiernach eine ungewöhnlich geringe. Gegen das vorausgegangene letzte Quartal von 1879 mit 383 Sterbefällen durch epidemische Krankheiten hatten die Sterbefälle an Hals- und Nachenbräune und solche durch Keuchhusten eine Zunahme erfahren; erstere waren von 187 auf 252, letztere von 51 auf 95 gestiegen; Scharlachfieber, Abdominal­typhus und ebenso Rückfalltyphus hatten eine gleich geringe Sterblichkeit wie in diesem veranlaßt; Masern-Todesfälle waren sehr beträchtlich, von 62 auf 36, herunter­gegangen.

Von den Todesfällen durch andere vorherrschende, für die Beurtheiluna der Salubritat wichtige Kra nkheiten hatten solche durch Lungenschwindsucht im Berichtsquartal eine ungewöhnlich hohe Zahl erreicht: es sind dieser Krankheit ins­gesammt erlegen 73o Personen, gegen 709, 696 und 635 in der gleichen Periode der vorausgegangenen Jahre dagegen war die Sterblichkeit durch akute entzündliche Lungen- krankheiten mit 694 Sterbesallen, durch Schlagfluß milderen 161, durch acuten Gelenk­rheumatismus mit 6, durch Diarrhöe und Brechdurchfall mit 135 eine m'ttlere Anderen bekannten Krankheiten waren 2579 Personen erlegen, unbekannt blieb die tödl­iche Krankheit bet 867 der Verstorbenen, d. h. bei 15 pCt. derselben. Gewaltsamer Tod war 119 Mal Todesursache; durch Verunglückung umgekommen waren 73 Der- sonen, eine ungewöhnlich hohe Zahl, durch Selbstmord 38, ein mittlerer Betrag und durch Mord und todtliche Körperverletzung 8. 0

Von den Provinzen hatte Starkenburg die relativ ungünstigsten Gesund- heitsverhältnisse und die bedeutendste Sterblichkeit. Von 2595 Todesfällen des Ber ckts'- quartals betrafen 1504 erwachsene Personen, 1091 Kinder; unter letzteren waren 666 innerhalb des ersten Lebensjahres und 425 in einem höheren Alter verstorben Die in der Provinz berechnet sich pro Mille und für's Jahr insgesammt zu 29.0, sur die Erwachsenen zu 24.0 und für die Kinder zu 31.0. An epidemischen Krankheiten erlagen von 220 Personen (gegen 218 bis 354 in dem entsprechenden Quartal der drei Vorjahre), darunter an Hals und Rachenbräune 97, an Keuchhusten 72 anr%alern 17 und an Scharlach 12. Lungenschwindsucht hatte 361 Sterbefälle ver- anlatzt (gegen 264 bis 315) acute entzündliche Lungenkrankheiten hatten mit 334 Todes­fällen einen mittleren Betrag erreicht. Verunglückungen waren häufig, 31mal Todes­ursache, Selburnorde selten, 9mal. ö' 00

, -r^eI^ovinz Oberhessen hatte bei im Ganzen mäßiger Verbreitung evi-

Aunkhelten eine mittlere Sterblichkeit. Von 1628 Verstorbenen waren 1103 Erwachsene und 525 Kinder, von letzteren sind 264 vor Vollendung des ersten

Lokales.

Gießen, 7. Juli. Am 1. Juli verstarb dahier nach schweren Leiden der Geheime Medicinalrath Prof. Dr. P h ö b u s, hochverdient um die Wisienschaft der Pharmakologie, wie durch seine langjährige Docententhätigkeit vor seiner Versetzung in den Ruhestand um die hiesige Universität. Nach Vollendung seiner Studien in Berlin längere Zeit einer der ersten Assistenten an der damals erst aufblühenden Charitö war er dann eine Zeit lang practischer Arzt im Hohnstcinischen, von wo er dem Rufe als ordentlicher Professor Der Pharmakologie nach Gießen folgte. Phöbus hat durch seine Arbeiten in der Pharmakologie förmlich Bahn gebrochen, wie er auch das erste Pharmakologische Institut nicht nur sicher in Gießen, sondern, so viel wir wisien, überhaupt eingerichtet hat, jedenfalls ist dafür von ihm eine Hauptanregung für die anderen Universitäten ausgegangen. Eine vor einiger Zeit in Anlaß des Todes Buchheim's von Frankfurt auSgegebene Nachricht, daß vor Buch heim kein pharmakologisches Institut in Gießen gewesen, beruht auf Unkenntmß der Thatsachen. Außer seiner Thätigkeit als Docent setzte er seine Thätigkeit als praktischer Arzt fort, und in der Geschichte der Medizin wird sein Name durch seine Arbeiten über das Heufieber erhalten bleiben, wie diese seine Verdienste bei seinem 50jährigen Doctorjubiläum von den angesehensten ärztlichen Autoritäten erkannt sind. Während aber Phöbus ganz der Wisienschaft lebte, umfaßte er doch auch die practischen Ver­hältnisse ber Pharmacie mit allgemeiner Liebe und Sorge. So hat er mit großen Opfern an Zeit und Geld gegen die Freigebung (Aufhebung einer bestimmten Anzahl ber Apotheken, Wegfall mancher Beschränkung rc.) gekämpft, ber sicheren Ueberzeugung, baß badurch nicht nur bie Bil» bung und Stellung der Pharmaceuten geschädigt weroe, sondern daß darin eine große Gefahr für die leidende Menschheit liege, insofern die Bereitung und Verabreichung der Heilmittel ein reines Waarmgeschäft werden würde. Dafür ist seine SchriftBeiträge zur Würdigung der heutigen Lebensverhältnisie der Pharmacie" rc. höchst verdienstlich, in welcher er die Folgen der Freigebung des Apotheker - Gewerbes (das pharmaceutische Manchesterthum) nachwies. Die späteren Jahre seines Lebens hat ein großartiges Unternehmen ausgefüllt, das er leider nicht vollenden soUe; eineEuropäische Pharmacopoee", für welche er die namhaftesten Vertreter dieser Wisienschaft in London, Paris, Petersburg, Neapel rc. als Mitarbeiter gewonnen hatte. Geboren 27. Mai 1804 hatte er fein 76. Jahr vollendet. Phöbus und Buch heim in Gießen und Fal ck in Marburg sind ganz eigentlich das Dreigestirn in der Pharmakologie gewesen, Phöbus in naturhistorijcher, Buchbeim in physiologisch experimentaler, Falck in vermittelnder Richtung, das in neuerer Zeit den Schwestern ' Universitäten Gießen und Marburg den nicht geringsten Glanz verliehen hat, sämmtlich fast gleichzeitig durch den Tod von ihrer Wirksamkeit abberufen.

Der außerordentliche Prof. Dr. Zvppritz, der nach Zamminer hier bie mathe­matisch-physikalischen Vorlesungen mit Auszeichnung vertreten hat, hat einen Ruf als ordentlicher Profesior der Erdkunde nach Königsberg erhalten und angenommen.

Gießen, 6. Juli. (Auszug aus den Verhandlungen ber Großherzoglichen Handels­kammer, s Sitzung am 3. d. M. Anwesend der Präsident, Herr M. Hornberger, sowie die Herren Ad. Roll, F. C. B. Koch, Sigm. Heichelheim, Gg. Heinrich Schirmer.

1. Der Vorsitzende gibt von 44 Einläufen Kenntniß. Dieselben werden thciis den Acten, theils der Bibliothek überwiesen und zur Circulation bestimmt.

2. Das Vorgehen ber Elsässischen Tavaksmanusactur in Straßburg, welche ber beute scheu PrivatinDustrie burch Vertriebsversuche an Consumcnten, Errichtung von Verkaufsstellen unb Fabrikations Filialen immer mehr Concurrenz zu machen strebt, wird in ben beteiligten Kreisen als Mittel zur Vorbereitung bes Tabaksmonopols betrachtet und hat auf's Neue eine Bewegung hervorgerufen, an deren Spitze Der süddeutsche Verein deutscher Tabaksfabrikanten und .Händler getreten ist. Dieser Verein übersendet der Kammer eine Zusammenstellung von Materialien zur Beurtheilung dieser Tabaksmanufactur unb bittet, eine zugleich angefügte bies- bezügliche Eingabe in geeigneter Weise zu unterstützen. Nach eingehenber Berathung bes Gegen­standes beschließt man in Anerkennung deS Umstandes, daß jene Geschäftsgebahrung die Inter­essen Deutschlands, insbesondere aber diejenigen unseres engeren Vaterlandes und vorab unseres Bezirks auf'S Aeußerste zu schädigen geeignet ist, eine Petüion an Großherzogliches Ministerium des Innern unb der Justiz, durch welche dieses ersucht wirb, bafür einzutreten, baß bie Großh. Staatsregierung mit aller Entschiebenheit der mißbräuchlichen Handlungsweise ber Straßburger Tabaksmanufactur entgegenwirken unb Deren schon früher in Aussicht gestellte Aufhebung als Staatsanstalt befürworten wolle.

Gießen, 7. Juli. Schwurgerichtsverhandlung am 6. Juli ds. Js. gegen Johannes Mesierschmidt von Kleeberg wegen Branvstiftung und Diebstahl. Mesierschmidt ist angeschuldigt, baß er;