besondere Aufsicht über eine gute Aufbewahrung und Erhaltung der frazltcheu Gerätschaften eintreten zu lasten, sondern auch dahin zu wirken, daß die Einwohner der in Betracht kommenden Gemeinden in deren Bedienung eingeübt werden, und daß, wenn irgend thunlich, freiwillige Mannschaften zu dresem Zwecke zusammentreten.
Es ist zu hoffen, daß unter diesen neuerlich günstigeren Umständen die Errichtung eingeübter Feuerwehren aus freier eigener Initiative der Gemeindevorstände und Gemeindeangehörigen in nächster Zeit wieder lebhafter in Fluß kommt, und daß die Großh. Negierung auf diese Weise der Notwendigkeit enthoben wird, der Erwägung näher zu treten, ob und wie etwa auf dem von dem Herrn Interpellanten angedeuteten Wege weiterer gesetzlicher Regelung des Instituts einexercirter Pflichtfeuerwehren, also des Zwanges gegen Gemeindeangehörige und Gemeinden, welche nicht freiwillig zur Errichtung eingeübter Feuerwehren schreiten, weitergehende Verbesterungen versucht werden sollen. Die Großh. Regierung, wie sie schon im Allgemeinen keine Freundin von Zwangsvorschriften gegen Gemeinden, insbesondere in Bezug auf persönliche Leistungen von Gemeindeangehörigen ist, kann sich der Besorgniß nicht verschließen, daß gerade auf dem hier in Rede stehenden Gebiete durch äußeren Zwang nur Ungenügendes hervorgerufen werden könnte, daß dieses Ungenügende aber überdies als Ersatz und Abfindung für die Herstellung der besteren Ein- richtungen, nämlich der freiwilligen Feuerwehren, betrachtet werden, und somit der Ausbildung dieser Institute unter Umständen geradezu hindernd in den Weg treten könnte. Eine Reihe von denjenigen Leistungen, welche von den eingeübten Feuerwehren gefordert werden, beruhen ja so wesentlich auf freiem und freiwilligem Maße von Eifer, Ausdauer und Opferwilligkeit der einzelnen Mitglieder, daß dieselben ohne allen Zweifel in vorzüglicherem Grade auf der Grundlage freiwilliger Anerbietung der hier fraglichen ebenso ehrenvollen wie gemeinnützigen Thätigkeit erwartet werden dürfen.
Von dieser Anschauung geleitet, erachtet es die Großh. Regierung für angemesten, ehe zur Erwägung einer Reform der dermalen bestehenden Bestimmungen in der von dem Herrn Interpellanten angeregten Beziehung — zwangsweiser Einführung von eingeübten Pflichtfeuerwehren — geschritten wird, zunächst noch Zeil und Gelegenheit zur Ausbreitung des Instituts der freiwilligen Feuerwehren offen zu lasten, für welches die bestehende Gesetzgebung, wie bemerkt, genügenden Raum bietet.
Einstweilen werden da, wo sich freiwillige Feuerwehren noch nicht gebildet haben, die Vorschriften über zwangsweise Heranziehung der Gemeindeangehö- rigen, wie sie in der Verordnung vom 21. März 1857 und der zugehörigen Instruction enthalten sind, aufrechterhalten und durchgeführt werden müssen.
Zur bestimmten Beantwortung der speciellen Frage des Herrn Interpellanten übrigens, ob die einzelnen Bestimmungen jener Verordnung, insbesondere der 3 und 6 derselben; in den Gemeinden deS Großherzogthums durchweg zur Durchführung gekommen sind, mangelt der Großh. Regierung in diesem Augenblick erklärlicherweise das genügende zuverlässige Material, da dasselbe auch in der kurzen Zeit seit Stellung der Interpellation natürlich nicht beschafft werden konnte.
Greiz, 3. Decbr. Die , Greizer Ztg." schreibt: Ein geheimnißvoller Akt bat sich soeben vollzogen: die Eröffnung des Landtages. Bei verschlossenen Thüren findet in Reuß ä. L- dieser Akt statt, der in constitutionellen Staaten mit allem Glanze stattzufinden pflegt. In Reuß ä. L. ist nicht Einmal der Presse der Zutritt gestattet. Bei verschlossenen Thüren, gleich als hätte man das Auge der Oeffentlichkeit zu scheuen, findet hier die Eröffnung deS Landtages statt, bei verschlossenen Thüren, als sollte sie der Kenntniß des Volkes entzogen werden, wird hier die Verlesung der Eröffnungsrede vollzogen I Wir sind deshalb auch nicht in der Lage, über den Eröffnungsakt zu berichten, wir vermuthen nur, daß derselbe jetzt glücklich beendet ist. Wie uns nachträg- lich mitgetheilt wird, hat sodann überraschender Weise eine öffentliche Sitzung des Landtages ftattgefunden. Da dieselbe nicht vorher angekündigt war, also Niemand etwas davon wußte, dürfte die „Oeffentlichkeit" auch nur eine nomt- nelle gewesen sein.
Straßburg, 4. Decbr. Hypolit Tissot von Nancy, Feuerverfiche- rungs-Agent nnv französischer Reserve-Officier, angeklagt des Landesoerraths, begangen dadurch, daß er Pläne der Festung Diedenhofen, die Stärke der Forts, deren Ausdehnung, Anlage der Kasematten u. s. w. der französischen Regierung zur Kenntniß gebracht habe, wurde heute durch das ständige Kriegs- gericht dahier auf Grund des § 3 des Gesetzes für Elsaß - Lothringen vom 12. Juli 1873, zu einer Festungsstrafe von 3 Jahren verurtheilt.
Hesterreich.
Wien, 4. Decbr. Die „Polit. Corresp." meldet aus Galatz. Heute hat die erste Sitzung der Donau-Commission stattgefunden. Nach Erledigung der Formalitäten wurde beschlossen, über die der Commission auferlegten Arbeiten in einen Gedankenaustausch einzugehen. Die nächste Sitzung wird am Dienstag abgehalten. — Die „Polit. Corresp." meldet aus Konstantinopel: Die Pforte hat ihren Delegirten bei der Donau-Commission angewiesen, gegen die Zulassung des bulgarischen Vertreters einfach zu protestiren und an der Berathung der Commission theilzunehmen.
Irankreich.
Paris, 4. December. Die Regierung hat beschlossen, bei den Kam- mern den Verkauf derjenigen Kronjuwelen zu beantragen, welche keinen historischen Werth haben. Der zu 5 Millionen angenommene Erlös ist für die nationalen Museen bestimmt. — Die Kammer der Deputirten berieth heute über den Entwurf, betr. den Laien-Unlerricht und den obligatorischen Primär- Unterricht.
tzrrgtand.
Dublin, 4. Decbr. Das Amtsblatt veröffentlicht einen Erlaß, wonach wegen der unruhigen Zustände in Lettrim die dortige Polizei verstärkt wird.
Dublin, 4. Decbr. Das Gericht hat den Antrag Parnell's und Genossen, den Proceß gegen dieselben auf den 25. Januar k Js. zu vertagen, abgelehnt.
Italien.
Rom, 4. Decbr. „Diritto" zufolge kehrt das italienisch Geschwader zunächst wahrscheinlich nach Neapel zurück.
— „D ritto" bezeichnet die Meldung des „Standard" von Unterhandlungen in der griechischen Frage als unbegründet, ebenso die Nachricht von einer
angeblichen Erklärung Griechenlands, daß dasselbe entschlossen sei, im F ille der Abberufung der Flotte Krt«g zu führen. Dre griechische Frage sei augenblicklich vertagt. D:e Pforte habe die Behörden von Metelin angewiesen, wegen des Conflrcts mit italienischen Fischern Italien schleunige Genugthuung zu geben.
Men.
Bombay, 4. Decbr. Der Viceköaig Lord Ripon ist in Folge eineS Fieberanfalles schwer erkrankt.
Telegraphische Depeschen.
Wagner's telegr. Gorrespoudenz-Burear».
Petersburg, 5. Decbr. Die „Agence rusie" bestätigt die Zurückberufung der veceinigten Flotte, die jedoch keineswegs die Auflösung des europäischen Concerts involvire. Ob das russische Geschwader nach dem Piräus geben werde, sei zu bezweifeln.
— E n heute veröffentlichter kaiserlicher Ukas an den Senat verordnet die Aufhebung der Salzaccise v m 1. Januar 1881 ab und die Verminderung der Zollgebühren für Import-Salz.
Paris, 5. December. Die „Agence Havas" meldet aus Athen von heute: In der Deputirtenkammer erklärte Communduros, daS Programm deS Cabinets sei die Politik der Action. „Wir bereiten uns vor, um die Beschlüsse Europas auszuführen; wir bemühen uns, den Beistand Europas zu erhalten. Eß liegt kein Zeichen dafür vor, daß die Mächte unS ihre Unterstützung nicht zu Theil werden lassen sollten. Nichtsdestoweniger muß Griechenland feine eigentlichen Gedanken zurückhalten. Die Ehre legt ihm j?deS Opfer auf." Communduros appellirt an den Patriotismus der Opposition und bittet sie Angesichts der obwaltenden Umstände um ihre Unterstützung ohne Vorbehalt. — Das Einnahme-Budget ist eingebracht. Die Einnahmen sind mit 5‘/2 Mill., dir Ausgaben mit 114 Mill. Drachmen beziffert. Der Minister fügt hinzu: Wir werden 80,000 regulärer Truppen unter den Fahnen halten und vielleicht auch die Nationalgarde a ifruien.
Washington, 5. Decbr. Schatzsecretär Sherman macht bekannt, daß am 31 Decbr. bie fälligen Zinsen der 6procentigen Bonds gleichet ig mit den zur Rückzahlung präsentlrten Bonds bezahlt würben. — Nach Meldungen der Blätter aus Panama ist die in Ecuador ausgebrochene Revolution unterdrückt word?n.
London, 6. Decbr. Das „Reuter'sche Bureau" meldet aus Bombay: DaS Befinden des Vicekönigs ist besser. Derselbe konnte in Folge dessen nach Kalkutta zurückkehren.
Petersburg, 5. Decbr. Der „Agence ruffe" zufolge gehen die russischen Schiffe des vereinigten Geschwaders nach Neapel und bleiben dort zur Disposition der in Italien reisenden Großfürsten Paul und Sergius.
Gießen, 6. December.
Von dem Dieb hat man bis jetzt noch
Armenbüchse ihres Inhalts von ca. 30 berauol.
Lokales.
In der Klinik wurde vorgestern die dortselbst aufgehängte
keine Spur.
— Ein Handwerksbursche, welcher sich in einer Herberge nicht anständig betrug, wurde an die Luft expebirt. Im Zorn hierüber zerschlug er einige Fensterscheiben, welche ihm zu begleichen bleiben.
— Wir berichteten in Nr. 274 von einem Gleiberger, welcher beim Durchbrennen aus dem „Gambrinus" in die Stadtbach gerathen war. Nach näherer Erkundigung (e8 wurde uns damals so berichtet tote es im Anzeiger stand) erklären ton hiermit zur Beruhigung von Jnteresienten aus Gleiberg, daß der Durchbrenner aus Vetzberg war. Namen zu nennen, ist jedoch nicht nothwendig.
Iß e~F m i s cy t e s.
Marburg, 3. December. Das jetzt erschienene Verzeichniß des Personals und der Studirenoen der hiesigen Universität für das Wintersemester 1*80/81 ist das hundertste, also gewissermaßen eine Jubiläumsausgabe. Seil Ostern 1831 erscheinen derartige Verzeichnisse überhaupt erst an der hiesigen Universität. Das gegenwärtige Verzeichniß weist nach in der theologischen Facultät: 6 ord. und 2 außerordentl. Professoren, sowie 2 Privatvocenten; in der juristischen Facultät-. 6 ord. und 1 außerord. Professoren, sowie 4 Privatdoccnten; in der mediciniichen Facultät: 10 ord. und 3 außerord. Professoren, sowie 4 Privatdocenten; in der philosophischen Facultät: 21 ord. und 4 außerord. Profefforen, sowie 6 Privatdocenten und 1 Lecior der französischen Sprache. — Die Gesammtzahl der die Vorlesungen Besuchenden be; trägt 619, davon zählt die theologische Facultät 79, die juristische Facultät 98, bie mebici- nische Facultät 137, die philosophische Facultät 290, 15 besuchen mit Erlaubniß des Rektors die Vorlesungen. Von den Studlrenden sind aus Preußen 522, aus den übrigen RcichS- landern 7ü, aus den übrigen europäischen Staaten 6, aus außereuropäischen Staaken 6.
— Die letzten Nachrichten, welche die „Afrikanische Gesellschaft in Deutschland" von ihren Reisenden erhalten hat, ergeben, daß Dr. Lenz Timbuktu rhatsächllch erreiche hat und somit der erste Europäer ist, der von Norden her in diese Stadt gelangte. Bis auf den Verlust zweier arabischer Diener hat Lenz seine Reise ohne Unfall ausgeführt und steht zu erwarten, daß er bereits im nächsten oder übernächsten Monat nach Berlin zurückkehren wird. Hofratb Rohlfs und Dr. Stecker haben am 26. Oktober Kairo verlaffcn, um sich über Suez nach Abessinien zu begeben, wo zur Zeit vollständige Ruhe herrscht, obgleich der Kaiser nicht gerade mit allzugroßer Milde gegen Mubamedaner und christliche Missionäre aufzutreten scheint. Rohlfs gedenkt in 3 bis 4 Monaten wieder nach Egypten zurückzukehren, während Dr. Stecker durch die Gallaländer die Ostküste erreichen will. Major v. Mechow, der das süväquatonale Westafrika sich zum Forschungsgebiet gestellt, hat dm letzten Nachrichten zufolge den Quango erreicht und überschritten zwei bisher unbekannte Wasserfälle sind durch ihn nach dem deutschen und dem österreichischen Kaiser benannt worden. Der wichtigste Theil der Reise steht dem Major v. Mechoch noch bevor. Mit einiger Besorgniß wandten sich die Blicke des Vorstandes Ostafrtka zu; hier waren bekanntlich bei dem Ueberfall eines Dorfes unter den Streichen der Truppen dcs Mi- rambo zwei englische Forscher erlegen. Den neueren Nachrichten vom 20. August zufolge dürfte Mirambo selbst j'doch an dieser Schandthat unschuldig sein, sie scheint sogar gegen seinen btreten Befebl ausgeführt, und ist daher Hauptmann v. Schöler, der Führer der deutschen Expedition nach Tanganika mit seinen Reisebegleitern in freudiger Hoffnung aufgebrochen. Die leßten Nachrichten der Reisenden datirten vom 26. Tage nach dem Aufbruch von der Küste. Sie befanden sich sämmtlich bei guter Gesundheit. Noch in diesem Monat werden Dr. Pogge und Lieutenant Wißmann Berlin verlassen und sich nach dem Westen Afrikas einschiffen, um eine etneute Expedition In das Reick des Muata-Uamwo anzutreten, während Pogge selbst in des Agnigs Residenz Niosumbo zurückbletben will, beabsichtigt Dr. Wißmann von da aus Exeur- sionen “^tof^eSbcbenfen eines Rechnungsrevisors.) „Da fordert der Mechanikus W. für Visitation des Blitzableiters 12 JL und zwar für das Hinaufstetgen auf das Just.zgebaude 4 JL für Visitation 4 J4, für das Herabstetgen 1 JL Letzterer Betrag wird gestrichen, denn wenn auch das Aufsteigen und Visitiren im Interesse de« Staates geschah, so war doch das Herabsteigen leviglick Privatintereffe des Meckanikers." _____
SehlffMberieht. Mitgetheilt von dem Agenten deS norddeutschen Lloyd ® ^Bremen, 1.^December. Der Postdampfer Rhein, Capitän ©. Meyer, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 20. November von Newyor. abgegangen war, ist heute 8 Uhr Morgens wohlbehalten in Southampton angekommen und hat nach Landung der für dort bestimmten Passagiere, Post und Ladung 10 Uhr Morgens die Reise nach hier fortgesetzt. Derselbe überbringt 104 Passagiere und volle Ladung. m r
Bremen 1. Decmber. lPer transatlantische« Telegraph.) Der Postdampfer Oder, Capt. E. Undüts'ch, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher °m 15 Noobr. von Bremen und am 17. Novbr. von Southampton abgegangen war, ist heute 10 Uhr Morgens wohlbehalten in Newyork angekommen.
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