Ausgabe 
7.9.1880
 
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Cabinetsbeschluß, betr- die Abtretung des Distrittes Dulcigno an Montenegro,

oder Montenegrinern besetzten Positionen westlich res SeeS von Skutari.

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Oberförster

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Konstantinopel, 4. Septbr. Der Sultan erließ ein Jrade, welches die Botschafter den bez. Regierungen mtttheilten- Dasselbe genehmigt den

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^"E'oudon, 4. Septbr. Unterhaus. Gladstone, bet seinem Erscheinen aut's Wärmste begrüßt, antwortet auf eine Anfrage Lawson's, er billige bie Dtscretton aus Correciheit der jüngsten Erklärungen Lord Hartington s m bet Orientfrage. Angesichts der Delikatheit des Gegenstandes und der ungehör - gen Bedeutung, die den ministertllen Aeußerungen über apstracte Fragen bet- gelegt wird, habe er jener Antwort nichts htnzuzufugen. Er sei gewiß, daß Lawson bei ihm keinerlei Disposition argwöhne, die,bekannten Ansichten des Parlaments und die Ueberzeugungen des Landes zu überschreiten. Lord Harttngton theilt mit, General Roberts habe am 1. ds., 6 Uhr Abends, tele- graphtrt, daß Ayub Khans Armee ein- völlige Niederlage erlitten habe. Ec hoffe, daß die britischen Verluste vcrhältnißmäßig leicht seien. 3 Offictere und ismann seien tobt, 6 Osficiere und 57 Mann verwundet. Der Verlust der indischen Truppen sei unbekannt, aber er glaube nicht, daß derselbe außer­ordentlich groß sei. Der Körper des anscheinend jüngst ermordeten Lieutenams Maclaines sei im Lager Ayub Khans gefunden worden. Man vermuthet, daß Ayub in der Richtung von Herat geflohen sei.

Cowen entwickelt seine gestern angekündigte Interpellation. Unterstaats- secretär Dilke erklärt: Er habe seinen früheren Antworten nichts htnzuzufug-n. Die Regierung verfolge einen friedlichen Zweck. Durch seine leidenschaftliche Sprache ver uchte Cowen die Bemühungen der Regierung zu durchkreuzen. Die Behauptung Cowens, England habe die Forcirung der Dardanellen und daS Bombardement Konstantinopels vorgeschlagen, sei vollständig unbegründet. Keine Awangsmaßregel gegen irgend eint Nationalität sei beabsichtigt. Man werde gewisienhaft dafür sorgen, die Rechte aller Nationalitäten und Eon- sesstonen in dem abzutretendem Gebiete zu schützen.

Gladstone erklärt das europäische Concert als das werthvollste Instrument in den großen internationalen Fragen, so lange es auf uneigennützigen Principten beruhe. Wenn die Regierung auch zugebe, daß die Politik der Unab^ÄngiQteU M türkischen Reiches ausrechterhalten werden solle, so sei sie doch grundsätzlich darauf bedacht, die Einführung von Reformen in den türkischen Provinzen berbetzuführen. Wenn aber bie Pforte sich weigere, bie Reformen vollständig und in der richtigen Weise etnzusühren, so müffc bas türkische Reich selber für seine Integrität und Unabhängigkeit sorgen. Die Regierung werde mit Vor- Nckt unb Discretion verfahren, so lanae sie im Einvernehmen mit den anderen Mächten wirken könne, um von der Türkei die Erfüllung der cingegangenen Verpflichtungen zu erlangen. Die Finonzbill wird In dritter Lesung an­genommen. ^bhaus nahm die Jagdbill in der vom Untcrhause amendirten Kaffuna an. R-besdale erwähnt der gestrigen Rede Forsters. Earl Gran­ville erklärt, er habe Briefe mit Forster gewechselt, in welchen dieser erkläre, er habe gesagt, bie Wiederholung des jüngsten Verfahrens dürfe Viele im Lause und anßerhalb deffelben veranlaffen, zu erwägen, ob eine Veränderung ber Verfassung des Oberhauses nicht raihsam und sogar selbst nothwendig sei. Granville fügt hinzu, Forster erkläre nur seine persönliche Ansicht geäußert zu hab»^ M Parlaments soll am Dienstag erfolgen.

Türkei.

London. 2. Septbr. DieTimes" bespricht den Erlaß Wilhelm'an die deutsche Armee mit wärmster Sympaihie. Sie zäh t dabei bie großartigen Erfolge der deutschen Armee auf und schildert den Unterschied zwischen Deutschland vor und nach 1870. Sie bewundert die rastlos ununter­brochene Thätigkeit des deutschen Generalstabes, dem gar nichts entgeht und ber alles für Deutschlands Nutzen ausbeutet. Allein dieTnn^ kommt trotzdem zu dem Schluffe, daß die unendliche jährliche Blulsteuer Deutschland fast paralystre und den Fortschritt auf anderen Gebieten unmöglich mache. Di- Gefahren, welche vielleicht Deutschland drohen, mögen groß sein und vielleicht ziemlich bald realisirt werden, allein selbst bie Realistrung der größten Gefahren könnte kaum verberblicher für die Nation sein, als die Verficherungspräuue, welche jetzt hierfür bezahlt wurde.

London, 4. S-Ptbr. Unterhaus. Parnell beantrag, der Finanzbill den § 8 der irischen Wähler-Registrirungsbill, die das Oberhaus verworfen, anzuhängen. Der Staatsfecretär für Irland, Forster, bekämpft den Antrag als eine zu extreme Maßregel und tadelt scharf das Verhalten des Oberhauses. Wenn bas Oberhaus eine Verachtung des Unterhauses in ähnlicher Weise wiederhole, dürfte die Zeit kommen, wo es nicht nur rathsam, sondern noch- wendig sei, eine Veränderung in der Verfassung des Oberhauses »u erwägen. (Beifall der Liberalen). Das Unterhaus vertrete das Volk ; die Mitglieder des Oberhauses verdankten ihre Stellung einfach dem Zusalle der Geburt. Northcote protestirt energisch gegen solche Aeußerungen gegen das Oberhaus, die ihn mit dem höchsten Erstaunen und Bedauern erfüllten, da sie von einem Minister kämen. Das Unterhaus verwarf Parnell's Antrag mit 58 gegen 23 Stimmen. Eine Einzelberathung der Finanzbill wurde erledigt.

Das Oberhaus nahm die Begräbnisbill, sowie bie Bill, betr. bie Urbei­terhaftpflicht in bei vom Unterhause amendirten Faffung an.

London, 4. Septbr. Ein Telegramm desEvening Standard" aus Kurrachce von heute meldet, daß eingegangene officielle Nachrichten bie Nieder­lage Ayub Khan's bestätigen, General Roberts habe 10,000 Gefangene

Tid)t8(of_bm ®etlagten Uge (in Stück steifen Lehm ober Fensterkitt auf die Stelle,

an welcher das Loch gemacht werden soll. In diesen Lehm oder Fensterkitt mache map bann ein bis auf die Glasfläche hinunter reichendes Loch, das so groß ift, als das durch das G as ru bohrende werben soll. In dieses Loch gleße man dann etwas wemg geschmolzenes Blei, worauf, wenn das Glas nicht ganz besonders dick 'ft, das

fofoit Dittrtckswalde in der Provinz Posen wird derselbe Wundcrschwindel ausgeführt

wie in Lourdes. Ein polnisches ultramontanes Blatt berichtet darüber:Viele K'üppel seien auch diesmal in Dittrichswalde gewesen; vor Allem aber sei aus 4 Melbern, welche den Teufel in sick hatten, derselbe ausgetrieben worden. Man bade die Weiber zur Wunderquelle geführt und mit dem Wasser derselben begossen, damit die bösen Geister aus ihnen herausführen; diesc aber hätten gewaltig gebrüllt und hätten nicht weichen wollen. Darauf habe von dort ver^ sammelten Pilgern sich ein Litthauer in einem groben Kittel welcher den Anzug emes Moncke verbullte gemeldet und es übernommen, die Teufel auszutrerben. Bet dreien sei ihm dies aud aelunven ; der vierte aber habe nickt ausfahren wollen und erklärt, er werde nicht welchen zu­mal er nicht wisse, wohin. Zuerst habe er in eine Heerde Sckweine fahren wollen; bles hab ibm aber der TeufelsauStreiber verwehrt und ihm anempfohlen, m einen Säufer, welcher von trqenbtoo tm Graben laq, ju fahren. Der Teufel fei alsbann auch^auSgefahren wobei b°« Gesicht be« besessenen Weibe« schwarz petooroen, bie Zunpe au« bem Munbe herausgetreten ' unb bie Bäume im benachbarten Waive sich zur Erbe geneigt hatten »o« einjtg «tfreu liebe boran ist. baß ba« erwähnte polnische Blatt stch bei biefer Gelegenheit darüber be, klagt, baß stch m Folge seiner Wundergeschichten »iele Polnische Leser von chm abzuwenbee beginnen^ * E'finbung) D-m kaiserlichen Patentamt liegt gegenwärtig ein Patentgesuch eine« Ingenieur« Emil Capitaine vor, welche« allem Anscheine nach °°" ^dr großem Interest kkir untere ^nbuftrte ru werben versprich' Dasselbe betrifft eine neue Kraftmaschine unb wu am l ^üli d a nach effolgter gesetzsicher Vorprüfuung seitens des ka-ierlichen Pa.entamte« tm .Deutschen Reichsanzeiger unb Königlich Preußischen Staats-Anzeiger" unttr d-er «ezeicknun, Gaskraf'maschine mil einer gegen Abkühlung geschützten Verlanger^gbeSCyltnbetS^ E« soll ourcki bie von bem Eifivder angegebene eigenartige Maschine da« P'°Uem ll ° sein bie aus ben Kob,en dieses W

7hk/ConSo^bebwgten'KühLng des Perbrennungs-Naume« nicht m^lid-

DermifchteS.

Darmstabt, 2. September. sPostpersonalnachrichten.j 1) Versetzt finb: ber Post fecretair Schnittspahn von Daimstabt nach Lirgnitz unb bet P ostieeretair Seibert von Metz nach Mainz. 2) In Rubestanb getreten ist ber Postseeretair Sona in Mainz.

Darm stabt, 2. September. Gestern Nachmittag gegen 4 Uhr würbe plötzlich bie biestge Garnison alarmirt unb entwickelte sich alsbalo ein höchst interesiante« militari,che« Schau- ivi l Da sagten bie Trompeter bet Kavallerie unb Artillerie burch bie Straßen, um tüte Alarmsignale zu blasen, währenb anbererseils bie Tamboure Alarm schlugen unb von allen Seiten Offiziere unb Mannschaften nach ben betreffenben Kasernen ertten. Die Alarmirung tarn so unerwartet, baß z B., wie uns erzählt wirb, ein Btigabeeommanbeur von derselben gerade beim Diner überrascht würbe, welches er mit mehreren höheren Offizieren in ber Anno- straße einnahm, während bie Capelle des Leibgarbe-Regiment« vor der betr Wohnung eoneertirte. Trotzdem sammelten sich die Truppen so wunderbar rasch, daß aum w Minuten "ach d m er ft en Signale auf dem ^um Rendez-vous bestimmten Exereierplatz vor dem Rheintpor bereits die verschiedenen Schwadronen im Trab eintrafen, welchen die Artillerie und einzelne Com­pagnien der Infanterie aus dem Fuße folgten Von da eilten die Truppen so ott mit Marich^ sicherung nach bet Gegend de« GtieSheimet Lagers, in welchem da« 2^Jnf.-Regt. Nr llk > sit cantonnirt und verrielh alsbald bet Donner der Geschütze den Beginn eine« befugen Ge^ckts. Ohne tm Besitze der demselben zu Grunde liegenden Generalidce zu fern, wird et selbst für den Fachmann, welcher sich einem Truppentheile angeschlosien. schwterig fttw eine genaue Uebersicht L i rüber zu geben, doch war leicht ersichtlich, daß das ursprungkck, da« Baiackenlager besegt haltende Wesleorp« von dem angieifenbm Osteorp« nach heftigem Widerstande Muckge­worfen würbe. Das Gefecht hatte verschiedene büchst spannende Momente, namentttch aber auch brillante Cavallerieattaquen aufzuweisen unb wurde dasselbe nach einer heftigen Ka-onabe aus bim Griesheimer Schießplatz abgebrochen, klebrigen« tarn es bei demsttben auch vor. baß ein­zelne Truppentheile ihre eigene Artillerie beschost-n. Das interessante Schauspiel batte zahlreiche «uschauer uno barunter sogar viele Vertreterinnen de« ichonen Geschlechts herbeigelockt.

Wiesbaden, 30. August sGerichtS-Entscheidung.l Die Nichtannahme emes eiiige- schriebtnen Briefes seitens eines Hausbesitzers entbindet nach einem gestern ergangenen E^nn. des Amtsgericht« denselben nicht, die daraus entstehenden Wirkungen zu tragen. Der Beklagte hatte ein «eonimandirtes Kündigungsschreiben eine« Wi.ther« nicht aeeeptirt, sondern zuruckgehen lasten und als der Absender seinen Brief durch die Post zuruckerhielt, war die Zeit zu einer Lell nochmaligen Kündigung verstrichen. Der so benachthetiigte Mteth» klagte daher auf Anerkennung der boloie vereitelten Kündigung und die,em Anträge gemäß verurtheilte der ®e-

Paris, 4. Septbr. Den Aeußerungen der Blätter läßt sich entnehmen, daß umer den Mtnistern eine gewisse Meinungsverschted°nhei bezügl.ch der fettens der Kongregationen abgegebenen Erklärung und der Anwendung Märzdekrete herrscht.Temps" (bas Organ Freyctnet s) widerspricht der Nach­richt? daß jene Erklärung der vorherigen Gutheißung Freycinet s uMerbreitet worden fei Temvs" sindet keinen Grund, warum mehrere Blätter sich so La t über einen im wesentlichen friedlichen Schritt des Papste- und Eplsco- pates ereifern und der Regierung Vorwürfe machen wegen einer Erklärung, welcher dieselbe fremd bleibt.

tzngtand.

, . i'orn soll aut dahiefi raithe des dahter, als: Mr. Nr. m 27 139/eo '

£ t u ~ .. r rt& der Kaiser nach Besichtigung i Cabinetsbeschluß, betr. die Abtretung ves ^uicigno an

fremde Offictcre weilen, nach Schloß Krysowtce.

Irankreich.

Telegraphische Depeschen.

Wagner'S trlegr. Correspondenz-Bureau.

Darmstadt, 5. S.ptember. Der deutsche Kronprinz ist beute früh 5/j Uhr hier eingetroffen und im Schloß abgestiegen. Um 11'/, Uhr begab sich der Kronprinz mit dem Großherzog zum Besuche der Großherzoglichen Kinder nach Schloß Wolfsgarten und kehrte um 3 Uhr von dort zurück. Um 5 Uhr findet tm Schlöffe ein militärisches Diner und Abends rm Hoftheater eine Extravorstellung statt.

Zara, 5. September. Ein britisches Panzerschiff, an deffen Bord Viceadmiral Seymour, und die PanzerbriggTemeratre" sind in Gravosa

5. September. Die deutsche CorvelteVictoria" erhielt heute Befehl, nach Ragusa abzufahren. t ir,

Raaufa, 5. Septbr. Im Laufe des Vormittags trafen eine deutsche und zwei englische Eorvetten hier ein. Es sind nunmehr 14 Kriegsschiffe tm hiesigen Hafen versammelt.

Das italienische Geschwader (zwei Fregatten und ein Aorso) unter Admiral Fincati ist heute früh hier eingetroffen. Sobald da« französische und das deutsche Geschwader eingetroffen sein werden, wird unter dem Vorsitze des Admirals Seymour ein Krtegsrath stattfinden, um über die allgemeinen Ope­rationen an der albanestschen Küste Beschluß zu fasten. Der russische Admiral Bremer hat sich nach Cetttnje begeben.

Lokales.

Gleüen 6 September. Das am Samstag Abend vom hiesigen Citherkranz gegebene Coneert im L.ib'scken Saale erntete den reichsten Beifall der Zuhörer. N-m-ntlich waren e8 >wei Soll« sowie das QuartettTraumbild" des au« 12 Pteeen bestehenden Programms, welche meisterhaft gezielt uno auch vom Publikum gebühtenb anerfannt wurden.

Einer fidelen Gesellschaft, welche am Samstag Abend ein Fäßchen auf derGermania getrunken, stieg der Dunst fo in ben Kopf, daß sie Ihren Uebermuth °N diversen Stegen und Warnungstafel auf den Wiesen nach dem Philosophenwald ausubten und d e ersteren Spor en, letzteren jedoch ausrisien und quer über den Weg legten. Die Gesellschaft halte jedoch Pech, lndem bie Polizei heule Morgen sich ihrer sehr sorglich annabm. Der Mahnzettel wird be- denkltch ausfallen. ___________