Ausgabe 
7.8.1880
 
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mit Störung der Ruhe und Ordnung verbunden ist. Zum Sammeln von Beeren, Pilzen und Kräutern in den Staatswaldungen ist bisher das Lösen von Erlaubnißscheinen nicht erforderlich gewesen, auch hat sich seither ein Be- dürfniß, die Verpflichtung zum Lösen solcher Scheine, sei es gegen Entgelt oder unentgeltlich im Wege der Polizet'Verordnung einzuführen, nicht heraus- gestellt. Es soll dies auch in Zukunft nicht geschehen, wenn nicht etwa beim Sammeln von Beeren u. s. w. vorfallende Unordnungen dies im Interesse des Waldes nothwendig machen."

Telegraphische Depeschen.

«Sag»e»'- telegr. «vn-esp-rr-en GArrrau.

Berlin, 5. August. Die elfte Generalversammlung der Anthropologen wurde heute Vormittag im Sitzungssaale des preußischen Abgeordnetenhauses durch Professor Virchow eröffnet. Im Namen der Regierung hieß Unter« staatssecretär v. Goßler in längerer Rede die Versammlung herzlich willkom­men. Gegen 250 Mitglieder waren anwesend, meistens wissenschaftliche Nota- bilitäten, darunter v. Nordenskjoeld und Schliemann. Im Lause der Sitzung erschienen der Kronprinz und die Kronprinzessin mit dem Erbprinzen von Meiningen.

Konstantinopel, 5. August. (Ofsiciell). Midhat Pascha ist zum Gouverneur von Smyrna ernannt, der bisherige Gouverneur von Smyrna, Hamyd Pascha, zum Gouverneur von Syrien.

Athen, 5. August. Das königliche Decret, welches die Mobtlisirung der Armee anordnet, wurde heute Mittag veröffentlicht.

Wien, 5. August. Im nördlichen Mähren sind große Wolkenbrüche gefallen. Mährisch-Ostrau sammt Umgebung wurde überschwemmt und die Brücke der Nordbahn bet Hruschau beschädigt. Der Bahnverkehr dürfte dort auf mehrere Tage gestört sein. Mehrere Personen sind dabei um's Leben gekommen.

Professor Hebra ist heute Morgen gestorben.

London, 5. August. Gladstone hatte eine ruhige Nacht. Die Besse­rung ist in anhaltendem, wennschon langsamem, Fortschreiten begriffen.

Paris, 5. August, Abends.Temps" schreibt: Möge die Flotten- demonstratton statthaben oder nicht, jedenfalls werde die griechische Frage getrennt bleiben von der montenegrinischen; es werde daher viel Zeit hingehen, bevor die Griechen sich in den Besitz von Janina und Metzowo setzen könnten. Die Verhandlungen würden mehrere Monate dauern. Uebrigens sei keine continentale Macht gewillt, materiell zu tnterveniren. Der Mehrbetrag der Steuereingänge beträgt beinahe 17 Millionen.

London, 5. August. Ofsiciell. Quetta, 4. ds. Ausgesendete Boten melden, Ajub Khan habe sich am Sonntag in Sangbar befunden. Ob er weiter vorrücke, sei ungewiß. Es scheine, Ajub Khan habe die Hoffnung auf- gegeben, Kandahar erfolgreich anzugreifen. Die Verluste, welche er erlitten, seien sehr beträchtlich.

Wien, 6. August. Der Verkehr auf der Oderberger-Friedländer Bahn­strecke ist in Folge des Hochwassers eingestellt worden. Ueber den Orawitza- fluß werden die Passagiere mit Kähnen befördert. In dem Personenverkehr zwischen Wien und Krakau ist daher keine Störung etngetreten. Der Güter­verkehr dürfte in drei Tagen wieder ausgenommen werden.

Lokales.

Gießen, 6. August. Heute Morgen wurde bei sämmtlichen Metzgern dahier Fleffch- wurst behufs Untersuchung gekauft; einige kommen wegen Verfälschung derselben zur Anzeige.

Verwischte-.

Lich (Oberhessen), 1. August. Man schreibt derDidaskalia":Herr Kofler aus Darmstadt hat in unserer Umgegend Ausgrabungen an Hügelgräbern vorgenommen, die im Muschenheimer und Langsdorfer Walde liegen. Zwei der Gräber boten sehr wenig des Inter­essanten, das dritte Grab aber ganz Hervorragendes. Im Langsdorfer Walde liegt eine Gruppe von Hügeln, genannt dieHeidengräber". Einige derselben haben eine Höhe'von 2 Metern und einen Umfang von 3040 M.; andere erheben sich kaum über den Boden. Das eröffnete Grab erhob sick nur 80 Ctm. über den Boden und hatte einen Umfang von 25 M. In einer Tiefe von 80 Ctm. stießen die Arbeiter auf eine Anzahl Steine, welche in ziemlich kreisrunder Form pflasterarttg den Boden deckten. Der Durchmesser des Kreises maß 4 Meter. Als die Randsteine losgebrochen wurden, fand man 3 größere Schalen und ein Gefäß, von denen nur letzteres erhalten, die Schalen aber, wie die genaue Besichtigung zeigte, in beschädigtem Zustand niedergestellt waren. Unter den Gefäßen befanden sich große Lagen von Asche und kleine tm Feuer calcinirte Knochen. Bei Entfernung der Steine aus der Mitte fand man ebenfalls Asche und Scherben der verschiedenen Gefäße. Unter dem mittleren Stein lag ein vollständiger Bronce- schmuck, bestehend aus einem Halsring von gewundener Form mit schön erhaltenem Schluß; zwei spiralförmigen, ganz dünnen Armringen mit Schluß, die thetlwetse unter der Hano zer­brachen; zwei massiven Armspangen, jede zusammengesetzt aus 3 glatten Reifen; einem spiral­förmigen Fingerring, dabei ein Stückchen Bronce, das wohl zu demselben als Zierrath gehörte (aus den Armspangen fiel beim Herausnehmen je ein Reifchen von dünnem, nadeldickem Holz, das mit ganz dünnen Broncen überarbeitet war); zwei Scheiden für spitze Gegenstände von wohlerhattenem Gewebe; einem Gürtel, ganz vermodert, der mit unzähligen kleinen Bronce- buckeln besetzt war, die nicht ganz die Stärke des Materials der sogenannten Wachsperlen hatten; einer ganzen Anzahl halb vermoderter, halb verkohlter ganz dünner Bronce-Zierräthe- einem Broncebeschlag mit zwei Rundnägeln.

fVom Schlafen bei offenem Fenster.) Bezüglich der 'n viele Blätter übergeganqenen Notiz aus einer Berliner Zeitung über die angebliche Erblindung eines Mädchens infolge Schlafens bei offenem Fenster schreibt ein Mediciner, die betreffende Geschichte als eine jedes Jahr wiederkehrendeSeeschlange" bezeichnend:Zur Sache selbst ist zu bemerken, daß die Verbreitung solcher Nachrichten mehr Schaden anrichtet, als Interesse erregt. Immer wieder wird Angst und der alte Aberglauben vor dem Blindwerden in furchtsamen Leuten erweckt. Und es ist eine unbestrittene Thatsache, baß das Zuführen frischer Luft in die Schlafaemächer die segensreichsten Folgen bat. Ist es nicht klar, daß die Lunge während des Schlafens am gleichmäßigsten und ruhigsten bewegt wird, daß die ausgeathmete Kohlensäure und die übrigen sich entwickelnden schädlichen Gase durch die beständig einströmende Luft verdrängt und so in ihrer Schädlichkeit dem Körper nicht wieder zugeführt werden? Für nervöse und blutarme Leute, die am Kopf leiden, gibt es gar kein probateres Mittel, als das beständige Einathmen guter Luft, also auch das Schlafen bei offenen Fenstern; überhaupt bängt hiervon die ganze Entwickelung und Pflege des Körpers ab. Allerdings muß man Zugluft vermeiden; dieselbe schadet unter allen Verhältnissen. beim Wachen sowohl wie beim Schlafen. Will man sicher gehen, dann öffne man die Fenster in einem Zimmer vor dem Schlafzimmer, so daß die frische Luft aus jenem in dieses einströmen kann. Endlich »st zu bemerken, baß das ganze neue Heilverfahren bei schweren Krankheiten immer und immer wieder auf die Zufuhr von frischer Luft Bedacht nimmt. In allen Krankenhäusern ist die Ventilation so eingerichtet, daß ein beständiger, sogar wahrnehmbarer Luftstrom durch die Zimmer sich bewegt. "Das ist eben ein Fortschritt der neueren Zeit und sehr viele, ja viellcicht die meisten Aerzte sind derselben Ansicht wie Dr. Niemeyer, sie tragen dieselbe nur nicht rn's Publikum."

E eankenspähne Jean Paul's werden aus dem Nachlasse deffclben in der Wochen­schriftIm neuen Reich" durch Herrn P. Ntrrlich veröffentlicht. Wir geben folgende Blumen­lese aus denselben: Voltaire's Haus in Ferney lag am Zusammenflüsse der Htppokrenc des

Paktolus und Styx. Die Löwin sieht zehnmal mehr der Katze ähnlich als der Löwe. Der Fisch schwimmt nicht eher oben, bis er todt ist. Die Menschen stechen gleich den Nesseln, wenn man sie gelinde behandelt. Theologen und Hunde halten den Kopf gen Himmel, wenn sie anbellen. Die Menschen drehen sich lange im Kreise, ehe sie erwachen die Hunde ehe sie einschlafen. Man malet die Engel im Himmel darum männlichen Ge­schlechts, weil die, d,e es des weiblichen sind, noch auf der Erbe sind. Ein Kuß ist mehr werth, als zwei oder gar zwanzig. Unter Mädchen verlernt man Ungeschicklichkeit des Körpers, unter Weibern des Geistes. Heirathen in der Jugend heißt sich im Sommer einen Ofen miethen; erst im Winier weiß man, ob er heizt oder raucht. Eine Frau ober Geliebte lernt man in einer Stunde mit einer dritten Person besser kennen, als mit sich in zehn. In der Liebe will man Gefühle, in der Ehe ihre Besiegung und Vernunft. Die Wetber lieben Gott nur, weil er wie eine Mannesperlon abgebildet wird. Ein Mann, der sich ungern und ein Mädchen, das sich gern in'v Gesicht sehen läßt, sind Beide verdächtig. Manche Weiber tragen ihre Männer auf den Händen, nur sind an diesen nicht die Nägel be­schnitten, die verwunden. Die Religion der Meisten ist nur ein Stoßgebet tn der Noth. Das Meiste und Gewöhnlichste, was Jugendfreunde an einander nach spätem Wiedersehen be» merkten, ist, daß sie dicker geworden. Die Keuschheit wohnt weder in den oberen, noch unteren Ständen sondern in den mittleren.

(Ein Herzloser.) In einem feineren Gartenrestaurant der Potsdamerstraße in Berlin saß vor Kurzem Abends eine recht heitere Gesellschaft von Damen und Herren beisammen- Es wurde tapfer vom Besten gegeffen und getrunken, da man einen Geburtstag feierte. Plötzlich wurde die Lustigkeit einen Augenblick durch einen Bettler unterbrochen, der von der Straße aus herantrat und um einen Almosen bat Der Arme, dem Anscheine nach aus besseren Ver«

hältniffen in tiefes Elend gerathen, erregte bet der heiteren Gesellschaft Mitleid, einige Damen

und Herren griffen in ihre Taschen, um eine Geldspende für den Bettler hervorzuholen. Dieser

edlen Regung trat jedoch ein Herr mit den Worten entgegen:Lieber Mann, hier haben Sie

eine Adresse, da gibt es etwas für Sie, wodurch Sie Ihrem Jammer ein Ende machen können!" Dabei drückte er dem Bettler etwas tn die Hand und winkte ihm vornehm, abzutreten. AIS der Mann die ihm tn die Hand gesteckte Gabe untersuchte, fand er eine Geschäftskarte, welche den Namen und die Adreffe eines bekannten Waffenhändlers enthielt, der seine gut und sicher treffenden Pistolen und Revolver empfiehlt! Mit thränenerstickter Stimme wandte sich der Bettler bei dieser Entdeckung sogleich an den Wirth des Locals, dem er die Karte übergab, sich über die Rücksichtslosigkeit jenes hartherzigen Gastes bitter beklagend. In Folge dessen trat Ersterer an den Tisch der heiteren Gesellschaft, die er in heftigen Worten aufforoerte, sofort sein Local zu verlaffen, welcher Aufforderung sie klug genug waren, eiligst nachzukommen. Allen voran ging der würdige Waffenhändler. Der Bettler war schon zuvor davon gegangen, so daß ihm eine Seitens des Wirthes zugedachte Unterstützung nicht behändigt werden konnte. Bei der Handlungsweise des Herrn, der als beste Hülfe tn der Noth seine Revolver empfiehlt, fällt uns das Coupletrefrain von David Kalisch ein:Da schämt man sich, em Mensch zu fein !"

Gernsheim, 1. August. Unsere hiesigen Spitzbuben können wahrlich ihren Collegen in anderen Orten als Muster dienen, so sinnreich ist nachstehende Gauneret ausgedacht. Ein hiesiger Lnndwirth ließ dieser Tage seine gemähte Gerste ausgebreitet auf dem Acker liegen, damit dieselbe recht austrocknen sollte. Als er sich des folgenden Morgens zum Binden htnaus- begab, da lag sie auch noch fein säuberlich ausgebreitet, allein die Aehren fehlten! Die Spitzbuben haben die Halme mittelst eines scharfen Instrumentes abgeschnttten, in Säcke gefüllt und dem Bestohlenen das leere Stroh liegen lasten. Dem Manne soll dadurch ein Schaden von 2530 entstanden sein. Möge es den Nachforschungen unserer Poltzetorgane gelingen, den oder die Thäter zur gerechten Strafe heranzuziehen. (Rh. B.)

In Eigelfingen wurde einem Manne die Nase förmlich abgeschnitten; als der­selbe in den Stall treten wollte, fiel eine dort an der Wand aufgehängt gewesene Sense her­unter und dem Manne so unglücklich auf sein Riechorgan, daß dasselbe durch die Hand des Arztes wieder an Ort und Stelle angenäht werden mußte.

Metz, 1. August. Im Anschluß an das Frankfurter Turnfest hatte eine größere Anzahl von Turnern einen Ausflug nach Metz unternommen. Dieselben trafen am vergangenen Donners­tag Abend per Extrazug hier ein; sie wurden vom hiesigen deutschen Turnverein feierlich em­pfangen und mit Musik nach der Stadt geleitet. Am nächsten Tage wurde den Schlachtfeldern vom 16. und 18. August ein Besuch abgestattet und es waren namentlich die Denkmäler des sächsischen (12.) Armee-Corps und des preußischen Garde-Corps, denen besondere Huldigungen dargebracht wurden, dem ersteren von dem Leipziger Turnverein, dem letzteren von dem Alten Breslauer Turnverein. Reichliche Kranzspenden wurden an diesen Denkmälern, wie auch au den übrigen Gräbern, niedergelegt. Wie wir erfahren, beabsichtigt auch der Ktrner Turnverein aus Anlaß der 10jährigen Wiederkehr jener großen Gedenktage den Schlachtfeldern von Mars la Tour Vionville und Gravelotte St. Privac einen Besuch abzustatten. Es steht über­haupt tn diesem Jahr ein größerer Besuch zu erwarten und die Gräber sind deßhald von den Wärtern mit ganz besonderer Sorgfalt hergerichtet worden, zumal der verflossene strenge Winter auf dem unwirthltchen Hochplateau einer Menge junger Bäumchen und Zierpflanzen auf den Gräbern argen Schaden zugefüg^ hatte. Für die Kriegergräber von Gravelone, Rezonvtlle, Vionville und Mars la Tour ist ein Kriegergräberwärter tn Gravelotte, für die Gräver bei St. Privat, la Montagne und St. Marie aux Chenes ein solcher tn St. Privat angestellt; dieselben führen genaue Listen der Gräber, soweit dies zu ermitteln war, auch namentliche Listen der vorhandenen Ernzelgräber, so daß dieselben jede nur mögliche Auskunft zu geben tm Stande sind. Auch Sendungen von Kränzen re. können an dieselben per Post gemacht werden. Es genügt die Adreffe: An den Gräbcrwärter in Gravelotte, resp. St. Privat bet Metz, zur sicheren Bestellung. Es wird vielleicht mancher Angehörige von Gefallenen von dieser Notiz Gebrauch machen.

Aachen. Folgendes Gaunerstückchen hat sich in unserer Nähe abgespielt. Vor circa einem halben Jahr kam in Kornelimünster bei Aachen ein Pater zugereist, meldete sich bei dem dortigen Bürgermeister und Caplan und bat dieselben, daselbst die verwaiste Klause verwalten zu dürfen, was ihm, da er gute (tote sich später heraussteüte, gefälschte) Papiere vorzeigte, ge­stattet wurde. Kurze Zeit später kam ein zweiter Bruder an und verblieb ruhig auf der Klause. Kurze Zeit nach Frohnleichnam kam der Herr Bürgermeister aus Zülpich hier an und verhaftete den zuerst angekommenen Bruder als ein steckbrieflich verfolgtes Individuum, welches früher Bergarbeiter war, und wegen Unterschlagung, Sittlichkeits- und anderer Verbrechen verfolgt wurde. Weßhalb man den zweiten Bruder rubig sitzen und die Andachten weiter abhalten ließ, ist unbekannt, so viel steht jedoch fest, daß kurze Zeit später ein Verhaftungsbefehl in Cornell Münster ankam, wovon der Bursche rechtzeitig auf diese oder jene Weise Witterung hatte, denn als man ihn endlich festnehmen wollte, war die Klause verwaist. Neben der raffinirten Täuschung der weltlichen und geistlichen Behörden ist die große Beliebtheit bemerkenswerth, welche sich die beiden Betrüger beim Publikum, namentlich bei dem weiblichen, zu erwerben wußten.

Einer recht höflichen Redeweise befleißigen sich die Münchener Volksblätter. So wendet sich z. B. dieN. Fr- Volksz." mit folgenden Worten an den bekannten Dr. Sigl, Verüber desVaterland":Dr. Bor ücus Sigl erinnert tn seinem Käspapicre daran, daß es am Sonntag zehn Jahre waren, wo er als DaterlandSvcrräther gelyncht resp. gehenkt werden sollte.Die Bande war aber zu feig dazu", fügt er hinzu. Wir glauben aber, daß es weniger Feigheit, als vielmehr die ganz richtige Ansicht war: daß es schade um den Strick sei."

Bochum, 3i. Juli. Gestern ist bei Herne wiederum ein Mord an einem jungen Mädchen verübt worden. Die 20jährtge Magd Minna Pott begab sich zwischen 8 und 9 Uhr Morgens in die Herner-Mark, um dort zwei Arbeitern das Frühstück zu bringen und dann selbst den bereits gemähten Roggen zu binden. Das Feld, auf welchem die Arbeiter mit Mähen beschäftigt waren, lag nicht weit von der Arbeitsstelle des Mädchens entfernt. Zwischen 10 und 1J Uhr, als die Arbeiter frühstücken wollten, fanden sie das Mädchen nicht auf dem Felde vor, doch stand das Frühstück dort bereit. Da sie annahmen, daß das Mädchen sich wieder nach Hause zurückbegeben habe, gingen sie nach eingenommenem Frühstück wieder an ihre Arbeit, ohne sich weiter um dasselbe zu kümmern. Als man tndeffen Mittags erfuhr, daß das Mädchen vom Felde nicht zurückgekehrt sei, schickte man, Verdacht schöpfend, sofort zur nächsten Polizei­behörde, von welcher nun sogleich die umfangreichsten Nachforschungen angestellt wurden. Gegen 5 Uhr fand man die Leiche nicht weit von der Arbeitsstelle und am Saum des Waldes theil- weise entblößt vor. Es war offenbar, daß ein Sittlichkeitsverbrechen an ihr verübt und sie erdroffelt worden war. Wenige Schritte von der Leiche fand man Spuren, als wenn ein Körper daher geschleift worden sei. Von dem Mörder ist bis jetzt noch nichts ermittelt. Möge es den vereinigten Anstrengungen der Polizei und der Staatsanwaltschaft baldigst gelingen, desselben habhaft zu werden. Es ist dies nun schon das fünfte Attentat dieser Art innerhalb weniger Wochen. Bei den anderen Fällen kamen die unglücklichen Opfer wenigstens doch mit dem Leben davon. Aus Anlaß dieser sämmtlich am Hellen Tage begangenen Verbrechen war noch vor kurzem die Gendarmerie des Landkreises Bochum bedeutend vermehrt worden.

Dem Prinzen Wilhelm von Württemberg ist ein Sohn geboren worden. Ist das so wichtig? Ja. Der Prinz ist der Vetter des kinderlosen Königs und wirb jedenfalls dessen Nachfolger auf dem Throne. Vor der Geburt des betr. Prinzen war die Aussicht nahe gerückt, daß die Erbfolge an den katholischen in Oesterreich lebenden Stamm des Hauses Württemberg fiel, nämlich an den Herzog Philipp, Sohn einer Prinzessin von Orleans und vermählt mit

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